Kelly Fiore – Der tiefe Fall der Cecelia Price posted by on 21. August 2015

Drogen, egal welche, machen einen kaputt – die einen schneller, die anderen schleichend. Vor allem aber machen sie ein Leben kaputt und das nicht nur des Süchtigen, auch die, die um ihn herum sind. So ergeht es Cecelia in Kelly Fiores Jugendroman. Sie muss mitansehen, wie ihr Bruder sich durch Drogen kaputt macht und macht mit einer einzigen Handlung ihr eigenes Leben kaputt und vergeht an Schuldgefühlen…

Autor: Kelly Fiore
Titel: Der tiefe Fall der Cecelia Price
Genre: Jugendroman
Verlag: Coppenrath
Erscheinungsdatum: Juni 2015
Gebunden: 320 Seiten
Preis: 14,95 €

Cecelia ruft die Notrufzentrale an, um den Tod ihres Bruders zu melden. Dabei gibt sie an, dass sie daran schuld sei. Nachdem sie diesen Notruf getätigt hat, schweigt CeCe. Sie wird in U-Haft gesteckt, in eine therapeutische Verhaltenstherapie. Dort redet sie mit niemand, zieht sich zurück und leidet an ihren Schuldgefühlen. Dort wartet sie auf den Tag, an dem der Prozess stattfindet, an welchem sie für ihre Schuld drankommt. Keiner möchte über das reden, was passiert ist. Keiner möchte hören, dass ihr Bruder ein Junkie war oder wie er ihr Leben versaut hat. Denn nur CeCe weiß, was an jenem Tag passiert ist…

Zuallererst bekommt man mit, wie CeCe den Notruf absetzt. Was genau passiert ist? Das bekommt auch der Leser eine ganz lange Zeit überhaupt gar nicht mit. Man weiß nur, dass CeCe sich grundtief schuldig für den Tod ihres Bruders fühlt. Es muss also etwas geschehen sein, wo sie mitgeholfen hat, ob direkt oder indirekt, erfährt man erst später. CeCe hat kein leichtes Leben – ihre Mutter starb an Brustkrebs, ihr Bruder wurde zum Junkie und ihr Vater verschließt vor allem die Augen und finanziert auch noch die Drogensucht des Bruders.
Es ist förmlich mitanzusehen, wie CeCe immer mehr daran zerbricht, an dem was mit ihrem Bruder geschah. Neben ihren Problemen daheim mit Vater, Bruder & Co. erlebt sie die alltäglichen Teenieprobleme noch dazu, verlirebt sich und ist blind vor Liebe. Die Liebe von Lucas zu ihr kam allerdings erst, als er mitbekommen hat, dass sie Cys Drogen vertickt – das auch erst, nachdem Lucas Cousin sie darauf angesprochen hat, ob sie Cy nach welchen fragen könnte. Das hat sie, in ihren eigenen Worten zufolge getan, damit sie ihre Laborgebühren finanzieren kann, welche der Vater durch die Finanzierung der Drogensucht nicht aufbringen konnte. Und somit begann ihr Abstieg, der Fall in einen Abgrund, aus dem sie nur schwer wieder rauskommt. Ab diesem Punkt geht es eigentlich nur noch abwärts in CeCes Leben und die Tragödie um ihren Bruder lässt auch nicht lange auf sich warten.
Der Roman wird im Wechsel von Jetzt und einige Monate zuvor aus CeCes Sicht erzählt. Na klar möchte man sofort wissen, an was sie eigentlich schuld ist – hier wird man aber ewig auf die Folter gespannt. Man durchlebt ein chaotisches, trauriges und von Schuldgefühlen geplagtes Leben eines Teenagers, der sich eigentlich nur nach oben kämpfen möchte. Des Öfteren möchte der Leser CeCe durchschütteln für ihre grenzenlose Naivität, sei es in der Liebe oder den Umgang mit Drogen. Manche Passagen aus ihren Gedankengängen sind für den Leser etwas verwirrend, in einer Sekunde ist sie stark, in der anderen schwach und dumm/naiv. Man weiß eigentlich nie so genau, woran man mit ihr ist.
Das Ende ist meiner Meinung nach genau so, wie es hätte sein sollen, eine andere Lösung wäre meines Erachtens fehl am Platze. Mehr kann ich dazu nicht sagen, um nicht zu viel zu verraten.
Der Schreibstil ist sehr gut verständlich und auch für Jugendliche gedacht. Die Frage nach der Schuld im Roman wird die ganze Zeit zurückgehalten, so dass man sich erst durch das gepeinigte Leben CeCes durchkämpfen muss. Das Thema der Drogensucht ist noch immer und wird immer hochaktuell sein, da hier so viele Jugendliche davon betroffen sind und meist nicht mehr aus der Spirale rauskommen. Es ermöglicht den Jugendlichen auf jeden Fall in Romanform einen Blick hinter die Kulissen, auf was sie sich lieber nicht einlassen sollten.
Das Buch ist in jeder Hinsicht an die jungen Leser ab 16 Jahren empfehlenswert, das Thema regt zum Nachdenken und Diskutieren an und sollte wachrütteln. Spannend und aufwühlend erlebt man hier einen tiefen Fall mit!
4 von 5 Punkten
Tim O´Rourke – Ich sehe was, was niemand sieht posted by on 18. Februar 2015

Manchmal gibt es Sachen, die kann man sich nicht erklären. So wie die Protagonistin Charley Blitze sieht, in welchen sie die ermordeten Mädchen sieht und was ihnen zugestoßen ist. Doch wer glaubt so etwas schon, wenn er es nicht selbst erlebt?

Autor: Tim O`Rourke
Titel: Ich sehe was, was niemand sieht
Genre: Krimi, Jugendbuch
Verlag: Chickenhouse
Erscheinungsdatum: 26.02.2015
eBook:  368 Seiten
Preis: 10,99 €

Charley sieht Dinge, die niemand sonst sieht. Sie sieht Blitze, Schreie eines Mädchens, Rattern eines Zuges. Sie ist davon überzeugt, dass sie hier Verbrechen sieht, die gerade geschehen oder geschehen sind. Keiner außer dem Polizisten Tom glaubt ihr. Und während die Polizei noch im Dunkeln tappt und alles als Unfall abtun will, sieht sie das nächste Verbrechen in ihren Blitzen…

Der Autor lässt den Leser sofort mit Spannung beginnen. Man ist sofort in Charleys chaotischem Leben gefangen, bekommt mit, mit was sie zu kämpfen hat. Sie wurde des Öftere schon Opfer von Mobbing wegen ihren Blitzen, da es ihr einfach keiner glauben mag. Sogar ihr Vater hält dies für Hirngespinste. Nur ihre beste Freundin Natalie hat ihr geglaubt, doch diese wurde von einem Zug überfahren und ist nun tot.

Der Schreibstil und auch die leichte Rede lassen einen fließend lesen und kaum aufhören. Die Spannung zwischen den Zeilen vermag einen mitzureissen und nicht mehr loszulassen. Man ist oft mit Charley wütend auf ihren Vater, besonders als er ihr erzählt, wie ihre Mutter gestorben ist.

Charley begleiten einen Haufen Probleme, die man nicht so ohne weiteres beiseite legen kann. Dennoch ist sie eine sympathische junge Dame, die man in diesem Roman begleiten darf. Man erhofft sich fast, dass zwischen Tom und Charley neben den allen schrecklichen Tatsachen eine Lovestory beginnt. Sie fühlen sich beide sehr zueinander hingezogen, das merkt man sofort.

Ob es hier eine Fortsetzung gibt oder nicht, lässt der Autor offen. Das Ende ist in sich abgeschlossen, lässt aber trotzdem die Hoffnung da, dass es weitergehen könnte. Für einen spannenden Tag zwischendurch genau das richtige für die jungen Leser, aber auch für die junggebliebenen Krimileser!

5 von 5 Punkten

Kristina Ohlsson – Glaskinder posted by on 17. Dezember 2014

In ein Haus einziehen, in welchem es spukt – gruslige Vorstellung! Doch wie viele Menschen erzählen von so etwas und behaupten steif und fest, es gäbe so etwas? So auch die Protagonistin in Ohlssons neuem Roman, die mit ihrer Mutter in ein Haus einzieht, in welchem komische Dinge passieren.

Autor: Kristina Ohlsson
Titel: Glaskinder
Genre: Thriller (Jugendliche)
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 27.10.2014
Gebunden: 224 Seiten
Preis: 12,99 €
bereitgestellt durch Bdb

Billie ist alles andere als begeistert, als sie und ihre Mutter in ein Haus in den Heimatort ihrer Mutter einziehen. Als dann noch ganz komische Sachen darin passieren, noch weniger. Sie hört sich um und hört allerhand über dieses Haus, über die Glaskinder.  Mit dem neu gewonnen Freund Aladdin findet sie einiges über diese heraus, sowie dass das Haus früher ein Kinderheim war, in welchem es nicht mit rechten Dingen zuging. Sie versuchen ihre Mutter dazu zu bewegen, auszuziehen, es scheint aber nicht zu klappen und die Zeit wird immer knapper…

Man merkt gleich, dass dies ein Roman für jüngere ist. Es ist locker und leicht geschrieben und man kann ohne aufhören am Stück lesen. Es ist auch etwas kindlich ausgedrückt, so dass es auch die jüngeren Leser verstehen. Billie ist ein mutiges kleines Mädchen im Teenageralter, das alles versucht, um hinter das mystische Rätsel des Hauses zu kommen. Man kann sie durchaus verstehen und sich auch in sie hineinversetzen, ebenso aber auch in die Mutter, die dem allem skeptisch gegenübersteht.

Es laufen hier einige Dinge nicht gerecht,  das merkt auch der Leser. Doch man kann die Mutter einfach nicht darauf hinbringen, dass auch sie das einsieht. Mehr und mehr möchte man hinter des Rätsels Lösung kommen.

Das Buch ist zwar gut geschrieben und man kommt sehr gut hinein, dank des Schreibstils – leider fehlt mir persönlich aber die Pointe. Am Ende wirkt es irgendwie so, als ob die Autorin es schnell hinter sich bringen wollte. Andererseits ist dies mal eine ganz andere Seite der Autorin, da ich hier nur die Thriller für Erwachsene kenne, was auch daran liegen kann, dass mir ein Thriller für Jugendliche nicht so zuspricht von ihr.

Alles in allem war es aber eine gute Unterhaltung, die einen kurzzeitig den Alltag vergessen lässt und ganz an Billies Seite das Rätsel des Hauses in sich aufzunehmen.  Bedenkenlos weiterzuempfehlen an die jüngeren Leser unter uns, welche sich gern auf eine Reise des Mystischen begeben möchten!

3 von 5 Punkten