Erica Spindler – The Final Seven – Das Spiel beginnt posted by on 13. August 2017

Als Polizistin hat man es wahrlich nicht leicht, aber noch weniger, wenn einem ein Partner an die Seite gestellt wird, der scheinbar mysteriöse Fähigkeiten hat. So ergeht es Micki in New Orleans. Ihr wird ein neuer Partner an die Seite gestellt, der mit seinen Fähigkeiten dazu beitragen soll, Fälle schneller aufzuklären. Sie ist etwas skeptisch, was wohl jeder von uns wäre, oder nicht?

Autor: Erica Spindler
Titel: The Final Seven – Das Spiel beginnt
Genre: Thriller
Verlag: Lübbe – be
Erscheinungsdatum: 01.06.2017
eBook: 408 Seiten
Preis: 6,99 €

Die junge Polizistin Michaela Dare, „Micki“, ist sehr zielstrebig. Eigentlich braucht sie keinen neuen Partner und schon gar nicht Zach „Hollywood“ Harris. Er ist ein respektloser Charmeur und Draufgänger, welcher ihr vom FBI vorgesetzt wird. Dazu noch soll sie so etwas wie sein Bodyguard fungieren, während er das Böse jagt, denn er scheint von hoher Wichtigkeit zu sein mit seinen Fähigkeiten. Bald aber stellt Micki fest, dass ihr Partner mehr draufhat als seine draufgängerische Art und dass es Kräfte zwischen Himmel und Erde gibt, die tatsächlich nur Zach aufhalten kann…

Das ist der Auftakt der Lightkeeper-Serie. In diesem ersten Band bekommt Detective Micki den neuen Partner Zach an ihre Seite gestellt. Schmeckt ihr zwar nicht, kann sie aber nichts dagegen tun. Erst ist er ihr nicht geheuer und sie kann ihn nicht ausstehen, das ändert sich aber mit Zeile um Zeile etwas. Er hat zwar immer weiterhin seine arrogante Art, doch er ist auch korrekt und liebenswürdig auf seine Art und Weise. Die beiden fangen nun also zusammen Bösewichte, ob sie wollen oder nicht. Sie fügen sich in ihr Schicksal und sind eigentlich nicht mal so schlechte Partner Seite an Seite.

Der erste Band schickt den Leser gleich in Kräfte, die es eigentlich gar nicht gibt, die Zach aber aufklären kann und wozu er befähigt ist, weshalb genau er für die Polizei arbeitet. Man bekommt auch immer Happen zugeworfen, um was genau für Leute es sich handelt, zu welchen Zach gehört, was er ist und was die anderen sind. Nach und nach lichtet sich dieses Rätsel. Die Spannung nimmt also auf und nicht ab. Es ist zwischendurch etwas viel erzählt, was nicht hätte sein müssen, dennoch gehört dies zur Geschichte und stört auch keineswegs, denn man möchte alles wissen und in sich aufsaugen.

Erica Spindler hat einen angenehmen Schreibstil, der es einem möglich macht, ohne Pause weiterzulesen. Man möchte einfach nur noch blättern und blättern und mehr über das ungleiche Gespann erfahren. Auf witzige Art und Weise entführt sie den Leser in eine Welt, die eigentlich gar nicht so witzig ist und auch sehr mysteriös. Man möchte fast selbst an so etwas glauben und wer weiß, vielleicht gibt es das ja doch?

Für mich ein gelungener Einstieg in die Lightkeeper-Serie. Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben und kann es den Krimi-/Thrillerlesern, die auch gerne einmal einen mysteriösen Touch in ihrer Lektüre haben, sehr gerne ans Herz legen! Es ist zwar kurzweilig, da man schnell liest, weil spannend, aber es lohnt sich auf jeden Fall und man gewinnt zwei neue Herzchen am Detectivehimmel lieb!

5 von 5 Punkten

Nina Sadowsky – Be my Girl posted by on 8. August 2017

Wie weit würdet ihr gehen für die große Liebe? Würdet ihr einen Mord begehen oder wäre das too much? Wie wichtig ist einem die große Liebe? Es ist interessant, wie unterschiedlich Menschen doch ihre Werte sehen und auch handeln. Auch Ellie hat ein großes Stück für ihre große Liebe zu kämpfen und fragt sich immer wieder, warum sie das tut und ob es das richtige ist…

Autor: Nina Sadowsky
Titel: Be my Girl
Genre: Thriller
Verlag: Penguin
Taschenbuch: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.02.2017
Preis: 13,00 €

Ellie und Rob sind das perfekte Paar. Sie sehen beide gut aus, sind erfolgreich und dazu noch bis über beide Ohren ineinander verliebt. Kaum sind sie verheiratet, scheint alles den Bach hinunterzugehen. Rob hat eine entsetzliche Vergangenheit und je mehr Ellie erfährt, desto tiefer wird sie in einen Strudel aus Lügen und Verrat gezogen, welcher ihrer beide Leben bedroht. Aber auch sie hat ihre Vergangenheit und Geheimnisse…

Wenn man den Klappentext liest, hat man natürlich große Erwartungen. Meines Erachtens werden diese hier nicht ganz erfüllt. Einen spannenden Thriller hat man dennoch vor sich, wenn auch auf andere Art. Hier verfolgt man nicht einen blutrünstigen Killer, sondern die Geschichte um Ellie und Rob, die auch so ganz und gar nicht unblutig ist. Ich war den beiden zwar nie so recht nah, aber interessiert hat mich deren Verlauf trotzdem und wie es mit ihnen weitergeht und ob alles überhaupt ein gutes Ende hat.

Der Schreibstil der Autorin macht es dem Leser leicht von A nach Z zu kommen. Man kommt richtig in einen Lesefluss und hat hier einmal einen anderen Thriller vor Augen als die Norm. Er hebt sich insbesondere davon ab, dass er die Frage aufwirft, wie weit man für seine Liebe gehen würde. Ok, kommt in vielen Romanen vor, aber nicht auf diese Weise. Was Ellie und Rob tun, wirft alle Moral über den Haufen und ist schon um einiges härter als das Normale.

Für ein Debüt ein absolut gelungenes Lesehäppchen, bei welchen ich mich immer wieder frage, wie man auf so eine Idee kommt? Aber so muss das wohl sein, die Ideen, die einem vorbeischweben, sollte man am besten gleich auffangen und zu Papier bringen. Wie man sieht, bekommt sowas gut!

4 von 5 Punkten

 

John Katzenbach – Die Grausamen posted by on 9. Juni 2017

Wenn Cops Mist bauen, werden sie nicht gleich entsorgt, sondern aufs Abstellgleis gestellt. Und wie? Indem man ihnen die Abteilung „Cold Cases – Kalte Fälle“ zuweist. Dort werden die Fälle behandelt und neu aufgerollt, die zu keinem Ergebnis geführt haben. Doch was, wenn man auf etwas stößt, das eigentlich hätte verborgen bleiben sollen? Das Ermittlerduo in Katzenbachs erstem Ermittlerthriller macht damit Bekanntschaft…

Autor: John Katzenbach
Titel: Die Grausamen
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
Broschiert: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 03.04.2017
Preis: 16,99 €

Der Ermittler Gabe und die ehemalige Drogenfahnderin Marta werden auf Grund Fehlschlägen in die Abteilung Cold Cases versetzt. Gabe ist seit Jahren ein Alkoholiker, seit in seiner Familie eine Tragödie passiert ist. Marta hat bei der Verfolgung eines Dealers aus Versehen ihren Partner erschossen – beide sind dem Polizeichef ein Dorn im Auge und müssen weg von der Bildfläche. Sie durchforsten die Akten der kalten Fälle und stoßen auf vier Morde und Tessa. Tessa Gibson ist vor 20 Jahren spurlos verschwunden auf dem Heimweg von ihrer Freundin. Die dreizehnjährige ist den Weg schon unzählige Male gegangen und eigentlich galt ihre Wohngegend als sicherer als sonst welche. Marta und Gabe stoßen auf eine Spur, denn die vier Morde und Tessas Verschwinden scheinen irgendwie zusammenzugehören, wenn sie auch noch nicht wissen, wie. Doch irgendwer hegt ein großes Interesse daran, dass in diesen Fällen nicht nachgebohrt wird und somit sind Marta und Gabe in Lebensgefahr…

Wer Katzenbach kennt, weiß, dass er nicht alles partout abhandelt. Er führt den Leser langsam in das Geschehen ein und durchleuchtet auch die Charaktere und deren Umgebung ganz genau. Das führt aber keineswegs zur Langeweile, denn er verpackt es so geschickt, dass es einem Spaß macht, das alles zu lesen. Obwohl Gabe und Marta verlorene Seelen sind, gewinnt man sie doch ganz schnell lieb und verfolgt sie auf Schritt und Tritt.

Der Schreibstil ist gewohnt Katzenbach – leicht zu lesen und mit vielen sprachlichen Dialogen, die einen am Ball halten. Er führt einen auf den Weg der Ermittler und automatisch fängt man selbst an, zu rätseln. Was hängt hier wohl und wie zusammen? Man kann es sich irgendwo denken, aber wie es sich schlussendlich löst, ist doch schon ein Aha-Effekt und lässt einen überrascht aufschauen.

Meines Erachtens kann Katzenbach ruhig weiter Ermittlerthriller schreiben, am besten weiterhin mit diesen zwei sympathischen Detectives, die vom Weg abgekommen sind und sich zurückkämpfen. Einmal Kämpfer – immer Kämpfer! Und wer Katzenbach liebte, wird ihn auch jetzt noch lieben, auch wenn es kein Psychothriller ist, sondern ein Ermittlerthriller!

5 von 5 Punkten

Jenny Milewski – Angstmädchen posted by on 28. April 2017

Ein Geist, der rumspukt, da wo man wohnt? Eigentlich unvorstellbar – doch, was wäre wenn? Und was tut man dagegen? Die Protagonistin hat damit zu kämpfen, erst damit, dass ihr jemand glaubt und dann, damit der Geist endgültig verschwindet.

Autor: Jenny Milewski
Titel: Angstmädchen
Genre: Thriller, Horror
Verlag: Heyne
Taschenbuch: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.01.2017
Preis: 13,99 €

Die junge Studentin Malin bekommt endlich ein Zimmer in einem Wohnheim. Dort hat sie eine Badewanne, was ihr zwar nicht behagt, aber sie hat es als einzige in diesem Wohnheim. Doch dann erfährt sie, dass vor einigen Tagen ein Mädchen namens Yuko genau in ihrem Zimmer, in ihrer Badewanne Selbstmord gemacht hat, indem sie sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet sie auch noch ein schwarzes Haarbüschel, das nicht ihres ist und auch eine blasse Gestalt erscheint ihr nachts. Da wird ihr klar, dass Yukos Geist noch immer in diesem Wohnheim spukt und es immer schlimmer wird. Gemeinsam mit den anderen Bewohnern versucht sie, diesen loszuwerden.

Ganz ehrlich? Der Klappentext hat viel mehr versprochen, als der Inhalt hergibt. Malin ist eigentlich recht sympathisch und man fiebert auch mit ihr mit und steht in allem hinter ihr. Man hätte wohl nicht anders gehandelt. Auch die anderen Charaktere sind gut gewählt, jeder hat seine eigenen Macken und seine ganz eigene Persönlichkeit. Dennoch versteht man nicht ganz, was Yuko eigentlich will und warum sie gerade dann auftaucht, als Malin einzieht und nicht schon vorher.

Das Buch an sich fängt mit dem Ende an, als Malin in Tokyo auf einem Hochhaus ist. Dann erzählt sie ihre Geschichte. Man erwartet nun eine spannende, Gänsehaut erregende Story. Gänsehaut hatte ich in der Tat öfters, da ich aber auch ein sehr ängstlicher Mensch angeht, was Geister angeht. Vor allem, wenn man das Buch abends liest und dann im Bett liegt und im Bad etwas umfällt, einfachso. Da traut man sich (wenn man wie ich ein Angsthase ist) dann gar nicht mehr raus, nicht mal mehr auf die Toilette. Trotzdem überzeugt die Autorin nicht ganz, es ist ein ständiges Auf und Ab und es passiert doch nichts originelles. Es gibt Momente, die lassen einen in einem Höchsttempo lesen, nur um dann wieder abgeflaut zu werden.

Der Schreibstil und die Dialoge sind gut ausgearbeitet und lassen, trotzdem fehlt der Geschichte die Spannung und der Schliff. Vor allem das Ende lässt doch noch einiges offen und Fragen stehen, die man doch gerne beantwortet gehabt hätte. Man weiß ja eigentlich am Anfang schon, wie es endet – erfährt aber nie ganz, wieso das so ist. Entweder habe ich nicht genug zwischen den Zeilen gelesen oder es war einfach nur sinnfrei.

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, weswegen ich es auch nicht weiterempfehlen kann an die Gruselfans unter uns, da es ehrlich gesagt doch einige viel bessere Grusellektüren gibt. Dadurch dass die Geschichte zwischendrin spannend war, was aber wieder abflaut und man die ganze Zeit bangt, den Grund für Malins Tun zu erfahren und wie sich das alles entwickelt bis dahin, konnte ich doch nicht aufhören zu lesen.

2 von 5 Punkten

Susanne Kliem – Das Scherbenhaus posted by on 3. April 2017

Ein Stalker, der hinter einem her ist? Unheimlich – aber was dagegen tun? Wegrennen? Die Protagonistin im Psychothriller „Das Scherbenhaus“ geht zu ihrer Schwester, da diese sie gerufen hat wegen einem Problem, doch dort wird es auch nicht besser..

Autor: Susanne Kliem
Titel: Das Scherbenhaus
Genre: Psychothriller
Verlag: carl´s books
Erscheinungsdatum: 20.03.2017
Taschenbuch: 336 Seiten
Preis: 14,99 €

Carla Brendel wird von einem Stalker verfolgt, er schickt ihr Fotos von Messern und Ritzern in der Haut. Aus Angst flüchtet sie zu ihrer Halbschwester nach Berlin, die sie gerufen hatte, wegen einem Problem. Sie besitzt ein luxuriöses Haus, das „Save Haven“, welches mit besten Sicherheitssystemen ausgestattet ist. Doch kurz nach ihrer Ankunft dort, verschwindet ihre Halbschwester und taucht erst wieder als Leiche in der Spree auf. Ein Unfall? Oder wissen die Hausbewohner des sicheren Hauses mehr, als sie vorzugeben scheinen? Carla bleibt dort und sucht nach der Wahrheit und merkt schnell, dass das Haus und ihre Bewohner eigene Regeln haben, die ganz schnell tödlich enden können…

Carla lebt ein Leben, das eigentlich langweilig ist aber für sie doch Gewohnheit. Sie wohnt auf dem Land in Stade und arbeitet bei ihrem Schwager im Restaurant mit. Der Alltag wird für sie aber bedrohlich, als ein Stalker es auf sie abgesehen hat und ihr Fotos von Messern und eingeritzter menschlicher Haut schickt. Doch das hört auf einmal auf. Kaum wägt sie sich in Sicherheit, ruft ihre Schwester aus Berlin an, um sie um Hilfe zu bitten. Kurzerhand reist sie dorthin und will ihr helfen, doch sie verschwindet und wird ermordet. Carla soll also nun ihr Haus erben, ihr Herzstück, da die Schwester Architektin war und damit Preise gewonnen hat. Die Hausbewohner haben es auch in sich, jeder hat ein eigenes Geheimnis. Carla reist aber wieder heim, nur um zu merken, dass der Stalker sich doch wieder gemeldet hat. So geht sie doch nach Berlin und macht sich auf die Suche nach der Lösung, wieso ihre Schwester sterben musste. Bei den Bewohnern fängt sie an und stößt auf komische Ungereimtheiten, sie merkt, dass jeder hier etwas zu verbergen hat.

Von der Autorin selbst habe ich bereits das Buch „Die Beschützerin“ gelesen, was sehr spannend war. Jedoch ist das Buch hier nichts dagegen, die Spannung war zwar da, aber es ist irgendwie schlecht durchdacht. Man pendelt von Seite zu Seite und kommt doch nicht weiter, man hängt wieder zurück. Mit der Protagonistin wird man ein kleines bisschen warm, aber sie scheint doch wie fern zu sein und man kann sie sich nicht direkt bildlich vorstellen. Ihre Handlungen an sich sind manchmal verständnislos und dann doch wieder begreifbar. Die anderen Personen sind genauso ein Geheimnis, was aber auch so sein soll.

Man plätschert also von Seite zu Seite und versucht gemeinsam mit Carla herauszfinden, welcher der Bewohner Dreck am Stecken hat. Meines Erachtens ist Carla viel zu vertrauenswürdig, allen gegenüber. Sie öffnet sich viel zu schnell und gibt zu viel preis. Was die Sache mit dem Stalker auf sich hat, findet man zwar noch raus, das geht aber in völliger Vergessenheit in der Geschichte halbwegs unter. Gelöst ist es dann allerdings richtig perfide.

Was der Thriller aber einem zeigt, ist, wie schnell man Menschen doch manipulieren kann und sie sich zu Marionetten eigen machen kann. Man ist so schnell abhängig von guten Worten, Taten und Liebe. Wenn man mit solch mächtigen Gefühlen spielt, hat man jemand schnell in der Hand. Weiter zeigt der Thriller, dass man nicht jedem blind vertrauen sollte, was man eigentlich selbst wissen müsste.

Ich selbst bin mit dem Thriller nicht ganz warm geworden und habe lange nicht gewusst, wie ich diesen bewerten soll oder überhaupt fertig lesen. Ich bin aber froh, dass ich es bis zum Ende geschafft habe, denn nach 2/3 des Buches wird es doch noch sehr spannend und es werden einige Dinge aufgedeckt, wo sich der Aha-Effekt einstellt. Erst wollte ich nur 2 Punkte geben, die Wendung aber an sich hat sich dann doch noch einen Punkt verdient und ich war dann doch fast traurig, dass es doch schon vorbei war. Für mich war es auch lange Zeit schon voraussehbar, wer der Bösewicht an der ganzen Sache ist, nur wie das herauskommt, das war die große Frage.

Empfehlen kann ich das Buch nicht ganz bedenkenlos, dennoch sollte man einen Blick hineinwerfen, da die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind!

3 von 5 Punkten

Sebastian Fitzek – AchtNacht posted by on 23. März 2017

Was würde man tun, wenn man jemanden nominieren könnte für eine Art Todeslotterie? Wie viele Menschen würden hier wohl jemanden an den Pranger stellen? Und was tut derjenige erst, der nominiert wurde und nun straffrei getötet werden darf? Fitzek hat mit seinem neuen Thriller eine beängstigende Atmosphäre geschaffen, in welcher es scheinbar fast kein Entkommen gibt…

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: AchtNacht
Genre: Thriller
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 14.03.2017
Taschenbuch: 416 Seiten
Preis: 12,99 €

Benjamin Rühmann hat es nicht leicht in seinem Leben – er spielte in einer Rockband bis zu einem Vorfall, dann ging es bergab. Nun hangelt er sich von Gig zu Gig durch, nur um dann doch wieder ohne etwas da zu stehen. Seine Tochter ist seit einem Unfall gehbehindert und seine Frau hat sich von ihm getrennt – sein Leben läuft also nicht nach seinen Vorstellungen. Seine Tochter begeht einen scheinbaren Suizidversuch und liegt im Krankenhaus. Derweil erfährt er von der AchtNacht, in welcher jedermann nominiert werden kann, am 08.08. um 08:08 Uhr. Derjenige ist dann vogelfrei und kann von jedem getötet werden, der erfolgreiche Jäger erhält eine Prämie von 10 Millionen. Benjamin ist einer der zwei Nominierten und muss nun auch noch um sein Leben fürchten. Doch wer hasst ihn so sehr, dass er ihn nominiert hat?

Das Buch ist ja an dem Film „The Purge“ orientiert. Ich muss sagen, ich kenne den Film nicht und kann so keine Vergleiche ziehen. Fitzek steigt hier rasant ein und zieht den Leser gleich mit. Ben ist der typische Katastrophenkerl, bei dem das ganze Leben bergab geht. Arezu das typische Mädchen, das etwas am Kopf hat. Die Personen hat er gut gezeichnet, auch wenn sie etwas aus einer Soap haben.

Man verfolgt also nun Bens und Arezus Weg, wie sie zu entkommen versuchen und herauszufinden versuchen, wer eigentlich dahintersteckt und was der ganze Sinn der Sache ist. Sollte die Webseite erst ein Spaß sein, so ist diese jetzt bitterer Ernst und es gibt einen Haufen Jäger, die nur scharf auf die Kohle sind. Nebenbei wird Ben noch von anderen Missetätern in den Wahnsinn getrieben, die nix anderes im Sinn haben, ein bisschen Spannung in das Spiel zu bringen. Und ganz nebenbei fürchtet er um das Leben seiner Tochter, die unverändert im Koma im Krankenhaus liegt.

Wenn die letzten Bücher von Fitzek auch nicht so der Renner waren, dieses hier ist es bestimmt. Es erinnert wieder an den guten, alten Fitzek, der superkranke Ideen hat und diese zu einem spannenden Psychothriller bringt. Rasant wirft er den Leser mitten ins Geschehen, man hat einiges zu verdauen während die Story ihren Fortlauf nimmt. Man rätselt die ganze Zeit mit, wer wohl hier der Bösewicht ist und das ganze veranstaltet und vor allem, warum. Was passiert wohl mit seiner Tochter und wie hängt sie darin? Es sind einige Fäden, die zusammengesponnen werden wollen.

Das alles, was Fitzek hier wieder verpackt, ist gut gemacht und verspricht großes Kopfkino. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und auch die Spannung wird durchweg erhalten im Buch. Er führt den Leser wie gewohnt öfters an der Nase rum und lässt einen auch selbst miträtseln, wie es wohl ist. Das Ende ist gelungen und lässt keine Fragen in der Geschichte offen.

Fitzek-Fans müssen hier unbedingt zugreifen, er nimmt wieder Fahrt auf! Andere sind hier ebenso gut bedient, wenn sie zu einem guten Psychothriller greifen möchten, bei welchem sie auch selbst nachdenken müssen bzw. gar nicht umhin kommen!

5 von 5 Punkten

B.A. Paris – Saving Grace – Bis dein Tod uns scheidet posted by on 15. März 2017

Wie oft sind wir wohl schon an einen Psychopathen geraten, ohne es zu wissen, sei es auch nur im Freundeskreis? Diese Art Mensch scheint sich wohl gut tarnen zu können was das soziale Umfeld angeht. Auch Grace ergeht es nicht anders, sie fällt total auf einen herein und muss nun einen gewagten Ausweg finden…

Autor: B.A. Paris
Titel: Saving Grace – Bis dein Tod uns scheidet
Genre: Psychothriller
Verlag: Blanvalet
Taschenbuch: 352 Seiten
Erscheinungsdatum: 21.11.2016
Preis: 9,99 €

Grace und Jack Angel gelten als das perfekte Paar schlechthin. Grace ist warmherzig, liebevoll und bildhübsch. Jack dagegen ist gutaussehend, charmant und arbeitet als Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Sollte man solcher Perfektion trauen? Warum kann z.B. Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch nie zu? Warum haben die zwei so ein schönes Haus, welches aber von einem Riesenzaun überschattet wird? Wenn man Grace danach fragen will, stellt man aber gleich fest, dass sie nie allein ist – immer ist Jack dabei. Und das wirklich immer…

Grace hat einen super Job bei Harrods, eine kleine Schwester, die zwar behindert ist, die sie aber über alles liebt, da fehlt nur noch der Mann. Auch der kommt eines Tages – in Form von Jack. Er spricht sie im Park an, als sie dort mit ihrer Schwester Millie verweilt. Grad weil er so auf Millie eingeht, ist sie so überzeugt von ihm. Er liest ihr jeden Wunsch von den Lippen ab und ist auch mehr als zuvorkommend – bis zur Hochzeit ein halbes Jahr später, da zeigt er sein wahres Gesicht, von heute auf morgen. Ab hier hat das schöne Leben für Grace ein Ende, sie findet sich in einem Alptraum wieder.

So sehr man gerne sagen möchte, Grace ist naiv an die Sache gegangen – das ist sie nicht. Jack hat sich derartig gut getarnt, das wäre niemandem aufgefallen. Dass er als Anwalt für misshandelte Frauen agiert, spricht ja noch mehr für ihn. Die ganze Zeit rätselt man, wie Grace hier wohl wieder herausfindet. Auch ihre Schwester Millie, die glücklicherweise noch (Betonung auf noch) in einem Internat lebt, wittert die Boshaftigkeit Jacks. Sonst vermag es keiner wahrhaben zu wollen, dass Grace gefangen ist. Sie ist eine schlaue Person, der einfach nur die Möglichkeiten fehlen, reissaus zu nehmen, da Jack ihr alles genommen hat.
Die Autorin hat mit ihrem Debüt eine düstere Stimmung geschaffen, eine die einem eine gewaltige Gänsehaut überjagt. Denn was, wenn wir auch an solche Menschen geraten ohne es zu merken? Diese Frage stellte sich mir oftmals beim Lesen – ein Pokerface aufsetzen ist nicht so schwer und wenn man das ganze Leben als Lüge lebt, noch weniger.
Die Spannung ist hier auf jeden Fall gegeben, wer aber einen blutigen Thriller erwartet, ist hier an der falschen Adresse. Dieser Thriller spielt mit der Psyche des Lesers und nistet sich genau dort ein, wo die Angst sitzt – auch um diese geht es hierin! Gefangen von der Story liest und liest man und es wird immer beklemmender. Man versteht Grace und man versteht sie nicht, was man aber versteht, ist, dass sie in einer auswegslosen Situation ist. Das Ende ist eigenlich das, was man erwaretet hat und doch so anders, gut gemeistert und herausgearbeitet. Man merkt, dass sie sich Gedanken gemacht hat und nicht einfach nur alles heruntergeleiert hat.
Ich kann das Buch bedenkenlos weiterempfehlen – wer es allerdings nur blutig mag, wird hier nicht belohnt. Ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin!
5 von 5 Punkten
Jeffery Deaver – Wahllos posted by on 13. Januar 2017

Ein Killer, der es auf die Wahrnehmung der Menschen abgesehen hat – er treibt sie in den Tod, nicht von eigener Hand. Gibt es etwas Schlimmeres? Der Autor Deaver lässt seine Kinesik-Expertin Dance mal wieder eine Nadel im Heuhaufen suchen, ob sie dabei Glück hat, könnt ihr im 4. Band lesen.

Autor: Jeffery Deaver
Titel: Wahllos
Genre: Thriller
Verlag: blanvalet
Gebunden: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 24.10.2016
Preis: 19,99 €

In einem beliebten Nachtclub in Monterey gibt es ein Konzert, bei welchem viele Besucher sind. Jedoch endet das Konzert gleich nach Beginn in einem Albtraum für die Besucher, da der Feueralarm ausgelöst wird und die Notausgänge blockiert sind – es kommt zu einer Massenpanik, wobei viele Menschen sterben. Kathryn Dance ermittelt in diesem Fall und stößt auf einiges, was infrage stellen lässt, dass es sich hierbei um ein Zufall handelt. Ein Täter, der die Angst der Menschen ausnutzt, war hier am Werk. Dance muss alles daran setzen, ihn zu bekommen, denn er wird es mit Sicherheit wieder tun…

Das ist der 4. Band der Dance-Reihe – ich muss gestehen, ich habe den ersten gelesen und dann erst wieder jetzt den 4. Die ganze Entwicklung der kinesischen Ermittlerin ging an mir vorbei, ich denke aber, dass das nicht allzu schlimm ist. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die es mit allem und jedem aufnimmt und dabei ist sie ganz schön gerissen – fast oder genauso wie ein psychopathischer, intelligenter Killer, mit welchem sie es hier zweifelsohne zu tun hat! Man begleitet sie Schritt auf Schritt und auch in ihrem persönlichen Umfeld geht es etwas chaotisch zu. Man bekommt also einige Stränge vorgesetzt aus dem Leben der Ermittler.

Der Killer selbst ist ein intellegenter Mann – leider! Er führt die Ermittler ganz schön an der Nase herum und zieht sein Ding so durch, wie er das vor hat. Man selbst bekommt eine Gänsehaut, wenn man überlegt, wie er mit der Angst der Menschen spielt und damit Erfolg hat. Die Szenen laufen vor dem Auge ab wie ein Film im Kino und lassen einen richtig gruseln vor so viel Grausamkeit. Wie wird man so oder ist das schon immer in einem drin? Der Autor hat den Täter auf jeden Fall sehr detailgetreu gezeichnet und man kann sich fast hineinfühlen, wie sich so ein krankes Denken anfühlt.

Der Schreibstil sowie die Spannung halten einen auf dem laufenden Band im Lesefluss fest. Auch wenn man die vorherigen Teile nicht gelesen hat, so ist man doch sofort gefangen und möchte wissen, wie es um die Ermittler weiter geht und was für neue Fälle sie lösen müssen.

Das Ende haut dann doch noch alles raus – etwas unrealistisch und vieles zu schnell, aber es passt zur Handlung und man kann sich schnell damit anfreunden. Ich z.B. bin schon sehr gespannt, wie es hier weiter geht, vor allem auch das Zwischenmenschliche!

Unbedingt empfehlenswert, die Deaver sowieso schon gern lesen – und für die, die ihn noch nicht kennen, ein guter Anfang, ihn kennenzulernen. Man wird es auf keinen Fall bereuen, perfide Ideen und hochgradige Spannung – ein weiterer Lieblingsautor in meinem Regal.

5 von 5 Punkten

Richard Laymon – Das Ufer posted by on 28. Dezember 2016

Eine Tragödie, die vor Jahren passiert ist – viele Jahre später ein Killer, der mit Fleischerbeil unterwegs ist und viele Fälle, die miteinander verwoben sind. Das passiert der Mutter und ihrer Tochter im Psychothriller von Richard Laymon. Wie sie damit umgehen? Gar nicht – sie versuchen zu überleben!

Autor: Richard Laymon
Titel: Das Ufer
Genre: Horror, Psychothriller
Verlag: Heyne Hardcore
Erscheinungsdatum: 12.09.2016
Taschenbuch: 592 Seiten
Preis: 9,99 €

Ich lese sehr gerne Laymon, er hat den Sinn für Horror und man kann sich richtig fürchten. Er hat eine Vorliebe für Äxte, Fleischerbeil usw. und zeigt dem Leser, was Gänsehaut bedeutet. Dieses Buch jedoch ist nicht eines seiner besten.

Wir haben hier Leigh, die vor Jahren ihren neuen Freund Charlie tragisch durch einen Unfall verloren hat. 18 Jahre später widerfährt ihrer Tochter ein Schicksalsschlag mit ihrem Freund, er wird umgebracht und sie überlebt. Was sie danach erleben, hängt alles irgendwie mit dem Fall von vor Jahren zusammen und ist ziemlich abstrus, aber doch plausibel. Die Mutter selbst lernt wieder einen Mann kennen, den sie in ihr Leben lässt – es ist der Polizist Mace, der in dem Fall des ermordeten Alan, der Freund der Tochter, ermittelt. Mitten im ganzen Geschehen lernt die Tochter wiederum einen neuen Mann kennen, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Das nicht mal nach drei Wochen nach dem Tod ihres geliebten Freundes!

Für meinen Geschmack sind hier zu viele Fäden gesponnen worden, die erst lose und  dann zwar gespannt waren, aber das Buch hätte auch mit etwas weniger Seiten auskommen können. Laymon hat hier ziemlich weit ausgeholt, um die Geschichte auf den Punkt zu bringen, was vieles unglaubwürdig macht. Grade, dass die Tochter sich so schnell nach dem Tod ihres Freundes neu verliebt – da denkt man sich doch auch, was für eine herzlose Maid.

Geschickt hat er zwar alles zusammengesponnen und die Spannung ist auch auf einem Hochseil, aber es ist einfach too much des guten. Irgendwie wäre hier weniger mehr gewesen, um die Story vollends abzurunden. Schade! Dennoch für mich kein Grund, aufzuhören, Laymon zu lesen – er gehört immernoch zu den Lieblingsschriftstellern des Horrors!

Der Schreibstil ist wie immer einfach gehalten und gut zu lesen, was es einfach macht, das Buch in einem Rutsch zu lesen, obwohl es mittig dann absinkt von der Spannung.

Eine Empfehlung kann ich hier nicht wirklich aussprechen, wobei es sicherlich auch Liebhaber dieses Buches geben wird! Für mich war es etwas zu lang und zu unglaubwürdig, aber es kann ja immer mal ein Fauxpas geben! Trotzdem bin ich gespannt auf die weiteren Bücher von ihm, welche ich noch nicht gelesen habe!

2 von 5 Punkten

Sebastian Fitzek – Das Paket posted by on 22. November 2016

Wenn man als Psychiaterin selbst Opfer von Paranoia etc. wird ist das bitter. Wenn man nicht mal mehr von wahr und unwahr unterscheiden kann – sich selbst irgendwann für verrückt hält, so wie alle anderen einen, kaum vorstellbar. Doch kann man noch normal sein nach einer Greueltat eines Serienmörders, welche man als einziges überlebt hat? Die Protagonistin Emma in Fitzeks neuen Roman macht vieles durch…

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Das Paket
Genre: Psychothriller
Verlag: Droemer
Erscheinungsdatum: 26.10.2016
Gebunden: 368 Seiten
Preis: 19,99 €

Die junge Psychiaterin Emma wird in einem Hotelzimmer vergewaltigt, sie war das dritte Opfer eines Serienmörders, der den Frauen die Haare abschert. Dementsprechend wird er von der Presse „Friseur“ genannt. Emma kam als einzige lebend davon, fürchtet aber der Friseur wird sie erneut heimsuchen und sein Werk vollenden. So geht sie nicht mehr aus dem Haus und steigert sich nur noch mehr hinein, in ihrer Paranoia glaubt sie sogar, ihr Mann sei der Täter. Sie fühlt sich daheim eigentlich recht sicher, bis der Postbote ihr ein Paket für den Nachbarn bringt – von welchem sie noch nie etwas gehört hat. Somit wird alles ins Rollen gebracht…

Wie gespannt war ich auf den neuen Fitzek – sicher ein halbes Jahr vorher schon bzw. bei Erscheinen der Meldung, dass es im Oktober ein neues Buch von ihm gibt. Als ich es endlich in den Händen hielt, hat mich nichts mehr gehalten.

Fitzek steigt sofort in die Story ein, lässt den Leser gleicht auf einer Spannungsflut dahintreiben. Er treibt ein perfides Spiel, das ganze Buch durch und lässt einen selbst zweifeln, was wahr ist und was nicht. Wenn man denkt, so ist es, dann ist es doch gleich wieder anders. Der alte Fitzek ist zurück!

Die Personen sind so gezeichnet, wie sie auch ankommen sollen. Der Mann Emmas ist einem nicht gerade sympathisch, sie dafür umso mehr. Man versucht sie zu verstehen, tut es auch auf eine Weise, dann aber doch wieder nicht. Er spinnt die Fäden so zusammen, dass es am Ende auch einen Sinn gibt. Mir persönlich war das Ende etwas zu schnell und flach, dennoch sehr gut ausgedacht – der Aha-Effekt ist auf jeden Fall gegeben!

Das gehört jetzt nicht ganz hierher, aber vor lauter Spannung hat es mich einen Fingernagel gekostet – und das will was heißen. Herr Fitzek – bitte mehr so Lesestoff und bitte schnell!

Das Buch ist alles in allem spannend, durch den Schreibstil flüssig zu lesen und für die Fitzek-Fans ein Must! Wer einsteigt, hat hier einen superspannenden neuen Roman des besten Thrillerautors Deutschlands.

5 von 5 Punkten