Lou Timisono – Centum Night posted by on 23. Februar 2016

Wenn die Teile der Erde gesplittet wären in Gesellschaftsformen der unterschiedlichsten Art – wie würde das wohl enden? Ein gutes Beispiel hierfür gibt uns Lou Timisono mit dem Dystopieroman „Centum Night“. Auch hier gibt es die drei verschiedenen Klassen, die verschiedenen Gesellschaftsschichten angehören.

Autor: Lou Timisono
Titel: Centum Night
Genre: Thriller, Dystopie
Verlag: Balladine
Erscheinungsdatum: 06.07.2015
Preis: 16,95 €

Viele Länder schließen sich der Coastal Alliance an. Der Beitritt verhilft der dortigen Elite zu mehr Macht und Luxus, während die arme Bevölkerung in einer vom Verbrechen beherrschten Zone leben muss. Zwischen diesen Schichten befindet sich eine Hochsicherheitszone, deren Bewohner nicht einmal Gefühle und Freundschaft erfahren dürfen, noch eine Ablenkung in Form von Sex. Hier herrscht die Trockenheit hoch zehn. Die Wünsche nach emotionaler Nähe und sexueller Natur werden auf hohem technologischem Niveau kontrolliert abgebaut. Es gibt daher auch keine Gewalt in Solocity. Dann geschieht etwas, mit dem keiner gerechnet hat – es beginnt eine rätselhafte Mordserie – in Solocity! Der Agen Eddie Bellefleur erhält bei seinen Ermittlungen Hinweise auf ein Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, die bis hoch in die Regierung reicht, in die Gegend, in welcher der Luxus herrscht.

Die Einführung in den Roman war schnell und gut – man war sofort darin. Man fragt sich natürlich die ganze Zeit, wer hier die Fäden in der Hand hat und wieso man so ein gefühlsloses Land geschaffen hat. Eddie ist ein sympathischer Agent, der unterdrückt noch immer Gefühle hat, so auch sein Gefährte und Freund Blue. Leider dürfen sie diese nicht offen leben und müssen geheim damit umgehen. Sie gehen den komischen Machenschaften nach, welche die Mordserie angerichtet hat. Schnell wird dabei klar, dass es sich um Macht dreht.

Die Personen an sich hier im Roman sind wie von weiter Ferne, man kann sich nicht richtig in sie hineinfühlen und ich kann mich ehrlich gesagt mit keinem so recht anfreunden. Vielleicht ist das so gewollt, da ja keinerlei Gefühle und Freundschaft herrschen dürfen und das dem Leser so besser rübergebracht wird – wer weiß?

Der Schreibstil an sich ist leicht lesbar und man kommt schnell voran. Eine gewisse Spannung ist auch vorhanden, jedoch steigert diese sich nicht mehr ins Unermessliche und ich hab mich oft über die Zeilen hinweggekämpft und mich gefragt, ob noch etwas großes kommt. Es kommt zwar immer wieder etwas, aber so richtig überraschen tut es einen nicht.

Die meisten von uns wären wahrscheinlich bei der verarmten Bevölkerung – in Bonnieville – gelandet. Diese Gesellschaftsschicht ist zwar arm, aber reich an Gefühlen und Freundschaften. Ich selbst würde mich hier auch wohl fühlen anstatt in einer rauen, gefühlslosen kalten Welt. Mir erschließt sich nicht ganz, worauf der Autor hier hinaus wollte und ich kann mich mit dem Roman leider nicht ganz anfreunden.

Dennoch hält die Spannung den Leser bei und lässt ihn so ans Ende kommen. Ein Aha-Effekt stellt sich hier aber nicht ganz so ein, wie man es sich evtl. gewünscht hätte. Nichts desto trotz einmal eine andere Art von Thriller und Dystopie, was gelesen werden möchte! Ich kann es nur bedingt weiterempfehlen – es sind einfach einige Schwächen zu finden bzw. Durchhänger, die aber im Prinzip nicht das ganze Lesevergnügen ruinieren, sondern nur beiläufig etwas stören!

3 von 5 Punkten

Jeannie Waudby – Verity heißt Wahrheit posted by on 18. Januar 2016

Eine Dystopie, die der heutigen Situation nicht ähnlicher sein könnte. Die Autorin hat mit ihrem Werk ein Roman geschaffen für Jugendliche, welcher nicht eindeutiger sein kann. Zwischen zwei Seiten pendelt die junge Protagonistin hin und her und weiß langsam selbst nicht mehr, was Wahrheit oder Lüge ist…

Autor: Jeannie Waudby
Titel: Verity heißt Wahrheit
Genre: Fantasy, Dystopie
Verlag: Chicken House
Erscheinungsdatum: 27.11.2015
Gebunden: 400 SeitenPreis: 18,99 €

Es gibt die Brotherhoods und die Residents – es ist eine Zeit, die von Misstrauenrst und Gewalt geprägt ist. Auch K hat es hier nicht leicht, sie schlägt sich alleine durchs Leben, da ihre Eltern bei einem Bombenanschlag der Brotherhoods ums Leben kamen und ihre Großmutter auch erst das Zeitliche gesegnet hat. Als erneut ein Bombenanschlag geschieht, wird sie von Oskar gerettet – dieser gehört scheinbar der Polizei an und schleust die 16-jährige als Spionin bei den Brotherhoods ein. Somit führt sie ein Doppelleben als Verity und K, denn sie muss sich als eine von ihnen ausgeben. Die Radikalen wollen aber eigentlich ihren Tod – oder? Oder wurde sie belogen? In Greg sieht sie keinesfalls einen kaltblütigen Killer und auch nicht in ihren neugewonnenen Freunden und Mitschülern. Bald weiß K nicht mehr, wem oder was sie überhaupt noch trauen kann.

Ohne zuviel auf die Hintergründe einzugehen, katapultiert die Autorin den Leser direkt ins Geschehen hinein. Man wird mit K auf dem Bahnhof Zeuge, wie ein erneuter Bombenanschlag geschieht – scheinbar von den Brotherhoods verübt. Erst dann lernt man die Protagonistin an sich kennen, wie sie einsam ihr Leben führt, keiner mehr ihrer Familie hat und alles meistert. Die einzige Bezugsperson ist hier die Sozialbearbeiterin Sue. Doch nun hat sie Oskar, er hat ihr das Leben gerettet, er ist Polizist, bei ihm fühlt sie sich sicher. Dieser schleust sie auch in das Institut ein, auf welchem K als Verity die Schule machen kann bei den Brotherhoods. Sie soll für die Polizei der Residents spionieren, wer hier zu einer militanten Zelle gehört. Mehr und mehr lernt man mit ihr die Leute dort kennen und fragt sich, wer zu solch einer Zelle gehören könnte. Doch wie auch K bzw. Verity, sieht man in keinem eine größere Gefahr. Sicher – es sind alle angefressen von ihren Überzeugungen, aber nicht derartig, dass man Anschläge verübt. Wer also ist hier der Bösewicht an der ganzen Sache?

Die Autorin hat einen schönen, fließenden Schreibstil, der es einem ermöglicht, an einem Stück weiterzulesen. Es ist einfach, von Zeile zu Zeile zu springen und man wird auch schnell warm mit den Charakteren und der Story. Ich persönlich konnte das Buch kaum weglegen, ich war zu sehr gespannt, wohin das Ganze führt und was nun wahr ist an der Story.

Erschreckend finde ich den Zusammenhang an unserer aktuellen Situation – das lässt einen leider etwas sauer aufstoßen, aber man kann die Augen nicht verschließen. Die Bilder sind gleich oben, dennoch ist dieser Roman eine Fiktion der Autorin, wenn auch sehr nah an der Realität gebaut. Wer weiß, ob nicht wirklich bald eine solche Spaltung herrscht oder es bereits so im Untergrund ist?

Auf jeden Fall war es interessant, die Entwicklung von K bzw. Verity mitzuverfolgen und sie sie immer stärker wird in ihrem Bewusstsein. Auch wie sie mit ihren neuen Freundschaften umgeht und was daraus wird, das Buch wird keinesfalls langweilig und verspricht gute Unterhaltung. Das Ende ist hier gut gewählt, auch wenn es etwas überstürzt kommt – abwegig ist es damit aber nicht!

Eine klare Leseempfehlung für die jungen Dystopiefans unter uns kann ich hier geben, die sich aber nicht gleich erschrecken, wenn sie einen Zusammenhang zur aktuellen Situation herstellen und trotzdem gerne in ihrer Fantasie verweilen, in dieser gut unterhalten werden möchten!

4 von 5 Punkten

Nichola Reilly – Herrscher der Gezeiten posted by on 26. Januar 2015

Wir Menschen machen uns viel zu wenig Gedanken darüber, was aus unserer Welt werden könnte. Was passiert mit uns, wenn die Naturkatastrophen zuschlagen, als Rache dafür, was wir der Welt antun? Man stelle sich vor, das Meer überflutet die ganze Erde – wohin verschlägt es uns dann? Das Thema behandelt die Autorin Nichola Reilly in ihrem Endzeitroman „Herrscher der Gezeiten“, in welchem die Bewohner einer kleinen Insel seit langem nichts anderes mehr kennen als Ebbe und Flut…

Autor: Nichola Reilly
Titel: Herrscher der Gezeiten
Genre: Fantasy, Dystopie
Verlag: Darkiss
Erscheinungsdatum: 12.01.2015
Gebunden: 352 Seiten
Preis: 14,99 €
bereitgestellt durch BdB

Die Erde ist überflutet und die letzten Überlebenden verharren auf einer kleinen Insel. Hier wird die Flut mit jedem Mal schmaler und greift mehr über. Coe, eine Bewohnerin, spürt mit jedem Tag mehr, dass sie die Bewohner nicht mehr hier haben möchten. Sie erledigt ihre erniedrigende Arbeit so gut sie kann und setzt sich gegen die anderen zur Wehr. Dann gibt es da noch Tiam, welchen sie heimlich anschwärmt, er ist ihr einziger Freund auf der ganzen Insel. Dann passiert das Unvermeidliche – der König der Insel liegt im Sterben und hat keinen einzigen Erben hinterlassen. Ausgerechnet Coe wird in das Schloss eingeladen und erfährt mehr, als ihr lieb ist. Die königliche Familie hütet ein Geheimnis, das alles für immer verändern wird. Gibt es einen Ausweg aus diesem nimmer endenen Alptraum? Coe und Tiam versuchen hierauf Antworten zu finden, sie müssen sich aber beeilen, bevor die Flut die Welt verschluckt…

An Coe kann man sich als Leser schnell gewöhnen. Man empfindet zuerst einmal Mitleid mit ihr, hat sie doch überall Narben, eine Hand ab und wird von allen gemieden und gehänselt. Als man von ihrer Schwärmerei für Tiam erfährt, ist man gleich gebannt, ob sich da etwas entwickelt. Er scheint sie auch zu mögen und ein recht anständiger Kerl zu sein.

Es ist erstaunlich wie die Autorin so viele Elemente zueinander fügt, was sie aus allen Informationen macht. Kaum vorstellbar, dass diese Menschen uns weit voraus leben, aber auf dem Stand des Mittelalters leben. Am schwersten vorstellbar ist es allerdings, dass diese keinerlei Liebe und Zuneigung kennen – nicht, dass sie diese einfach verabscheuen, sie kennen sie einfach nicht. Es wurde ihnen nicht beigebracht und Kinder zu machen ist nur gut, damit sie einen besseren Platz auf der Formation erhalten. Auf dieser müssen sie sich aufhalten, wenn die Flut kommt.

Natürlich entwickelt man auch vielerlei Gefühle gegenüber den Bewohnern, von Hass bis zu Mitleid und Trauer. Es ist ein wahres Wechselbad der Gefühle, durch das der Leser gewogen wird. Wie es bei so allen Dystopien ist, hat man immer im Hinterkopf, wie es wirklich wäre, wenn man selbst Teil der Geschichte wäre. Durch die gute Sprache und leichten Dialoge macht die Autorin das Weiterlesen einfach und man gelangt schnell ans Ende – leider! Es lässt aber zu hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Fans von Dystopien und welche, die es noch nicht sind, werden hier ein gutes Buch finden. Man taucht vollständig in eine andere Welt ein und vermag sich nicht auszumalen, wie das in der Realität wäre, was man sich ehrlich gesagt auch nicht vorstellen möchte. Es ist aber sehr unterhaltsam, den Inselbewohnern über die Schulter zu schauen, vor allem Coe, wie sie alles meistert und was für Geheimnisse sie ans Licht bringt!

5 von 5 Punkten

Joelle Charbonneau – Die Auslese posted by on 4. Januar 2015

Eine Welt die am Ende ist bzw. im Neuaufbau, in welcher die Regierung ihre Kinder in den Kampf senden, in welchem sie einzig und allein ans Ziel kommen müssen, egal mit welchen Mitteln. Wem kommt dies nicht bekannt vor? Genau, es klingt sehr nach „Die Tribute nach Panem“. Doch auch in der Dystopie „Die Auslese“ wird das Thema behandelt, in welchem die Handlung ziemlich der Tribute ähnelt…

 
Autor: Joelle Charbonneau
Titel: Die Auslese
Genre: Dystopie
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsdatum: 26.08.2013
Gebunden: 416 Seiten
Preis: 16,99 €

In einer Welt, die am Ende ist, entscheidet die Regierung durch die Auslese, wer zu den nächstmöglichen Anführern wird. Hierzu lesen sie die Kandidaten bei einer genauen Prüfung aus, welche die Auslese ist. Nur die schlausten aus jeder Kolonie werden hierzu auserkoren – so auch Cia. Die sechzehnjährige wird auserwählt, bei der Auslese teilzunehmen. Noch weiß sie nicht, was sie erwartet, aber schlimmer kann es eigentlich nicht kommen…

Man merkt hier gleich die Ähnlichkeiten zu Tribute von Panem. Es entstehen jegliche Parallelen zu dem Bestseller von Suzanne Collins. Die Autorin entführt den Leser in eine Welt, welche wir uns nicht vorstellen möchten und hängt den Leser gleich an die Seite von der Protagonistin Cia. Sie weiß nicht, was auf sie zukommt. Eigentlich ist sie stolz darauf, zu den Kandidaten der Auslese zu gehören. Dies ändert sich jedoch, als sie erfährt, was alles auf sie zukommt. Denn auch ihr Vater gehörte einst zu ihnen und erinnert sich an einige wichtige Details, was er eigentlich nicht wissen sollte – denn nach der Auslese, nach der bestandenen wohlgesagt, werden den Kandidaten das Gedächtnis daran gelöscht. Bei ihrem Vater hat dies nicht so ganz funktioniert und so kann er sie vorwarnen, dass es kein Zuckerschlecken wird.

So wird der Leser also durch den leichten Lesefluss in tiefabründige Situationen gesandt, welche ihn mit offenen Mund zurücklassen. Wer die Tribute von Panem gelesen hat, wird hier einiges wiedererkennen und nicht sehr überrascht sein. Klar handelt eine Dystopie immer um die Welt, welche zerstört wurde und von einer herrschsüchtigen Regierung an sich gerissen wird, aber es sind hier doch sehr, sehr viele Ähnlichkeiten zu erkennen. Leider schwächt das etwas das Lesevergnügen ab, da es eigentlich nicht ganz etwas Neues ist, was die Autorin hier schreibt. Spannend ist es allemal und man bleibt an jedem Wort und an jeder Zeile hängen und kann eigentlich nicht aufhören zu lesen, bevor man nicht weiß, wie es endet.

Das Ende ist dann eigentlich so, wie man es sich irgendwann einmal vorstellt und es lässt den Schluss natürlich offen, so dass man gebannt auf die Fortsetzung bangt. Auch wenn es hier so viele Ähnlichkeiten zum anderen o.g. Roman gibt, lechzt man doch nach der Fortsetzung und möchte Cia weiter begleiten, wie sie hier die weiteren Geheimnisse der Regierung aufdeckt und wie sich alles weiterentwickelt. Wird sie möglicherweise zur nächsten Anführerin?

Die Spannung und der Schreibstil sowie die sympathischen und auch unsympathischen Charaktere, deren Dialoge und die ganze Story dahinter lassen einen gebannt auf die Fortsetzung hinblicken.

Für die Fans von Tribute von Panem ein weitere Leckerbissen, aber auch für diejenigen, die sich dies noch nicht zu Gemüte geführt haben. Für Fans von Dystopien allemal ein gefundenes Lesefutter, welches nicht ausgelassen werden sollte. Da es hier auch etwas weniger herzlich zugeht, sollten es nicht die ganz jungen Leser zu Gemüte führen!

4 von 5 Punkten

Teri Terry – Zersplittert posted by on 4. Februar 2014

Endlich geht sie weiter – die Geschichte um Kyla! Im ersten Band wurde ja erklärt, wie sie das Gedächtnis verloren hat und wieso sie so ist, wie sie ist. Bald wurde klar, dass sie anders als die anderen ohne Gedächtnis an die Vergangenheit ist und das Ende war ein ganz fieser Cliffhanger. Nun geht es weiter und wir erfahren mehr…

Autor: Teri Terry
Titel: Zersplittert
Genre: Dystopie, Fantasy
Verlag: Coppenrath
Gebunden: 432 Seiten
Erscheinungstermin: Januar 2014
Preis: 17,95 €

Kylas Gedächtnis wurde von Lordern gelöscht – scheinbar hatte sie in der Vergangenheit ein schlimmes Verbrechen ausgeübt, weswegen dies der Fall war. Nach dem Kampf mit Wayne fallen die Erinnerungen über sie herein, doch nicht alle. Sie hat bruchstückhafte Träume über ein Mädchen, das sie gewesen zu sein scheint – aber auch andere Erinnerungen von der Zeit bei Free UK, eine Gruppe gegen die Lorder. Als Rain wird sie eher als Spielball von „Nico“ verwendet, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Was oder wer war sie jetzt genau? Und möchte sie so sein, wie sie war – und wenn ja, eher Lucy oder Rain?

Der zweite Band knüpft nahtlos an an den ersten. Es ist auch gar nicht schwer, hineinzufinden. Der Leser hat hier ewig lange gewartet, bis es endlich so weit ist und so ist die Geschichte auch noch im Kopf. Kyla versucht ihr Leben erst einmal normal weiterzuleben, sich nichts anmerken zu lassen. Doch in ihr brodelt es, sie erinnert sich an zu viele Dinge auf einmal, immer wieder.

Die Kyla in diesem Band ist um einiges gewachsen, reifer geworden, das merkt man sogleich. Sie denkt und handelt anders und ist vorsichtiger. Die Neugier kann sie jedoch nicht ganz ablegen, welche ihr zur Gefahr werden kann. Eine leise, knisternde Spannung verfolgt den Leser durchweg durch die Zeilen, denn Kyla könnte sich jederzeit verraten durch ihr Handeln.

Auch hier weiß sie und auch der Leser wieder nicht, wem man hier vertrauen kann. Sie trifft einige Leute, darunter auch einen neuen Nachbarn, die sie sehr nett behandeln. Doch könnte da nicht ein anderes Motiv dahinterstecken? Es passieren so viele komische Dinge, die einem die Zornesfalte auf die Stirn treibt.

Als sie Nico findet, sollte es eigentlich gut sein. Doch irgendetwas an dieser ganzen Sache ist nicht ganz sauber, das merkt man auch als Leser. Sie scheint es auch unterschwellig zu merken, jedoch noch nicht ganz. Sie muss sich aber auch erst zurechtfinden in ihren ganzen Erinnerungen, so auch der Leser.

Der Schreibstil hat sich nicht geändert seit dem ersten Band und so kommt man in einem Sprung durch die Zeilen, man kann eigentlich fast gar nicht aufhören zu lesen, es zieht einen einfach mit. Da man weiß, dass es noch einen weiteren Band gibt, hat man hier wieder einen Cliffhanger zu erwarten.

Die Erkenntnis, dass Kyla anders ist – positiv anders – sowie viele andere Details machen das Buch lesenswert. Sie lernt neue Menschen kennen, können wir ihnen trauen? Die Frage ist die ganze Zeit im Hinterkopf und man weiß bald nicht mehr, wer hier die Wahrheit spricht. Man spürt aber die unterschwellige Gefahr und langsam bekommt man den Riecher, wer hier etwas ganz Böses im Schilde führt. Nur Kyla selbst mag es ewig lang nicht wahrhaben, man mag sie die ganze Zeit darauf hinweisen, was ja nicht geht. Ist sie auch erwachsener als im vorherigen Teil und bekommt alle Puzzleteile sehr schnell zusammen, etwas Kind bleibt doch in ihr zurück – sie ist erst 17. Die Erinnerungen kehren nach und nach zurück und lassen auch den Leser an manchen Stellen verwundert zurück. Wie es nicht anders sein kann, bleiben auch am Ende noch viele Fragen offen, die bestimmt im dritten Teil geklärt werden!

Eine Fortsetzung, wie sie besser nicht hätte sein können. Man erlebt die ganze Geschichte, wie sie weitergeht. Auch der Titel passt wie angegossen zur Geschichte – wie wohl der weitere Teil heißt? Es bleibt auf jeden Fall spannend, ein richtiger Pageturner – für diejenigen, die die Reihe angefangen haben, auf jeden Fall ein Muss! Wer sie noch nicht gelesen hat, sollte mit „Gelöscht“ beginnen, da es sonst etwas verwirrend und unpassend ist. Klare Leseempfehlung von mir!

5 von 5 Punkten

Suzanne Young – Du.wirst.vergessen posted by on 25. August 2013

Es gibt ja genügend Krankheiten, die einen packen können. Doch, was wenn Selbstmord auch eine ansteckende Epidemie wäre? Im Roman von Suzanne Young ist genau das der Fall, wenn auch nur unter Teenagern. Die Regierung geht dagegen vor mit etwas, das sich „Das Programm“ nennt…

Autor: Suzanne Young
Titel: Du.wirst.vergessen
Originaltitel: The Program
Genre: Dystopie
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum:  19.08.2013
Paperback: 448 Seiten
Preis: 14,00 €

Nur das „Programm“ kann die Selbstmord-Epidemie unter den Jugendlichen verhindern. Für die Eltern ein Segen, für die Jugendlichen das Ende ihres kurzen Lebens – denn sie werden sich mit keiner Silbe an ihr vorheriges Leben erinnern können. Man weiß nicht, an was es liegt, aber es nehmen sich immer mehr Jugendliche da Leben. Da wird das „Programm“ erfunden, welches den Jugendlichen die Erinnerung löscht, sobald diese Anzeichen haben, dass sie ihr Leben beenden könnten bzw. wenn sie unglücklich sind. Sloane und ihr Freund James sind gut darin, ihre Gefühle zu verbergen. Auch sie hegen großes Misstrauen gegen das „Programm“, denn Sloanes Bruder hat sich bereits das Leben genommen und einige ihrer Freundinnen wurden mitgenommen und deren Erinnerungen gelöscht. Da ist es kaum verwunderlich, dass die beiden sich nach außen hin gefühlstechnisch abschotten. Dann bricht aber plötzlich der starke James zusammen und das „Programm“ holt ihn. Da bleibt Sloane nichts anderes übrig, als dafür zu kämpfen, dass er sich wieder erinnert – für ihn und für sie!

Es ist erstaunlich, in was für eine Gefühlswelt der Protagonistin man direkt hineinkatapultiert wird. Die Autorin hat es geschafft, mit jeder Zeile die Gefühle direkt überspringen zu lassen. Es herrscht eine melancholische Stimmung, so richtige Freude mag sich nicht aufbauen, was auch irgendwie verständlich ist – denn wer lebt gern unter strenger Aufsicht so eines „Programms“ und darf sich keine Patzer erlauben, da man schneller geholt wird, als einem lieb ist.

Man merkt gleich, dass James hier der stärkere der beiden ist und Sloane sich an ihn klammert, als würde sie sich an einem schützenden Felsen hängen. Da ist es sehr verwunderlich, dass gerade er anfängt zu brechen und geholt wird. Es scheint fast, als würden sich die Charaktere auswechseln, aus der schwachen Sloane wird die starke Jugendliche und umgekehrt. Was dann passiert, lässt auch den Leser überrascht zurück und man versinkt nur noch tiefer in die Zeilen.

Es ist ein etwas eigenartiger Roman, die Personen sind durchweg alle komisch, einschließlich Sloane, um dies hier ja hauptsächlich geht. Es ist befremdlich, dass man seine Gefühle nicht mal vor seinen Eltern zum Ausdruck bringen darf und doch ist genau das der Reiz an diesem Roman, wann die Bombe platzt und einer mal aus der Reihe fällt. Wann erinnert sich der erste Rückkehrer und was wird dann passieren? Solche Fragen stellt sich der Leser und man ist gewillt, nicht mehr aufhören zu lesen, bis man alles darüber weiß.

Auch wenn man etwas älter ist als die Charaktere, die in die Einrichtung gesteckt werden, – das kann nur mit unter 18jährigen passieren – so fühlt man sich doch stark zu ihren Gedankengängen hingezogen und durchlebt das alles mit ihnen, vor allem mit Sloane. Man mag sich nicht vorstellen, nur ein halbes Leben „gelebt“ zu haben, da einem die Erinnerungen genommen wurden. Es ist ganz klar, dass man traurig ist, wenn man jemanden verliert oder der Freund geholt wird, da kann man ja eigentlich gar nicht anders, als Gefühle zu zeigen, denn das tut weh. Doch in dieser Welt des Romans ist das scheinbar nicht erlaubt und man wird gleich schief angeschaut und muss Angst haben, dass man in „Das Programm“ gesteckt wird, da man dann als suizidgefährdet und infiziert angesehen wird.

Viele Personen in diesem Roman sind wirklich nicht die, die sie vorzugeben scheinen – ob gut oder schlecht. Ihre Absichten sind teilweise gut und teilweise auch böse, aber sie sind einfach nicht die, für die man sie hält und wird so jedes Mal wieder überrascht beim Blättern und Lesen der Zeilen.

Als man das Programm erst mal richtig kennenlernt, merkt man, dass es gar nicht so schlimm ist, wie man sich vorgestellt hat. Im nächsten Moment wird einem aber klar, dass das hier auf eine bestimmte Art viel schlimmer ist, als alles andere. Was ist ein Mensch, wenn er keine Erinnerungen mehr an sich selbst hat, wenn man nicht mal mehr weiß, wer man war und wie man so geworden ist, wie man ist? Eine unvorstellbare Vorstellung.

Es ist fraglich, woher die Epidemie eigentlich kommt und wie man sich hiermit anstecken kann. Hierauf geht die Autorin nicht sehr viel ein, darüber erfährt man so gut wie gar nichts. Es wäre interessant gewesen, wie dies ausgebrochen ist und was dazu führte, dass ein solch großes Unternehmen wie „Das Programm“ erbaut werden konnte, um diese Epidemie einzudämmen und was hier der eigentliche Hintergrund ist.

Der Schreibstil lässt einen leicht durchlesen und auch die Dialoge lassen einen kaum los. Man möchte erfahren, was sich hinter diesem ganzen Programm verbirgt und woher diese seltsame Epidemie auf einmal kam, ob das wirklich eine Krankheit ist. Natürlich fragt man sich, wie man sich selbst in so einer Situation verhalten würde. Mit Sicherheit ist das nicht leicht, seine Gefühle so unter Verschluss zu halten. Man stelle sich vor, man darf nicht mal um den eigenen Bruder trauern, da man Angst haben muss, das man in das „Programm“ gesteckt wird und hinterher nicht mehr derselbe Mensch ist – unglaublich!

Trotz der kleinen Mankos ist das eine unglaubliche Geschichte, die einen sofort mitreisst und nicht mehr loslässt, man ist gefangen im Chaos der Gefühlswelt von Sloane und bangt mit ihr, dass alles sich zum Guten wendet. Es ist zwar nirgends vermerkt, aber da das Ende doch einige Fragen offen lässt, könnte es gut einen weiteren Teil geben – wofür ich absolut wäre!

Mitreissend, aufwühlend und in der Tat sehr realistisch – ein Muss für die Liebhaber der Dystopien, die sich gerne mitziehen lassen und sich in Gedanken in der Fiktion zur Realität hingeben!

5 von 5 Punkten

Teri Terry – Gelöscht posted by on 26. Juni 2013

Wie gehen wir Menschen damit um, wenn unsere Erinnerungen verschwunden sind? Das kann ja schnell einmal passieren bei einem Unfall etc. Im Roman der Autorin Teri Terry aber werden die Erinnerungen mit Absicht gelöscht, und zwar bei Teenagern, die straffällig waren. Die Protagonistin des Romanes war das auch, kann sich aber teilweise noch an Dinge erinnern. Was lief hier schief?

Autor: Teri Terry
Titel: Gelöscht
Genre: Fantasy, Dystopie
Verlag: Coppenrath
Erscheinungsdatum: Juni 2013
Gebunden: 432 Seiten
Preis:  17,95 €

Kylas Gedächtnis ist gelöscht, sie wurde geslated – wie man das nennt. Jungen Leuten ,die straffällig geworden sind, wird das Gedächtnis gelöscht und sie werden neu eingegliedert in die Gesellschaft. Aber die 16-jährige hört noch immer Stimmen aus der Vergangenheit, das Slating hat bei ihr wohl nicht ganz funktioniert. War sie wirklich eine Terroristin, die Bomben gelegt hatte? Und wieso ist auf einer Seite für vermisste Kinder ein Bild von ihr? Zusammen mit dem Slater Ben geht Kyla der Vergangenheit auf den Grund.

Man merkt hier sofort, dass dieses Buch ein absoluter Pageturner ist und einen mitreisst. Zwischen Erinnerungen der Protagonistin, die sie für Träume hält, und der Gegenwart pendelt der Leser. Wenn man einmal anfängt, kann man gar nicht anders, als einfach weiterzulesen.

Kyla ist im Prinzip eine normale Teenagerin – jedoch ohne Erinnerungen. Diese wurden ihr genommen, da sie früher eine Terroristin gewesen sein soll, was sie aber nicht so recht glauben mag. Anders wie es sein soll, hat sie noch Erinnerungen an ihr früheres Leben. Natürlich teil sie das keinem Aussenstehenden mit – wer weiß, was sonst mit ihr passieren würde? Ihr Charakter an sich ist liebenswürdig, aber auch zurückhaltend und etwas ängstlich. Sie führt sich nicht wie eine typische 16-jährige auf und dafür, dass sie eigentlich von Null wieder angefangen hat, ist sie doch schon sehr reif.

Die Familie, in welche Kyla gesteckt wird, ist wie die Vorstadtfamilie schlechthin. Die Schwester ist ebenso eine Slaterin, diese ist dem Leser wohl am sympathischsten. Vom Vater bekommt man nicht sehr viel mit, da er ständig unterwegs ist. Die Mutter ist eine etwas strenge Person, die ständig hinterher schnüffelt und etwas komische Ansichten hat.

Die Beschreibungen sowie der leichte Schreibstil machen es dem Leser leicht, von Zeile zu Zeile zu springen und so mehr von Kylas Erfahrungen in ihrem neuen Leben aufzusaugen. Das Geheimnis rund um das Slaten macht neugierig auf mehr und was Kyla über ihr früheres Leben herausfindet. Der Leser merkt mit der Zeit selbst, dass da viel mehr dahinter stecken muss.

Gemeinsam mit Kyla nimmt man alles nochmal neu auf und schmunzelt auch über ihre ersten Versuche z.B. die Autotür aufzumachen, da sie ja nicht mehr wusste, wie das geht. Sie ist zwar etwas naiv, aber auch sehr vorsichtig und schlau. Sie weiß, dass sie eigentlich niemandem vertrauen kann und tut dies auch so wenig, wie es ihr möglich ist. Doch ist ihr Gesicht ein Wechselbad der Gefühle, das jeder entschlüsseln kann, der sie genauer ansieht.

Über dem Roman herrscht eine düstere Stimmung, genau wie Kyla, macht sich auch der Leser Gedanken, wem hier zu trauen ist und wem nicht. Findet man in jemanden eine Vertrauensperson, wird dies gleich wieder erschüttert durch irgendeine Handlung, die das Misstrauen erweckt. Hier kommen dann Fragen auf wie: Wieso ist Kyla so anders als die anderen? Wurden die Teenager wirklich nur geslated, da sie etwas angestellt haben oder gibt es hier doch andere geheimnisvolle Gründe, die wir vielleicht noch erfahren im Laufe des Buches? Wer ist hier der Verräter?

Die Autorin schafft es, eine Welt zu zeichnen, die den Leser völlig in den Bann nimmt und ihn Vermutungen stellen lässt, die sich gleich wieder in Scherben zerbersten, da die Handlung wieder einen unvorhergesehenen anderen Lauf nimmt. Durch geschickte Wandlungsstränge und gut durchdachte, logische Schlüsse führt sie den Leser immer mehr ins Geschehen hinein, aber auch wieder weiter weg, so dass viele Fragezeichen übrig bleiben.

Es ist interessant, wie die Autorin aktuelle Themen auch in der Zukunft des Buches behandelt, woraus Folgen erscheinen, wie sie im Roman erfolgen. Hier könnte man sich jetzt Gedanken machen, was heutzutage alles passiert und ob es wirklich so verheerende Folgen hätte – lassen wir das aber lieber, das könnte überall hinführen. So wie im Roman, dass viele Rechte einfach nicht mehr angesehen werden und Menschen verschwinden können, ohne dass es großes Aufsehen darum gibt und sich noch jemand groß Gedanken darum macht. So reine Fiktion ist die Idee der Autorin gar nicht, was im Jahre 2054 Alltag sein könnte.

Es gab einige Längen inmitten der Dystopie, die den Lesefluss aber nicht unterbrochen haben und die einem auch nicht das Faszinieren des Romans verderben – man kann sich vorstellen, dass es etwas ruhiger wird, bevor wieder ausgeholt wird und etwas Neues passiert. Mit der Zeit merkt auch der Leser, dass Kyla immer entwickelter wird und selbstbewusster, sie entscheidet auch von selbst aus, was Sache ist. Sie wächst sozusagen mit jeder Zeile über sich hinaus.

Mit diesem Werk hat die Autorin ein bedeutendes Debüt hingelegt, es ist klar erkennbar, dass es eine mehrteilige Serie ist. Der erste Teil der Trilogie weckt die Neugier des Lesers wie es wohl weitergehen mag, leider nur müssen wir hierauf bis Frühjahr 2014 warten. Nur mies, dass hier ein richtiger Cliffhanger am Ende des Buches war!

Vor allem dürfen wir gespannt sein, was es mit den einzelnen Charakteren auf sich hat. Wäre hier z.B. „Dad“, den wir als eigentlich sehr sympathischen Menschen kennengelernt haben – hinter diesem steckt mehr, als es den Anschein macht.

Wer gerne detailreiche, fließende Sätze mag und gerne Dystopien liest, ist hier bestens bedient – man sollte sich nicht allzu viel von Spannung versprechen, da dies eher durchgehend schillernd beschrieben ist, was aber nicht heißt, dass es schlechter ist. Im Gegenteil: Durch die Beschreibungen und die gut gezeichneten Charaktere sowie dem Gedanken, wem man trauen kann und wem nicht, wird man hier gänzlich in eine ganz andere Welt entführt und kommt hier nicht mehr raus, ehe man fertig ist!

5 von 5 Punkten

Alex Adams – White Horse posted by on 16. Juni 2013

Es gibt mittlerweile viele Dystopien bzw. Endzeitromane. Muss es nicht irgendwann langweilig werden? Ich meine, nein muss es nicht, denn in jedem von ihnen passiert etwas anderes und die Welt sieht in Zukunft anders aus. Auch der Roman des Autors Alex Adams spiegelt eine kaputte Welt in ferner Zukunft wider – oder ist sie doch nicht so fern?

Autor: Alex Adams
Titel: White Horse (auch Originaltitel)
Verlag: Piper
Genre: Fantasy, Dystopie, Endzeitroman
Erscheinungsdatum: 10.09.2012
Klappenbroschur: 448 Seiten
Preis: 16,99 €

Es ist eine Welt, die alle Hoffnung verloren hat, eine Frau, die ihr Ungeborenes schützen muss. Ein Wettlauf gegen die Zeit – wird hier überhaupt noch jemand überleben? Zoe verliert wie viele, viele andere Menschen alles geliebte auf dieser Erde. Nicht nur ihre Familie, sondern auch ihr geliebter Nick sind verschwunden. Von diesem erwartet sie ein Kind, wie sie vor kurzem entdecken musste. Zoe interessiert nur noch, wie sie Nick am schnellsten findet, wie das Geheimnis um „White Horse“ zu lüften ist und wie sie ihr ungeborenes Kind in einer todgeweihten Welt beschützen kann.

Man schlägt kaum die erste Seite auf und ist schon gefangen von dem Schreibstil des Autors. Man lernt sogleich die Protagonistin Zoe kennen, die einen starken Charakter hat, hinter welchem doch leicht eine verletzliche Person zu erkennen ist. Diese hat in jeder Situation einen schlagfertigen Kommentar und sieht alles doch immer mit Humor, wenn auch oft mit schwarzem oder auch Sarkasmus.

Im Gegensatz zu ihr hier Lisa, die sie auf ihrer Reise begleitet. Das blinde Mädchen ist ein stiller Charakter und etwas eingeschüchtert. Die zwei Damen sind hier Gegenparts wie es unterschiedlicher nicht sein könnte. Die Beschützerin und die Verletzliche, so könnte eine Bildunterschrift lauten, würde man diese vor Augen haben. Zoe hat diese vor ihrer eigenen Familie gerettet, aus deren Klauen. Was Menschen zu Monstern werden lassen kann, sieht man in so einem Endzeitroman.

Die Erzählweise ist aus Zoes Sicht, sie wird in Ich-Form erzählt. Jedes Kapitel springt zwischen „Jetzt“ und „Damals“. Jetzt ist die Situation, in welcher die Menschheit sich nach dem Zusammenbruch der Welt befindet, damals war davor, als alles noch in Ordnung war – vermeintlich.

Von Nick erfährt man immer mehr in den „Damals“-Kapiteln. Er war Zoes Therapeut und dem Leser sofort sympathisch, jeder würde sich so einen Therapeuten wünschen, das ist klar. In diesen Kapiteln wartet der Leser nur darauf, bis der Funke richtig überspringt.

Über dem ganzen Roman hängt eine düstere Atmosphäre, welches dem Leser ein Prickeln beschert und ihn gespannt weiterlesen lässt, was noch auf ihn zukommen mag. Begleitet von vielen verschiedenen Weggefährten macht sich Zoe auf den Weg nach Griechenland. Es passieren so einige Dinge, die den Leser stirnrunzelnd zurücklassen. So wie auch der Schweizer, welcher Zoe eine Zeit lang begleitet. Er ist eine unangenehme Person und immer für Sticheleien zu haben. Hier fragt man sich schon des Öfteren, wieso er so ist und was mit ihm nicht stimmt. Hat er den Verstand verloren oder ist er einfach so? Die Lösung hierzu wirkt dann tatsächlich wie ein Aha-Effekt.

Das ganze Buch unterhält den Leser wirklich sehr gut, man kann darin ganz versinken und macht sich Gedanken über das Land, wie es nun ist. Die düstere Stimmung und was hier alles passiert ist durch das Virus lässt einen nachdenken. Das Ende jedoch war etwas zu schnell und zu wenig erklärt, hier kommt es einem vor, als wären dem Autor die weiteren Erklärungen ausgegangen.

Nichts desto trotz ist dies eine spannende Lektüre, welche einen mitreisst und gefangen hält – welche ich auch uneingeschränkt weiterempfehle an diejenigen, die gerne Dystopien und Endzeitromane lesen und sich von düsteren Atmosphären nicht abschrecken lassen.

4 von 5 Punkten

Christoph Zachariae – Ödland: Erstes Buch: Der Keller posted by on 9. Mai 2013

Man stelle sich vor, die Welt geht zugrunde, existiert nicht mehr, wie sie es jetzt tut. Was macht dann die Menschheit? Geht sie auch unter? Im Endzeitroman von Chris Zachariae verscharren sich zumindest ein Teil der Menschen im Keller und gehen nicht mehr an die Oberfläche.

Autor: Christoph Zachariae
Titel: Ödland: Erstes Buch: Der Keller
Genre: Endzeitroman, Dystopie
Erscheinungsdatum: 08.10.2012
eBook: 257 Seiten
Preis:  3,99 €

Die Welt ist nicht mehr das, was sie einmal war. Sie ging vor vierzig Jahren unter, seitdem wird hier nur noch um den Rest der Vorräte gekämpft. Übrig bleiben hier nur noch Wüste und Wildnis – das Ödland. Die Überlebenden rotten sich zusammen und verkriechen sich in sogenannten Enklaven, was aus Kellern, Bunkern etc. bestehen kann. Klar müssen sie immer wieder einmal raus, um auf die Suche nach neuen Dingen, Essen und Errungenschaften zu gehen. Doch ist das sehr gefährlich, denn die übrigen Menschen bekriegen sich, sobald sie sich sehen, denn ein jeder ist auf der Suche nach etwas Essbarem und fühlt sich bedroht durch die anderen, welche es wegnehmen könnten.

Mega, eine 19jährige junge Frau, wächst in einem der Keller auf unter der Universität. Sie kennt die Welt oberhalb nicht, möchte das aber ändern. Mega ist aber anders als andere junge Menschen nicht im Keller geboren und das weiß sie, auch wenn sie sich nicht daran erinnern kann. Sie hatte ein Leben vor dem Keller…

Der Endzeitroman ist realistisch geschrieben, verstrickt den Leser in Szenarien, die er sich kaum vorzustellen vermag. Die Leute im Keller sind wie eine kleine Gemeinschaft – ein Dorf, das untergegangen ist. Nur gehen ihnen auch die Vorräte aus und sie werden nicht jünger. Mega haben sie vor ihrer Tür gefunden und sie sofort aufgenommen, auch wenn sie deren Herkunft nicht wussten und sie ja auch ein Spion sein könnte.

Mega ist gut gezeichnet, nicht gerade naiv wie sie für ihr Alter sein könnte, aber auch nicht zu überreif. Sie ist mutig und neugierig und aufmüpfig, wie es Jugendliche in deren Alter normalerweise sind. Sie lernt schnell und erinnert sich an die Vergangenheit, auch wenn sie nicht sagen kann was sich dort abspielte.

Als die Enklave angegriffen wird, spielt sich die Spannung hoch und man möchte mehr darüber erfahren, denn das alles geschieht nicht ohne Grund. Hagen, der Anführer, scheint Mega irgendwoher zu kennen. Gleichzeitig will natürlich auch der Leser wissen, was dahintersteckt und liest umso schneller, um voranzukommen.

Die Perspektive wechselt öfters von der Gegenwart zur Vergangenheit, wie die Ausbildung Megas vorangegangen ist. Die Gegenwart ist der Angriff der Enklave durch Hagen und dessen Sippe. Man erfährt Stück für Stück mehr über die Gründe und auch Megas Vergangenheit. Woher kannte sie Waffen und wie man damit umgeht? Auch wenn sie es selbst nicht weiß, der Leser möchte es unbedingt in Erfahrung bringen. Genaugenommen sind es drei Stränge, die erzählt werden – Mega und die Leute im Keller, die Leute bei denen Mega danach unterkam und nach dem Angriff von Hagens Truppe und der Fortgang danach.

Sobald Mega aus der sicheren Umgebung der Universität raus ist und auf den verlassenen Straßen fährt, kehrt ihre Erinnerung immer mehr und mehr zurück. Man vermag nicht zu sagen, was in einem selbst vorgeht, man sieht sich selbst als Mega und verfließt total mit der Geschichte. Wo wird es Mega hin verschlagen? Man folgt ihr ruhigen Schrittes und Zeilen. Wann sie wohl auf die ersten anderen Menschen treffen wird und wie diese sie aufnehmen oder bekriegen sie sich gar? Diese Fragen jagen einem durch den Kopf während des Lesens.

Am Ende angekommen ist man erst mal sauer auf den Autor, ein ganz böser Cliffhanger! Was einen aber nur umso gespannter macht auf den weiteren Band!

Man kann sich kaum vorstellen, wie eine solche Welt in Zukunft aussehen mag. Der Autor hat hier mit seiner klaren Ausdrucksweise und dem leicht verständlichen Schreibstil eine klare Vorstellung davon geliefert, was uns erwarten könnte und was wir keinesfalls haben möchten. Doch wer weiß, wie es in Zukunft aussehen mag, die Menschen machen die Welt ja selbst kaputt.

Dies ist ein Buch für diejenigen, die sich gern in eine andere Zeit versetzen lassen möchten, was nicht heißt, in eine bessere! Bei diesem Buch kann man aber gut in eine andere Fantasie entschlüpfen und hat eine große Spannung dabei, man ist gut unterhalten!

4 von 5 Punkten