Cynthia Hand – Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks posted by on 7. Oktober 2015

Es ist immer hart mitzuerleben, wie jemand aus dem näheren Kreis der Familie stirbt – und erst recht, wenn dieser von eigener Hand starb. Was für Gründe muss jemand haben, um zu so einem Schritt zu kommen? Dieser endgültigen Frage geht auch die Protagonistin Alexis in Cynthia Hands neuem Roman nach.

Autor: Cynthia Hand
Titel: Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks
Genre: Jugendbuch, Drama
Verlag: Harper Collins
Erscheinungsdatum: 10.09.2015
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Preis: 16,90 €
bereitgestellt durch BdB

Am 20. Dezember bringt sich Alexis´Bruder Tyler selbst um. Ab diesem Zeitraum geht für Lexie alles bergab – sie hat ihren Bruder verloren, weiß nicht was ihn geplagt hat und gibt sich die Schuld daran. Denn Tyler hat ihr vor seinem Tod eine SMS geschickt und sie hat sie nicht beachtet. Hätte sie daran noch etwas ändern können? Vor diesem Schicksalsschlag hat Lexie ein wundervolles Leben geführt – einen tollen Freund, ihren Traum Mathematik  zu studieren – und mit Tylers Tod ändert sich die Gleichung, unwiderruflich. Lexie wird von dem Gedanken verfolgt, dass sie noch etwas hätte ändern können, hätte sie nur auf die SMS geachtet – daher versucht sie mehr, über Tylers Beweggründe herauszufinden.

Dem Buch haftet die ganze Zeit eine melancholische Schwere über – es frisst einen innerlich auf, wie sehr die Charaktere durch den Tod leiden, allen voran Lexie, da sie sich die Schuld daran gibt. Sie hatte eigenlich alles, einen super Freund, ihr Traum kann verwirklicht werden, Mathe zu studieren – und dann das. Es reisst sie aus dem Leben, den Boden unter den Füßen weg. Auch ihre Mutter ist nur noch eine Marionette ihrer selbst. Lexie geht zu einem Therapeuten, der ihr nahegelegt hat, Medikamente zu nehmen, was sie aber vehement abgelehnt hat. Daraufhin schlägt er ihr vor, ein Tagebuch zu schreiben, was sie auch tut. Hier erfährt sie mehr und mehr über die Hintergründe und scheint doch einiges mehr zu wissen, als sie ahnt. Auch als Leser kann man hier tiefer Einblick nehmen, oft zieht es einem echt das Herz zusammen.

Als Leser ist man natürlich genauso wie Lexie erpicht darauf, aus welchem Grund das Unglück geschah und man forscht mit ihr zusammen danach. Das bringt einen immer näher mit ihr und man kann sie sehr gut verstehen, ihre Handlungen, ihre Gedanken und einfach alles. Manchmal ist es so, als wäre man direkt bei ihr dabei.

Das Thema beschäftigt einen auch noch hintenach, eine leichte Lektüre für Zwischendurch ist dies keinesfalls – es regt zum Nachdenken an, wie man solche Signale erkennen kann und was einen Menschen so bewegt, dass er zu so einem fatalen Schritt fähig ist. Bestimmt hat jeder schon einmal gedacht, am liebsten würde er dem ein Ende setzen, es aber dann auch ernsthaft so zu meinen und auch tun? Das ist schon ein großer, großer Schritt und hinterlässt viele trauernde Menschen und Erinnerungen.

Ein gut gelungener Roman allemals, den man ohne schlechten Gewissen weiterempfehlen kann an die jüngeren und auch etwas älteren Leser unter uns, die nicht nur eine seichte Unterhaltung mit Lovestory bevorzugen, sondern gern auch einmal etwas Tiefgründiges lesen!

5 von 5 Punkten

 

Frauke Scheunemann – Ziemlich unverbesserlich posted by on 12. Mai 2015

Jeder hat seine eigene Familienkomödie daheim – auf seine eigene Weise! Es geht immer mal etwas hoch und her, drunter und drüber. Doch alles auf einmal? Das ist der Lauf der Dinge! Auch Nikola Petersen in Frauke Scheunemanns Roman hat einiges zu meistern, sei es das Anwaltsleben oder ihre eigenes chaotisches Familienleben unter Dach und Fach zu bringen!

Autor: Frauke Scheunemann
Titel: Ziemlich unverbesserlich
Genre: Roman, Komödie
Verlag: Page & Turner
Erscheinungsdatum: 09.03.2015
Paperback: 352 Seiten
Preis: 14,99 €

Nikola hat ein chaotisches Familienleben bei ihrer Schwiegermutter Gisela und ihren zwei Kindern Tessa und Max. Doch nicht genug, jetzt muss sie auch noch ihren charmanten Nachbarn Tiziano in einem Rechtsstreit vertreten, denn sie ist Anwältin. Sie versucht Alltag, Büro und Elternabend unter einen Hut zu bekommen, was ihr Privatleben etwas chaotisch macht. Sie ist früh verwitwet, kann aber auf die Unterstützung ihrer tatkräftigen Schwiegermutter Gisela bauen. Aber wie heißt es so schön? Arbeit ist nicht alles! Und so würde Nikola zu gern mal wieder einen romantischen Abend mit einem netten Mann verbringen. Sie weiß nur nicht wo und mit wem und dass Gisela mit Argusaugen über der Familie wacht, macht es auch nicht einfacher. Da kommt ihr der Nachbar Italiener Tiziano gerade recht, ab hier bekommt Nikolas Leben Fahrt!

Es ist eine herrliche Familienkomödie, die Frauke Scheunemann hier zu Papier gebracht hat! Man fühlt sich sofort mit dabei und kann den Charakteren dabei über die Schulter schauen. Nikola ist eine liebenswerte Mama, die aber sehr chaotisch ist. Des Öfteren erkennt man sich selbst in ihr, in allen möglichen Lebenlslagen. Es scheint immer mal wieder alles aus den Fugen zu geraten, nur um wieder an Platz und Stelle gebracht zu werden.

Auch Gisela, Aysun, Florentine, Alexander, Simon und Tiziano – sie alle sind ein MUSS für diese Story und kaum wegzudenken. Jeder auf seine eigene Art ist ein liebenswertes Kerlchen und man hegt gleich Sympathien für diese. Auf ihre eigene lustige Art bringen sie den Leser immer wieder zum Schmunzeln, man kann eigentlich fast nicht aufhören zu lesen. Sogar Flöckchen hat hier ihren eigenen wohlverdienten Platz, der Hund von Simon. Man fragt sich mit der Zeit, wieso Nikola eigentlich Probleme in ihrem Liebesleben hat, denn Verehrer hat sie ja genug. Nur scheint sie es selbst nicht so genau zu bemerken.

Die Autorin spielt ihren eigenen tollen Humor in die Geschichte mit ein, was das Lesevergnügen nur umso mehr steigert. Man kann mühelos zwischendurch vom eigenen Alltag abschalten und sich total der Geschichte hingeben, was ein gutes Buch ausmacht!

Nach vielen Lachern und Grinsen und allen möglichen Gefühlsbädern, kann ich das Buch nur weiterempfehlen – es würde sich bestimmt auch gut verfilmen lassen! Eine wahrlich herrliche Familienkomödie, die einen mitreisst!

5 von 5 Punkten

Carmen Rodrigues – Du bist das Gegenteil von allem posted by on 10. April 2015

Jugendliche bzw. Teenager haben immer ihre Probleme und sei es nur der erste Kuss, das erste Date etc. Doch es gibt auch Probleme, die greifen tiefer und lassen einen zu anderen Menschen werden. Die äußere Fassade ist nicht immer gleich das Innenleben jedes Menschen. Carmen Rodrigues behandelt ein sehr sensibles Thema, wenn sie über den Tod durch Tablettenüberdosis einer Jugendlichen schreibt. Sehr aufwühlend und gefühlsbedingt..

Autor: Carmen Rodrigues
Titel: Du bist das Gegenteil von allem
Genre: Unterhaltung, Roman
Verlag: cbt
eBook: 224 Seiten
Erscheinungsdatum: 30.03.2015
Preis: 13,99 €

Ellie ist sehr beliebt unter ihren Mitschülern und gleichaltrigen, doch hat sie etwas dunkles an sich, etwas umsorgt sie ständig, was sie äußerlich sehr bedeckt. Da stirbt sie an einer Überdosis Tabletten. Zurück bleiben ihr Bruder Jake, ihre beste Freundin Sarah und deren Schwester Jess. Die 16-jährige Ellie hatte unter ihrem Bett einen Schuhkarton mit vielen Zetteln, alles Hinweise auf ihre Geheimnisse. Jake, Sarah und Jess werden von Schmerz aufgefressen und auf der Suche nach dem Warum müssen sie sich nicht nur auf ihre Emotionen konzentrieren, sondern auch auf das, was Ellie so stark vor allen verborgen hat…

Man merkt gleich, dass dies keine Lektüre für leichte Stunden ist. Es geht hier um einen Tod einer Jugendlichen, wo gleich klar wird, dass dies nicht nur aus Versehen eine Überdosis war. Die Hinterbliebenen quälen sich mit Fragen, die sich uns wohl genauso stellen würden. Ein jeder geht damit für sich um – Sarah zieht sich völlig zurück und landet immer wieder in der Klinik, will sich keinem öffnen. Jake verzieht sich in einen anderen Staat, wo er eigentlich ursprünglich studieren wollte, es jedoch aufgibt und nur noch vor sich hinlebt. Jess zieht sich ebenfalls zurück, magert ab und ist traurig, versucht alles zu verstehen. Was sie genau mit Ellie zu tun hatte, wir jedoch erst später klarer. Für den Leser ist Ellie anfangs etwas unsympathisch, da sie bei jedem extra aneckt und nicht gerade sehr nett ist. Doch blickt man hinter die Fassade, sieht man ein gebrochenes Mädchen, dem etwas sehr Schlimmes zugestoßen sein muss und das alles nur ein Schutzpanzer vor allem ist.

Die Autorin spricht hier ein sehr heikles Thema an – ein Tod aus ungeahnter Ursache, vor den öffentlichen Augen verborgen. Kommt man doch darauf, wird es unter den Teppich gekehrt. Ich will hier nicht zuviel verraten, es ist aber dennoch sehr traurig, was Ellie widerfahren ist. Die kurzen Notizen von Ellie, was darauf schließen lässt, dass es sich um die Zettel aus ihrem Karton handelt, sind sehr aufwühlend und emotionsreich. Sie sagen nicht viel und doch alles.

Die Sprache und der Schreibstil ist für Jugendliche angepasst und doch eher etwas für ältere Leser. Man kann es nicht mit einem Thriller für starke Nerven vergleichen, aber man braucht trotz allem starke Nerven für diese Lektüre. Ich musste manchmal eine kurze Pause machen, um zu verschnaufen. Die Autorin geht hier nicht im Speziellen auf Ellies Tod ein, sondern eher um das Umgehen damit der Hinterbliebenen. Und doch steht im Vordergrund der Grund für Ellies Tod, wenn auch erst unterschwellig zwischen den Zeilen.

Es ist auf jeden Fall ein Roman, welcher einem länger im Gedächtnis bleibt und sehr zum Nachdenken anregt. Trotz des heiklen Themas ist es „schön“ zu lesen, aufwühlend und tiefgründig. Es sei den Lesern ans Herz gelegt, die auch einmal hinter die Welt des Friedens, Freude und Eierkuchens blicken möchten.

5 von 5 Punkten

Emma Wagner – Liebe und andere Fettnäpfchen posted by on 16. März 2015

Wer kennt sie nicht – die hundsgemeinen Fettnäpfchen, in die wir immer wieder trampeln. Der eine mehr, der andere weniger und die Protagonistin in Emma Wagners Buch ständig! Kaum zu glauben, wie man kein Fettnäpfchen auslassen kann, aber Lena schafft dies andauernd.

Autor: Emma Wagner
Titel: Liebe und ander Fettnäpfchen
Genre: Unterhaltung
Erscheinungsdatum: 19.07.2014
eBook: 304 Seiten
Preis: 3,99 €

Lena studiert in Heidelberg. Hier findet sie jedoch leider nicht den Mann fürs Leben, sondern viele, viele Fettnäpfchen. Ständig läuft ihr der unsympathische Polizist Adrian über den Weg – erst bekommt sie ein Knöllchen für über die Ampel fahren, wo doch keiner auf der Kreuzung war nachts, dann wird ihr Fahrrad geklaut und überhaupt hat er einen überaus gutaussehenden Freund, für welchen Lena sich sehr interessiert. Der charmante Franzose Pierre scheint Lenas Traummann zu sein und sie setzt alles daran, um sich diesen zu angeln. Ihre Freundinnen entwickeln ihr einen Schlachtplan – wenn doch alles nur nach Plan laufen würde. Dass sie nebenher aber auch noch zu Amor mutiert und sich mit komischen Mitbewohnern und Co. herumschlagen muss, macht es auch nicht leichter. Als sie aber eine Liebeserklärung von falscher Seite erhält und eine Freundin sie um Hilfe bittet, ist das Chaos rund um sie perfekt…

Lena ist so ein quirliger, herzerfrischender Chaot und Tolpatsch, man kann sie nur lieb haben. Wenn es um Fettnäpfchen geht, ist sie hier die Expertin und kann ein Lied davon singen, wie man in ein solches trampelt. Aber nicht nur sie, auch ihre Freunde wachsen einem schnell ans Herz und sei es der nervige Polizist Adrian, welcher eigentlich gar nicht so nervt. Oder aber auch ihre verrückte Freundin mit den Birkenstocklatschen oder aber Leticia, die selbsternannte Friseuse. Auch ihr bester Freund Marius oder Britta, welche bei der Autorin kurzerhand mal zu Bettina wechselt und dann wieder zu Britta – einfach alle, man möchte sie in der Geschichte nicht missen und schon gar nicht den blöden Polizisten Adrian, er zaubert doch immer wieder etwas Action hinein bei den Begegnungen.

Es gibt keinen einzigen Satz, bei dem man nicht lauthals losprusten möchte – es ist einfach überaus witzig und humorvoll geschrieben, so herrlich erfrischend für Zwischendurch. Die unterhaltsamen Situationen und auch die lustigen Dialoge, die ganzen Fettnäpfchen – es ist zum schreien komisch. Die Autorin hat hier einen eigenen Sinn für Humor, welchen sie gekonnt in die Geschichte einbringt und welchen dem Leser Lachtränen und Bauchmuskelkater bescheren.

Der Schreibstil ist angenehm und locker gehalten, ein nicht endender Lesefluss ist hier garantiert. Ein Kopfkino, welches sich direkt vor innerem Auge abspielt, ist zudem garantiert. Die Überschriften der einzelnen Kapitel bestehen aus Glückskeksweisheiten, die jedoch immer wieder zu passen scheinen. Vor allem diese mit den Kamelen – treffender kann es ja nicht sein! Oftmals erkennt man sich selbst in den peinlichen Situationen, die man selbst schon hatte oder bei anderen beobachtet hat. Man möchte hier öfters Lena zurufen, wie sie zu handeln haben sollte, muss aber mit Schmunzeln zusehen, wie sie in das nächste Fettnäpfchen trampelt und kann sich im Nachhinein nur lachend die Hände über den Kopf schlagen.

Liebe Emma, meines Erachtens hast du hier ein Wunderwerk an erstem Roman geschrieben – bitte mehr davon und schnell! =) Als selbsterkannter Tolpatsch und Chaot habe ich mich so oft wiedergesehen in diesem Roman und habe mich köstlich darüber amüsiert, wie es Lena ergeht und mit ihr gelacht, gefühlt und einfach alles. Für Zwischendurch ist das genau die richtige Lektüre, umso besser wenn man selbst nicht so perfekt ist und auch über Fettnäpfchen lachen kann!

5 von 5 Punkten

Samantha Young – Scotland Street – Sinnliches Versprechen posted by on 7. Januar 2015

Öfter haben Bad Boys eine große Rolle in Liebesromanen, doch bleiben sie solche? Auch Samantha Young hat in ihrem Roman „Scotland Street – Sinnliches Versprechen“ eine weitere atemberaubende Story hingelegt. Hier handelt es um den „Bad Boy“ Cole Walker und um Shannon McLeod. Finden sie zueinander? Lest selbst…

Autor: Samantha Young
Titel: Scotland Street – Sinnliches Versprechen
Genre: Liebesroman, New Adult
Verlag: Ullstein
Taschenbuch: 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 07.01.2015
Preis: 9,99 €

Als Shannon das erste Mal Cole Walker gegenübersteht, denkt sie sich, dass es nur Ärger mit diesem Mann gibt. Von Bad Boys hat sie wirklich genug und Cole sieht ihr derartig nach einem aus mit seinen tättowierten Armen, seinem selbstbewussten, arroganten Auftreten und superheißem Aussehen. Also geht sie ihm aus dem Weg und versucht ihr eigenes Ding zu machen – gar nicht so einfach, wenn er ihr Boss ist! Sie rechnet überhaupt nicht mit einem Mann, der es ernst mit ihr meint. Genau das vermeint Cole zu tun, aber er hasst es auch, wenn man ihm mit falschen Vorurteilen begegnet. Werden die zwei zueinander finden und über ihren Schweinehund springen?

Sofort ist man gebannt von der Geschichte. Man erfährt zuerst, wie die beiden sich schon in jungen Jahren das erste Mal begegnen. Doch hier geschieht leider noch nichts, Chance vertan. Jahre später treffen sie erneut aufeinander, als Shannon einen neuen Job in Edinburgh beginnt, in einem sehr bekannten Tattooladen. Hier arbeitet Cole als Tättowierer und ist sogleich noch ihr Chef. Das kann ja heiter werden, denkt sie sich und gibt sich kalt ihm gegenüber, da er alle Merkmale eines Bad Boys aufweist. Auch Cole ist von Shannon eigentlich angetan, zeigt ihr das auch direkt und prallt gegen eine Mauer.

Es ist für den Leser ein erquickliches Vergnügen mitzulesen, wie die beiden miteinander umgehen, sich annähern und doch wieder einen Rückzieher machen. Beide sind durch ihre Vergangenheit geprägt und doch ganz starke Persönlichkeiten, die natürlich auch viele Schwächen haben. Genau diese stehen ihnen mehr als im Weg und sie haben einen harten, langen Weg, um für ihre Liebe zu kämpfen.

Als es dann endlich so weit ist, kann man gar nicht mehr genug von den beiden bekommen und hofft, dass es nie zu Ende geht. Aber wie in jedem Liebesroman gibt es an jeder Stelle einen Haken – doch bleibt dieser bis zu Ende oder wird er gelöst?

Die Autorin hält den Leser auf jeden Fall bei Stange, sie hat eine ganze Menge Spannung in die Liebesgeschichte der beiden hineingestreut. Auch die super hitzigen, gut zu lesenden Dialoge der Charaktere lassen einen nicht los. Gerade Rae, die Freundin der beiden, hat es echt in sich. Die Powerfrau mischt alle auf und hält somit auch den Leser bei Laune.

Abschließend kann man hier nur sagen – liebe Liebenden, liest dieses Buch und auch die anderen der Autorin, sie hat es drauf und gibt dies auch in ihren Romanen wieder. Auf einmal aus der Realität gerissen, himmelhochjauchzend und seufzend fiebert man der Geschichte entgegen und kann gar nicht anders als sich ganz der Story hinzugeben!

5 von 5 Punkten

Rachel Joyce – The Love Song of Miss Queenie Hennessy posted by on 11. November 2014

Es gibt das Leben, welches Romane schreibt und es gibt Romane, die schreiben das Leben. Wer Rachel Joyce´“Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ gelesen hat, weiß was ich meine. Mit dem zweiten Roman hiervon aus Sicht von Queenie legt die Autorin ein neues Wunderwerk vor.

Autor: Rachel Joyce
Titel: The Love Song of Miss Queenie Hennssy
Genre: Roman
Verlag: Penguin Randomhouse UK
Erscheinungsdatum: 10/14
Taschenbuch: 368 Seiten
bereitgestellt durch BdB

Queenie Hennessy ist unheilbar krank und liegt im Hospiz, sie wird betreut von freiwilligen Helfern und Nonnen. Eigentlich wartet sie nur noch auf das Sterben, was sich jedoch bald ändert – denn Harold Fry ist au f dem Weg zu ihr, zu Fuß! Er schreibt ihr Postkarten etc., dass sie warten müsste. Queenie ist geschockt, wie soll sie auf ihn warten, wenn sie doch bald stirbt?

Eine der Nonnen legt ihr nahe, so lange einen Brief an Harold zu schreiben, also fängt Queenie an – es ist erst der Anfang!

Der Roman ist wie sein Vorgänger ebenfalls etwas Besonderes. Die Autorin hat hierfür einfach ein Talent, den Leser völlig gefangen zu nehmen. Die Geschichte Queenies war mit keiner Zeile langweilig, obwohl nichts derartig spannendes passiert ist. Es ist ihr Leben, welches sie dem Leser nahebringt, was ihr geschehen ist und wie und wo sie Harold begegnet ist, was er ihr bedeutet.

Mit Eifer liest der Leser jede Zeile, zwischen den Zeilen und springt von Seite zu Seite. Queenies Schicksal nimmt den Leser auf eine Reise, die er gerne antritt, wenn sie auch traurig ist. Hat man den Roman aus Sicht Harolds gelesen, so ist dieser aus Queenies Sicht noch einiges tiefgründiger, erfährt man hier doch die Hintergründe.

Die Autorin versteht es, den Leser in die Tiefen der menschlichen Abgründe zu entführen – diese entpuppen sich wiederum weniger als Abgründe als sie anfangs den Anschein machen.

Die Geschichte rund um Queenie berührt tief und nimmt einen richtig mit. Man hofft auf ein Happyend und fragt sich, wie das wohl aus Queenies Sicht aussieht. Man durchlebt mit ihr nochmals die Situationen in ihrem Leben und hat alles direkt vor Augen, als wäre es einem selbst passiert.

Meines Erachtens ist es ein Muss, den Roman aus Harolds Sicht gelesen zu haben, damit man die ganzen Hintergründe versteht. Leider habe ich diesen nicht wie Queenies Geschichte in Originalsprache gelesen, denn so ist es viel gefühlvoller und berührt einen noch mehr.

Auf jeden Fall lohnt es sich, in diese Geschichte abzutauchen und sich dem Geschriebenen hinzugeben – tiefgründiger Roman mit gefühlvollen Szenen, großes Kopfkino und ein besonderer „Alltag“ der Charaktere.

5 von 5 Punkten

Jessica Redmerski – Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer posted by on 18. September 2014

Einfach durch die Welt reisen – ohne Ziel und ohne Plan. Bestimmt hatten das schon einige von uns in ihren Köpfen. Die Protagonistin des Romanes von Jessica Redmerski hat genau dies in Tat umgesetzt. Mit dem Abenteuer der Reise ins Nirgendwo erwartet den Leser auch dazu noch einen Strudel der Gefühle, denn Camryn lernt jemanden besonderes kennen…

Autor: Jessica A. Redmerski
Titel: Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer
Originaltitel: The Edge of Never
Genre: Roman
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum:  17.06.2014
Taschenbuch: 544 Seiten
Preis: 9,99 €

Camryn ist eh schon genervt von ihrem Leben und beschließt nach einem heftigen Streit mit ihrer besten Freundin, einfach mal abzuhauen und durch die Welt zu pendeln. Die 20-jährige holt sich ein Ticket für einen Greyhoundbus und macht sich auf die Reise ins Nirgendwo. Sie glaubt, sie hat hier genug Zeit, sich einen Plan für die Zukunft auszudenken. Es kommt aber alles anders, als Andrew Parrish sich neben sie setzt. Er ist äußerst attraktiv und scheint sich außerdem auch noch für sie zu interessieren. Für sie beginnt nun die aufregendste Zeit ihres Lebens…

Die Protagonistin Camryn ist ein Mädchen mit vielen, vielen Problemen, mit welchen sie klarkommen muss. Unter anderem hat sie auch noch schwere Depressionen und war eigentlich in ärztlicher Behandlung. Die Tabletten hat sie jedoch abgesetzt auf eigene Verantwortung, denn sie versucht ohne weitere Hilfe klarzukommen. Ihr Bruder sitzt im Gefängnis und ihren Freund, die erste Liebe, verlor sie durch einen Unfall. Da kann das Fass ja nur noch überlaufen, als sie einen heftigen Streit mit ihrer besten Freundin hat. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie den Wunsch hegt, einfach mal abzuhauen. Die wenigsten würden dies nun tun, aber Camryn tut es ohne Wenn und Aber.

Unterwegs lernt sie den etwas aufgedrehten aber attraktiven Andrew kennen – erst versucht sie ihn zwecklos abzuwehren, da sie sich auf nichts einlassen möchte. Nach und nach kommen die beiden sich aber doch näher und Camryn lässt immer mehr Gefühle zu und fühlt sich auch schnell zu Andrew hingezogen. Er hat etwas, das sie mutiger werden lässt und so kommt sie mehr aus sich heraus und lernt neue Seiten kennen, die sie noch gar nicht von sich kannte.

Es ist ein Liebesroman, der nicht gleich an zehn andere denken lässt, sondern seine eigene Geschichte schreibt. Man hat hier alles so schön klar vor Augen, als wäre man selbst dabei. Jedoch schwächt es das Lesevergnügen nach gut einem Drittel etwas ab, da hier etwas härtere Seiten der beiden durchkommen, die so gar nicht passen mögen. Das nimmt aber nach einer Zeit wieder ab.

Die Gefühle der beiden hat die Autorin perfekt durch die Zeilen durchgebracht, bis man am Ende ist, hat man geweint, gelacht und sich mit den beiden verliebt. Beide haben tragische Geschichten, die sie sich anvertrauen, der eine mehr, der andere weniger. Es ist im Prinzip eine Geschichte, die viele unschöne Dinge beeinhaltet, was die Autorin aber zu einer schönen Geschichte geschrieben hat.

Der Schreibstil, der wirklich gut gewählt ist und auch die daraufhin bildlich dargestellten Szenen im eigenen Kopfkino versprechen hier ein großes Kopfkino und man möge, dass das Buch nie aufhört. Doch wie jedes andere auch, hat dieses Buch leider auch ein Ende.

Wer nicht auf diese Kitschliebesromane steht und gerne doch etwas romantisches liest, kann hier wirklich nichts falsch machen beim Zugreifen!

4 von 5 Punkten

Mary Simses – Der Sommer der Blaubeeren posted by on 23. Juni 2014

Wenn die Gegenwart in die Vergangenheit reist, um die Zukunft kennenzulernen….so in etwa könnte man den Roman „Der Sommer der Blaubeeren“ umschreiben. Hier wird vieles auf den Kopf gestellt, hervorgekrempelt und kennengelernt. Eine Lektüre, bei welcher das Cover einlädt, unter der Sonne zu lesen.

Autor: Mary Simses
Titel: Der Sommer der Blaubeeren
Originaltitet: The Irresistible Blueberry Bakeshop and Café
Genre: Unterhaltung, Belletristik, Liebe
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 21.04.2014
Taschenbuch: 416 Seiten
Preis:  9,99 €

Ellen, Anwältin aus London, reist kurz vor ihrer Hochzeit in das verschlafene Nestchen Beacon. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Brief, welchen ihre Großmutter ihr kurz vor ihrem Tod gab, dem Empfänger zu überbringen. Sie erhofft, die Angelegenheit innerhalb zweier Tage hinter sich zu bringen, doch erkennt gleich, dass hier viel mehr dahintersteckt. Hier wartet eine Geschichte über die Liebe auf Ellen, die ihr aufzeigt, dass man oftmals seine Pläne über den Haufen werfen muss, um das wirklich wahre Glück zu finden…

Das Cover und auch der Titel machen sogleich Lust, in den Garten in die Sonne zu liegen und zu lesen. Es verspricht schöne Stunden mit den Charakteren. Doch gleich als man Ellen kennenlernt, wird man erst einmal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Sich mit Ellen anzufreunden ist gar nicht so leicht, sie wird etwas unnahbar und fern gezeichnet. Sie stürzt sich zwar gleich in eine „Katastrophe“, aus welcher sie von Roy gerettet wird, fängt sich aber gleich wieder und ist wieder die dem Leser vorgezeigte kalte Persönlichkeit. Man weiß lange nicht, was genau man von ihr halten soll und das trübt das Leseverhalten etwas.

Der ganze Roman ist etwas klischeehaft gehalten – eine Städtlerin fährt ins Dorf und trifft dort einen Mann, der sie im Herzen berührt. Auch wie die Läden, Hotels und Restaurants gehalten werden – das Dorf wird etwas wie im Mittelalter dargestellt. So sucht die Dame im Grundbuchamt noch nach dem alten Verfahren, da man das ja so auf dem Dorfe so tut, nicht wie in der Stadt – alles mit dem Computer und automatisiert.

Allemal interessant ist es aber, was Ellen über ihre verstorbene Großmutter rausfindet und was sie alles auf ihrem Wege durchmacht. Nach und nach kommt man ihr doch etwas näher und versteht ihre Handlungsweisen. Der Schreibstil macht es einem zudem noch leicht, von Zeile zu Zeile zu springen und richtig darin zu vertiefen – auch wenn hier etwas die Tiefe zu dem Ganzen fehlt.

Es ist ein wunderbar geschriebener Roman, über die Liebe, die alltäglichen Situationen und wie sie gemeistert werden. Vom Cover her könnte man hier ein richtiges Klischee erwarten, jedoch erwartet einen hier eine spannende Geschichte in einer Kleinstadt, in welcher vieles aufgedeckt wird. Trotzdem ist auch hier vieles klischeehaft und vorhersehbar. Die Reaktionen der einzelnen Charaktere kann man sich selbst erahnen, teilweise doch etwas unschlüssig.

Ellen ist und bleibt eine etwas verschlossene Person für den Leser, auch wenn man sich in sie hineinfühlen kann. Leider war ich ihr nie ganz nahe und habe auch vieles nicht so ganz verstanden – es ging zwar wirklich vieles etwas schnell, aber ihre Handlungen waren nicht immer ganz nachvollziehbar. Auch die anderen Personen sind nicht immer so detailgetreu gezeichnet, was sie aber nicht schlechter macht. Es sind alles liebenswürde Persönchen, die man einfach gern haben muss.

Die Lektüre ist ein guter Fang für Zwischendurch, man kann sich durch die Zeilen tragen zu lassen ohne viel nachzudenken – was aber nicht heißt, dass sie langweilig ist, sie entführt den Leser nur ganz sanft in dessen Kopfkino weit weg! Empfehlenswert für welche, die Romantik in einem verschlafenen Nest lieben und sich leise plätschernd entführen lassen möchten!

3 von 5 Punkten

Aude Le Corff – Bäume reisen nachts posted by on 30. Mai 2014

Wie gehen Kinder damit um, wenn die Mutter in ihren jungen Jahren einfach abhaut? So etwas ist schwer verdaubar, vielleicht für immer ein Schmerz, der nie aufhört. Die kleine 8jährige Manon geht damit ganz eigen um. Wie, das erfährt der Leser im Buch „Bäume reisen nachts“ von Aude Le Corff.

Autor: Aude Le Corff
Titel: Bäume reisen nachts
Genre: Drama, Roman
Verlag: Suhrkamp Insel
Erscheinungsdatum: 10.03.2014
Taschenbuch: 201 Seiten
Preis: 12,99 €

Die kleine Manon verbringt seit Monaten ihre Tage allein im Garten unter ihrer Birke, sie redet hier mit den Ameisen und den Katzen, die sie zu lieben scheinen. Denn ihre Mutter ist eines Tages einfachso aus ihrem Leben verschwunden, ab und davon. Sie freundet sich mit dem alten Nachbarn Anatole an und verbringt fortan ihre Nachmittage bei ihm, wo er ihr aus dem Buch „Der kleine Prinz“ vorliest. Ihr Vater Pierre und auch die Schwester der Mutter Sophie vermögen nicht, an das Mädchen heranzukommen, nur Anatole schafft das. Eines Tages erhalten die Familienmitglieder überraschend Post von der Mutter. Gemeinsam machen sich alle auf die Reise quer durch Europa, ein Abenteuer, das es in sich hat.

Ganz am Anfang erfährt man gar nicht viel über Manon bzw. von ihr selbst, eher von den Mitmenschen um sie herum. Jeder hat eine andere Ansicht und sieht sie mit anderen Augen. Bis sie selbst gedanklich einmal zu Wort kommt, weiß man eigentlich schon sehr gut Bescheid, was mit ihr los ist. Man hat das Mädchen sofort ins Herz geschlossen, es ist ein schlaues, kleines Köpfchen. Sie versteht viel und nimmt auch alles recht schnell auf. Man runzelt besorgt die Stirn, da Manon bereits Zwangsstörungen entwickelt hat, wie z.B. die Katze zwei mal über den Kopf und fünf mal über den Rücken zu streicheln und andere diverse Dinge. Diese treten ja oft auf, wenn sich ein entscheidendes Ereignis im Leben auftut und eine Veränderung stattfand.

Als Manon auf Anatole trifft, welcher sie interessiert angesprochen hatte, entwickelt sich hier eine ganz besondere Freundschaft zwischen sehr jung und alt – auch er hat seine Zwangsstörungen, er hat einen Kontrollzwang und alles muss routiniert verlaufen und am Platz sein. Fortan sind die beiden nachmittags immer zusammen. Er liest ihr nicht nur aus dem Buch vor, sie unterhalten sich auch über den Sinn mancher Dinge und dem Leben. Es dauert zwar, bis Manon sich immer mehr anvertraut, aber man spürt die Tiefe der außergewöhnlichen Freundschaft. Es ist so ein großer Altersunterschied und doch sind die beiden sich gleich irgendwo. Außenstehend könnte das wohl als Opa und Enkelin gesehen werden, Anatole ist der Opa, den Manon nie hatte und gehört ab sofort zur Familie. Vielleicht sieht er ja auch in Manon das Kind, welches er nie hatte?

Im Grunde helfen die beiden sich mit ihren Gesprächen gegenseitig – er erkennt sich in ihr wieder, hat das meiste vom Leben schon hinter sich und möchte sie vor Schmerz bewahren, durch sie lernt er den Mann auch besser kennen, der er einmal war.

Manons Vater kommt einem eigentlich total unsympathisch vor, dabei ist er nur ein armer, von der Frau verlassener Mann, der nicht mit seinem Schmerz umzugehen weiß. Trotzdem ist es unverantwortlich wie er lebt und sich nicht vor seiner jungen Tochter zusammennimmt. Auch seine Handlungen sind etwas sehr überzogen und überstürzt.

In diesem Buch erfährt man einiges über das Leben, wie es laufen kann und was passiert. Es sind die Gedanken zwischen den Zeilen, die einen grübeln lassen. In diesem Buch ist so viel Tiefgründigkeit versteckt, dass es einem eigentlich Tränen in die Augen hauen müsste – dabei ist es so wundervoll geschrieben, dass man auch gleich in der Geschichte drin war, als wäre man selbst dabei. Die Autorin hat den Leser gleich zu Anfang in ihren Fängen und durch die verschiedenen Sichtweisen erfährt man mehr und möchte auch gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Ein wunderbar geschriebener Roman, in welchem jede Person durchleuchtet wird, in welchem alle Situationen, bildlich geschildert werden. Er entführt den Leser auf eine dramatische und doch schöne Reise, zeigt ihm eine außergewöhnliche Freundschaft und nimmt einen auf eine Reise mit, die man so vor Augen hat, als wäre man selbst unterwegs. Von mir eine klare Leseempfehlung!

5 von 5 Punkten

Deborah McKinlay – Die unverhofften Zutaten des Glücks posted by on 23. April 2014

Wer von euch hat dem Lieblingsautor noch keinen Leserbrief geschrieben? Habt ihr eine Antwort erhalten? Die Protagonistin Eve im Roman von Deborah McKinlay schreibt Jack Cooper eine Nachricht – und erhält eine Antwort. Was sich hieraus entwickelt, beschreibt die Autorin sehr genau in ihrem Roman.

Autor: Deborah McKinlay
Titel: Die unverhofften Zutaten des Glücks
Originaltitel: That part was true
Genre: Unterhaltung, Roman
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 03.03.2014
Gebunden:  288 Seiten
Preis: 17,99 €

Die Britin Eve schreibt aus einer Laune heraus einen Brief an den amerikanischen Bestsellerautor Jack Cooper. Er antwortet! Sie entdecken, dass sie viele Gemeinsamkeiten, wie z.B. das Kochen und Essen, teilen. Aus dem Kontakt wird eine richtige Freundschaft. Gegenseitig geben sie sich Rat und Trost und das bringt sie so näher zusammen. Jack schlägt ein Treffen in Paris vor, doch Eve befürchtet, dass dies niemals zustande kommen kann. Vor was hat Eve Angst?

Als erstes lernt man hier den Autor Jack kennen. Er ist eine arme Seele, dem Leser aber gleich sympathisch, auf irgendeine Weise. Im Wechsel kommt auch Eve zu Wort und erzählt dem Leser aus ihrem Leben. Die Autorin hat hier zwei gänzlich verschiedene Leben aufeinanderprallen lassen, stückchenweise erfährt man mehr und mehr aus deren Sichtweise. Es ist so einiges passiert, in beiderlei Leben – und der Leser fährt die Zeilen weiter, um mehr über die beiden zu erfahren.

Eve ist eine bodenständige Frau, die aber auch gepackt wurde von familiären Zerrüttungen und Erinnerungen. Durch die Verlobung ihrer Tochter mit ihrem Freund rüttet es das erst nochmal richtig auf. Da ist sie froh, ihren Verbündeten in Schriftform zu haben – den Autor Jack Cooper.

Der Schreibstil ist wirklich angenehmen zu lesen und auch die Geschichte an sich macht Lust auf mehr. Man gleitet förmlich durch die Zeilen und hat eigentlich zwei Geschichten vor sich – die von Eve und auch die von Jack. Beide sind nicht mehr in den Teeniejahren und haben schon einiges durchgemacht, wovon sie dem Leser berichten.

Es sind so zwei verschiedene Geschichten, aus zwei total unterschiedlichen Leben – und doch gleichen sie sich wie die Faust aufs Auge, wenn auch aus anderer Sicht. Die zwei haben sich gefunden und möchten sich nicht missen, sie erzählen sich ihre Sorgen zwischen den Zeilen – niemals direkt.

Aus Sorge wird gutes Essen, so könnte man sagen. Das gute Essen vertreibt für einen kleinen Moment die großen Sorgen und bereitet einem Gaumenschmaus. So geht es Jack wie auch Eve. Beide haben ihre Päckchen zu tragen und beide ringen sich damit, ob sie sich endlich einmal sehen werden. Der Leser natürlich auch, er fiebert mit, wie und wo das Treffen schlussendlich geschieht und ob es überhaupt geschieht. Es ist ein Buch voller Rätsel und doch so vielem Alltäglichen, dass es einem gleich nahe kommt.

Das Buch hat ohne große Worte viel Gefühl, zwischen den Zeilen, über ihnen und überhaupt. Man kann die Charaktere einfach nur mögen, sich mit ihnen in vielen Dingen identifizieren und sich einfach nur dem Gefühl eines guten Romanes hingeben.

Der Roman hat mir persönlich viele schöne Stunden beschert mit Eve und Jack, ich werde sie schon vermissen. Die Autorin hat mit diesem Werk eine wirklich gute Unterhaltung geschaffen, die einen für einige Stunden die Liebe zum Detail sehen lassen und kulinarische Ausflüge bescheren in Gefühlswelten des Essens, der Liebe und der Familie.

Diejenigen, die gerne eine leichte Unterhaltung mit Sinn und Tiefgründigkeit lesen möchten, sind mit diesem Buch sehr gut bedient und werden es nicht bereuen, es zu lesen – nein, es zu verschlingen und noch länger in Gedanken daran schwelgen!