Geneva Lee – Secret Sins – Stärker als das Schicksal posted by on 18. Mai 2017

Jeder Mensch hat seine Geheimnisse, ob kleine oder große. Jeder Mensch hat aber auch das Bedürfnis nach Liebe, so gern man das auch unterdrücken mag. Auch Faith und Jude haben davon jede Menge und nähern sich nur langsam an…

Autor: Geneva Lee
Titel: Secret Sins – Stärker als das Schicksal
Genre: New Adult
Verlag: blanvalet
Erscheinungsdatum: 01.03.2017
eBook: 352 Seiten
Preis: 9,99 €

Faith Kane hat einen kleinen Sohn, der taub ist. Sich und ihn hält sie mit einem Job als Kellnerin über Wasser. Den Männern hat sie seit Jahren schon abgeschworen – bis sie Jude Mercer begegnet, magisch angezogen beim Treffen für Suchtkranke. Bereits hier ist Faith klar, mit so einem Mann kann es nicht gut gehen, auch wenn er noch so attraktiv und scheinbar nett ist – es bedeutet nichts als Ärger. Aber auch er hat Geheimnisse, genau wie sie…

Leute, ich kann nur sagen – mir gefällt diese Art von Buch. Ich habe die Passion Reihe von Geneva Lee angefangen und bin auch von dieser begeistert. Dennoch erkennt man am Schreibstil und überhaupt hier nicht, dass es sich um die gleiche Autorin handelt.

Es ist ein sehr ernstes New Adult Buch – es kommen alle möglichen tiefgründigen Themen vor, sei es Alkohol, Drogen oder Vergewaltigung, alles wird hier rangezogen. Man möchte meinen, in so einem Buch springt einem der Sex nur entgegen, es ist aber hier so, dass die tiefgründigeren Themen mehr hervorgehoben werden als das Prickelnde. Und dennoch ist man mittendrin, in der Geschichte, in welcher Faith und Jude sich zueinander hin entwickeln.

Die Charaktere hat sie schön herausgearbeitet und man kann sich auch direkt in sie hineindenken. Auf Faiths Geheimnis kommt man mit der Zeit, mir war irgendwann klar, was genau es ist, bevor sie es ausgesprochen hat. Seines allerdings hat mich dann doch etwas überrascht, denn so ganz habe ich damit nicht gerechnet. Die Kapitel sind gegliedert in Vergangenheit und Jetzt, aus allen möglichen Sichten. Man wird erst mit der Zeit schlauer, warum das so ist und was es alles damit auf sich hat.

Die Autorin schreibt, dass dies für sie ein persönlicher Roman ist, was es noch ansehnlicher macht, wie stark solch Probleme mit Alkohol und Drogen sein können und was sie verursachen können. Es veranschaulicht einem, was man dadurch alles verlieren kann und da ist Vertrauen nicht das Größte.

Ich war auf jeden Fall total gefesselt von der ganzen Story und konnte das Buch auch nicht weglegen, was heißt, dass ich es innerhalb zweier Tage durch hatte. Es musste eine Menge Schlaf dran glauben, weil ich unbedingt wissen wollte, was hier Sache ist. Der Schreibstil und die vielen Dialoge haben dazu beigetragen, dass der Lesefluss nicht abreisst. Es lässt den Anschein, als handele es sich hier um eine weitere Lovestory mit viel prickelndem Sex – doch hinter diesen Zeilen steckt so viel mehr, so viel mehr tiefgründigeres als nur Geplänkel. Durchaus ein gelungener Griff ins Regal!

5 von 5 Punkten

Amy Gentry – Good as Gone posted by on 10. Mai 2017

Das allerschlimmste ist wohl für Eltern wenn das eigene Kind verschwindet. Sei es abgehauen, entführt worden oder ermordet. Wie kommt man über so einen Verlust weg? Und wie vor allem geht man damit um, wenn das Kind doch wieder auftaucht nach über 8 Jahren? Die Autorin beschreibt dies in ihrem Roman „Good as Gone“, greift Zweifel und Freude auf.

Autor: Amy Gentry
Titel: Good as Gone
Genre: Drama, Roman
Verlag: C. Bertelsmann
Taschenbuch: 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 27.02.2017
Preis: 12,99 €

Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Natürlich habe ich die vielen schlechten Rezensionen über das Buch gelesen und hatte so meine Zweifel, ob das Buch wirklich was für mich ist. Dennoch kann ich das so nicht unterschreiben, mich hat das Buch mitgerissen, ich war gefangen in der Geschichte um Julie. Anfangs zweifelt man mit Anna, ob die junge Frau wirklich Julie ist. Auch die vielen Stränge um die Identität Julies sind etwas verwirrend, klären aber einiges auf. Gegen Ende klärt sich die Geschichte immer mehr auf. Die Charaktere sind in diesem Buch gut gezeichnet, man hat sie vor Augen und der Film läuft ab. Es ist eigentlich das normale Leben einer städtischen Kleinfamilie, welches aus dem Wanken gebracht wird, als die Tochter verschwindet. Somit nimmt der Alptraum seinen Lauf.

Der Schreibstil und auch die vielen Wechsel der Sichten erleichtern einem das schnelle Vorankommen. Wenn man sich erst einmal der Geschichte hingibt, kommt man kaum davon los. Die Spannung wird gut gehalten, obwohl man schon einige Vorahnungen hat. Dennoch zweifelt man doch immer wieder selber, ob man richtig denkt. Meines Erachtens hat die Autorin hier geschickt Fäden gesponnen, welche zum Miträtseln anregen.

Die Geschichte um Julie öffnet einem die Augen, wie leicht ein Mensch doch durch Gehirnwäsche zu manipulieren ist und wie man Dinge glauben kann, wenn man sich nur oft genug hineinsteigert. Wenn einem etwas im Leben fehlt, wird es meist in etwas hineinkompensiert und man verliert sich darin. Gefährlicher als gedacht, es kann ganze Bäume umreissen.
Für mich war das Buch ein guter Griff, ich habe mich gut unterhalten gefühlt und finde es gut zu lesen, stimme also nicht überein mit den vielen negativen Bewertungen. Aber so ist nun mal der Geschmack, zum Glück verschieden. Ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin!

4 von 5 Punkten

 

Gelesen im April 2017 posted by on 2. Mai 2017

So, auch der April ist jetzt rum und das Wetter macht trotzdem noch, was es will =) Gelesen habe ich erst nicht viel, wird sich aber in den nächsten zwei Monaten auch nicht viel ändern, da wir hier viel vor haben und auch viel zu tun. Dennoch, das waren die zwei Schätzchen:

Jennifer Milewski – Angstmädchen 2/5

Jodi Picoult – Bis ans Ende der Geschichte 3/5

Herausragend waren jetzt beide nicht, aber wie heißt es so schön, Geschmäcker sind verschieden =) Jetzt gerade lese ich „Good as Gone“ und komm kaum davon los, sehr spannend geschrieben. Bin mal gespannt, wie es sich auflöst, die Rezension dürft ihr bald lesen =)

Jenny Milewski – Angstmädchen posted by on 28. April 2017

Ein Geist, der rumspukt, da wo man wohnt? Eigentlich unvorstellbar – doch, was wäre wenn? Und was tut man dagegen? Die Protagonistin hat damit zu kämpfen, erst damit, dass ihr jemand glaubt und dann, damit der Geist endgültig verschwindet.

Autor: Jenny Milewski
Titel: Angstmädchen
Genre: Thriller, Horror
Verlag: Heyne
Taschenbuch: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.01.2017
Preis: 13,99 €

Die junge Studentin Malin bekommt endlich ein Zimmer in einem Wohnheim. Dort hat sie eine Badewanne, was ihr zwar nicht behagt, aber sie hat es als einzige in diesem Wohnheim. Doch dann erfährt sie, dass vor einigen Tagen ein Mädchen namens Yuko genau in ihrem Zimmer, in ihrer Badewanne Selbstmord gemacht hat, indem sie sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet sie auch noch ein schwarzes Haarbüschel, das nicht ihres ist und auch eine blasse Gestalt erscheint ihr nachts. Da wird ihr klar, dass Yukos Geist noch immer in diesem Wohnheim spukt und es immer schlimmer wird. Gemeinsam mit den anderen Bewohnern versucht sie, diesen loszuwerden.

Ganz ehrlich? Der Klappentext hat viel mehr versprochen, als der Inhalt hergibt. Malin ist eigentlich recht sympathisch und man fiebert auch mit ihr mit und steht in allem hinter ihr. Man hätte wohl nicht anders gehandelt. Auch die anderen Charaktere sind gut gewählt, jeder hat seine eigenen Macken und seine ganz eigene Persönlichkeit. Dennoch versteht man nicht ganz, was Yuko eigentlich will und warum sie gerade dann auftaucht, als Malin einzieht und nicht schon vorher.

Das Buch an sich fängt mit dem Ende an, als Malin in Tokyo auf einem Hochhaus ist. Dann erzählt sie ihre Geschichte. Man erwartet nun eine spannende, Gänsehaut erregende Story. Gänsehaut hatte ich in der Tat öfters, da ich aber auch ein sehr ängstlicher Mensch angeht, was Geister angeht. Vor allem, wenn man das Buch abends liest und dann im Bett liegt und im Bad etwas umfällt, einfachso. Da traut man sich (wenn man wie ich ein Angsthase ist) dann gar nicht mehr raus, nicht mal mehr auf die Toilette. Trotzdem überzeugt die Autorin nicht ganz, es ist ein ständiges Auf und Ab und es passiert doch nichts originelles. Es gibt Momente, die lassen einen in einem Höchsttempo lesen, nur um dann wieder abgeflaut zu werden.

Der Schreibstil und die Dialoge sind gut ausgearbeitet und lassen, trotzdem fehlt der Geschichte die Spannung und der Schliff. Vor allem das Ende lässt doch noch einiges offen und Fragen stehen, die man doch gerne beantwortet gehabt hätte. Man weiß ja eigentlich am Anfang schon, wie es endet – erfährt aber nie ganz, wieso das so ist. Entweder habe ich nicht genug zwischen den Zeilen gelesen oder es war einfach nur sinnfrei.

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, weswegen ich es auch nicht weiterempfehlen kann an die Gruselfans unter uns, da es ehrlich gesagt doch einige viel bessere Grusellektüren gibt. Dadurch dass die Geschichte zwischendrin spannend war, was aber wieder abflaut und man die ganze Zeit bangt, den Grund für Malins Tun zu erfahren und wie sich das alles entwickelt bis dahin, konnte ich doch nicht aufhören zu lesen.

2 von 5 Punkten

Jodi Picoult – Bis ans Ende der Geschichte posted by on 24. April 2017

Das Thema Holocaust ist einfach schrecklich, ob man es erlebt hat oder nicht, man mag es sich nicht vorstellen. Die bekannte Autorin greift das Thema auf in ihrer Geschichte rund um Sage Singer und Josef Weber.

Autor: Jodi Picoult
Titel: Bis ans Ende der Geschichte
Genre: Roman, Drama
Verlag: Penhaligon
Taschenbuch: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 22.08.16
Preis: 10,00 €

Sage ist eine junge Bäckerin, sie übt ihren Beruf mit Leidenschaft aufs. Sie lernt den überall beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennen. Doch trotz ihres großes Altersunterschiedes entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen – bis sie hinter sein Geheimnis kommt. Er bittet sie um einen großen Gefallen, welchen sie ihm eigentlich nicht erfüllen kann. Wenn sie es tut, hat das nicht nur moralische sondern auch gesetzliche Folgen. Sie steht vor einem Dilemma, denn wo sind die Grenzen zwischen Verbrechen, Vergehen, Gerechtigkeit, Vergebung oder Gnade?

Also gleich vorweg – das ist keine Lektüre für Zwischendurch. Sie geht unter die Haut und hinterlässt auch große Beklemmung. Wer hier dem Klappentext folgt, kann sich nicht ganz sicher sein, was einem erwartet. Es fehlt der entscheidende Hinweis, dass es eine Geschichte aus dem Holocaus ist. Eigentlich ist es eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Wir haben hier die junge Sage, eine Jüdin, die mit dem Judentum eigenlich gar nichts groß zu tun haben will. Sie schanzt sich von der Menschheit ab, indem sie nachts bäckt, wo sie niemandem über den Weg läuft. Das tut sie, weil eine Narbe ihr Gesicht verunziert und sie sich absolut hässlich fühlt und das niemandem antun möchte. Dennoch hat sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann, der sie scheinbar hübsch findet und sie auch liebt. Eigentlich ist sie bodenständig, intelligent und fest ins Leben integriert. In einer ihrer Schicht lernt sie Josef kennen, den alten pensionierten Lehrer. Sie trifft sich öfters mit ihm und auch bei ihm daheim zum Kaffee. So bittet er sie um einen Gefallen und erzählt ihr aus seiner Vergangenheit, wie er dem Reich gedient hat. Da erinnert sie sich, dass ihre Großmutter Opfer des Holocaust war, eine Überlebende hiervorn ist. Sie hört sich auch ihre Geschichte an, als diese sie erzählt.

Mich selbst hat etwas gestört, dass der Hinweis auf dem Klappentext fehlt, um was speziell es hier geht, nämlich dem Holocaust. Doch vielmehr geht es um die Schuldfrage, um die Vergebung und Gnade und was verzeihbar ist und was nicht, was ist gerechtfertigt? Die Geschichte ist ohne Frage schwer vedaulich, wenn man sich richtig hineinliest. Sie ist keine leichte Lektüre, zumal es drei verschiedene Geschichten in einem sind. Einmal das Heute, das Damals und dann wäre da noch die Geschichte der Oma, die diese geschrieben hat. Alles gehört natürlich zusammen und muss auch so sein, dennoch hinterlassen allesamt ein beklemmendes Gefühl, mir selbst ist hier und da ein Tränchen gerollt. Denn so traurig es auch ist, es ist noch trauriger, dass dies tatsächlich passiert ist.

Die Autorin schreibt wie immer flüssig, locker und man kann sich total mit der Protagonistin identifizieren. Sie hat hier ein schwieriges, moralisches Thema aufgegriffen. Man findet zwar leicht hinein, aber nur schwer wieder hinaus. Ich wusste jetzt lange nicht, wie oder was ich dazu schreiben soll, es hat mich doch sehr mitgenommen – denn die Geschichte ist auch ein Teil unserer Geschichte. Manchmal kam es mir auch in die Länge gezogen vor, so dass es den Lesefluss etwas gestoppt hat.

Empfehlen kann ich dieses Buch denen, die wissen worauf sie sich einlassen und nicht ganz so schwache Nerven in Hinsicht auf unsere Geschichte haben.

3 von 5 Punkten

Susanne Kliem – Das Scherbenhaus posted by on 3. April 2017

Ein Stalker, der hinter einem her ist? Unheimlich – aber was dagegen tun? Wegrennen? Die Protagonistin im Psychothriller „Das Scherbenhaus“ geht zu ihrer Schwester, da diese sie gerufen hat wegen einem Problem, doch dort wird es auch nicht besser..

Autor: Susanne Kliem
Titel: Das Scherbenhaus
Genre: Psychothriller
Verlag: carl´s books
Erscheinungsdatum: 20.03.2017
Taschenbuch: 336 Seiten
Preis: 14,99 €

Carla Brendel wird von einem Stalker verfolgt, er schickt ihr Fotos von Messern und Ritzern in der Haut. Aus Angst flüchtet sie zu ihrer Halbschwester nach Berlin, die sie gerufen hatte, wegen einem Problem. Sie besitzt ein luxuriöses Haus, das „Save Haven“, welches mit besten Sicherheitssystemen ausgestattet ist. Doch kurz nach ihrer Ankunft dort, verschwindet ihre Halbschwester und taucht erst wieder als Leiche in der Spree auf. Ein Unfall? Oder wissen die Hausbewohner des sicheren Hauses mehr, als sie vorzugeben scheinen? Carla bleibt dort und sucht nach der Wahrheit und merkt schnell, dass das Haus und ihre Bewohner eigene Regeln haben, die ganz schnell tödlich enden können…

Carla lebt ein Leben, das eigentlich langweilig ist aber für sie doch Gewohnheit. Sie wohnt auf dem Land in Stade und arbeitet bei ihrem Schwager im Restaurant mit. Der Alltag wird für sie aber bedrohlich, als ein Stalker es auf sie abgesehen hat und ihr Fotos von Messern und eingeritzter menschlicher Haut schickt. Doch das hört auf einmal auf. Kaum wägt sie sich in Sicherheit, ruft ihre Schwester aus Berlin an, um sie um Hilfe zu bitten. Kurzerhand reist sie dorthin und will ihr helfen, doch sie verschwindet und wird ermordet. Carla soll also nun ihr Haus erben, ihr Herzstück, da die Schwester Architektin war und damit Preise gewonnen hat. Die Hausbewohner haben es auch in sich, jeder hat ein eigenes Geheimnis. Carla reist aber wieder heim, nur um zu merken, dass der Stalker sich doch wieder gemeldet hat. So geht sie doch nach Berlin und macht sich auf die Suche nach der Lösung, wieso ihre Schwester sterben musste. Bei den Bewohnern fängt sie an und stößt auf komische Ungereimtheiten, sie merkt, dass jeder hier etwas zu verbergen hat.

Von der Autorin selbst habe ich bereits das Buch „Die Beschützerin“ gelesen, was sehr spannend war. Jedoch ist das Buch hier nichts dagegen, die Spannung war zwar da, aber es ist irgendwie schlecht durchdacht. Man pendelt von Seite zu Seite und kommt doch nicht weiter, man hängt wieder zurück. Mit der Protagonistin wird man ein kleines bisschen warm, aber sie scheint doch wie fern zu sein und man kann sie sich nicht direkt bildlich vorstellen. Ihre Handlungen an sich sind manchmal verständnislos und dann doch wieder begreifbar. Die anderen Personen sind genauso ein Geheimnis, was aber auch so sein soll.

Man plätschert also von Seite zu Seite und versucht gemeinsam mit Carla herauszfinden, welcher der Bewohner Dreck am Stecken hat. Meines Erachtens ist Carla viel zu vertrauenswürdig, allen gegenüber. Sie öffnet sich viel zu schnell und gibt zu viel preis. Was die Sache mit dem Stalker auf sich hat, findet man zwar noch raus, das geht aber in völliger Vergessenheit in der Geschichte halbwegs unter. Gelöst ist es dann allerdings richtig perfide.

Was der Thriller aber einem zeigt, ist, wie schnell man Menschen doch manipulieren kann und sie sich zu Marionetten eigen machen kann. Man ist so schnell abhängig von guten Worten, Taten und Liebe. Wenn man mit solch mächtigen Gefühlen spielt, hat man jemand schnell in der Hand. Weiter zeigt der Thriller, dass man nicht jedem blind vertrauen sollte, was man eigentlich selbst wissen müsste.

Ich selbst bin mit dem Thriller nicht ganz warm geworden und habe lange nicht gewusst, wie ich diesen bewerten soll oder überhaupt fertig lesen. Ich bin aber froh, dass ich es bis zum Ende geschafft habe, denn nach 2/3 des Buches wird es doch noch sehr spannend und es werden einige Dinge aufgedeckt, wo sich der Aha-Effekt einstellt. Erst wollte ich nur 2 Punkte geben, die Wendung aber an sich hat sich dann doch noch einen Punkt verdient und ich war dann doch fast traurig, dass es doch schon vorbei war. Für mich war es auch lange Zeit schon voraussehbar, wer der Bösewicht an der ganzen Sache ist, nur wie das herauskommt, das war die große Frage.

Empfehlen kann ich das Buch nicht ganz bedenkenlos, dennoch sollte man einen Blick hineinwerfen, da die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind!

3 von 5 Punkten

Gelesen im März 2017 posted by on 3. April 2017

Wow, wie die Zeit rennt – ich muss immer wieder aufs Neue staunen. Wo ist die Zeit hin und wieso habe ich nur so wenig gelesen? =) Naja, einige sind es ja doch geworden, hier sind sie:

Melinda Salisbury – The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch 5/5

B.A. Paris – Saving Grace – Bis dein Tod uns scheidet 5/5

Sebastian Fitzek – AchtNacht 5/5

Susanne Kliem – Das Scherbenhaus 3/5

Wie man sieht, fast nur gute Titel dabei. Leider konnte ich mit dem letzten nicht ganz warm werden, die Spannung war aber trotzdem vorhanden. Die Rezension hierzu folgt auch gleich – und bei euch so?

Sebastian Fitzek – AchtNacht posted by on 23. März 2017

Was würde man tun, wenn man jemanden nominieren könnte für eine Art Todeslotterie? Wie viele Menschen würden hier wohl jemanden an den Pranger stellen? Und was tut derjenige erst, der nominiert wurde und nun straffrei getötet werden darf? Fitzek hat mit seinem neuen Thriller eine beängstigende Atmosphäre geschaffen, in welcher es scheinbar fast kein Entkommen gibt…

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: AchtNacht
Genre: Thriller
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 14.03.2017
Taschenbuch: 416 Seiten
Preis: 12,99 €

Benjamin Rühmann hat es nicht leicht in seinem Leben – er spielte in einer Rockband bis zu einem Vorfall, dann ging es bergab. Nun hangelt er sich von Gig zu Gig durch, nur um dann doch wieder ohne etwas da zu stehen. Seine Tochter ist seit einem Unfall gehbehindert und seine Frau hat sich von ihm getrennt – sein Leben läuft also nicht nach seinen Vorstellungen. Seine Tochter begeht einen scheinbaren Suizidversuch und liegt im Krankenhaus. Derweil erfährt er von der AchtNacht, in welcher jedermann nominiert werden kann, am 08.08. um 08:08 Uhr. Derjenige ist dann vogelfrei und kann von jedem getötet werden, der erfolgreiche Jäger erhält eine Prämie von 10 Millionen. Benjamin ist einer der zwei Nominierten und muss nun auch noch um sein Leben fürchten. Doch wer hasst ihn so sehr, dass er ihn nominiert hat?

Das Buch ist ja an dem Film „The Purge“ orientiert. Ich muss sagen, ich kenne den Film nicht und kann so keine Vergleiche ziehen. Fitzek steigt hier rasant ein und zieht den Leser gleich mit. Ben ist der typische Katastrophenkerl, bei dem das ganze Leben bergab geht. Arezu das typische Mädchen, das etwas am Kopf hat. Die Personen hat er gut gezeichnet, auch wenn sie etwas aus einer Soap haben.

Man verfolgt also nun Bens und Arezus Weg, wie sie zu entkommen versuchen und herauszufinden versuchen, wer eigentlich dahintersteckt und was der ganze Sinn der Sache ist. Sollte die Webseite erst ein Spaß sein, so ist diese jetzt bitterer Ernst und es gibt einen Haufen Jäger, die nur scharf auf die Kohle sind. Nebenbei wird Ben noch von anderen Missetätern in den Wahnsinn getrieben, die nix anderes im Sinn haben, ein bisschen Spannung in das Spiel zu bringen. Und ganz nebenbei fürchtet er um das Leben seiner Tochter, die unverändert im Koma im Krankenhaus liegt.

Wenn die letzten Bücher von Fitzek auch nicht so der Renner waren, dieses hier ist es bestimmt. Es erinnert wieder an den guten, alten Fitzek, der superkranke Ideen hat und diese zu einem spannenden Psychothriller bringt. Rasant wirft er den Leser mitten ins Geschehen, man hat einiges zu verdauen während die Story ihren Fortlauf nimmt. Man rätselt die ganze Zeit mit, wer wohl hier der Bösewicht ist und das ganze veranstaltet und vor allem, warum. Was passiert wohl mit seiner Tochter und wie hängt sie darin? Es sind einige Fäden, die zusammengesponnen werden wollen.

Das alles, was Fitzek hier wieder verpackt, ist gut gemacht und verspricht großes Kopfkino. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und auch die Spannung wird durchweg erhalten im Buch. Er führt den Leser wie gewohnt öfters an der Nase rum und lässt einen auch selbst miträtseln, wie es wohl ist. Das Ende ist gelungen und lässt keine Fragen in der Geschichte offen.

Fitzek-Fans müssen hier unbedingt zugreifen, er nimmt wieder Fahrt auf! Andere sind hier ebenso gut bedient, wenn sie zu einem guten Psychothriller greifen möchten, bei welchem sie auch selbst nachdenken müssen bzw. gar nicht umhin kommen!

5 von 5 Punkten

B.A. Paris – Saving Grace – Bis dein Tod uns scheidet posted by on 15. März 2017

Wie oft sind wir wohl schon an einen Psychopathen geraten, ohne es zu wissen, sei es auch nur im Freundeskreis? Diese Art Mensch scheint sich wohl gut tarnen zu können was das soziale Umfeld angeht. Auch Grace ergeht es nicht anders, sie fällt total auf einen herein und muss nun einen gewagten Ausweg finden…

Autor: B.A. Paris
Titel: Saving Grace – Bis dein Tod uns scheidet
Genre: Psychothriller
Verlag: Blanvalet
Taschenbuch: 352 Seiten
Erscheinungsdatum: 21.11.2016
Preis: 9,99 €

Grace und Jack Angel gelten als das perfekte Paar schlechthin. Grace ist warmherzig, liebevoll und bildhübsch. Jack dagegen ist gutaussehend, charmant und arbeitet als Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Sollte man solcher Perfektion trauen? Warum kann z.B. Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch nie zu? Warum haben die zwei so ein schönes Haus, welches aber von einem Riesenzaun überschattet wird? Wenn man Grace danach fragen will, stellt man aber gleich fest, dass sie nie allein ist – immer ist Jack dabei. Und das wirklich immer…

Grace hat einen super Job bei Harrods, eine kleine Schwester, die zwar behindert ist, die sie aber über alles liebt, da fehlt nur noch der Mann. Auch der kommt eines Tages – in Form von Jack. Er spricht sie im Park an, als sie dort mit ihrer Schwester Millie verweilt. Grad weil er so auf Millie eingeht, ist sie so überzeugt von ihm. Er liest ihr jeden Wunsch von den Lippen ab und ist auch mehr als zuvorkommend – bis zur Hochzeit ein halbes Jahr später, da zeigt er sein wahres Gesicht, von heute auf morgen. Ab hier hat das schöne Leben für Grace ein Ende, sie findet sich in einem Alptraum wieder.

So sehr man gerne sagen möchte, Grace ist naiv an die Sache gegangen – das ist sie nicht. Jack hat sich derartig gut getarnt, das wäre niemandem aufgefallen. Dass er als Anwalt für misshandelte Frauen agiert, spricht ja noch mehr für ihn. Die ganze Zeit rätselt man, wie Grace hier wohl wieder herausfindet. Auch ihre Schwester Millie, die glücklicherweise noch (Betonung auf noch) in einem Internat lebt, wittert die Boshaftigkeit Jacks. Sonst vermag es keiner wahrhaben zu wollen, dass Grace gefangen ist. Sie ist eine schlaue Person, der einfach nur die Möglichkeiten fehlen, reissaus zu nehmen, da Jack ihr alles genommen hat.
Die Autorin hat mit ihrem Debüt eine düstere Stimmung geschaffen, eine die einem eine gewaltige Gänsehaut überjagt. Denn was, wenn wir auch an solche Menschen geraten ohne es zu merken? Diese Frage stellte sich mir oftmals beim Lesen – ein Pokerface aufsetzen ist nicht so schwer und wenn man das ganze Leben als Lüge lebt, noch weniger.
Die Spannung ist hier auf jeden Fall gegeben, wer aber einen blutigen Thriller erwartet, ist hier an der falschen Adresse. Dieser Thriller spielt mit der Psyche des Lesers und nistet sich genau dort ein, wo die Angst sitzt – auch um diese geht es hierin! Gefangen von der Story liest und liest man und es wird immer beklemmender. Man versteht Grace und man versteht sie nicht, was man aber versteht, ist, dass sie in einer auswegslosen Situation ist. Das Ende ist eigenlich das, was man erwaretet hat und doch so anders, gut gemeistert und herausgearbeitet. Man merkt, dass sie sich Gedanken gemacht hat und nicht einfach nur alles heruntergeleiert hat.
Ich kann das Buch bedenkenlos weiterempfehlen – wer es allerdings nur blutig mag, wird hier nicht belohnt. Ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin!
5 von 5 Punkten
Melinda Salisbury – The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch posted by on 9. März 2017

Was tun, wenn das ganze Leben den Bach runtergeht? Wenn man schon Gift mischen muss, nur um sich und seine Mutter über die Runden zu bringen? Gleichzeitig geht das Land zugrunde und er schlafende Prinz erwacht. All das erwartet die Protagonistin im 2. Teil von Salisbury – sie hat einige Hürden zu bewältigen.

Autor: Melinda Salisbury
Titel: The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch
Genre: Fantasy
Verlag: bloomoon
Erscheinungsdatum: 15.02.2017
eBook: 369 Seiten
Preis: 15,99 €

Die Königin von Lormere hat eine alte Legende entfesselt und den gefährlichen schlafenden Prinzen nach vielen Jahrhunderten erweckt. Er bringt Krieg und Zerstörung über die Menschen von Tregellian – er möchte sein eigenes versprochenes Königreich damit erreichen. Die junge Herbalistin Errin versucht verzweifelt, sich und ihre Mutter über Wasser zu halten, indem sie Gift mischt und illegal verkauft. Auch ihr Bruder ist verschwunden, seit der Krieg auf Lormere ausgebrochen ist, daher gilt es an ihr, sich um ihre kranke Mutter zu kümmern. Als das Dorf evakuiert wird, werden auch sie und ihre Mutter vertrieben. Da gibt es nur eine Person, die ihr aus dem Schlamassel helfen kann -d er mysteriöse Silas. Er kauft ihre gemischten Gifte, aber verrät nie, wozu er sie benötigt. Er verspricht ihr zu helfen, verschwindet aber dann spurlos. Da muss Errin eine Entscheidung treffen, die das Schicksal des Reiches verändern wird…

Auch in dem zweiten Band gibt es eine Heldin. Anders als Twylla wie im ersten, ist es hier Errin, die Schwester von Lief, er im ersten Band schon eine große Rolle gespielt hat in Twyllas Leben. Auch Twylla bekommt ihre Rolle, aber als Nebenpart, der nicht weniger wichtig ist, als alle anderen. Errin ist eine starke, unerschrockene, junge Frau, die es mit allem auf sich nimmt. Ihre Mutter ist krank und wird zum Ungeheuer, nichts desto trotz pflegt Errin sie und tut alles, damit es ihr gut geht. Sie schuftet wie eine Blöde, nur um die Miete zahlen zu können und dass es über den Monat reicht. Zwischendurch gönnt sie sich, an Silas zu denken und was aus ihnen werden könnte. Auch wenn er so undurchschaubar ist, ist er doch eine „Augenweide“, auch für den Leser. Als er das Geheimnis um sich lüftet, ist man doch etwas überrascht.

Anders als der 1. Band ist hier eine Spannung, die nicht abzubrechen mag. Man vermag nicht, das Buch auf die Seite zu legen, hier zählt wirklich der Spruch „nur noch ein Kapitel…“ – und schwupps ist das Buch zu Ende! Der Schreibstil ist auch hier gut gehalten und super zu lesen, so dass man permanent durchlesen kann ohne gestört  zu werden. Wie sich die ganze Geschichte entwickelt und wohin sie führt, hat die Autorin sehr gut eingeführt. Auch alte Bekannte aus dem ersten Band tauchen immer wieder auf, spielen ihre Rolle, ihren Part.

Was Errin widerfährt und wie sie alles meistert, macht Spaß zu lesen und man fühlt sich ihr als Heldin sofort verbunden. Ihre Denkweise und Handlungen sind keineswegs dumm, sondern schlau durchdacht. Leider war das Buch so schnell vorbei und man kann nur hoffen, dass es nicht lange auf den 3. Teil warten lässt!7

Für die Leser des ersten Bandes ein Must-Have – für alle neuen Leser von Salisbury ein zweiter Teil, den man ans Herz legen kann, man sollte aber schon zuerst den ersten lesen, da alles miteinander zusammenhängt.

5 von 5 Punkten