Bentley Little – Verderben posted by on 28. Juni 2012

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer hinter den großen gesichtslosen Unternehmen sitzt, welche Politik dort herrscht und wie genau diese eigentlich unser Leben bestimmen, Kontrolle ausüben und uns im Glauben lassen, wir würden selber entscheiden? Im Grunde saugen viele solcher Art die Menschen aus wie Vampire, diese merken das nicht einmal oder verdrängen ihre bösen Hintergedanken und leben weiter, als wäre jeder Tag ein normaler Tag und es würde nichts Seltsames gespielt vor ihren Augen. Das und vieles mehr und wie es in der Zukunft aussehen könnte, will uns der Autor zwischen den Zeilen des Buches deutlich machen, vieles ist in der Tat vergleichbar mit der Realität…

Juniper ist eine kleine, verschlafene Stadt mitten in der Wüste Arizonas. Hier passiert nicht allzu viel, alles und jeder kennt sich und Fuchs und Hase sagen sich Gute Nacht in diesem Nest. Doch eines Tages kommt ein bekannter Discounter in die Stadt: Der LADEN. Alles was man sich erträumt, kann man sich dort kaufen, was man sich wünscht – aber nichts bleibt ohne Preis.  Wer hier einkauft, schuldet dem Besitzer einen Gefallen und ist seine Seele los. Der LADEN verspricht soviel Gutes, neue Arbeitsplätze, mehr Auswahl etc. Auch Bills Töchter fangen an dort zu jobben, doch zu welchem Preis?

Das ist nun das zweite Buch des Autors, das ich zur  Hand genommen habe. Der Einstieg war etwas schwer, es dauerte ewig viele Seiten, bis einmal etwas passierte. Dann wurde die Spannung aber rasant bei den Haaren gepackt. Der lange Einstieg musste wohl sein, denn nur so erfährt man mehr Hintergründe über diesen suspekten LADEN. Es ist schon eigenartig, da wird über Nacht ein Gebäude aufgezogen, alles abgeholzt und alle und jeder freuen sich erst einmal – wenn auch mit großem Unbehagen und schlechtem Bauchgefühl. Es scheint hier zuerst niemanden zu jucken, dass die kleinen Einzelhändler zugrunde gehen, worauf es dieser LADEN wohl auch abzielt. Über die Seiten hinweg merkt man immer weniger von der Menschlichkeit der Angestellten, diese kommen einem eher wie Maschinen vor, die ein Rad zum drehen haben, wann sie wie und wo zu ticken haben. In diesem Buch regt man sich sehr oft über die Begriffsstutzigkeit der Leute auf, merken die das denn nicht, dass der LADEN total Besitz von ihnen und überhaupt der ganzen Stadt zu nehmen scheint? Haben sie gar eine Gehirnwäsche erhalten, die sie so blind werden lässt? Einzig der Hauptprotagonist Bill und seine Freunde versuchen etwas gegen den LADEN zu unternehmen und sind mit gar nichts, was diesen betrifft, einverstanden. Durch die Seiten fiebert man immer mehr mit diesen mit, dass sie etwas erreichen. Als Bills Töchter dann auch noch dort zu arbeiten beginnen, spitzt die Lage sich zu. Man erfährt Seite für Seite immer mehr von den denkwürdigen Machenschaften des Ladens, sei es die Einstellung der Angestellten sowie die morgendliche „Begrüßung“ und Arbeitsmoral. Verglichen zum LADEN wäre hier eine Sekte wohl gleichwertig oder sogar noch runtergestuft. Da man nie genau weiß, was oder wer hinter dem LADEN steckt, nimmt die Spannung mit keinem Male ab und man ist richtig gefangen, macht sich Gedanken, ob hier gar Vampire am Werk sind, die die Lebensenergie der Menschen aussaugen durch diesen LADEN. Da passt ja der Name „Lamb“ – „Lamm“ des Personalleiters sehr gut, ein Scherz des Autors? Auch der Name des Chefs der ganzen Kette, „Newman King“ – sollte das ebenfalls eine Anspielung sein? Bei diesem Buch stellte sich die ganze Zeit die Frage: Wie weit gehen Menschen für einen Job? Wenn man bedenkt, wie speziell hier die Aufnahmeprüfung doch war. Wie weit lassen diese sich erniedrigen? So unrealistisch ist dieser Roman gar nicht. Es ist zwar ein Horror, aber auf psychischer Ebene, ein Gemetzel wird man hier vergebens suchen. Natürlich wollte der Autor seinen Lesern hiermit etwas sagen, man muss nur zwischen den Zeilen lesen. So ein Unternehmen kann sehr vieles zerstören, Menschen zu Maschinen werden lassen, ohne dass diese das merken. Es wird oft und gerne Ja zu allem gesagt, nur um nicht irgendwo anzuecken. Da dies schon Horror allein ist, was die Psyche für eine Macht ausübt, was der Autor hier zwischen den Zeilen sagen will, kann man getrost auf das Gemetzel verzichten.

Wer den Horror nicht nur in Gemetzel sucht, sondern sich gerne Gedanken zu einem Buch macht bzw. bei dem man zwischen den Zeilen lesen muss, ist hier genau richtig. Bentley Little hat genau den richtigen Riecher, wie man die Realität mit Fiktion vermischt und es trotzdem deutlich ist, was er eigentlich damit sagen will!

5 von 5 Punkten

Brian Keene – Am Ende der Straße posted by on 30. Januar 2012

Was sich als scheinbar gewöhnlicher Tag in Virginia, Walden entwickeln sollte, entpuppt sich als krasser Alptraum. Eine unheimliche Dunkelheit senkt sich über die Stadt, es gibt kein Wasser und kein Strom mehr. Nicht nur das, die Leute fangen an, durchzudrehen und werden aggressiv und verrückt. Robbie, ein Pizzalieferant, versucht mit seinen Freunden, das Geheimnis der Dunkelheit zu lüften. Schon bald kommen diese auf die Spur, dass dies die Apokalypse sein muss und nur ein verrückter Obdachloser namens Dez scheint wirklich Ahnung davon haben, was da vor sich geht…
Vorne auf dem Buchdeckel ist ein Aufkleber mit dem Satz „Brian Keene ist der neue Richard Laymon“, und ich muss sagen, das kann man wirklich so behaupten. Das ist mein erstes Buch von Brian Keene und es kommt tatsächlich Laymon nahe. Der Autor erzählt mit viel Spannung, wie die Dunkelheit sich über die Stadt senkt und wie das Empfinden der Freunde ist. Man könnte fast meinen, selbst in dieser Stadt zu sein, nicht nur stiller Beobachter der Zeilen dieses Buches. Man stellt sich automatisch die Frage, was wäre, wenn das wirklich so wäre – wenn das tatsächlich einmal passieren würde? Das war auf jeden Fall nicht mein letztes Buch von Keene. Dies ist jedem zu empfehlen, der eine wahnsinnig gute Story lesen möchte, über die er sich auch noch hinterher Gedanken macht, was für einen Ausgang das in der Realität haben würde.

5 von 5 Punkten

Thomas Finn – Weißer Schrecken posted by on 26. Januar 2012

5 Jugendliche im Perchtal machen einen entsetzlichen Fund, die Leiche eines toten Mädchens treibt im See unter dem Eis und sie ähneln den Zwillingen der Clique zum Verwechseln ähnlich. Sie forschen nach und machen ein blutiges Geheimnis sichtbar, das der Pfarrer des Ortes gut behütet. Sie stoßen auf etwas monströses Großes, eine uralte Macht und noch vieles mehr….
Nach diesem Thriller sieht man den 6. Dezember mit anderen Augen, die Legenden, die dem Leser in diesem Buch beigebracht werden, sind erschreckend. Sind sie wahr? Und doch ist der Schrecken groß, über was es in diesem Roman geht. Oftmals ist es doch sehr vorhersehbar, was passiert und es wechselt ziemlich schnell von realistisch zu fantastisch. Man merkt richtig, wann man in der Gegenwart und wann man in der Vergangenheit der Jugendlichen ist, der Autor wechselt unbemerkt den Schreibstil in Sicht eines Jugendlichen und umgekehrt, die Figuren werden so erwachsener und jünger, je nachdem. Nichts desto trotz ist dies ein wahrer Pageturner und lässt einen so manch eine oder andere Nacht atemlos zurück. Zu empfehlen ist es natürlich den Horrorfans, die es nicht zu realistisch mögen und doch einen realistischen Touch verspüren mögen!

4 von 5 Punkten

Christian Grohganz – Von dunklen Seelen posted by on 8. Januar 2012

Soeben durfte ich in den Genuss der fünf Kurzgeschichten des Autors Christian Grohganz kommen. Sein Buch „Von dunklen Seelen“ besteht aus fünf abgründigen Kurzgeschichten, jede hat ihren eigenen Charakter und jagt dem Leser einen Schauer über den Rücken. Sei es eine unheimliche Anhalterin, ein komischer Geruch der Alten oder ein Flüchtling in den Wäldern mit unheimlichen Hintergrund – der Autor versteht es wirklich, den Leser an seine Kurzgeschichte zu binden und mitzureissen, legt er doch viel Spannung in seine Worte und Sätze hinein. Da dies ein Auftakt einer Reihe von Kurzgeschichten-Sammlungen ist, freue ich mich sehr auf die anderen Reihen und bin gespannt.

5 von 5 Punkten

Hier möchte ich mich sehr bei dem Autor bedanken, dass ich diese lesen durfte! Wenn ihr auch mehr über den Autor Christian Grohganz erfahren möchtet, könnt ihr das hier. Unter anderem hat er auch schon ein Buch veröffentlicht, das sich sehr interessant anhört und sich sicher auch zu lesen lohnt!