Lyndsay Faye – Der Teufel von New York posted by on 5. März 2014

Lyndsay Faye beschreibt in ihrem Roman „Der Teufel von New York“ die Anfänge der ersten Polizei, denn diese wurde erst im Jahre 1845 zusammengestellt, aus Schlägertypen und anderen zwielichten Gestalten. Heutzutage kaum vorstellbar, wenn man sich überlegt, was für eine Ausbildung unser Freund und Helfer durchlaufen muss und dass dieser ein reibungsloses Führungszeugnis haben muss, oder? Früher war dies aber alles anders und wir dürfen den jungen Polizisten Timothy Wilde begleiten.

Autor: Lyndsay Faye
Titel: Der Teufel von New York
Originaltitel (engl.) : The Gods of Gotham
Genre: Historischer Krimi
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 01.03.2014
Taschenbuch: 480 Seiten
Preis: 15,90 €

Im Jahr 1845 wurde die erste Polizei gegründet in New York aus komischen Gestalten und Schlägertypen. Zu ihnen gehört auch Timothy Wilde, wenn auch widerwillig. Da ein Brand aber alle seine Pläne für die Zukunft zerstörte, bleibt ihm gar nichts anderes übrig. Ihm läuft eines Tages auf seinen Streifzügen ein kleines Mädchen in die Arme. Es ist völlig blutdurchtränkt und kann ihm einfach nicht sagen, wer sie ist. Sie selbst ist kein bisschen verletzt, das Blut muss also von einer anderen Person her stammen. In Kürze findet Tim an einem verlassenen Ort neunzehn Kinderleichen – hängt das zusammen? Es kursieren auch wilde Gerüchte, die politische Situation ist schon bis zum Zerreißen angespannt…

Das Buch ist ein historischer Krimi und beschreibt New York in den Anfängen der Gesetzen und der Polizei. Es ist nicht gerade leicht zu lesen, der Schreibstil passt sich sehr der Epoche an. Man findet aber dann doch hinein – nur, wenn man unterbricht, dauert es wieder etwas.

Timothy ist ein sympathischer Kerl, wenn er auch etwas entfernt vom Leser steht. Es sind noch einige Dinge offen über diesen Mann, was ihn aber umso interessanter macht. Was so gar nicht passt, dass er bei der Polizei arbeitet, bei der nur komische Gestalten arbeiten, wo er doch eigentlich normal ist und auch kein Schlägertyp. Anders sein Bruder Valentine, der ebenso bei der Polizei beschäftigt ist, aber ein ganz anderer Schlag als Tim ist.

Gleich am Anfang erfährt man schon von dem Mädchen und das macht die Spannung umso größer. Was hat sie mit den neunzen Leichen zu tun? Nun erfahren wir aber erst einmal etwas über Tim, wie er dazu kam, wie er jetzt lebt. Er hatte eine Bar, die aber leider einen Brand nicht überlebt hat. So ist er auf jeden Job angewiesen und kommt schließlich zur Polizei.

Spannend ist auch der geschichtliche Hintergrund des Romans, die ganzen irischen Einwanderer. Die Autorin versetzt den Leser in eine andere Zeit, man merkt das wirklich deutlich an den Ausdrücken und der Sprache des 19. Jahrhunderts. Es lässt einen zwar immer wieder stutzen, da man nicht ganz so schnell vorankommt, dennoch ist die Spannung vorhanden, in welche man automatisch hereingezogen wird. Schwieriger hier ist dann dabei, dass die Kapitel solange sind und alles an einem Stück zu lesen ist. Wäre vielleicht etwas leichter bei so einer Lektüre, wenn hier mehr Trennungen vorhanden wären.

Mit historischen Fakten, politischen Aussetzern und brenzligen Situationen führt die Autorin uns durch Mordfälle – eine richtige Krimiatmosphäre, nur ein einer anderen Zeit, welche für uns kaum vorstellbar ist! Leider überwiegen aber doch die Geschichten ums drum herum und das lange Geschehen, bis einmal etwas passiert und das hindert am flüssigen Lesen – schade!

Für mich selbst war es nicht so prickelnd und ich würde es auch nur bedingt weiterempfehlen – diejenigen, die gerne sehr viel von der Person dahinter lesen möchten, meist noch mehr als das, um was es eigentlich geht – die sind hier genau richtig. Wer lieber zu rasanten Krimis greift, welche mit Tempo vorangehen ohne zuviel Drumrumgerede, dem wird das Buch nicht unbedingt zusagen!

2 von 5 Punkten

Kathrin Lange & Stefanie Heindorf – Bruderliebe posted by on 22. Juni 2013

Eine verbotene Liebe und das auch noch in früheren Zeiten – ganz schlimm. So ergeht es auch Theresia im 19. Jahrhundert. Hier wird das Märchen Rapunzel nochmals ganz neu erzählt, die Autorinnen Stefanie Heindorf und Kathrin Lange haben sich hier eine ausgeklügelte Geschichte ausgedacht.

Autor: Kathrin Lange & Stefanie Heindorf
Titel: Bruderliebe
Genre: Historischer Roman
Verlag: Dryas
Erscheinungsdatum:  01.02.2013
Taschenbuch: 316 Seiten
Preis: 12,95 €
bereitgestellt durch BdB

Theresia wächst von allem abgeschieden daheim bei ihrem Vater, dem Baron Konrad, und seiner Frau Henriette, Theresias Stiefmutter, auf. Als sie 18 ist, darf sie das erste mal mit zu einem öffentlichen Gottesdienst – und verliebt sich auch direkt in den Jungen Sebastian Langenthal. Dies ist jedoch nicht allen wohlgesinnt – die fürsorgliche Henriette versucht alles, um dies zu unterbinden. Aber auch so gelingt es den beiden, sich heimlich zu treffen durch einen gemeinsamen Freund. Auch Theresias Vater hütet ein Geheimnis, welches dann ans Licht kommt, wonach Sebastian sich von Theresia abwendet. Die beiden ahnen nicht, dass sie Opfer einer Intrige sind, nur Clemens scheint noch auf deren Seite zu stehen. Ob er die beiden wieder zusammenführen kann?

Man ist hier schon von Anfang an in der Geschichte gefangen. Obwohl Theresia sehr abgeschieden von allen lebt, ist sie doch die einem am sympathischste Person überhaupt. Sie ist noch ein junges Ding und weiß von vielem gar nichts, nur aus den Erzählungen ihrer Zofe Marie. Da ist es verständlich, dass sie es kaum abwarten kann, auch einmal auf die Menschheit losgelassen zu werden.

Ihre Stiefmutter Henriette ist eine sehr strenge Frau. Auch wenn man merkt, dass es nur aus Angst zu ihrer Ziehtochter ist, es ist eigentlich doch sehr unangebracht, ist das Mädchen doch schon volljährig und in einem heiratsfähigen Alter. Öfters kommen auch die Schwächen von Henriette durch, bei welchen man doch merkt, dass sie eine normale Frau ist mit normalen Ängsten, wenn auch in einer früheren Zeit.

Der Vater, Konrad, ist seiner Tochter sehr verfallen. Er liebt sie über alles und könnte ihr im Prinzip keinen Wunsch abschlagen, Theresia weiß, wie man ihn zu allem überredet. Doch ist er eindeutig das schwächere Glied in der Familie, er muss immer gegen die Stiefmutter angehen, setzt sich aber doch durch, da er ja der Baron ist.

Lernt man erst einmal Sebastian kennen, mag man ihn gleich – allein schon durch die ersten Beschreibungen, wie ihn Theresia sieht. Man fängt sogleich das Prickeln zwischen den beiden auf und hofft auf ein gutes Ausgehen. Da es aber um die zwei geht und das Buch ja nicht nur ein paar Seiten hat, kann man sich hier auf einiges gefasst machen und den Verlauf der Liebesgeschichte zwischen den beiden gespannt verfolgen.

Es ist etwas befremdlich, die Anreden der Personen zu lesen. So werden hier die Erwachsenen, wenn auch Eltern, mit „Sie“ angesprochen, die Kinder geduzt und die Mägde sowie Knappen mit der dritten Person direkt angesprochen. Man kennt aus den historischen Romanen das „Euch“ und „Ihr“, aber nicht in o.g. Form. Das verwirrt schon etwas und dauert, bis man hineingefunden hat in die Dialoge mit den Anreden.

Man wird hinweggeführt über unendliche Wege der Liebe und deren hinterlistigen Tücken. In diesem Buch werden viele Intrigen gesponnen und viele Lügen verbreitet, es spielt sich irgendwo in einem älteren Jahrhundert ab. Wann genau, ist allerdings nicht zu erkennen. Man erkennt klare Parallelen zu Rapunzel – es ist aber viel neumodischer und inniger in der Schrift gestaltet. Die Personen wachsen einem jeder einzelne ans Herz oder eben auch nicht, man kann sie nur lieben oder hassen, etwas dazwischen gibt es hier nicht.

Der Schreibstil der Autorinnen ist hier leicht gehalten, anders wie bei anderen historischen Romanen. Man überfliegt ganze Kapitel und merkt es nicht einmal. Anfangs denkt man noch, es könnten ruhig kürzere Kapitel sein, das macht schlussendlich aber nichts aus, denn man merkt es gar nicht mehr, so tief versunken ist man darin.

Die Bange zwischen der Liebe von Sebastian und Theresia, die durch eine Intrige verhindert werden soll, nimmt allerhand mit jeder Seite zu. Die zwei finden sich, verlieren sich und versuchen zu ergründen, warum das eigentlich so ist. Das Zwischenmenschliche zwischen den Zeilen schießt direkt in das Kopfkino des Lesers und lässt ihn so die Geschichte „live“ miterleben.

Ein Werk der Autorinnen, das es schafft, den Leser vollends aus der Realität zu reißen und in eine Reise fernab der jetzigen Zeit zu entführen. Am Ende ist man froh, durch zu sein und doch nicht froh, da dies jetzt alles ein Ende hat und so auch die Reise in diese Zeit.

Gegen eine Empfehlung an alle Lesewütigen, die sich auch gerne einmal in die historische Zeit und Märchen versetzen lassen, spricht hier rein gar nichts – ich kann sie reinen Gewissens aussprechen! Den gewissen Zauber der Zeilen muss man einfach erlebt haben, um am Ende mit einem tiefen Seufzer und Nachdenken die Magie zurückzulassen!

5 von 5 Punkten

Ina Norman – AvaNinian posted by on 28. März 2012

Die junge Fürstentochter Avaninian trägt den Namen der doppelgesichtigen Göttin, in deren Zeichen Sie geboren wurde. Die Erdenmutter hat ihr die Kräfte der Erdentiefe geschenkt und sie ist dazu ausersehen Tillholde einmal zu regieren als Fürstin. Das Reich wird von schweren Erdbeben heimgesucht und Avaninian ist die Einzige, die es davon mit ihren Kräften befreien kann. Nun soll sie aber für eine dreijährige Ausbildung in das Haus der Weisen, um ihre Kräfte zu schulen und lenken zu lernen. Nach dieser Ausbildung ist sie nicht mehr dieselbe, denn dort hat sie den jungen Jermyn kennengelernt – ein Dieb, der Gedanken lenken kann und der aus den Gossen Deas kommt, der großen Hafenstadt. Ist sie nun mehr Ava oder mehr Ninian?

Zwei unterschiedliche Menschen kreuzen ihren Weg, unterschiedlicher können sie nicht sein. Avaninian, die naive, zickige Fürstentochter und Jermyn, der dreiste, unverschämte Dieb aus der Gosse. Und doch fühlen die zwei sich auf der Stelle zueinander hingezogen, auch wenn sie es nicht sofort merken. In anderen Rezensionen habe ich schon gelesen, dass die Leser sich nicht richtig mit den Charakteren anfreunden konnten, da sie fremd beschrieben wurden, dem kann ich gar nicht zustimmen. Ich war sofort mit den Beiden eins und ich habe mich über ihre widerspenstigen Gedanken gefreut. Man kann sich öfters mal nicht entscheiden, zu wem man sich mehr hingezogen fühlt, aber im Endeffekt sind sie einem beide gleich „sympathisch“. Die Autorin hat mit ihrem ersten der fünf Bände eine schillernde Welt in den Köpfen der Lesern geschaffen, das von Anfang bis zu Ende. Die Orte, die Menschen – selbst die Gedanken, sind so veranschaulicht beschrieben, als hätte man sie farbig vor Augen. Der Schreibstil passt zu der Zeit, in der das Buch spielt – es ist nicht nur eher historisch, sondern auch fantastisch – die perfekte Mischung, welche man aus einem Roman mischen könnte. Die Wortspielereien zwischen den Protagonisten sind gut gewählt und sehr schön ausgedacht von der Autorin, die Figuren hat sie lebend gezeichnet in unseren Köpfen. Man möchte gar nicht mehr aufhören Avaninian und Jermyn auf ihren erst unterschiedlichen Wegen zu begleiten, wird doch abwechselnd aus seiner und aus ihrer Sicht berichtet. Eine wunderschöne Lovestory in historischen, fantastischen Zeiten, die einem großes Kopfkino liefert. Hoffentlich halten die weiteren fünf Bände das aufrecht und lassen nichts von der erhaltenden Spannung aus, denn genau diese werde ich weiterverfolgen und ich kann sie nur jedem Fantast mit historischer Vorliebe empfehlen!

5 von 5 Punkten

Ich möchte mich beim Pomaska-Brand Verlag herzlich bedanken für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares von Avaninian, dieser hat mich auf eine wunderbare Reihe gestoßen, die es lohnt weiterzuverfolgen!

Elizabeth Chadwick – Die Rose von Windsor posted by on 19. November 2011

Roger Bigod kommt an den Hof des englischen Königs Henry II., im Jahre 1177. Dort trifft er die schöne Ida de Tosney, die jüngste Mätresse des Königs. Zu dieser fühlt er sich sofort hingezogen, sowie sie sich zu ihm. Erst können sie ihre Liebe nicht allgegenwärtig ausleben und zeigen, doch das Blatt wendet sich zum Guten für sie. Doch der Preis dafür ist hoch…
Das ist der erste historische Roman, der mich mehr als all die anderen in seinen Bann gezogen hat. In die Person Ida kann man sich sofort hineinfühlen und bangt mit ihr um ihr Leben und um ihr Umfeld, wie es hier weitergehen mag. Und auch ihre Liebe zu Roger ist sofort spürbar und man hofft nur das Gute. Roger selbst ist auch ein Mann, den man gern haben könnte, wäre er real und würde vor einem stehen. Doch auch hier hat der Roman manchmal seine Schwachstellen und schwächt in seiner Stärke ab, indem es manchmal etwas langweilig wird. Aber das tut dem Ganzen nichts ab und ich kann es nur jedem Historikfan empfehlen!

4 von 5 Punkten

Ricarda Jordan – Der Eid der Kreuzritterin posted by on 8. Oktober 2011

Mainz und Köln im Jahre 122: Zwei junge Frauen wehren sich gegen ihre arrangierte Zukunft. Konstanze will nicht im Kloster bleiben und Gisela nicht mit einem alten Ritter verheiratet werden. Zur gleichen Zeit brechen zwei junge Männer aus dem Orient auf, um sich einem komischen Kreuzzug anzuschließen. Hierbei handelt es sich um Armand, der vom Großkomtur der Tempelritter mit einem geheimen Auftrag nach Europa entsandt wird und um Malik, den Sohn des Sultans von Alexandria, der diesen auf eine scheinbar harmlose Reise schickt….
Das Buch, geschrieben von der Bestsellerautorin Sarah Lark unter dem Peudonym Ricarda Jordan, ist eigentlich recht gut geschrieben – wäre es nicht immer so etwas langweilig, weil nicht wirklich was passiert. In die Personen hat man sich schnell hineinversetzt, sie sind einem auf Anhieb sympathisch. Doch muss ich zugeben, dass ich das Buch bei etwas mehr über die Hälfte abgebrochen habe, da einfach nichts großartiges passiert und immer die gleichen Dialoge geführt werden. Ich wollte weiterlesen, aber ich konnte mich nicht dazu durchringen, schade!

2 von 5 Punkten