Gelesen im Juni 2017 posted by on 24. Juli 2017

So, schnell bevor der Juli anfängt noch die Statistik für Juni – leider hatte ich seit über einem Monat kein Internet, wir sind umgezogen und der Dienstleister hat es nicht auf die Reihe bekommen bzw. deren Subunternehmen von Technikern, dass da mal ein Termin klappt und tatsächlich einer vorbeikommt. Ich habe schon gar nicht mehr daran geglaubt, sondern mit einer erneuten Ausrede gerechnet, als dann doch einer vor paar Tagen kam. Naja, jetzt geht es wieder zum Glück und ich kann wieder munter im Internet meine Rezensionen posten – aber erst einmal noch die ausstehende Monatsstatistik von Juni =) Gelesen habe ich:

Carola Wolff – Ausgerechnet Muse 4/5
Erica Spindler – The Final Seven 5/5
Nina Sadowsky – Be my Girl 4/5

Für alle drei fehlen noch meine Rezensionen dazu – diese werden aber in den nächsten Tagen noch folgen! Da ich jetzt wieder Internet habe, kann das Tippen weitergehen =) Und ihr so? Bald ist ja wieder die neue Statistik online, sind ja nur noch einige Tage.

John Katzenbach – Die Grausamen posted by on 9. Juni 2017

Wenn Cops Mist bauen, werden sie nicht gleich entsorgt, sondern aufs Abstellgleis gestellt. Und wie? Indem man ihnen die Abteilung „Cold Cases – Kalte Fälle“ zuweist. Dort werden die Fälle behandelt und neu aufgerollt, die zu keinem Ergebnis geführt haben. Doch was, wenn man auf etwas stößt, das eigentlich hätte verborgen bleiben sollen? Das Ermittlerduo in Katzenbachs erstem Ermittlerthriller macht damit Bekanntschaft…

Autor: John Katzenbach
Titel: Die Grausamen
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
Broschiert: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 03.04.2017
Preis: 16,99 €

Der Ermittler Gabe und die ehemalige Drogenfahnderin Marta werden auf Grund Fehlschlägen in die Abteilung Cold Cases versetzt. Gabe ist seit Jahren ein Alkoholiker, seit in seiner Familie eine Tragödie passiert ist. Marta hat bei der Verfolgung eines Dealers aus Versehen ihren Partner erschossen – beide sind dem Polizeichef ein Dorn im Auge und müssen weg von der Bildfläche. Sie durchforsten die Akten der kalten Fälle und stoßen auf vier Morde und Tessa. Tessa Gibson ist vor 20 Jahren spurlos verschwunden auf dem Heimweg von ihrer Freundin. Die dreizehnjährige ist den Weg schon unzählige Male gegangen und eigentlich galt ihre Wohngegend als sicherer als sonst welche. Marta und Gabe stoßen auf eine Spur, denn die vier Morde und Tessas Verschwinden scheinen irgendwie zusammenzugehören, wenn sie auch noch nicht wissen, wie. Doch irgendwer hegt ein großes Interesse daran, dass in diesen Fällen nicht nachgebohrt wird und somit sind Marta und Gabe in Lebensgefahr…

Wer Katzenbach kennt, weiß, dass er nicht alles partout abhandelt. Er führt den Leser langsam in das Geschehen ein und durchleuchtet auch die Charaktere und deren Umgebung ganz genau. Das führt aber keineswegs zur Langeweile, denn er verpackt es so geschickt, dass es einem Spaß macht, das alles zu lesen. Obwohl Gabe und Marta verlorene Seelen sind, gewinnt man sie doch ganz schnell lieb und verfolgt sie auf Schritt und Tritt.

Der Schreibstil ist gewohnt Katzenbach – leicht zu lesen und mit vielen sprachlichen Dialogen, die einen am Ball halten. Er führt einen auf den Weg der Ermittler und automatisch fängt man selbst an, zu rätseln. Was hängt hier wohl und wie zusammen? Man kann es sich irgendwo denken, aber wie es sich schlussendlich löst, ist doch schon ein Aha-Effekt und lässt einen überrascht aufschauen.

Meines Erachtens kann Katzenbach ruhig weiter Ermittlerthriller schreiben, am besten weiterhin mit diesen zwei sympathischen Detectives, die vom Weg abgekommen sind und sich zurückkämpfen. Einmal Kämpfer – immer Kämpfer! Und wer Katzenbach liebte, wird ihn auch jetzt noch lieben, auch wenn es kein Psychothriller ist, sondern ein Ermittlerthriller!

5 von 5 Punkten

Gelesen im Mai 2017 posted by on 3. Juni 2017

Wahnsinn, ich kann immer wieder nur staunen, wie schnell ein Monat rum ist. Wo ist denn die ganze Zeit hin? Ich habe so lang auf meine Hochzeit hingefiebert und geplant und schwupps, schon ist sie rum! Trotzdem habe ich drei Bücher im Mai geschafft =) und zwar diese hier:

Geneva Lee – Secret Sins – stärker als das Schicksal 5/5

Amy Gentry – Good as Gone 4/5

John Katzenbach – Die Grausamen 4/5

Es waren aber doch drei starke Bücher – und ich bin gespannt auf meinen weiteren Lesestoff! Leider komme ich gerade nicht dazu, auch noch die Rezension zu Katzenbach zu schreiben, folgt aber in den nächsten Stunden/Tagen =) Und bei euch so?

Geneva Lee – Secret Sins – Stärker als das Schicksal posted by on 18. Mai 2017

Jeder Mensch hat seine Geheimnisse, ob kleine oder große. Jeder Mensch hat aber auch das Bedürfnis nach Liebe, so gern man das auch unterdrücken mag. Auch Faith und Jude haben davon jede Menge und nähern sich nur langsam an…

Autor: Geneva Lee
Titel: Secret Sins – Stärker als das Schicksal
Genre: New Adult
Verlag: blanvalet
Erscheinungsdatum: 01.03.2017
eBook: 352 Seiten
Preis: 9,99 €

Faith Kane hat einen kleinen Sohn, der taub ist. Sich und ihn hält sie mit einem Job als Kellnerin über Wasser. Den Männern hat sie seit Jahren schon abgeschworen – bis sie Jude Mercer begegnet, magisch angezogen beim Treffen für Suchtkranke. Bereits hier ist Faith klar, mit so einem Mann kann es nicht gut gehen, auch wenn er noch so attraktiv und scheinbar nett ist – es bedeutet nichts als Ärger. Aber auch er hat Geheimnisse, genau wie sie…

Leute, ich kann nur sagen – mir gefällt diese Art von Buch. Ich habe die Passion Reihe von Geneva Lee angefangen und bin auch von dieser begeistert. Dennoch erkennt man am Schreibstil und überhaupt hier nicht, dass es sich um die gleiche Autorin handelt.

Es ist ein sehr ernstes New Adult Buch – es kommen alle möglichen tiefgründigen Themen vor, sei es Alkohol, Drogen oder Vergewaltigung, alles wird hier rangezogen. Man möchte meinen, in so einem Buch springt einem der Sex nur entgegen, es ist aber hier so, dass die tiefgründigeren Themen mehr hervorgehoben werden als das Prickelnde. Und dennoch ist man mittendrin, in der Geschichte, in welcher Faith und Jude sich zueinander hin entwickeln.

Die Charaktere hat sie schön herausgearbeitet und man kann sich auch direkt in sie hineindenken. Auf Faiths Geheimnis kommt man mit der Zeit, mir war irgendwann klar, was genau es ist, bevor sie es ausgesprochen hat. Seines allerdings hat mich dann doch etwas überrascht, denn so ganz habe ich damit nicht gerechnet. Die Kapitel sind gegliedert in Vergangenheit und Jetzt, aus allen möglichen Sichten. Man wird erst mit der Zeit schlauer, warum das so ist und was es alles damit auf sich hat.

Die Autorin schreibt, dass dies für sie ein persönlicher Roman ist, was es noch ansehnlicher macht, wie stark solch Probleme mit Alkohol und Drogen sein können und was sie verursachen können. Es veranschaulicht einem, was man dadurch alles verlieren kann und da ist Vertrauen nicht das Größte.

Ich war auf jeden Fall total gefesselt von der ganzen Story und konnte das Buch auch nicht weglegen, was heißt, dass ich es innerhalb zweier Tage durch hatte. Es musste eine Menge Schlaf dran glauben, weil ich unbedingt wissen wollte, was hier Sache ist. Der Schreibstil und die vielen Dialoge haben dazu beigetragen, dass der Lesefluss nicht abreisst. Es lässt den Anschein, als handele es sich hier um eine weitere Lovestory mit viel prickelndem Sex – doch hinter diesen Zeilen steckt so viel mehr, so viel mehr tiefgründigeres als nur Geplänkel. Durchaus ein gelungener Griff ins Regal!

5 von 5 Punkten

Amy Gentry – Good as Gone posted by on 10. Mai 2017

Das allerschlimmste ist wohl für Eltern wenn das eigene Kind verschwindet. Sei es abgehauen, entführt worden oder ermordet. Wie kommt man über so einen Verlust weg? Und wie vor allem geht man damit um, wenn das Kind doch wieder auftaucht nach über 8 Jahren? Die Autorin beschreibt dies in ihrem Roman „Good as Gone“, greift Zweifel und Freude auf.

Autor: Amy Gentry
Titel: Good as Gone
Genre: Drama, Roman
Verlag: C. Bertelsmann
Taschenbuch: 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 27.02.2017
Preis: 12,99 €

Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Natürlich habe ich die vielen schlechten Rezensionen über das Buch gelesen und hatte so meine Zweifel, ob das Buch wirklich was für mich ist. Dennoch kann ich das so nicht unterschreiben, mich hat das Buch mitgerissen, ich war gefangen in der Geschichte um Julie. Anfangs zweifelt man mit Anna, ob die junge Frau wirklich Julie ist. Auch die vielen Stränge um die Identität Julies sind etwas verwirrend, klären aber einiges auf. Gegen Ende klärt sich die Geschichte immer mehr auf. Die Charaktere sind in diesem Buch gut gezeichnet, man hat sie vor Augen und der Film läuft ab. Es ist eigentlich das normale Leben einer städtischen Kleinfamilie, welches aus dem Wanken gebracht wird, als die Tochter verschwindet. Somit nimmt der Alptraum seinen Lauf.

Der Schreibstil und auch die vielen Wechsel der Sichten erleichtern einem das schnelle Vorankommen. Wenn man sich erst einmal der Geschichte hingibt, kommt man kaum davon los. Die Spannung wird gut gehalten, obwohl man schon einige Vorahnungen hat. Dennoch zweifelt man doch immer wieder selber, ob man richtig denkt. Meines Erachtens hat die Autorin hier geschickt Fäden gesponnen, welche zum Miträtseln anregen.

Die Geschichte um Julie öffnet einem die Augen, wie leicht ein Mensch doch durch Gehirnwäsche zu manipulieren ist und wie man Dinge glauben kann, wenn man sich nur oft genug hineinsteigert. Wenn einem etwas im Leben fehlt, wird es meist in etwas hineinkompensiert und man verliert sich darin. Gefährlicher als gedacht, es kann ganze Bäume umreissen.
Für mich war das Buch ein guter Griff, ich habe mich gut unterhalten gefühlt und finde es gut zu lesen, stimme also nicht überein mit den vielen negativen Bewertungen. Aber so ist nun mal der Geschmack, zum Glück verschieden. Ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin!

4 von 5 Punkten

 

Gelesen im April 2017 posted by on 2. Mai 2017

So, auch der April ist jetzt rum und das Wetter macht trotzdem noch, was es will =) Gelesen habe ich erst nicht viel, wird sich aber in den nächsten zwei Monaten auch nicht viel ändern, da wir hier viel vor haben und auch viel zu tun. Dennoch, das waren die zwei Schätzchen:

Jennifer Milewski – Angstmädchen 2/5

Jodi Picoult – Bis ans Ende der Geschichte 3/5

Herausragend waren jetzt beide nicht, aber wie heißt es so schön, Geschmäcker sind verschieden =) Jetzt gerade lese ich „Good as Gone“ und komm kaum davon los, sehr spannend geschrieben. Bin mal gespannt, wie es sich auflöst, die Rezension dürft ihr bald lesen =)

Jenny Milewski – Angstmädchen posted by on 28. April 2017

Ein Geist, der rumspukt, da wo man wohnt? Eigentlich unvorstellbar – doch, was wäre wenn? Und was tut man dagegen? Die Protagonistin hat damit zu kämpfen, erst damit, dass ihr jemand glaubt und dann, damit der Geist endgültig verschwindet.

Autor: Jenny Milewski
Titel: Angstmädchen
Genre: Thriller, Horror
Verlag: Heyne
Taschenbuch: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.01.2017
Preis: 13,99 €

Die junge Studentin Malin bekommt endlich ein Zimmer in einem Wohnheim. Dort hat sie eine Badewanne, was ihr zwar nicht behagt, aber sie hat es als einzige in diesem Wohnheim. Doch dann erfährt sie, dass vor einigen Tagen ein Mädchen namens Yuko genau in ihrem Zimmer, in ihrer Badewanne Selbstmord gemacht hat, indem sie sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet sie auch noch ein schwarzes Haarbüschel, das nicht ihres ist und auch eine blasse Gestalt erscheint ihr nachts. Da wird ihr klar, dass Yukos Geist noch immer in diesem Wohnheim spukt und es immer schlimmer wird. Gemeinsam mit den anderen Bewohnern versucht sie, diesen loszuwerden.

Ganz ehrlich? Der Klappentext hat viel mehr versprochen, als der Inhalt hergibt. Malin ist eigentlich recht sympathisch und man fiebert auch mit ihr mit und steht in allem hinter ihr. Man hätte wohl nicht anders gehandelt. Auch die anderen Charaktere sind gut gewählt, jeder hat seine eigenen Macken und seine ganz eigene Persönlichkeit. Dennoch versteht man nicht ganz, was Yuko eigentlich will und warum sie gerade dann auftaucht, als Malin einzieht und nicht schon vorher.

Das Buch an sich fängt mit dem Ende an, als Malin in Tokyo auf einem Hochhaus ist. Dann erzählt sie ihre Geschichte. Man erwartet nun eine spannende, Gänsehaut erregende Story. Gänsehaut hatte ich in der Tat öfters, da ich aber auch ein sehr ängstlicher Mensch angeht, was Geister angeht. Vor allem, wenn man das Buch abends liest und dann im Bett liegt und im Bad etwas umfällt, einfachso. Da traut man sich (wenn man wie ich ein Angsthase ist) dann gar nicht mehr raus, nicht mal mehr auf die Toilette. Trotzdem überzeugt die Autorin nicht ganz, es ist ein ständiges Auf und Ab und es passiert doch nichts originelles. Es gibt Momente, die lassen einen in einem Höchsttempo lesen, nur um dann wieder abgeflaut zu werden.

Der Schreibstil und die Dialoge sind gut ausgearbeitet und lassen, trotzdem fehlt der Geschichte die Spannung und der Schliff. Vor allem das Ende lässt doch noch einiges offen und Fragen stehen, die man doch gerne beantwortet gehabt hätte. Man weiß ja eigentlich am Anfang schon, wie es endet – erfährt aber nie ganz, wieso das so ist. Entweder habe ich nicht genug zwischen den Zeilen gelesen oder es war einfach nur sinnfrei.

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, weswegen ich es auch nicht weiterempfehlen kann an die Gruselfans unter uns, da es ehrlich gesagt doch einige viel bessere Grusellektüren gibt. Dadurch dass die Geschichte zwischendrin spannend war, was aber wieder abflaut und man die ganze Zeit bangt, den Grund für Malins Tun zu erfahren und wie sich das alles entwickelt bis dahin, konnte ich doch nicht aufhören zu lesen.

2 von 5 Punkten

Jodi Picoult – Bis ans Ende der Geschichte posted by on 24. April 2017

Das Thema Holocaust ist einfach schrecklich, ob man es erlebt hat oder nicht, man mag es sich nicht vorstellen. Die bekannte Autorin greift das Thema auf in ihrer Geschichte rund um Sage Singer und Josef Weber.

Autor: Jodi Picoult
Titel: Bis ans Ende der Geschichte
Genre: Roman, Drama
Verlag: Penhaligon
Taschenbuch: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 22.08.16
Preis: 10,00 €

Sage ist eine junge Bäckerin, sie übt ihren Beruf mit Leidenschaft aufs. Sie lernt den überall beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennen. Doch trotz ihres großes Altersunterschiedes entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen – bis sie hinter sein Geheimnis kommt. Er bittet sie um einen großen Gefallen, welchen sie ihm eigentlich nicht erfüllen kann. Wenn sie es tut, hat das nicht nur moralische sondern auch gesetzliche Folgen. Sie steht vor einem Dilemma, denn wo sind die Grenzen zwischen Verbrechen, Vergehen, Gerechtigkeit, Vergebung oder Gnade?

Also gleich vorweg – das ist keine Lektüre für Zwischendurch. Sie geht unter die Haut und hinterlässt auch große Beklemmung. Wer hier dem Klappentext folgt, kann sich nicht ganz sicher sein, was einem erwartet. Es fehlt der entscheidende Hinweis, dass es eine Geschichte aus dem Holocaus ist. Eigentlich ist es eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Wir haben hier die junge Sage, eine Jüdin, die mit dem Judentum eigenlich gar nichts groß zu tun haben will. Sie schanzt sich von der Menschheit ab, indem sie nachts bäckt, wo sie niemandem über den Weg läuft. Das tut sie, weil eine Narbe ihr Gesicht verunziert und sie sich absolut hässlich fühlt und das niemandem antun möchte. Dennoch hat sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann, der sie scheinbar hübsch findet und sie auch liebt. Eigentlich ist sie bodenständig, intelligent und fest ins Leben integriert. In einer ihrer Schicht lernt sie Josef kennen, den alten pensionierten Lehrer. Sie trifft sich öfters mit ihm und auch bei ihm daheim zum Kaffee. So bittet er sie um einen Gefallen und erzählt ihr aus seiner Vergangenheit, wie er dem Reich gedient hat. Da erinnert sie sich, dass ihre Großmutter Opfer des Holocaust war, eine Überlebende hiervorn ist. Sie hört sich auch ihre Geschichte an, als diese sie erzählt.

Mich selbst hat etwas gestört, dass der Hinweis auf dem Klappentext fehlt, um was speziell es hier geht, nämlich dem Holocaust. Doch vielmehr geht es um die Schuldfrage, um die Vergebung und Gnade und was verzeihbar ist und was nicht, was ist gerechtfertigt? Die Geschichte ist ohne Frage schwer vedaulich, wenn man sich richtig hineinliest. Sie ist keine leichte Lektüre, zumal es drei verschiedene Geschichten in einem sind. Einmal das Heute, das Damals und dann wäre da noch die Geschichte der Oma, die diese geschrieben hat. Alles gehört natürlich zusammen und muss auch so sein, dennoch hinterlassen allesamt ein beklemmendes Gefühl, mir selbst ist hier und da ein Tränchen gerollt. Denn so traurig es auch ist, es ist noch trauriger, dass dies tatsächlich passiert ist.

Die Autorin schreibt wie immer flüssig, locker und man kann sich total mit der Protagonistin identifizieren. Sie hat hier ein schwieriges, moralisches Thema aufgegriffen. Man findet zwar leicht hinein, aber nur schwer wieder hinaus. Ich wusste jetzt lange nicht, wie oder was ich dazu schreiben soll, es hat mich doch sehr mitgenommen – denn die Geschichte ist auch ein Teil unserer Geschichte. Manchmal kam es mir auch in die Länge gezogen vor, so dass es den Lesefluss etwas gestoppt hat.

Empfehlen kann ich dieses Buch denen, die wissen worauf sie sich einlassen und nicht ganz so schwache Nerven in Hinsicht auf unsere Geschichte haben.

3 von 5 Punkten

Susanne Kliem – Das Scherbenhaus posted by on 3. April 2017

Ein Stalker, der hinter einem her ist? Unheimlich – aber was dagegen tun? Wegrennen? Die Protagonistin im Psychothriller „Das Scherbenhaus“ geht zu ihrer Schwester, da diese sie gerufen hat wegen einem Problem, doch dort wird es auch nicht besser..

Autor: Susanne Kliem
Titel: Das Scherbenhaus
Genre: Psychothriller
Verlag: carl´s books
Erscheinungsdatum: 20.03.2017
Taschenbuch: 336 Seiten
Preis: 14,99 €

Carla Brendel wird von einem Stalker verfolgt, er schickt ihr Fotos von Messern und Ritzern in der Haut. Aus Angst flüchtet sie zu ihrer Halbschwester nach Berlin, die sie gerufen hatte, wegen einem Problem. Sie besitzt ein luxuriöses Haus, das „Save Haven“, welches mit besten Sicherheitssystemen ausgestattet ist. Doch kurz nach ihrer Ankunft dort, verschwindet ihre Halbschwester und taucht erst wieder als Leiche in der Spree auf. Ein Unfall? Oder wissen die Hausbewohner des sicheren Hauses mehr, als sie vorzugeben scheinen? Carla bleibt dort und sucht nach der Wahrheit und merkt schnell, dass das Haus und ihre Bewohner eigene Regeln haben, die ganz schnell tödlich enden können…

Carla lebt ein Leben, das eigentlich langweilig ist aber für sie doch Gewohnheit. Sie wohnt auf dem Land in Stade und arbeitet bei ihrem Schwager im Restaurant mit. Der Alltag wird für sie aber bedrohlich, als ein Stalker es auf sie abgesehen hat und ihr Fotos von Messern und eingeritzter menschlicher Haut schickt. Doch das hört auf einmal auf. Kaum wägt sie sich in Sicherheit, ruft ihre Schwester aus Berlin an, um sie um Hilfe zu bitten. Kurzerhand reist sie dorthin und will ihr helfen, doch sie verschwindet und wird ermordet. Carla soll also nun ihr Haus erben, ihr Herzstück, da die Schwester Architektin war und damit Preise gewonnen hat. Die Hausbewohner haben es auch in sich, jeder hat ein eigenes Geheimnis. Carla reist aber wieder heim, nur um zu merken, dass der Stalker sich doch wieder gemeldet hat. So geht sie doch nach Berlin und macht sich auf die Suche nach der Lösung, wieso ihre Schwester sterben musste. Bei den Bewohnern fängt sie an und stößt auf komische Ungereimtheiten, sie merkt, dass jeder hier etwas zu verbergen hat.

Von der Autorin selbst habe ich bereits das Buch „Die Beschützerin“ gelesen, was sehr spannend war. Jedoch ist das Buch hier nichts dagegen, die Spannung war zwar da, aber es ist irgendwie schlecht durchdacht. Man pendelt von Seite zu Seite und kommt doch nicht weiter, man hängt wieder zurück. Mit der Protagonistin wird man ein kleines bisschen warm, aber sie scheint doch wie fern zu sein und man kann sie sich nicht direkt bildlich vorstellen. Ihre Handlungen an sich sind manchmal verständnislos und dann doch wieder begreifbar. Die anderen Personen sind genauso ein Geheimnis, was aber auch so sein soll.

Man plätschert also von Seite zu Seite und versucht gemeinsam mit Carla herauszfinden, welcher der Bewohner Dreck am Stecken hat. Meines Erachtens ist Carla viel zu vertrauenswürdig, allen gegenüber. Sie öffnet sich viel zu schnell und gibt zu viel preis. Was die Sache mit dem Stalker auf sich hat, findet man zwar noch raus, das geht aber in völliger Vergessenheit in der Geschichte halbwegs unter. Gelöst ist es dann allerdings richtig perfide.

Was der Thriller aber einem zeigt, ist, wie schnell man Menschen doch manipulieren kann und sie sich zu Marionetten eigen machen kann. Man ist so schnell abhängig von guten Worten, Taten und Liebe. Wenn man mit solch mächtigen Gefühlen spielt, hat man jemand schnell in der Hand. Weiter zeigt der Thriller, dass man nicht jedem blind vertrauen sollte, was man eigentlich selbst wissen müsste.

Ich selbst bin mit dem Thriller nicht ganz warm geworden und habe lange nicht gewusst, wie ich diesen bewerten soll oder überhaupt fertig lesen. Ich bin aber froh, dass ich es bis zum Ende geschafft habe, denn nach 2/3 des Buches wird es doch noch sehr spannend und es werden einige Dinge aufgedeckt, wo sich der Aha-Effekt einstellt. Erst wollte ich nur 2 Punkte geben, die Wendung aber an sich hat sich dann doch noch einen Punkt verdient und ich war dann doch fast traurig, dass es doch schon vorbei war. Für mich war es auch lange Zeit schon voraussehbar, wer der Bösewicht an der ganzen Sache ist, nur wie das herauskommt, das war die große Frage.

Empfehlen kann ich das Buch nicht ganz bedenkenlos, dennoch sollte man einen Blick hineinwerfen, da die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind!

3 von 5 Punkten

Gelesen im März 2017 posted by on 3. April 2017

Wow, wie die Zeit rennt – ich muss immer wieder aufs Neue staunen. Wo ist die Zeit hin und wieso habe ich nur so wenig gelesen? =) Naja, einige sind es ja doch geworden, hier sind sie:

Melinda Salisbury – The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch 5/5

B.A. Paris – Saving Grace – Bis dein Tod uns scheidet 5/5

Sebastian Fitzek – AchtNacht 5/5

Susanne Kliem – Das Scherbenhaus 3/5

Wie man sieht, fast nur gute Titel dabei. Leider konnte ich mit dem letzten nicht ganz warm werden, die Spannung war aber trotzdem vorhanden. Die Rezension hierzu folgt auch gleich – und bei euch so?