Aktion #3: Interview mit den Schicksalsboten + Gewinnspiel! posted by on 31. Oktober 2013

Ich habe es euch ja versprochen – und hier ist es: Das Interview mit den Schicksalsboten! Ich habe sie tatsächlich angetroffen und was soll ich sagen? Sie sind real, sie existieren! Ich will euch nicht weiter auf die Folter spannen – seht selbst:

Wie wird man Schicksalsbote, hat man eine Wahl?

Mann: Klar, man kann natürlich auch einfach ins Paradies einziehen und tagtäglich jauchzen und frohlocken.

Frau: Oder sich alternativ mit 70 Jungfrauen vergnügen. (Sie lacht.)

Mann: Da klangen die Erzählungen des Anwerbers vom Direktorium schon viel verlockender und nach einer interessanten Aufgabe.

Frau: Hat er dir auch etwas von der immerwährenden Freude beim Job erzählt?

Mann: Ja, wenn ich den heute noch mal treffen würde.

Erzählt etwas über euer Leben und eure Aufgaben!

Mann: Da gibt es nicht viel zu erzählen. Man kriegt seine Aufgabe und den Arbeitsbezirk vom Direktorium zugeteilt und dann legt man halt los. Ich bin in einem relativ neuen Aufgabenbereich, den es früher nicht gab. Ich muss die Menschen zum Innehalten bewegen, weil sie in der heutigen Zeit viel zu schnell durchs Leben hetzen.

Ach, dann fahren Sie den Traktor?

Mann: Ja, das ist ein Teil meiner Aufgabe. Hatte ich mir selbst ausgedacht. Ich fahre mit einem Traktor auf viel befahrene Landstraßen und bremse so Autofahrer aus, die viel zu schnell unterwegs sind, womöglich noch parallel mit dem Handy am Ohr telefonieren und weder auf den Verkehr noch auf ihr Leben achten.

Und Ihre Partnerin?

Frau: Ich bin einem klassischen Bereich tätig, der Liebe. Meine Aufgabe ist es, Paare, die füreinander geschaffen sind, zusammenzubringen.

Wie bringt man zwei Menschen zusammen, die füreinander bestimmt sind? Und wenn der Start überhaupt nicht gut läuft?

Frau: Früher war das eine tolle Aufgabe. (Sie seufzt.) Da musste ich nur kleine Zeichen geben und schon wussten die Liebenden, dass sie füreinander geschaffen waren. Heute ist es echt schwer geworden. Da werden erst einmal lange Checklisten im Internet abgearbeitet, statt einfach dem Gefühl zu vertrauen. Früher musste ich nur dafür sorgen, dass sich zwei Menschen kurz begegneten, sich in die Augen sahen und fertig. Heute muss ich sie über Wochen begleiten, sie sich immer wieder begegnen lassen und dann noch schauen, dass keiner von den beiden bei den ersten Treffen etwas Falsches sagt oder tut. Ein echter Knochenjob. (Sie seufzt heftiger.)

Ist die Aufgabe langweilig als Schicksalsbote? Gibt es eine Möglichkeit diese zu versüßen?

Mann: Langweilig ist wohl das falsche Wort. Zermürbend, frustrierend, das sind die Worte, die mir einfallen.

Frau: Ich gebe ja zu, wenn es dann irgendwann mal geklappt hat, zwei haben sich gefunden und sind länger als ein paar Tage zusammen, dann ist das schon ein schönes Gefühl.

Mann: Als Schicksalsbote gibt es natürlich Möglichkeiten, Spaß zu haben. Man darf sich nur nicht erwischen lassen. (Er lacht.)

Frau: Verrate ihr ja nichts.

Mann: Warum nicht? Erfährt doch keiner, dass wir es waren.

Frau: Wage es nicht, E..

Mann: Pass doch auf, keine Namen nennen!

Frau: Sorry.

Was passiert bei einem Verstoß gegen die Regeln der Schicksalsbotenaufgaben – und was sind diese genau?

Frau: Es gibt eigentlich nur zwei Regeln. Die Menschen dürfen sich nicht an uns erinnern und wir dürfen nicht unerlaubt in Schicksalspläne eingreifen.

Mann: Strafen haben wir dafür mehr. Man kann degradiert oder irgendwohin versetzt werden, wo es noch weniger Spaß macht. Zum Beispiel auf einen Golfplatz für reiche Scheichs in der Wüste und dort dafür sorgen, dass die Bälle ins Loch gehen oder nicht. Echt ätzend.

Gibt es verschiedene Ränge unter den Schicksalsboten?

Frau: Oh ja, wir sind straff organisiert. Da versteht das Direktorium keinen Spaß. In jedem Bezirk gibt es kleinere Einheiten. Null-Eins ist die ranghöchste Position und dann geht es so weiter, Null-Zwei bis Eins-Fünf. Das ist die durchschnittliche Größe einer Einheit.

Kann man Schicksalsboten mit Engeln vergleichen?

Mann: Engel? Du meinst diese Typen mit Flügeln, die ständig irgendwo Federn verlieren? (Er lacht.)

Frau: Die sind aber auch zu blöde. Fliegen nur so rum. Nein, damit haben wir nichts gemeinsam. Ich hasse es, dass die Menschen ständig von diesen Typen schwärmen, während wir hier die Drecksarbeit machen.

Was tut ein Schicksalsbote, wenn der Vater blind in Gedanken auf dem Gehweg läuft und währenddessen sein Sohn mit dem Dreirad Richtung Straße fährt, auf welcher genau in dem Moment ein Auto kommt, das den Sohn erfassen würde?

Frau: Kommt darauf an, was das Direktorium sagt. Wenn es der Plan ist, dass es so geschieht, dann interessiert es uns nicht.

Mann: Wenn es sich aber mal wieder um so einen Managervater handelt, der den Blick nicht vom iPhone wegbekommt, dann ist Eingreifen angesagt. Ich fahre dann mit meinem Traktor auf die Straße, um den Autofahrer auszubremsen.

Frau: Oder ich rempele den Mann an, damit sein Blick auf sein Kind fällt.

Mann: Und ihm das verdammte iPhone aus der Hand fällt und auf dem Gehweg zerschellt.

Frau: Genau. (Sie lacht.) Dann trete ich im Vorbeigehen noch einmal drauf.

Ist der Kontakt zu menschlichen Informationsquellen wichtig, die einem in verzwickten Situationen behilflich sein könnten und wie wird dieser hergestellt?

Frau: Woher weißt du das?

Mann: Ja, das soll keiner wissen.

Es gibt Gerüchte.

Mann: Verdammt.

Frau: Wenn sie es sowieso schon ahnt.

Mann: Nein, sag nichts!

Frau: Sagen wir mal so. Es hat so seine Vorteile, wenn man die Verfehlungen einiger Menschen kennt. Es hilft enorm, wenn man mal eine Hilfestellung braucht. (Sie kichert.)

Mann: Die Herausforderung ist aber, dass sie uns nicht erkennen dürfen. Da können wir dann unsere ganze Kreativität ausspielen. Man ruft die Person mal mit geheimnisvoller Stimme an.

Frau: Oder sie findet einen Umschlag mit kompromittierenden Fotos und einer Aufgabe im Briefkasten.

Und für uns neugierige Leser: Gibt es Geschichten über Sie und wo kann man diese nachlesen?

Mann: Erinnere mich nicht daran.

Frau: Du meinst diese verdammte Vera Nentwich, nicht wahr? Keine Ahnung, wie sie uns auf die Schliche gekommen ist. Aber dass sie gleich alle unsere Erlebnisse in Bücher fassen musste, ist echt ungeheuerlich.

Mann: Und dann dieser Titel. Rausgekickt, als ob wir Menschen einfach so aus dem Leben kicken würden.

Frau: Das würden wir wirklich nie tun. Ehrlich.

Noch eine letzte Frage: Kann man sich als Schicksalsbote auch bewerben?

Frau: Das Direktorium sucht immer nach Nachwuchskräften und nutzt mittlerweile sogar die modernen Medien.

Mann: Genau. Unter http://bit.ly/direktorium kann man einen Eignungstest machen.

Frau: Man sollte es sich aber gut überlegen. Ist kein Zuckerschlecken.

Vielen Dank für das Gespräch.

Frau: Jetzt wollen wir aber nie wieder von dir belästigt werden.

Mann: Ansonsten könnten dir die überraschendsten Dinge widerfahren. (Beide lachen.)

Ist klar, tschüss.

Ich verlies die Scheune und stieg wieder in mein Auto. Jeden Satz, den ich gehört hatte, ließ ich in mir nachhallen. Sie arbeiteten in Bezirken. Immer in kleinen Teams. Es musste unzählige solcher Teams geben. Die beiden, mit denen ich soeben gesprochen hatte, waren also nur die Spitze des Eisbergs. Wie gerne würde ich noch von anderen Schicksalsboten hören. Aber ich konnte unmöglich in jeder Stadt eine solche Aktion durchführen. Was aber, wenn ich meine Leserinnen und Leser fragen würde? Natürlich. Sie könnten Ausschau halten und von ihren Erlebnissen mit Schicksalsboten berichten. Wir würden gemeinsam alle Geheimnisse lüften. Meine Mission ging weiter. Ihr werdet euch noch wundern, lachte in mich hinein und startete mein Auto.

Und jetzt seid ihr dran:

Schildert mir doch eine Begebenheit mit den Schicksalsboten – bei welcher ihr euch sicher seid, dass hier Schicksalsboten am Werk waren.  Was für Erlebnisse hattet ihr, bei dem ihr euch sicher seid, dass ihr sie nicht allein verursacht und gemeistert habt?

Das Beste dabei ist – ihr könnt etwas gewinnen! Und zwar werden unter allen Kommentatoren drei eBooks ausgelost – also haut rein in die Tasten und hinterlasst mir eine E-Mail-Adresse, unter welcher ihr im Falle eines Gewinnes erreichbar seid! =) Der Gewinner wird am 07.11.2013 bekanntgegeben!

Das eBook könntet ihr schon bald auf eurem Reader haben:

Rausgekickt

Das wird euch übrigens von der überaus netten und lieben Autorin Vera Nentwich bereitgestellt, die Hüterin der Schicksalsboten – was sie wohl dazu meint, dass ich ihre Schicksalsboten ausfindig gemacht habe?

Vera-Autorin

So und nun bin ich auf eure Erlebnisse gespannt!

6 Responses to “Aktion #3: Interview mit den Schicksalsboten + Gewinnspiel!”

  • Serpina sagt:

    Als mein Patenkind das Fahrrad fahren gelernt hat, waren die Schicksalsboten definitiv vor Ort. Sie hatte ohne ende schrammen aber sonst nichts.

    LG Serpina
    Myreadingworld@gmail.com

  • Jule sagt:

    Wirklich ein geniales Interview, ich musste häufig schmunzeln…;)

  • Melisa Köroglu sagt:

    Das war ja ein tolles „Interview“! 😀

    Hmh, ich denke die Schicksalsboten sind ziemlich oft an meiner Seite, da ich ziemlich tollpatschig bin und ziemlich oft unsere Wendeltreppe runterfalle [meistens noch, weil ich in ein Buch vertieft war] oder auch wenn ich ziemlich viel Glück hatte und zum Beispiel bei etwas komischerweise ziemlich gut abschneide, wie einem Test, obwohl ich ein sehr schlechtes Gefühl hatte. 😀

  • Christina sagt:

    Vielleicht ist es etwas weit hergeholt. ABER…
    Ich habe studiert. Habe dort was mit meinem Mitbewohner angefangen. Habe das Studium abgebrochen, weil er nur Spaß wollte, ich aber mehr. Bin als Au Pair ins Ausland. Dort nach nur 3 Wochen heimgeschickt worden. Habe dann die Stelle in Münster gefunden. Und dadurch meinen Freund kennen gelernt.

    Grundsätzlich könnte man das beliebig weit zurückverfolgen. Im Zweifel zu den Ururururgroßeltern, die sich glücklicherweise kennen gelernt haben, denn sonst würde es mich nicht geben. Aber das würde sicherlich den Rahmen sprengen.

  • Ein super amüsantes Interview, ich glaub ich werde jetzt hier in der Eifel bei jedem Traktor schmunzeln 🙂
    Ich glaube meine Schicksalsboten waren definitiv zu Werke als ich meinen Mann kennenlernte. Alles was ich geplant hatte ging schief aber genau das war es letztendlich was uns beide zusammenführte und vielleicht festigte 🙂
    LG Ela

  • Annagret sagt:

    Meine ,,Schicksalsboten´´ haben mich heute früh auf diese Seite geführt und die Logistikabteilung musste mich auch keine verschlungenen Wege und Straßen entlangleiten. Im Moment sind sie sehr hellhörig geworden und überlegen noch ob sie mir einen Maulkorb verpassen sollen. Aber nein, höre ich gerade. Lassen wir sie doch ein paar Zeilen schreiben. Wisst ihr noch am Anfang ihrer Ausbildungszeit? Wie sie sich mitten in der Nacht geduscht hatte und tatsächlich dem Befehl Folge leisten wollte. Ja sie hätte ihr Auto gestartet und um 4 Uhr morgens an dieser Tür geklingelt. Sie war verwirrt und hörte damals noch nicht so gut wie jetzt. Gelöst hat sie die Aufgabe sehr clever indem sie sich Gefühle schicken ließ um die Ernsthaftigkeit zu prüfen.

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