Audrey Carlan – Trinity – Verzehrende Leidenschaft posted by on 27. Januar 2017

Kann man so lieben, dass es weh tut und man sich erst gar nicht darauf einlassen möchte aus lauter Angst? Wenn einem schon so viel zuvor passiert ist, genießt man so etwas natürlich mit Vorsicht, so auch Gillian. Wie wird sie das meistern, Gefühle und eigene Sicherheit unter einen Hut zu bringen?

Autor: Audrey Carlan
Titel: Trinity – Verzehrende Leidenschaft
Genre: Erotik, Liebe
Verlag: Ullstein Buchverlage
eBook: 432 Seiten
Erscheinungsdatum: 02.01.2017
Preis: 9,99 €

Gillian Callahan arbeitet für die Hilfsorganisation Safe Haven. Auf einer Tagung lernt sie den Vorstandsvorsitzenden Chase Davis kennen. Eigentlich hat sie das Thema Männer abgehakt, wurde sie doch schwer misshandelt von ihrem Ex Justin. Der Milliadär Chase hat es ihr aber so angetan, dass sie alle guten Vorsätze über den Haufen wirft, auch wenn sie immer wieder dagegen ankämpft. Wird sie ihm tatsächlich vertrauen können, ihn lieben und an seiner Seite sein können?

Mit Gillian wird man gleich warm, sie ist eine starke Persönlichkeit, die viel hinter sich hat. Sie hat einiges in ihrem Leben durchgemacht, das wird einem von Zeile zu Zeile immer klarer. Als sie sich in Chase verliebt, merkt man richtig, wie es sie aus der Bahn wirft. Bei ihm merkt man aber ebenso, dass er total verschossen in sie ist – nur sie selbst kann nicht so recht dran glauben, ist er doch ein Weiberheld! Auch hat sie Angst, dass ihre Vergangenheit alles kaputt macht, was sie nun miteinander haben.

Ich muss zugeben, das Buch erinnert sehr, sehr stark an Fifty Shades of Grey. Und doch ist es anders – und genau das macht den Unterschied. Man liest es gern, man ist gern mit den Charakteren auf der Achterbahn der Gefühle und auch sprachlich bringt die Autorin genau das herüber, was man sich im Kopf dann ausmalt.

Die Geschichte an sich ist überaus spannend, natürlich aber auch die heißen Szenen – für prüde Leser ist das hier mit Sicherheit nichts, derbe Ausdrücke gibt es hier jede Menge! Ganz so hart wie SoG ist es dann doch nicht, da liegt der kleine Unterschied – es wird mehr auf die Handlungsebene zwischen den beiden eingegangen, als auf das sexuelle (wenn das hier auch sehr heiß hergeht).

Es ist auf jeden Fall eine kleine Entführung in die Welt der beiden wert – man wird es nicht bereuen, als Fan solcher Bücher schon zehnmal nicht! Ich selbst bin schon gespannt auf die weiteren Bände, die lasse ich mir nicht entgehen!

5 von 5 Punkten

 

Geneva Lee – Royal Passion posted by on 28. Dezember 2015

Mit der Royals-Saga 1 legt die Autorin Geneva Lee einen neuen Hype für die Fans von SoG vor. Ähnlich geschrieben, ähnliche Handlung und gleichermaßen aufgebaut – dennoch ist es anders. Hier verschlägt es den Leser direkt in das Königshaus Englands und dessen dunklen Seite…

Autor: Geneva Lee
Titel: Royal Passion (The Royals-Saga 1)
Genre: Roman, Erotik
Verlag: blanvalet
eBook: 449 Seiten
Erscheinungsdatum: 14.12.2015
Preis: 9,99 €

Die Neureiche Clara Bishop erwartet nicht, auf ihrer Abschlussfeier an der Oxford University auf einen attraktiven Fremden zu treffen. Dieser zieht sie ohne Vorwarnung an sich und küsst sie leidenschaftlich, verschwindet dann aber. Noch hat sie keine Ahnung wer es ist bis dahin, bis ein Bild in der Zeitung von ihm auftaucht. Es ist der Prinz von England höchstpersönlich – Alexander. Sie merkt gleich, dass er gefährlich und ein Bad Boy der übelsten Sorte ist. Er könnte Clara ins Verderben stürzen – ob sie dieser magischen Anziehungskraft wohl gewachsen ist?

Also gleich vorneweg kann man sagen, wer hier viel anderes erwartet als Fifty Shades of Grey darf das Buch nicht lesen. Denn eigentlich ist es so ziemlich die gleiche Geschichte, nur auf anderem Niveau und doch etwas anders. Natürlich ist auch Schreibstil nicht identisch, leicht rein findet man aber genauso.

Es dauert hier auch wirklich nicht lange, bis man Clara in- und auswendig kennt und mit ihr direkt im Geschehen ist. Es ist, als würde man ihre Gefühle direkt per Draht mitbekommen. Sie hat ein wahres Gefühlsbad vor sich, dennoch ist sie eine etwas naive Frau. Sie hält sich für stark, ist aber doch etwas sehr nachgiebig und schwach und verhält sich genau wie das sprichwörtliche Kaninchen, das in den Bau des Fuchses gerät aus Neugier. Alexander dagegen ist, oh Wunder, genau das Gegenteil – äußerlich! Er scheint gefährlich zu sein und genau zu wissen, was er tut. Doch auch hier brodelt etwas Geheimes unter der Oberfläche und auch dieser Mann trägt seine Wunden mit sich herum, die auf den ersten Blick nicht offen zu erkennen sind. Die beiden kommen sich also ziemlich sehr schnell näher und erkennen, dass sie beide aufeinander eine magische Anziehungskraft ausüben. Leider haben sie beide nicht den gleichen gesellschaftlichen Stand, da er der Prinz von England ist und sie nur eine Neureiche durch ihre Eltern, die ihre Webseite verkauft haben und so zu Millionären wurden. Dennoch stürzen sich beide in ein Meer aus Gefühlen, Lust und Leidenschaft und das auf die etwas härtere Weise. Kennen wir schon? Ja, etwas, aber trotzdem ist es doch etwas anderes.

Der Schreibstil lässt einen echt von einer Seite zur nächsten blättern und gelegentlich auch „sabbern“. Man möchte und kann eigentlich nicht mehr aufhören, da man unbedingt wissen mag, wie es sich zwischen den beiden entwickelt. Man merkt, dass hier dem Leser fast nur diese beiden auf dem Silbertablett präsentiert werden, aber auch die kurzen Einblicke in die anderen Charaktere werfen Sympathien auf und natürlich auch Antipathien. Ich bin da schon gespannt, wie es in den weiteren Bänden weitergeht und freue mich schon auf einige Gesichter.

Für den Leser ist es schon manchmal etwas erstaunlich, wie naiv so ein Mädchen wie Clara sein kann – ich persönlich fand nicht alle ihre Handlungen durchdacht und nachvollziehbar, aber wer handelt schon realistisch, wenn er die rosarote Brille auf hat?

Also ehrlich gesagt, hat es mir schon etwas sauer aufgestoßen, dass man hier direkt auf eine weitere SoG-Geschichte stößt und die Ähnlichkeit nicht abstreitbar ist. Andererseits hat mich das Buch aber auch gut unterhalten und ich bin ganz in die Welt der Royals eingetaucht und erst am Ende wieder aufgetaucht – so sollte es doch bei einer guten Unterhaltung sein, oder? Daher kann ich das Buch auch weiterempfehlen, die es nicht so persönlich nehmen, dass hier so viele Ähnlichkeiten bestehen und trotzdem Wert auf eine gute Unterhaltung mit einem guten (großen) Schuss prickelnde, härtere Erotik legen, denjenigen sei der Auftakt zur Trilogie ans Herz gelegt!

4 von 5 Punkten
Sandra Henke & Kerstin Dirks – Begierde des Blutes posted by on 3. Februar 2015

Was alles aus einem vermeintlich falschen Brief im Kasten werden kann? So erfährt man von einer Frau, die Jahrhunderte vorher gelebt hat und scheinbar das erlebt hat, was in den Memoiren steht. Auch die Protagonistin in „Begierde des Blutes“ wird mit so etwas konfrontiert und stößt an ihre Grenzen der Glaubwürdigkeit…

Autor:  Sandra Henke & Kerstin Dirks
Titel: Begierde des Blutes – Die Condannato-Trilogie 1
Genre: Urban Fantasy
Verlag: dotbooks
Erscheinungsdatum: Februar 2015
eBook: 232 Seiten
Preis: 7,99 €
bereitgestellt durch BdB

Als Tamara nach Hause kommt, findet sie einen großen Umschlag in ihrem Briefkasten. Dieser ist weder adressiert noch befindet sich Werbung oder ähnliches darin. Was sie darin findet, sind die Memoiren einer Sophie Ashford. Wer hat ihr diese zukommen lassen, wer hat ein Interesse daran, dass sie sich damit beschäftigt? Sie geht der Sache auf den Grund und lernt dabei den mysteriösen Dorian Everheard kennen. Sofort ist sie von ihm gebannt und will nur noch an seiner Seite sein. Doch geht auch eine Gefahr von ihm aus, denn er gehört der Condannato-Loge an, einem sehr mächtigen Vampirbund…

Sofort ist man gefesselt von dem Geschriebenen. Die Autorin führt den Leser direkt in das chaotische Leben der Tamara ein. Die Werbedesignerin muss sich kurzerhand mit den Memoiren einer gewissen Sophie Ashford auseinandersetzen. Dabei fragt sie sich immer wieder, wer Interesse daran hat, dass sie sich damit beschäftigt. Bei ihren Nachforschungen trifft sie auf den geheimnisvollen Dorian – ein Vampir. Überhaupt handeln die ganzen Memoiren von Vampiren etc. – soll sie das alles glauben oder ist das einfach Humbug?

Spannend geschrieben mit interessanten Dialogen und Handlungen wird der Leser in die Fantasiewelt entführt und gibt sich vollends der Geschichte hin. Die abwechselnde Sichtweise von Tamara und Sophie werden gekonnt erzählt, man könnte fast meinen, die beiden wären ein und dieselbe Person, nur in verschiedenen Jahrhunderten. Auch was sich abspielt könnte beidermaßen gleich sein – es scheint zu viele Parallelen zu geben, als dass es sich um einen Zufall handelt.

Spätestens da hat die Autorin den Leser an der Angel, man wartet gebannt auf die Lösung des Rätsels. Die heißen Szenen zwischendurch heizen die ganze Situation nur noch mehr an, man möchte unbedingt erfahren, wie es um Sophie steht und auch um Tamara, ob sie das finden, was sie suchen.

Für Fans der Urban-Fantasy ist dies eine gelungene Abwechselung, es ist hier alles vorhanden. Von Spannung, vielen Vampiren sowie heißen Szenen, einfach alles! Durchweg kann ich das Buch allen Lesern solchen Genres empfehlen, ich werde mir auf jeden Fall die weiteren Teile der Condannato-Trilogie genehmigen.

5 von 5 Punkten

Laura Lay – Das Geheimnis der Flamingofrau posted by on 5. April 2014

Lesen wir nicht gern von Liebe und den Dingen, die dazugehören? Mittlerweile gibt es viele erotische Romane auf dem Markt und sie werden gerne gelesen. Laura Ley hat mit ihrem Werk „Das Geheimnis der Flamingofrau“ auch eine erotische Geschichte geschaffen, die den Leser anspricht.

Cover FlamingoAutor: Laura Lay
Titel: Das Geheimnis der Flamingofrau
Genre: Erotikerzählung
eBook: 53 Seiten
Preis: 2,79 €

Eine geheimnisvolle Domina, die mit ihrer scheuen Gespielin ein Gutshaus am Stadtrand bezieht. Ein Junglehrer, der in eine erotische Falle gerät. Und eine anonyme Sammlerin von Erotika, die die Notlage eines Schriftstellers ausnutzt und pikante Erzählungen von ihm erpresst, deren Richtung sie Folge für Folge bestimmt …

Laura Lay nimmt ihre Leser in eine Doppelwelt mit, wo Versuchung und Intrige Hand in Hand gehen, wo Erpressung zur Verführung wird, wo die erotische Erfindung langsam ins Reale greift.

Das erste Kapitel handelt sogleich von Gerüchten um die schöne Tania von Rosenfels. Sie zieht in ein Dorf, in das Gutshaus. Da keiner was genaues über sie weiß, werden schnell Gerüchte in die Welt gesetzt. Man weiß nur, dass sie nicht von schlechten Eltern lebt, da sie schon ein großes Buffet aufgetischt hat und auch für das Kirchendach gespendet hat.

Faszinierend ist es, dass die Autorin die erotische Erzählung aus Sicht eines Mannes erzählt. Weiß man als Frau vielleicht besser als die Männer selbst, worauf diese abfahren? Auf der anderen Seite gibt es noch den Schriftsteller Leon, auch diesem fällt die gutaussehende Frau auf. Eigentlich sollte er aber eher an sein nächstes Buch denken, da der letzte Preis schon über zwei Jahre her ist.

Bis einmal etwas richtiges passiert, dauert es an. Man merkt zwar die erotischen Strahlen zwischen den Zeilen durchgehend, aber bis es dazu kommt, dauert es – das musste einfach so sein, damit die Geschichte zur Geschichte wird. Die Geschichte an sich – eine Geschichte in einer Geschichte, genial gemacht. Der Durchblick kommt nach und nach, aber wenn, dann wird es richtig aufheizend.

Welche Rolle der Schriftsteller hat, merkt man sobald er anfängt seine Geschichte zu schreiben. Nun ja, eigentlich davor schon. Dies ist wirklich eine ausgeklügelte Idee der Autorin und vermag den Leser nur mehr in den Lesestrudel zu ziehen.

Die Autorin versteht es, den Leser zu fesseln und mit sich zu ziehen. Ihr Schreibstil hat etwas besonderes und man mag kaum den Blick abwenden vom Geschriebenen. Das und das erotische Knistern machen das Büchlein zu einem Erlebnis der besonderen Art. Man kann abtauchen, hat einen Film vor Augen und ist gut unterhalten.

Die Geschichte rund um Tanja, ob in der Geschichte oder real im Büchlein, ist sehr geheimnisvoll gehalten. Das stachelt den Leser natürlich nur noch mehr an, mehr zu lesen und schneller, um mehr herauszufinden.

Liebe Autorin, das Ende ist fies – man möchte sofort weiterlesen und nicht in der Luft gehalten werden! =)

Für ein paar prickelnde Momente sowie ein Abtauchen in Sinnlichkeit, Zärtlichkeit und Abdriften der Gedanken, genau die richtige Lektüre. Wer der Erotik in Büchern nicht abgeneigt ist, wird hier bestens bedient sein und sich ein schönes Stündchen damit machen können! Wer aber auf viel derbe, erotische Szenen wartet, ist hier falsch – denn Frau Lay hat hier ein anderes Tempo vorgelegt, das zeigt, dass es nicht immer solche Szenen geben muss, um genau das hervorzurufen!

5 von 5 Punkten

E.L. James – Shades of Grey – Gefährliche Liebe posted by on 13. Juni 2013

Und es geht weiter – Shades of Grey mit Christian und Ana. Wird der Band jedoch das Niveau des ersten halten können ohne langweilig zu werden?

Autor: E. L. James
Titel: Shades of Grey – Gefährliche Liebe (Band 2)
Originaltitel: Fifty Shades Darker
Genre: Erotikroman
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 31.08.2012
eBook: 608 Seiten
Preis: 9,99 €

Ana beendet die Beziehung zu dem „abgefuckten“ Christian, es wird ihr auf Dauer doch zu schwer. Was sie jedoch nicht beachtet hat, ist, dass es noch schwerer ist, ohne ihn zu leben. Sie kann es nicht verleugnen, dass ihr Verlangen zu ihm größer ist als ein Leben in Ruhe zu führen. Sie hat nun einen neuen Job in Seattle und ist mit ihrer Freundin Kate auch dorthin gezogen. Sie willigt ein, Christian noch einmal zu treffen – und rutscht wieder in den Sog der Leidenschaft. Sie sind wieder ein Paar und es scheint ihnen gut zu gehen, wäre da nicht die eifersüchtige ehemalige Liebhaberin Leila von Christian, die es auf die beiden abgesehen hat und ihnen ihr Glück nicht gönnt.

Die Autorin versteht es recht gut, die Geschichte da weiterzuerzählen, bei welcher Stelle sie aufgehört hat. Anstatt dass es langweilig wird, nimmt der zweite Band an Fahrt auf und zieht den Leser in den Sog der Zeilen, sei es Leidenschaft, Wut oder zwischenmenschliche Dinge. Man erwartet nach Band 1 eigentlich keine hohe Spannung mehr, die Autorin schafft es aber trotzdem.

Es tauchen zwar immernoch die innere Göttin, das Unterbewusstsein sowie das Wort „postkoital“ vermehrt auf, man stört sich aber nicht mehr so dran wie im ersten Band – es scheint fast, als gewöhne man sich daran. Vielleicht hat die Autorin selbst gemerkt, dass es etwas störend ist.

Die Protagonistin scheint im Verlauf etwas erwachsener geworden zu sein, man merkt hier einen deutlichen Charakterzugwechsel. Sie entscheidet nun etwas eigenständiger und denkt auch mal nach, bevor sie etwas tut. Christian ist der arrogante Kerl wie eh und je, doch auch er scheint Gefühle zu haben und zeigt sich des Öfteren von einer besseren Seite als geahnt. Auch die Familienmitglieder und Freunde der beiden sind gut beschrieben, man hat sie förmlich vor Augen – es sind alle sehr lebhaft, so auch die „Feinde“ und nicht so tollen Personen wie diese hier. Wenn die Autorin etwas sehr gut kann, dann Charaktere entwerfen, die Form annehmen vor den Augen.

Nach einiger Zeit lässt der Lesefluss nach, er ist nicht mehr so stark vorhanden wie beim ersten Teil. Es ist einfach vieles schon bekannt und es kommt auch nicht mehr viel Neues hinterher. Es ist zwar sehr lustig anzusehen, wer hier mit wem anbandelt und die Reaktionen der anderen – allen voran Christian, welcher ja sogleich immer erst einmal wütend bzw. engstirnig reagiert, aber es reisst hier nicht das Große am Lesegenuss heraus.

Die Autorin hat hier eine gute Fortsetzung geschaffen, die leider nicht an den ersten Teil herankommt, trotzdem aber sehr gut zur Unterhaltung beiträgt. Man fühlt sich fast wie auf einem Spaziergang mit den bekannten Charakteren aus dem Vorgangsroman.

Ehrlich gesagt, verstehe ich persönlich noch immer nicht, was an diesen Erotikromanen so derbe pervers sein sollte. Heutzutage gibt es einiges, das weitaus mehr ins Detail erzählt wird und wo es etwas heftiger zugeht als bei diesen beiden Charakteren. Das ganze Aufpuschen um das Buch, wie schlimm doch die Beschreibungen seien usw. – man sollte sich hiervon nicht abschrecken lassen oder gar andersherum: sich nichts davon versprechen, denn es kommt alles anders als man denkt und ist halb so schlimm!

Das Ende lässt auf einen guten dritten Teil hoffen, in welchem es etwas mehr Spannung geben wird – hoffentlich! Das lässt einen auf den dritten und letzten Teil hoffen, welcher ja immernoch besser sein könnte als dieser.

Trotz einiger Schwächen ist der zweite Teil rund um Christian und Anastasia doch gut gelungen und hat einige Momente, die einen nicht mehr loslassen und gefangen halten. Zu empfehlen an diejenigen, die sich nicht zuviel von den harten Dingen versprechen, die vorhergesagt werden durch die Medien und zwischendurch gut unterhalten werden möchten!

3 von 5 Punkten

E.L. James – Shades of Grey – Geheimes Verlangen posted by on 19. Mai 2013

Das Buch „Shades of Grey“ ist ja zur Zeit immernoch in aller Munde – nun bin ich auch einmal dazugekommen, es zu lesen. Verspricht es das, was die Medien durchhecheln?

Autor: E.L. James
Titel: Shades of Grey – Geheimes Verlangen
Originaltitel: Fifty Shades of Grey
Genre: Erotik
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 28.06.2012
eBook: 604 Seiten
Preis: 9,99 €

Die 21-jährige Literaturstudentin Anastasia ist in der Liebe gänzlich unerfahren. Da muss sie für ihre Kollegin Kate ein Interview für die Studentenzeitung machen und trifft auf den 6 Jahre älteren, reizvollen Christian Grey. Auch wenn sie sich einreden möchte, dass sie nichts von ihm will, sagt ihr Körper ihr alles andere dazu. Als sie ihn erneut trifft und sie sich wieder verabreden, ist alles zu spät und er zieht sie in den Sog einer gefährlichen Liebe, in eine solche, die sie abschreckt und anzieht zugleich…

Fängt man erst einmal mit dem Lesen an, ist man eigentlich sogleich gefangen. Erzählt wird hier aus der Sicht Anastasias in Ich-Form. Man merkt den Zeilen gleich an, dass sie eine etwas naive, junge Frau ist, die keinerlei Erfahrung in Dingen Liebe o.ä. hat. Das Verhalten mag ja anfangs noch ganz sympathisch auf den Leser wirken, nervt aber etwas mit der Zeit.

Ganz anders ist hier Christian, er wird als erfahrener, reifer junger Mann beschrieben, der er auch zu sein scheint. Er weiß was er will und genau das bringt er auch in seinem Charakter herüber. Er gehört zu den sogenannten „Bad Boys“ – Mädels, wollt ihr wirklich sagen, dass ihr so einen nicht anziehend findet, obwohl er ein böses Image hat? Hier wird genau der Typ Mann beschrieben, den so viele Mädels verabscheuen und auf diejenigen sie im Grunde dann doch abfahren. Warum ist das so? Mit diesen Männern ist alles möglich, das weiß Frau!

Eigentlich geht es ziemlich lang hin und her, bis endlich etwas passiert. Die zwei tänzeln um einander rum und gehen doch wieder auf Abstand. Der in den Medien als so verruchtes Buch verschrieene Roman ist gar nicht so schlimm. Das merkt man ziemlich schnell und auch in den vermeintlichen „harten“ Sexszenen spielt sich hier eigentlich nichts allerhand ungewöhnliches ab – sieht man mal von den Fetischen der Protagonistin ab, die ja eigentlich total unerfahren war und hiermit neue Erfahrungen macht. Da „rollt es einem die Zehennägel“ auf, sprichwörtlich gesagt.

Der Roman ist eigentlich flüssig und schnell zu lesen, gut geschrieben – es gibt jedoch drei Dinge, die einem mit der Zeit etwas auf den Keks gehen. Hier wird z.B. das Wort „postkoital“ viel zu oft für viel zu unrelevante Dinge verwendet, die innere Göttin und das Unterbewusstsein der Protagonistin haben hier auch zu oft etwas zu melden, was dem Leser des Öfteren ein Augenrollen abverlangt. Aber abgesehen davon unterhält das Buch den Leser gut, außer dass sich die Handlungen jederzeit immer wiederholen.

Man merkt, dass die Protagonistin erwachsener wird mit der Zeit und Christian doch noch Gefühle hat und ein Mensch ist. Trotz der etwas unsympathisch gehegten Gefühle gegenüber den Charakteren gestalten diese sich doch gut in der Geschichte, sind bildlich dargestellt und sie gehören einfach dazu. Auch der Humor fehlt in der ganzen Sache nicht, der Leser schmunzelt das eine oder andere mal beim Wortwechsel der Charaktere. Im Prinzip geht es hier nur ums Eine, wie es auch für einen Erotikroman so sein soll, Gefühle spielen hier aber auch eine ganz große Rolle.

Anders als erwartet, hat mir der erste Band von Shades of Grey doch gefallen trotz vieler kleiner Schwächen. Es war einfach gut zu lesen und hat auch gut unterhalten, durch den ganzen Hype ist das Buch etwas Besonderes geworden, wobei es viele in dem Stil gibt und dieses nur eines davon ist. Nichts desto trotz mag man nun die beiden weiteren Teile verschlingen, die hoffentlich genauso gut sind und sich weiterentwickeln in der Geschichte.

Es gibt einen Haufen Bücher, welche von einer etwas naiven, unerfahrenen Protagonistin handeln und einem reichen, arroganten „Bad Boy“, was zählt ist, wie es geschrieben ist. Fließt die Geschichte nur so dahin, dass man gar nicht mehr aufhört zu lesen, hat der Autor es geschafft, den Leser zu packen und gut zu unterhalten. Genau das ist bei Shades of Grey der Fall, man wird trotz der Schwächen einfach mit in den Sog der Geschichte gezogen und hat das Gefühl alles direkt vor Augen zu haben.

Wer darüber hinwegsehen kann, dass die Charakterzüge der Protagonistin einen zum Kopfschütteln bringen und dass Christian etwas von einem Raubtier an sich hat, ein arroganter Schnösel ist, der wird hier gut unterhalten und kann sich so eine Nacht um die Ohren schlagen, da man einfach nicht aufhören mag zu lesen!

3 von 5 Punkten

Melanie Hinz – Nie genug posted by on 24. Juli 2012

In Erotikromanen wird die Handlung zumeist nur obszön und pervers dargestellt, es dreht sich nur um eine Sache – nicht jedoch im Roman „Nie genug“ von Melanie Hinz. Hier geht es auch noch um die Protagonisten Emma und Sam, deren Geschichte…

 

Als die etwas mollige Emma in den Laden geht, um sich etwas Schokolade zu holen, rennt sie wahrhaftig den Traummann über den Haufen. Erst fällt ihr dies zwar nicht auf, aber er kreuzt ihr wieder auf im Gang des Ladens. Nicht nur das, sie hat auch noch ihre Gammelerscheinung an, grad so als wäre sie aus dem Bett gekommen. Es kommt noch besser – genau dieser Typ stellt sich als der beste Freund einer ihrer ehemaligen besten Freundinnen heraus, mit der sie nun wieder regen Kontakt hat. Es kommt, wie es kommen muss – er findet Emma sexy, doch diese findet dies alles andere als lustig, dass er sie verarschen will. Oder hat er das gar nicht vor und sieht sie tatsächlich als Sexbombe?

Melanie Hinz hat mit ihrem Roman einen besonderen Erotikroman geschaffen. Hier wird nicht nur das Thema Erotik aufgegriffen, um das es sich eigentlich handelt – sondern eine Frau wird bildlich dargestellt. Eine Frau wie jede es sein kann, die unter vielen nicht wirklich auffällt oder so denkt, dass sie unscheinbar ist. Gegenüber Sam, der hier als wahrer Traumkerl dargestellt wird. Es klingt fast wie ein Klischee – Traumtyp trifft graues Mäuschen, sie werden ein Paar und keiner kann es fassen. Doch die Autorin hat die Geschichte mit weitaus mehr als nur Klischees gespickt, man kann die Gefühle richtiggehend durch die Zeilen merken, fast wie ein stetiges Knistern zwischen den beiden. In die Geschichte selbst findet man ohne Holpern hinein, die Protagonistin  Emma macht es einem leicht durch ihre zurückhaltende und doch sehr neugierige, liebenswerte Art. Auch als Sam beschrieben wird, hat man direkt einen Traummann vor sich – obwohl, das ist ja bekanntlich Geschmackssache, aber Kopfkino macht es! Wahrscheinlich würde jede Frau wie Emma reagieren, erst einmal auf Distanz gehen und sich insgeheim fragen, was denn so einer von einem will. Die Autorin hat ein Händchen dafür, die Sätze und auch ganze Kapitel mit viel Gefühl zu schreiben, so dass es direkt unter die Haut geht. Es ist klar, dass es in einem Erotikroman auch einmal heiß hergeht, hier ist das aber sehr geschmackvoll beschrieben und der Kopf geht wieder auf Fahrt ins Kino! Solche Ausdrücke wie „guter Fick“ gehören wohl zu einem Erotikroman, etwas anstößiges muss ja enthalten sein, damit die heiße Szene veranschaulicht werden kann. Wer mit so etwas nicht klar kommt, sollte lieber keinen Erotikroman lesen, sondern nur Liebesgeschichten, wobei es in solchen ja auch so zugehen kann stellenweise. Dies hier ist aber in keinster Weise ein „Schmuddelroman“, so wie es bei vielen Erotikromanen dargestellt wird bzw. so herüberkommt. Das Buch spricht wohl hauptsächlich Frauen an, da diese sich sehr gut mit Emma identifizieren können größtenteils. Ich selbst habe mich an manchen Stellen wiedererkannt, jede wird schon einmal so gedacht haben in manchen Situationen. Ein sehr gut eingearbeitetes Detail ist auch, dass Emma selbst Erotikautorin ist, ihr dies aber peinlich ist. Wem wäre das im ersten Moment nicht peinlich? Man stelle sich mal vor, man müsste auf Lesungen und genau so etwas vorlesen, genau so eine Stelle, in der es heiß zugeht. Auch Emma ist dies peinlich, weshalb sie dies vor allen verheimlicht. Doch Sam inspiriert sie wirklich in ihren Büchern und sie hat nur noch einen Schreibfluss. Das kann man sich sehr gut vor Augen führen, dass man hier auf den Geschmack kommt. Nichts desto trotz gibt es einen kleinen Minuspunkt in dem tollen Roman der Autorin – Emmas Selbstmitleid nimmt irgendwann überhand und man kann es irgendwann nicht mehr hören, an manchen Stellen war dies dann doch etwas übertrieben.

Das Buch eignet sich für Leser, die zwar etwas heißes suchen – aber auch gerne Handlung dabeihaben, eine nette Liebesgeschichte mit dabei! Mit dieser Geschichte lässt es sich echt gemütlich auf der Couch in den Abend hineinbegleiten. Ein kleiner Tipp am Rande: Das Buch nicht auf der Arbeit in der Pause lesen! =)

4 von 5 Punkten

Vielen Dank an die Autorin Melanie Hinz, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat an dieser Stelle.