Vera Nentwich – Rausgekickt: Blaue Vögel posted by on 22. September 2013

Die Schicksalsboten sind unermüdlich am arbeiten ohne dass die Menschen diese wahrnehmen. Im zweiten Roman von Vera Nentwich sind Null-Neun und Eins-Zwo wieder am Werke – und wie sie das wieder anstellen und was sie dieses Mal für heikle Aufgaben meistern, erzählt uns die Autorin im zweiten Werk.

Autor: Vera Nentwich
Titel: Rausgekickt: Blaue Vögel
Genre: Unterhaltung, Belletristik
Erscheinungsdatum: 31.08.2013
eBook: ca. 143 Seiten
Preis:  2,99 €

Die 44-jährige Mechthild sollte eigentlich längst ihren Traummann gefunden haben, doch sie lebt bei ihrem grämigen Vater, der sie eher als Hausdienerin benutzt, da sie alles herrichten muss für ihn. Sie lebt in ständiger Angst vor ihren Mitmenschen, vor Peinlichkeiten und hat null Selbstvertrauen. Durch ihre Tolpatschigkeit, die durch ihre ständige Angst verursacht wird, bringt sie die Aufmerksamkeit der Schicksalsboten auf sie. Denn Mechthild verhindert ihre Arbeit, diese wittern schon eine Verschwörung durch ihresgleichen. So müssen sie Mechthild auf den rechten Weg bringen und verfrachten sie ohnmächtig in einen Zug, aus dem Weg – doch hier begegnet sie den flotten Bienen, die sie erstmals auf andere Gedanken bringen und ihr Mut bringen.

Wieder schildert die Autorin das Leben der Protagonistin sowie parallel die Arbeiten der Schicksalsboten. Es liest sich genauso flüssig und lustig wie schon der erste Band. Trotzdem meint man hier, sie habe sich noch etwas gesteigert – die Dialoge sowie die Begebenheiten, die Beschreibungen sind viel bildlicher und farbenreicher geschildert.

Man kann sich so oft mit Mechthild identifizieren, auch wenn sie wirklich ein Tolpatsch hoch 10 ist. Ihr geht alles schief, was nur schiefgehen kann. So zaubert es einem doch ein Lächeln auf das Gesicht, als es bei ihr aufwärts zu gehen scheint. Sie lernt auch den Mann kennen, den sie für ihren Herzensmann hält.

Auch die beiden Schicksalsboten sind einem bekannt, sie sind die gleichen Schlitzohren wie schon im ersten Band. Statt dass sie alles gerade rücken, bringen sie erst mal alles durcheinander. Sie arbeiten auf ihre Bewährung hin, da sie letztes mal schon alles vergeigt haben. Sie haben Angst vor Strafe und betrachten Mechthild als störend, zumal sie schon dachten, diese sei ein Spitzel aus der Chefetage. Immer wieder müssen sie sich zudem wundern, was die Menschlein aus ihrem Leben machen. Es war so viel einfacher früher, sich zu verlieben. Heutzutage sind die modernen Menschen viel zu sehr darauf erpicht, ja nichts falsch zu machen und auf alles mögliche zu achten, selbst das Unscheinbare.

So kann man auch hier wieder zwischen den Zeilen lesen, dass es heutzutage immer schwieriger wird, jemanden zu finden, den man lieben kann. Früher war vieles einfacher in dieser Hinsicht, da wurde noch nicht auf so vieles geachtet, auf andere Meinungen etwas gegeben und kleine Kinkerlitzchen durchgekaut. Heute schauen die Menschen sehr auf das Gegenüber, nehmen alles noch so kleine wahr und wenn es noch so unbedeutend ist, wird es als störend abgetan. Es stört die Nähe zwischen den Menschen, die sich doch eigentlich gut leiden können. Heute wird zwar vieles lockerer gesehen, aber doch verkrampfter und genau das macht die Sache so schwer, dass man überhaupt jemanden an sich näher heranlässt. Es ist alles durch Misstrauen und geprägte Erfahrungen vernetzt – früher hatte man nicht so viel auf so etwas gegeben, da hatte man sich zusammen und gut war.

Aber wie hier auch die Autorin zeigt – vielleicht sollte man einfach mal nicht das Schicksal walten lassen, sondern bestimmte Dinge auch einmal selbst in die Hand nehmen, denn immer kann man auch nicht auf das Schicksal vertrauen!

Leser, die den ersten Teil gelesen haben, sollten es sich nicht nehmen lassen diesen zu lesen! Es ist wieder an der Zeit über das Schicksal zu schmunzeln, mitfühlend zu nicken und sich selbst wiederzuerkennen – und den Sinn zwischen den Zeilen erkennen! Übrigens kann der zweite Teil auch gelesen werden, ohne dass man den ersten kennt, es sind zwei in sich abgeschlossene Geschichten mit verschiedenen Handlungen – daher auch eine klare Leseempfehlung an Leser, die sich gleich an den Band hier wagen möchten ohne den ersten Band zu kennen =)

5 von 5 Punkten

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