Jane Corry – Lass mich los posted by on 16. Februar 2018

Als Anwalt hat man viel mit sich zu tragen und müsste eigentlich emotionslos an jede Sache gehen – das merkt auch die frischgebackene Anwältin Lily. Sie bekommt gleich einen brisanten Fall, als sie ins Strafrecht eintaucht, der ihr ganzes Leben verändert…

Autor: Jane Corry
Titel: Lass mich los
Genre: Psychothriller
Verlag: Diana Verlag
Taschenbuch: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.11.2017
Preis: 10,99

Die junge Anwältin Lily hat eine schwere Vergangenheit und hofft somit auf einen Neuanfang, als sie den Künstler Ed heiratet. So möchte sie die Geheimnisse der Vergangenheit hinter sich lassen. Als sie aber ihren ersten wichtigen Fall annimmt, fühlt sie sich vom ersten Augenblick an zu ihrem Mandanten hingezogen, was normal nicht sein darf. Der Mann ist des Mordes angeklagt und sie riskiert nun alles für ihn, um ihn herauszupauken. Ist er wirklich unschuldig?

Irgendwie verwirrt der Klappentext, da es in diesem Buch so viele Handlungsstränge gibt und es nicht nur um diesen besagten Kandidaten geht, welchen Lily aus dem Gefängnis holen soll. Es geht um so viel mehr, sei es um Lily und Ed, ihre Vergangenheit oder auch das kleine Mädchen Carla, das anders ist als andere Mädchen und auf welches Lily und Ed sonntags aufpassen, wenn die Mutter „arbeitet“. So ganz warm bin ich mit den ganzen Personen nicht geworden, die Spannung hat das aber wieder wettgemacht, denn ich bin kaum vom Buch losgekommen.

Die Kapitel wechseln sich ab in der Sicher von Lily und von Carla. Anfangs weiß man noch nicht, inwiefern Carla zu der ganzen Geschichte steht, denn laut Klappentext geht es ja um Lily und einen Mörder, den sie als Anwältin vertritt. In diesem Buch geht es aber um so viel mehr – sei es um Recht und Unrecht oder wie leicht Menschen zu manipulieren sind. Die ganze Handlung in diesem Buch reicht weit über 15 Jahre hinaus. Erst bekommt man einen Einblick ins Leben Lilys, wie sie als Anwältin anfängt. Hier ist sie eher eine graue Maus, hat ein paar Kilo zuviel und ist recht unsicher. Das kleine Mädchen Carla wird von allen Schülern gemobbt und hat ein tristes Leben mit ihrer Mutter Francesca. 15 Jahre später hat sich das alles geändert – Lily ist mittlerweile Teilhaberin der Kanzlei und hat sich auch im Aussehen gemacht plus Selbstbewusstsein. Carla ist nun eine junge Frau, bildhübsch und sehr von sich eingenommen, lebt in Italien, kehrt aber nach England zurück, um Jura zu studieren. Hier treffen die zwei Parteien wieder aufeinander und ab hier nimmt die Geschichte Fahrt auf, denn Carla ist keineswegs zurück zu den beiden, um erneut Freundschaft zu schließen und sie ist auch nicht mehr das kleine Mädchen von früher, das Zuneigung braucht.

Der Schreibstil macht es einem leicht, total in die Geschichte abzutauchen. Die Spannung hält einen auch gefangen und führt einen immer wieder ins Dickicht, denn es ist doch alles anders, wie es scheint. Wenn man denkt, es ist so, dann kommt doch auf einmal wieder alles anders. Geschickt hat die Autorin die ganzen Schicksale der Charaktere miteinander verwoben, so dass man immer wieder spannend Happen vorgesetzt bekommt. Ich persönlich habe mich nicht recht von der Geschichte losreissen können, da ich immer mehr erfahren musste.

Dieser Psychothriller nimmt einen mit, auf Gefühlsebene und auch auf der Spannungsebene. Es wäre wünschenswert, wenn die Autorin bald nachlegen würde, denn sie hat auf jeden Fall Potenzial!

5 von 5 Punkten

Wulf Dorn – Die Kinder posted by on 17. Januar 2018

Wie kann ein ganzes Dorf mir nix dir nix einfachso verschwinden? Wo sind die ganzen Leute hin? Das fragen sich die Ermittler in Wulf Dorns neuem Thriller „Die Kinder“. Was es genau mit dem Titel auf sich hat, erklärt sich im Buch…

Autor: Wulf Dorn
Titel: Die Kinder
Genre: Thriller, Mystery
Verlag: Heyne
Broschiert: 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 04.09.2017
Preis: 16,99 €

Laura Schrader wird auf einer Passstraße geborgen. Sie ist völlig verstört und sitzt in den Trümmern eines Wagens. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Kinderleiche. Die Polizei zieht den Psychologen Robert Winter hinzu, der mehr aus Laura Schrader entlocken soll. Er sieht sich mit dem rätselhaftesten Fall seines Berufes konfrontiert, denn die Geschichte, die er von Laura hört, klingt einfach unglaublich. Doch irgendwo muss die Wahrheit darin verborgen sein und die möchte er von ihr erfahren und so hört er ihre ganze Geschichte an.

Man erfährt erst vom Kinderarzt Patrick Landers, der seiner Exfrau in die Berge nachfährt, denn ihr Kind ist krank und er hört nichts mehr von ihr. Sie wollte dort Urlaub machen in ihrem Ferienhaus. Auf dem Weg begegnet er Laura und ruft den Rettungsdienst, macht sich aber gleich darauf auf den Weg ins Dorf – in das Dorf, in welchem alle Leute verschwunden sind. Kurz darauf ist auch er verschwunden. Laura wird mittlerweile geborgen und auf die Polizeiwache gebracht, dort erzählt sie dem Psychologen Robert Winter die unglaubliche Geschichte, was sich im Dorf zugetragen hat.

Also ganz ehrlich – ich weiß nicht, was ich von dem Buch halten soll, es lässt mich etwas ratlos und verwirrt zurück. Tatsächlich habe ich von dem Autor nur das erste seiner Bücher gelesen, was ja total ein anderer Stil war. Die Geschichte hier an sich ist spannend und auch der Klappentext lädt ein, sich in die düstere Atmosphäre zu begeben. Dennoch kommt doch alles anders wie gedacht, es erinnert etwas an ein Buch von King. Der Schreibstil ist ohne Frage super flüssig und man kommt schnell vorwärts – was manchmal ein Segen war, denn irgendwann driftet es nur noch ab in Unglaubwürdigkeit. Ich habe oft gedacht im letzten Drittel, ob ich einfach nur die letzte Seite lesen soll und es beenden, habe mich dann aber doch dazu entschlossen, das Buch fertig zu lesen.

Es ist gegliedert in die eigentliche Geschichte, die gerade ihren Lauf nimmt, in Lauras Sicht, ihrer Geschichte und Auszüge, was gerade in anderen Teilen der Welt passiert. Die Leidtragenden sind immer die Kinder und hier hat der Autor auch eine Botschaft, die den Leitfaden des Buches zieht. Nur leider geht diese so halbwegs unter, da sich das ins Mysteriöse zieht. Erst dachte ich an so einen Roman wie „Der Schwarm“ von Schätzing, in welcher sich die Natur wehrt, so hat es zuerst den Anschein. Dann geht es aber doch in eine andere Richtung und da merkt man, dass sich die Kinder zur Wehr setzen, wie das lest selbst.

Der Autor kam ewig lang nicht zum Ende und am Ende selbst hat er es so schnell abgehandelt, dass man ratlos vor dem beendeten Buch sitzt und es fragend anschaut. Das war es? So eine lange Geschichte, mit so vielen Geschichten innerhalb, nur um das Ende in ein paar Seiten kurz abzuhandeln? Es bleiben einige Fragen offen, die hier auch nicht geklärt werden. Für mich war das Ende kein richtiges Ende und es hat die Story leider nicht abgerundet meines Erachtens.

Ich gebe dem Autor gerne noch eine Chance bei anderen Büchern, wenn mich dieses auch leicht enttäuscht hat, spannend war es allemal. Fans von Wulf müssen sich darauf gefasst machen, dass dies wohl ein anderes Werk aus seiner Feder wie gewohnt ist!

3 von 5 Punkten

Paula Hawkins – Into the water – Traue keinem. Auch nicht dir selbst posted by on 20. Dezember 2017

Nach ihrem Erfolg des Buches „Girl on the train“ hat die Autorin Hawkins einen neuen Thriller vorgelegt. In diesem geht es etwas mystisch zu, denn an einem Fluss sterben immer wieder Frauen, die sich vorgeblich darin fallen lassen, also Suizid verüben. Auch die Schwester der Protagonistin Jules hat sich dem Fluss zugewandt und so kommt Jules wieder an den Ort, welchen sie seit Kindheit gemieden hat…

Autor: Paula Hawkins
Titel: Into the water
Genre: Thriller
Verlag: blanvalet
eBook: 481 Seiten
Erscheinungsdatum: 24.05.2017
Preis: 12,99 €

Jules ignoriert jede Anrufe und Kontaktaufnahmen ihrer Schwester Nel seit Kindheitstagen, nach einem für sie tragischen Ereignis. In den letzten Tagen vor ihrem Tod ruft auch hier Nel wieder die Schwester Jules an, doch Jules ignoriert auch diesen Anruf, was ein Hilferuf war. Es heißt, Nel sei in den Fluss gesprungen. Daraufhin kehrt Jules nach Beckford zurück, um sich um die Tochter ihrer Schwester zu kümmern. Doch der Ort macht ihr Angst, eigentlich wollte sie nie mehr zurückkehren. Die Erinnerungen an diesem Ort machen ihr Angst, das Haus am Fluss und auch die Gewissheit, dass Nel nie gesprungen wäre. Am meisten fürchtet sie aber das Wasser, den Drowning Pool….

Ich muss sagen, dass der Einstieg in das Buch etwas schwer ist. Man bekommt gleich einen Haufen Leute vorgeworfen und muss sich erst zurechtfinden, wer hier wer ist. Nach und nach bekommt man die Puzzleteile der verschiedenen Charaktere zusammen und was sie miteinander zu tun haben. Die Story ist trotz allem gut geschrieben, man bekommt immer wieder Happen zugeworfen, was zur Lösung des Rätsels führt.

Die Autorin hat ja schon mit ihrem Debüt „Girl on the Train“ einen verwirrenden, aber spannenden Psychothriller vorgelegt. Auch hier verwirrt sie den Leser oft und führt so viele Puzzleteile ein, dass man ab und an nicht weiß, wo hinten und wo vorne ist. Geschickt eingeführt hat sie aber wie alles zusammenpasst und einen Sinn ergibt. Der Schreibstil und auch die kurzen wechselnden Perspektiven, sei es in Ich-Form oder in der dritten Form erzählt, lassen einen von Kapitel zu Kapitel springen. Und auch so wächst die Spannung, wenn es dem Höhepunkt entegegen geht, zur Auflösung.

In diesem Roman ist wirklich alles vorhanden, auch eine schrullige Alte, die mit den Toten redet und hellsehen kann – scheinbar! Ob es stimmt oder nicht, sei dahingestellt. Es sind einige Geschichtsstränge miteinander verwoben, bei denen man denkt, es könnte etwas damit zu tun haben und dann doch wieder nicht. Man wird also auch in die Irre geschickt.

Für mich war dies ein gelungenes zweites Buch der Autorin. Sie kann die Feder gut schwingen und ihre Leser fesseln, indem sie Verwirrspiele geschickt einfädelt und mit der Lösung überrascht!

4 von 5 Punkten

Karin Slaughter – Die gute Tochter posted by on 4. Dezember 2017

Was würdest du tun, wenn du Opfer eines Gewaltverbrechens wurdest? Wenn du mitansehen müsstest, wie einer deiner liebsten Menschen vor deinen Augen ermordet wird? Wenn du selbst ermordet werden solltest, es aber überlebst? Die Schwestern Charlotte und Samantha erfahren genau das in Karin Slaughters neuem Thriller „Die gute Tochter“. Unvorstellbar, wie das sein muss.

Autor: Karin Slaughter
Titel: Die gute Tochter
Genre: Thriller/Drama
Verlag: Harper Collins
Taschenbuch: 608 Seiten
Erscheinungsdatum:  03.08.2017
Preis: 10,99 €

Als die zwei Schwestern zu ihrem eigenen Grab getrieben werden von zwei bewaffneten maskierten Männern, fleht die große Schwester Samantha die jüngere Charlotte an, wegzulaufen. Charlie läuft und läuft, sie läuft davon, nicht nur jetzt sondern auch in ihrem weiteren Leben. Sie ist getrieben vond en grauenhaften ERinnerungen, die Bilder ihrer erschossenen Mutter, die Todesangst ihrer Schwester und ihre eigene, sowie das Keuchen des Verfolgers.
28 Jahre später ist Charlotte eine erfolgreiche Anwältin, genau wie ihr Vater. Als sie Zeugin einer grauenhaften Bluttat wird, holt die Vergangenheit sie wieder ein.

Was wir hier für zwei starke und doch gebrochene Persönlichkeiten vor uns haben. Man erfährt als erstes was damals passiert ist, mit Charlotte im Besonderen. Was aus ihr geworden ist und wie sie ihr Leben lebt. Natürlich wird auch gleich von der erneuten Bluttat geschrieben, ein Amoklauf in der Middle School. In dieser hat auch Charlotte ihren Unterricht in Teenagerzeiten genossen. Sie gerät mitten hinein und mischt sich auch noch ein, so ist sie Zeugin und gleichermaßen Opfer – denn die Tat erinnert sie durchgehend an das grauenvoller Ereignis vor 28 Jahren. Damals sind zwei maskierte bewaffnete Männer in ihre Küche gestolpert und haben ihre Mutter erschossen, ihre Schwester Samantha in den Kopf und lebendig begraben. Charlotte ist davongekommen, aber nicht ohne tiefe seelische Wunden. Man liest die Stränge abwechseln in Charlottes und Samanthas Sicht und kann sich so ein Bild von den Charakteren machen.

Wer Karin Slaughter kennt, weiß, dass diese blutrünstige Thriller schreibt. Auch hier ist es blutig, die Tat an sich. Dennoch empfinde ich das hier eher als Drama statt Thriller. Hier werden die Erlebnisse der Schwestern verarbeitet und überhaupt die Familie ins Licht gestellt, wie es danach weitergeht. Sie erzählt hier einmal eine ganz andere Geschichte als ihre gewöhnlichen Thriller, was manche Fans wohl abschreckt, wenn man die negativen Rezensionen liest. Meines Erachtens hat sie hier ein großes Werk geschaffen, das zeigt, dass sie auch in anderen Genres wunderbar Geschichten spinnen kann und einen so gefesselt mit dem dicken Buch zurücklässt. Ich selbst konnte es kaum aus der Hand legen und musste unbedingt wissen, wie es den Schwestern ergeht und was sie noch erwartet.

Der Schreibstil ist locker und flüssig und auch die Dialoge leiten dazu, dass man schnell vorankommt. Wie von Slaughter gewohnt, wird man hier im Lesefluss kaum unterbrochen. Auch die Spannung ist genügend vorhanden, auch wenn es kein richtiger Thriller ist, sondern eher Familiendrama rund um die Tragödie, die sich vor 28 Jahren ereignet hat. Es hat eher einen psychologischen Hintergrund und durchleitet die Traumatas der Schwestern.

Es ist ein Buch, das tiefer geht, das einen tief bei den eigenen Wurzeln packt und den Atem gefrieren lässt, den man ausstößt vor Schock. Denn was hier im Buch geschrieben ist, ist nichts für schwache Nerven. Slaughter erzählt wie gewohnt alles bis ins Detail und lässt auch nicht das Grausame aus. Wenn man sich als Fan auf eine andere Art von Thriller bzw. Drama von der heiß begehrten Autorin einlassen kann, ist man hier genau richtig!

5 von 5 Punkten

Michael Tsokos – Zerbrochen posted by on 20. November 2017

Als Gerichtsmediziner hat man bestimmt viele grausige Geschichten zu erzählen. Tsokos verpackt diese in True-Crime-Thriller. Auch hier hat er nun schon eine Trilogie abgeschlossen.

Autor: Michael Tsokos
Titel: Zerbrochen
Genre: Thriller
Verlag: Knaur
Klappenbroschur: 432 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.03.2107
Preis: 14,99 €

Aus dem letzten Band wissen wir, dass Abel überfallen wurde und es nur knapp überlebt hat. Nach vielen Monaten später tritt er erstmals seinen Dienst als Rechtsmediziner wieder an. Sofort wird er vom täglichen Wahnsinn seiner BKA-Einheit in Beschlag genommen. Ein sogenannter Darkroom-Killer, hält die Polizei und Bevölkerung in Atem. Dies rückt für Abel aber ganz schnell in den Hintergrund, denn sein gerade neu gefundenes Familienglück steht auf dem Spiel. Als seine 16 jährigen Zwillinge Manon und Noah besuchen ihn in Berlin. Gleich darauf werden diese entführt – wer kann der Täter sein? Hat Abel mit jemanden noch eine Rechnung offen?

Anders wie in den zwei Vorgängern legt sich hier der Fokus nicht auf die Rechtsmedizin, sondern auf die Entführung der Kinder Abels und der Tathintergründe. Man erlebt hier Abel menschlich durch und durch. Er handelt in diesem Band weniger wie ein Rechtsmediziner und Beamter, sondern eher als Familienvater in Sorge. Er begeht Handlungen, die den Spannungsbogen überschlagen und seine Kompetenz als Rechtsmediziner eigentlich in Frage stellen. Da fragt man sich aber, wie weit würde man selbst für seine Kinder gehen? Wahrscheinlich würde man auch alle Grenzen übertreten und alles tun, damit sie wieder wohlauf bei einem sind.

Leider vermisst man als treuer Leser hier etwas seine Tätigkeit als Rechtsmediziner, auch wenn die Story an sich sehr spannend aufgebaut ist. Zwischendurch gibt es aber doch hin und wieder einige Längen, durch die man sich kämpfen muss. Sprachlich ist das Buch genauso gut aufgebaut wie die ersten zwei und man muss sich immer vor Augen halten, dass man es hier mit True Crime Thrillern zu tun hat. Es ist also alles wirklich irgendwie einmal passiert und aus dem echten Leben gegriffen.

Tsokos merkt an, dass es doch nicht das Ende rund um Abel ist – es könnte also durchaus sein, dass weitere Bände um den beliebten einzigartigen Rechtsmediziner bald erscheinen! Ich würde mich auf jeden Fall darauf freuen und kann auch diesen dritten Band an die Leser weiterempfehlen, allerdings sollte man schon die Vorgänger gelesen haben, denn es wird immer wieder auf etwas in der Vergangenheit angespielt.

4 von 5 Punkten

J.P. Delaney – The Girl Before posted by on 25. September 2017

Ein Haus, das einen kennt, jeden der Schritte, die man geht. Das sogar die Temperatur der Dusche für einen einstellen kann, da es genau weiß, wie man duscht. Hätte man sowas wirklich gerne? Ein intelligentes Haus? Im Thriller von JP Delaney scheinen sich viele Leute um genau so eines zu reissen, die Miete ist günstig, die Liste der Regeln lange…

Autor: JP Delaney
Titel: The Girl before
Genre: Thriller
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 25.04.2017
Taschenbuch: 400 Seiten
Preis: 13,00 €

Jane hat etwas Schreckliches hinter sich – sie hat ihre Tochter tot geboren. Nun muss sie einen Neuanfang für sich haben und überlegt daher nicht lange, als sie die Möglichkeit hat, in ein hochmodernes Haus in einer guten Londoner Gegend zu ziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie auch noch dessen Architekt kennenlernt und findet ihn auch gleich sympathisch. Er scheint sich ebenso zu ihr hingezogen zu fühlen. Bald erfährt Jane aber mehr als ihr lieb ist, wie auch, dass ihre Vormieterin Emma hier im Haus verstorben ist. Sie hat ihr erschreckend ähnlich gesehen, was aber noch nicht alles ist – sie lebt und liebt wie sie, sie vertraut den gleichen Menschen und ist auf dem gleichen Weg zur gleichen Gefahr….

 

Das Buch wird in zwei Erzählsträngen gegliedert – einmal erzählt Jane in der Gegenwart und einmal Emma in der Vergangenheit. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir beide nicht ganz sympathisch waren, dennoch hab ich aber mehr für Jane Mitgefühl gehegt. Edward ist natürlich interessant – hat aber ganz entschieden auch einen an der Birne, er ist perfektionistisch, minimalistisch und auch so hat er seine Zwangshandlungen. Trotzdem kann er durch die Zeilen hindurch ein Funklen herbeizaubern. Der komische Architekt begeht immer wieder die gleichen Muster in seinen Beziehungen und Jane kommt darauf. Sie fängt an, in dem Wespennest zu stochern, was vor ihr passiert ist. Gleichzeitig erfährt man von Emmas Geschichte, sie erzählt in der Vergangenheit, denn Emma ist bereits tot. Als Leser erkennt man aber die Parallelen und staunt, wie ähnlich die hier sind und worauf das Ganze wohl hinaus läuft.

Der Schreibstil und auch die kurzen Kapitel erlauben es einem, in einem Rutsch hinfort zu lesen und das habe ich in der Tat getan, die ganze Handlung zieht einen mit. Es ist zwar zwischendurch etwas „langweilig“, weil nichts passiert, aber man möchte unbedingt wissen, was dahintersteckt und ob man recht hat mit seiner Vermutung. Was dann aber schlussendlich herauskommt, ist doch schon ein Aha-Effekt. So ganz hat man doch nicht damit gerechnet.

Trotz der vielen schlechten Kritik muss ich sagen, dass ich gar nicht zustimme. Es gibt so viele Rezensionen, die so viel auseinander gehen, habe ich selten bei einem Buch gesehen. Viele sagen, dass hier abgekleistert wurde, dass es diese Handlung so und so schon mal gab. Ja Leute – was denkt ihr denn, dass alles frisch erfunden ist? Alles ist schon mal in irgendeinem Buch, Theater, Film vorgekommen. Es kommt drauf an, ob man es gesehen hat oder nicht, dann würde man anders von einer Sache reden. Und selbst wenn – es kommt immernoch drauf an, wie der Autor etwas verpackt und wenn es auch ähnlich einer anderen Sache ist, es muss nichts abgekleistert sein. Wie viel Bücher gibt es denn, die derartig an Shades of Grey erinnern?

Der Autor hat die Story hier gut verpackt, den Lesern mit kleinen Brocken gelockt und auch alles sehr gut beschrieben. Es ist zwar stellenweise nicht viel los, aber man weiß, dass noch etwas kommen muss. Mich hat diese Lektüre in Beschlag genommen und gefesselt, Daumen hoch!

5 von 5 Punkten

Erica Spindler – TripleSix: Tödliche Zeichen posted by on 3. September 2017

Bei der Protagonistin in Spindlers „Lightkeeper“-Serie ist alles auf den Kopf gestellt. Bereits im ersten Band wurde sie mit dem Übersinnlichen konfrontiert und es scheint kein Ende zu nehmen. Zum Glück hat sie da ihren Partner Zach noch, der einen besonderen Riecher dafür hat…

Autor: Erica Spindler
Titel: Triple Six – Tödliche Zeichen
Genre: Thriller
Verlag: Lübbe – be
eBook: 462 Seiten
Erscheinungsdatum: 08.08.2017
Preis: 6,99 €

Es ist jetzt drei Monate her, als Micki fast gestorben wäre. Körperlich geht es ihr wieder gut, doch hat sie Alpträume hiervon und sie wird einfach das Gefühl nicht los, dass hier etwas nicht stimmt. Zach scheint sie angelogen zu haben. Mittlerweile passieren einige Einbrüche, die brutal und chaotisch sind. Je tiefer Micki und Zach hier vordringen, desto klarer wird ihnen, dass es hier wieder nicht mit normalen Dingen zugeht. Die Diebe scheinen etwas oder jemanden genaues zu suchen. Es wird sehr heikel, als diese Person eine ist, die Micki nahesteht…

Dies ist bereits der zweite Teil aus der Lightkeeper-Serie von Spindler rund um Micki und Zach. Auch hier kabbeln die zwei zwar immer wieder, man merkt aber doch, dass sie mehr zusammengewachsen sind und sich auch mehr verstehen, vertrauen und respektieren. Man liest gerne ihre vielen Dialoge und wie sie sich umeinander kümmern, den Rücken stärken usw. Micki ist noch etwas mitgenommen vom letzten Fall, was sie aber nicht hindert, sich mit Zach in eine neue Reihe von Einbrüchen zu stürzen, nur um herauszufinden, dass auch diese etwas mit dem Bösen zu tun haben und nicht von dieser Welt sind.

Auch im zweiten Teil hat die Autorin noch immer einen angenehmen Schreibstil, der mir persönlich sehr gut gefällt und mich in einen Lesefluss sinken lässt. Die Story an sich ist nun eingespielter und man kennt sich aus mit den Personen, der Gegend und was es mit den Kräften auf sich hat. Die Spannung ist hier um einiges stärker als im letzten Band, was aber normal auch gut so ist und so sein soll. Man wird in eine Reihe Einbrüche geworfen und weiß erst nicht, was hier auf einen wartet – so geht es auch den anderen beiden Ermittlern im Buch. Erst nach und nach wird diesen und einem selber auch klar, was hier los ist.

Das Buch nimmt ab der Hälfte Fahrt auf und man kann es eigentlich kaum noch aus der Hand legen. Ich habe die zwei Ermittler gerne begleitet und werde das auch weiterhin gerne tun, sind sie mir doch sehr ans Herz gewachsen. Es ist fast wie eine Geschichte aus dem chaotischen Alltagsleben, in die man gerne flüchtet, jedoch ohne diese bösen Kräfte.

Empfehlen kann ich das Buch auf jeden Fall, den ersten Teil sollte man aber schon gelesen haben, da dort doch sehr viel erklärt wird, mit was alles zusammen hängt!

5 von 5 Punkten

 

Erica Spindler – The Final Seven – Das Spiel beginnt posted by on 13. August 2017

Als Polizistin hat man es wahrlich nicht leicht, aber noch weniger, wenn einem ein Partner an die Seite gestellt wird, der scheinbar mysteriöse Fähigkeiten hat. So ergeht es Micki in New Orleans. Ihr wird ein neuer Partner an die Seite gestellt, der mit seinen Fähigkeiten dazu beitragen soll, Fälle schneller aufzuklären. Sie ist etwas skeptisch, was wohl jeder von uns wäre, oder nicht?

Autor: Erica Spindler
Titel: The Final Seven – Das Spiel beginnt
Genre: Thriller
Verlag: Lübbe – be
Erscheinungsdatum: 01.06.2017
eBook: 408 Seiten
Preis: 6,99 €

Die junge Polizistin Michaela Dare, „Micki“, ist sehr zielstrebig. Eigentlich braucht sie keinen neuen Partner und schon gar nicht Zach „Hollywood“ Harris. Er ist ein respektloser Charmeur und Draufgänger, welcher ihr vom FBI vorgesetzt wird. Dazu noch soll sie so etwas wie sein Bodyguard fungieren, während er das Böse jagt, denn er scheint von hoher Wichtigkeit zu sein mit seinen Fähigkeiten. Bald aber stellt Micki fest, dass ihr Partner mehr draufhat als seine draufgängerische Art und dass es Kräfte zwischen Himmel und Erde gibt, die tatsächlich nur Zach aufhalten kann…

Das ist der Auftakt der Lightkeeper-Serie. In diesem ersten Band bekommt Detective Micki den neuen Partner Zach an ihre Seite gestellt. Schmeckt ihr zwar nicht, kann sie aber nichts dagegen tun. Erst ist er ihr nicht geheuer und sie kann ihn nicht ausstehen, das ändert sich aber mit Zeile um Zeile etwas. Er hat zwar immer weiterhin seine arrogante Art, doch er ist auch korrekt und liebenswürdig auf seine Art und Weise. Die beiden fangen nun also zusammen Bösewichte, ob sie wollen oder nicht. Sie fügen sich in ihr Schicksal und sind eigentlich nicht mal so schlechte Partner Seite an Seite.

Der erste Band schickt den Leser gleich in Kräfte, die es eigentlich gar nicht gibt, die Zach aber aufklären kann und wozu er befähigt ist, weshalb genau er für die Polizei arbeitet. Man bekommt auch immer Happen zugeworfen, um was genau für Leute es sich handelt, zu welchen Zach gehört, was er ist und was die anderen sind. Nach und nach lichtet sich dieses Rätsel. Die Spannung nimmt also auf und nicht ab. Es ist zwischendurch etwas viel erzählt, was nicht hätte sein müssen, dennoch gehört dies zur Geschichte und stört auch keineswegs, denn man möchte alles wissen und in sich aufsaugen.

Erica Spindler hat einen angenehmen Schreibstil, der es einem möglich macht, ohne Pause weiterzulesen. Man möchte einfach nur noch blättern und blättern und mehr über das ungleiche Gespann erfahren. Auf witzige Art und Weise entführt sie den Leser in eine Welt, die eigentlich gar nicht so witzig ist und auch sehr mysteriös. Man möchte fast selbst an so etwas glauben und wer weiß, vielleicht gibt es das ja doch?

Für mich ein gelungener Einstieg in die Lightkeeper-Serie. Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben und kann es den Krimi-/Thrillerlesern, die auch gerne einmal einen mysteriösen Touch in ihrer Lektüre haben, sehr gerne ans Herz legen! Es ist zwar kurzweilig, da man schnell liest, weil spannend, aber es lohnt sich auf jeden Fall und man gewinnt zwei neue Herzchen am Detectivehimmel lieb!

5 von 5 Punkten

Nina Sadowsky – Be my Girl posted by on 8. August 2017

Wie weit würdet ihr gehen für die große Liebe? Würdet ihr einen Mord begehen oder wäre das too much? Wie wichtig ist einem die große Liebe? Es ist interessant, wie unterschiedlich Menschen doch ihre Werte sehen und auch handeln. Auch Ellie hat ein großes Stück für ihre große Liebe zu kämpfen und fragt sich immer wieder, warum sie das tut und ob es das richtige ist…

Autor: Nina Sadowsky
Titel: Be my Girl
Genre: Thriller
Verlag: Penguin
Taschenbuch: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.02.2017
Preis: 13,00 €

Ellie und Rob sind das perfekte Paar. Sie sehen beide gut aus, sind erfolgreich und dazu noch bis über beide Ohren ineinander verliebt. Kaum sind sie verheiratet, scheint alles den Bach hinunterzugehen. Rob hat eine entsetzliche Vergangenheit und je mehr Ellie erfährt, desto tiefer wird sie in einen Strudel aus Lügen und Verrat gezogen, welcher ihrer beide Leben bedroht. Aber auch sie hat ihre Vergangenheit und Geheimnisse…

Wenn man den Klappentext liest, hat man natürlich große Erwartungen. Meines Erachtens werden diese hier nicht ganz erfüllt. Einen spannenden Thriller hat man dennoch vor sich, wenn auch auf andere Art. Hier verfolgt man nicht einen blutrünstigen Killer, sondern die Geschichte um Ellie und Rob, die auch so ganz und gar nicht unblutig ist. Ich war den beiden zwar nie so recht nah, aber interessiert hat mich deren Verlauf trotzdem und wie es mit ihnen weitergeht und ob alles überhaupt ein gutes Ende hat.

Der Schreibstil der Autorin macht es dem Leser leicht von A nach Z zu kommen. Man kommt richtig in einen Lesefluss und hat hier einmal einen anderen Thriller vor Augen als die Norm. Er hebt sich insbesondere davon ab, dass er die Frage aufwirft, wie weit man für seine Liebe gehen würde. Ok, kommt in vielen Romanen vor, aber nicht auf diese Weise. Was Ellie und Rob tun, wirft alle Moral über den Haufen und ist schon um einiges härter als das Normale.

Für ein Debüt ein absolut gelungenes Lesehäppchen, bei welchen ich mich immer wieder frage, wie man auf so eine Idee kommt? Aber so muss das wohl sein, die Ideen, die einem vorbeischweben, sollte man am besten gleich auffangen und zu Papier bringen. Wie man sieht, bekommt sowas gut!

4 von 5 Punkten

 

John Katzenbach – Die Grausamen posted by on 9. Juni 2017

Wenn Cops Mist bauen, werden sie nicht gleich entsorgt, sondern aufs Abstellgleis gestellt. Und wie? Indem man ihnen die Abteilung „Cold Cases – Kalte Fälle“ zuweist. Dort werden die Fälle behandelt und neu aufgerollt, die zu keinem Ergebnis geführt haben. Doch was, wenn man auf etwas stößt, das eigentlich hätte verborgen bleiben sollen? Das Ermittlerduo in Katzenbachs erstem Ermittlerthriller macht damit Bekanntschaft…

Autor: John Katzenbach
Titel: Die Grausamen
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
Broschiert: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 03.04.2017
Preis: 16,99 €

Der Ermittler Gabe und die ehemalige Drogenfahnderin Marta werden auf Grund Fehlschlägen in die Abteilung Cold Cases versetzt. Gabe ist seit Jahren ein Alkoholiker, seit in seiner Familie eine Tragödie passiert ist. Marta hat bei der Verfolgung eines Dealers aus Versehen ihren Partner erschossen – beide sind dem Polizeichef ein Dorn im Auge und müssen weg von der Bildfläche. Sie durchforsten die Akten der kalten Fälle und stoßen auf vier Morde und Tessa. Tessa Gibson ist vor 20 Jahren spurlos verschwunden auf dem Heimweg von ihrer Freundin. Die dreizehnjährige ist den Weg schon unzählige Male gegangen und eigentlich galt ihre Wohngegend als sicherer als sonst welche. Marta und Gabe stoßen auf eine Spur, denn die vier Morde und Tessas Verschwinden scheinen irgendwie zusammenzugehören, wenn sie auch noch nicht wissen, wie. Doch irgendwer hegt ein großes Interesse daran, dass in diesen Fällen nicht nachgebohrt wird und somit sind Marta und Gabe in Lebensgefahr…

Wer Katzenbach kennt, weiß, dass er nicht alles partout abhandelt. Er führt den Leser langsam in das Geschehen ein und durchleuchtet auch die Charaktere und deren Umgebung ganz genau. Das führt aber keineswegs zur Langeweile, denn er verpackt es so geschickt, dass es einem Spaß macht, das alles zu lesen. Obwohl Gabe und Marta verlorene Seelen sind, gewinnt man sie doch ganz schnell lieb und verfolgt sie auf Schritt und Tritt.

Der Schreibstil ist gewohnt Katzenbach – leicht zu lesen und mit vielen sprachlichen Dialogen, die einen am Ball halten. Er führt einen auf den Weg der Ermittler und automatisch fängt man selbst an, zu rätseln. Was hängt hier wohl und wie zusammen? Man kann es sich irgendwo denken, aber wie es sich schlussendlich löst, ist doch schon ein Aha-Effekt und lässt einen überrascht aufschauen.

Meines Erachtens kann Katzenbach ruhig weiter Ermittlerthriller schreiben, am besten weiterhin mit diesen zwei sympathischen Detectives, die vom Weg abgekommen sind und sich zurückkämpfen. Einmal Kämpfer – immer Kämpfer! Und wer Katzenbach liebte, wird ihn auch jetzt noch lieben, auch wenn es kein Psychothriller ist, sondern ein Ermittlerthriller!

5 von 5 Punkten