Darren Shan – Die Toten, die ich rief posted by on 10. April 2013

Ist es nicht Horror, wenn man von seinen eigenen Geistern verfolgt wird? Was macht man da am besten? Richtig, man schreibt selber Horrorromane über Gespenster – so macht es zumindest der Protagonist aus der Feder des Autors Darren Shan.

Autor: Darren Shan
Titel: Die Toten, die ich rief
Originaltitel: Ladys of the Shades
Genre: Thriller, Horror
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 02.04.2013
Taschenbuch: 384 Seiten
Preis: 14,95 €

Ed Sieveking ist ein Horrorautor. Er selbst sieht Gespenster, seine eigenen Gespenster. Da sucht er in London Inspiration für seinen neuen Roman. Er begibt sich mit einem seiner treuesten Fans auf Geistersuche und wird fündig. Doch auch etwas anderes findet er: die schöne Andeanna. Sich in diese Frau zu verlieben, verheißt nichts gutes – denn sie ist die Frau des Türken Mikis Menderes, mit welchem nicht gut zu Kirschen essen ist. Ed und er kennen sich, sie sind sich keine Fremden….

Der Einstieg in das Buch beginnt mit einem Mord eines Auftragskillers. Es ist flüssig und spannend geschrieben und zieht den Leser sofort hinein. Hier lässt sich schon in etwa sagen, dass der Türke es auf Ed abgesehen hat, wenn auch nicht mit ganzer Sicherheit.

Ed ist eine schrullige Person, man kann ihn sich eigentlich nicht direkt vorstellen. Er scheint etwas zurückgezogen zu leben und hat nicht viel mit Personen zu tun. Eine etwas eigenartige Art hat er, freundet sich aber nichts desto trotz mit seinem größten Fan Joe an. Als er Andeanna trifft, kommt selbst hier ein Gefühl von Zuneigung hervor. Er ist eigentlich eher unsympathisch, dem Leser wird er aber trotzdem ans Herz wachsen, ein etwas abgedrehter Horrorautor.

Ab dem Zeitpunkt der Bootsparty nimmt die Geschichte noch an Fahrt auf und es macht Spaß, dem Geschehen zu folgen. Auch wenn die Geister, die wirklich real in diesem Buch herübergebracht werden, dem einen oder anderen Leser etwas Gänsehaut bescheren werden. Oft erinnert der Schreibstil an einen anderen Autor, so in etwa Richtung Richard Laymon oder auch Bentley Little. Es ist ein ziemlich gewagter Vergleich, aber es lässt sich nicht vermeiden.

Die Geschichte ist raffiniert aufgebaut – hat man den Protagonisten anfangs als eher unsympathische Person im Auge, so erwacht dessen Geist mitten im Lauf. Er entwickelt sich zu einer ganz anderen Person als gedacht, was den Leser überrascht aufhorchen lässt. Ab dieser Stelle ist die Leseflut eigentlich kaum zu bremsen, da man hier nicht mehr aufhören kann vor lauter Neugier, wie es wohl weitergeht. Es geht lang nicht mehr nur um die Geister, sie sind nur die Situation dessen, in welcher er sich nun befindet auf Grund der vorangegangenen Situation. Und dann geht es doch wieder um Geister – die Geschichte scheint etwas verwirrend zu werden.

Doch je verwirrender die Geschichte wird, umso spannender wird es für den Leser. Er hält die Luft an und liest und liest und kann gar nicht mehr aufhören. Hier möchte man einfach nur noch aufdecken, was Sache ist – man kommt beim besten Willen nicht dahinter, was nun wahr ist oder was nicht. Mit dieser Wendung hat der Autor den Leser am Wickel, die Spannung zieht sich hier ins Unermessliche und lässt einen gar nicht mehr los.

Bis man am Ende angelangt ist, kommt man gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Der Autor führt den Leser zig mal an der Nase herum, verwirrend und dann doch wieder klar und wieder umgekehrt. Hut ab, lieber Herr Autor! Ein so spannender Thriller ist mir lange nicht mehr in die Finger gekommen!

Liebe Fans des Thrillers – ein unbedingtes Muss! Anfangs ist es zwar noch schwach aufgebaut, steigert sich aber mehr und mehr und lässt einen nicht mehr los. Der Autor gibt Gas mit Zeile um Zeile, eine Empfehlung des Buches ist unüberwindlich!

5 von 5 Punkten

2 Responses to “Darren Shan – Die Toten, die ich rief”

  • Andrea sagt:

    Hab es gerade fertig gelesen und da ich noch meine Rezi fertig schreiben muss auch nur dein Fazit gelesen. Dem kann ich allerdings 100pro zustimmen. Das Buch ist mal richtig gut gemacht 🙂

    LG Andrea

    • Simone sagt:

      Ja, das stimmt – selten hat mich ein Buch so überzeugt noch mitten im Geschehen. Dachte erst, was ist denn das, aber aufhören konnte ich dann mittlerweile nicht mehr – richtig gut gemacht!

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