Isabelle Ronin – Du bist mein Feuer: Chasing Red posted by on 17. Oktober 2017

Was, wenn wir uns in den begehrtesten Playboy des College verlieben? Das kann ja eigentlich nur nach hinten losgehen, oder? Vor allem, wenn man sonst noch keine große Erfahrungen mit Männern gesammelt hat…so denkt auch die Protagonistin Veronica aus dem Roman „Du bist mein Feuer“. Doch ist es wirklich so? Ronin wird heiß gelobt und gepriesen, einen höchst lesenswerten Liebesroman geschrieben zu haben, eine Sensation. Ist er das oder nur ein weiterer Stern am Himmel der vielen, vielen Liebesromane? Auf jeden Fall ist er etwas Besonderes und anderes als die restlichen!

Autor: Isabelle Ronin
Titel: Du bist mein Feuer: Chasing Red
Genre: Liebesroman
Verlag: Mira Taschenbuch
Taschenbuch: 752 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.10.2017
Preis: 12,99 €

Caleb entdeckt in einem Club eine sinnlich tanzende Fremde im roten Kleid und ist sofort fasziniert. Er hat eigentlich nie feste Freundinnen und hat auch gleich die Schnauze voll von den Frauen, sie sind nur zum Vergnügen gut. Dennoch fühlt er bei dieser Fremden anders – er gewährt ihr zudem Unterschlupf bei sich daheim, rettet sie vor blöden Kommentaren der Jungs. Sie sieht in ihm nur den Sohn reicher Eltern, der nicht zu ihr passt, denn sie kommt aus schwierigen ärmlichen Verhältnissen. Der verwöhnte Playboy aber scheint etwas Tiefes anzustreben mit ihr, merkt aber schnell, dass sie eine harte Nuss zu knacken ist. Sie möchte am liebsten nur mit sich selbst alles ausmachen und vertraut nix und niemanden. Kann diese Liebe bestehen, auch wenn einige noch so viele Steine in den Weg legen möchten?

Man wird gleich in den Club geschleudert, als die zwei das erste Mal aufeinander treffen. Hier merkt man schon die Funken, die sprühen – seinerseits zumindest! Man mag es nicht glauben, dass so ein Mann jemals die richtige Liebe findet oder finden will. Dennoch scheint er sich sehr, sehr zu Veronica „Red“ hingezogen zu fühlen. Auch sie mag ihn sehr, auch wenn sie sich das selbst nicht eingestehen mag. Die zwei passen charakterlich so gut zueinander, dass man gar nicht anders kann, als ständig zu hoffen, dass es auch gut endet. Doch Caleb hat noch eine Vergangenheit mit einem Mädchen, mit welchem er aufgewachsen ist. Die zwei haben eine Affäre angefangen, die immer wieder aufflammt, wenn Caleb genug von dem derzeitigen Mädchen hat. Beatrice mag es gar nicht sehen, dass er nun die echte Liebe hat und macht alles, dass es in die Brüche geht.

Geschrieben ist der Roman immer wieder im Wechsel von Veronicas und Calebs Sicht. So kann man sich super in die beiden hineinfühlen und fiebert mit. Es ist ein Liebesroman, der wirklich unter die Haut geht. Anders wie man vom Titel her denkt, geht es hier nicht NUR um Sex, es dauert sogar ziemlich lange, bis mal hiervon die Rede ist. Allein deswegen ist er etwas besonderes, da heutzutage nur noch Sex, Sex, Sex zählt. Hier zählt die Liebe vordergründig und sie ist so gut beschrieben, dass man sich selbst fast als Person im Buch sieht. Man fühlt fast richtig selbst mit.

Schriftlich vom Stil her genau passend geschrieben, so dass man locker mitlesen kann und sich den Personen richtig nahe fühlt. Manchmal ein großes Hin und Her, dennoch spannend auch mit dem Hintergrund der Personen. Für mich war es ein reines Lesevergnügen und ich fand es schade, als es zu Ende war!

Ich kann den Roman auf jeden Fall weiterempfehlen, vor allem an diejenigen, die nicht nur Wert auf viel Sex in den Büchern legen und auch gern eine tiefgründigere Geschichte erwarten!

5 von 5 Punkten

Holly Black – Der Prinz der Elfen posted by on 4. Oktober 2017

Wenn es diese kleinen gemeinen Elfen unter uns geben würde – wer würde sich noch wohl fühlen? Wobei es ja auch ganz nette gibt und schön sind sie auch anzusehen! Für die Protagonistin in dem Buch „Der Prinz der Elfen“ ist ein Nebeneinander der Elfen ein ganz normaler Alltag, hier existieren deren Welt und unsere genau nebeneinander.

Autor: Holly Black
Titel: Der Prinz der Elfen
Genre: Fantasy
Verlag: cbt
eBook: 417 Seiten
Erscheinungsdatum: 03.04.2017
Preis: 13,99 €

Die Geschwister Ben und Hazel leben in Fairfold, welches an das magische Elfenreich grenzt. Seit über Jahrzehnten steht mitten im Wald ein gläserner Sarg, in welchem ein Elfenprinz schläft. Er wird immer von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnigsch beäugt. Hazel und Ben glauben nicht so ganz an die Geschichten und spinnen ihre eigenen. Sie fühlen sich aber zu diesem Jungen hingezogen und erzählen ihm ihre ganzen Geheimnisse. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst alle möglichen Jungs, nur um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Eines Tages ist aber der Sarg des Prinzen leer und die Geschwister werden in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss nun die Rolle als Ritter annehmen, wovon sie als Kind immer geträumt hat…

Das Buch ist ein Jugendbuch, was man auch der Sprache anmerkt. Trotzdem ist sie nicht ganz so kindlich gehalten, so dass man als junggebliebener Erwachsener locker die Geschichte lesen kann. Hazel ist im Prinzip eine ganz gewöhnliche Teenagerin, wenn man davon absieht, dass sie in den Wäldern streift und Elfen jagt und zur Strecke bringt. So auch ihr Bruder, der ein besonderes Talent hat – die Musik! Doch er verletzt sich an der Hand und trainiert auch nie wieder, dabei kann ihm diese auf wundersame Weise bald helfen. Hazel küsst in ihrer Verzweiflung eine Menge Jungs, ohne etwas dabei zu denken oder zu fühlen, doch es füllt ihre Leere im Herz. Nur bei einem Jungen merkt sie etwas, den Wechselbalg Jack. Doch erwidert er ihre Liebe? Und dann wäre da noch der Prinz, zu dem sich beide Geschwister total hingezogen fühlen – man muss erwähnen, dass Ben homosexuell ist.
Wie die Geschichte ihren Lauf nimmt, was die Geschwister alles durchmachen und die ganze Magie, die Autorin nimmt einen auf die Reise mit ins Elfenreich. Nicht selten wünscht man sich, selbst dort zu sein und alles mit eigenen Augen zu sehen, auch wenn es einige angespannte Situationen gibt. Man fragt sich schon, was wäre, wenn diese Welt neben der eigenen existieren würde.
Der Schreibstil lässt einen tief in die Geschichte versinken und verzaubert einem die Momente. Manches hätte man ausführlicher machen können und anderes weniger detailreich. Dennoch ist es eine Geschichte, die die eigene Fantasie anregt und einen in andere Welten entführt. Ich kann sie also nur weiterempfehlen!
4 von 5 Punkten
J.P. Delaney – The Girl Before posted by on 25. September 2017

Ein Haus, das einen kennt, jeden der Schritte, die man geht. Das sogar die Temperatur der Dusche für einen einstellen kann, da es genau weiß, wie man duscht. Hätte man sowas wirklich gerne? Ein intelligentes Haus? Im Thriller von JP Delaney scheinen sich viele Leute um genau so eines zu reissen, die Miete ist günstig, die Liste der Regeln lange…

Autor: JP Delaney
Titel: The Girl before
Genre: Thriller
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 25.04.2017
Taschenbuch: 400 Seiten
Preis: 13,00 €

Jane hat etwas Schreckliches hinter sich – sie hat ihre Tochter tot geboren. Nun muss sie einen Neuanfang für sich haben und überlegt daher nicht lange, als sie die Möglichkeit hat, in ein hochmodernes Haus in einer guten Londoner Gegend zu ziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie auch noch dessen Architekt kennenlernt und findet ihn auch gleich sympathisch. Er scheint sich ebenso zu ihr hingezogen zu fühlen. Bald erfährt Jane aber mehr als ihr lieb ist, wie auch, dass ihre Vormieterin Emma hier im Haus verstorben ist. Sie hat ihr erschreckend ähnlich gesehen, was aber noch nicht alles ist – sie lebt und liebt wie sie, sie vertraut den gleichen Menschen und ist auf dem gleichen Weg zur gleichen Gefahr….

 

Das Buch wird in zwei Erzählsträngen gegliedert – einmal erzählt Jane in der Gegenwart und einmal Emma in der Vergangenheit. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir beide nicht ganz sympathisch waren, dennoch hab ich aber mehr für Jane Mitgefühl gehegt. Edward ist natürlich interessant – hat aber ganz entschieden auch einen an der Birne, er ist perfektionistisch, minimalistisch und auch so hat er seine Zwangshandlungen. Trotzdem kann er durch die Zeilen hindurch ein Funklen herbeizaubern. Der komische Architekt begeht immer wieder die gleichen Muster in seinen Beziehungen und Jane kommt darauf. Sie fängt an, in dem Wespennest zu stochern, was vor ihr passiert ist. Gleichzeitig erfährt man von Emmas Geschichte, sie erzählt in der Vergangenheit, denn Emma ist bereits tot. Als Leser erkennt man aber die Parallelen und staunt, wie ähnlich die hier sind und worauf das Ganze wohl hinaus läuft.

Der Schreibstil und auch die kurzen Kapitel erlauben es einem, in einem Rutsch hinfort zu lesen und das habe ich in der Tat getan, die ganze Handlung zieht einen mit. Es ist zwar zwischendurch etwas „langweilig“, weil nichts passiert, aber man möchte unbedingt wissen, was dahintersteckt und ob man recht hat mit seiner Vermutung. Was dann aber schlussendlich herauskommt, ist doch schon ein Aha-Effekt. So ganz hat man doch nicht damit gerechnet.

Trotz der vielen schlechten Kritik muss ich sagen, dass ich gar nicht zustimme. Es gibt so viele Rezensionen, die so viel auseinander gehen, habe ich selten bei einem Buch gesehen. Viele sagen, dass hier abgekleistert wurde, dass es diese Handlung so und so schon mal gab. Ja Leute – was denkt ihr denn, dass alles frisch erfunden ist? Alles ist schon mal in irgendeinem Buch, Theater, Film vorgekommen. Es kommt drauf an, ob man es gesehen hat oder nicht, dann würde man anders von einer Sache reden. Und selbst wenn – es kommt immernoch drauf an, wie der Autor etwas verpackt und wenn es auch ähnlich einer anderen Sache ist, es muss nichts abgekleistert sein. Wie viel Bücher gibt es denn, die derartig an Shades of Grey erinnern?

Der Autor hat die Story hier gut verpackt, den Lesern mit kleinen Brocken gelockt und auch alles sehr gut beschrieben. Es ist zwar stellenweise nicht viel los, aber man weiß, dass noch etwas kommen muss. Mich hat diese Lektüre in Beschlag genommen und gefesselt, Daumen hoch!

5 von 5 Punkten

Erica Spindler – TripleSix: Tödliche Zeichen posted by on 3. September 2017

Bei der Protagonistin in Spindlers „Lightkeeper“-Serie ist alles auf den Kopf gestellt. Bereits im ersten Band wurde sie mit dem Übersinnlichen konfrontiert und es scheint kein Ende zu nehmen. Zum Glück hat sie da ihren Partner Zach noch, der einen besonderen Riecher dafür hat…

Autor: Erica Spindler
Titel: Triple Six – Tödliche Zeichen
Genre: Thriller
Verlag: Lübbe – be
eBook: 462 Seiten
Erscheinungsdatum: 08.08.2017
Preis: 6,99 €

Es ist jetzt drei Monate her, als Micki fast gestorben wäre. Körperlich geht es ihr wieder gut, doch hat sie Alpträume hiervon und sie wird einfach das Gefühl nicht los, dass hier etwas nicht stimmt. Zach scheint sie angelogen zu haben. Mittlerweile passieren einige Einbrüche, die brutal und chaotisch sind. Je tiefer Micki und Zach hier vordringen, desto klarer wird ihnen, dass es hier wieder nicht mit normalen Dingen zugeht. Die Diebe scheinen etwas oder jemanden genaues zu suchen. Es wird sehr heikel, als diese Person eine ist, die Micki nahesteht…

Dies ist bereits der zweite Teil aus der Lightkeeper-Serie von Spindler rund um Micki und Zach. Auch hier kabbeln die zwei zwar immer wieder, man merkt aber doch, dass sie mehr zusammengewachsen sind und sich auch mehr verstehen, vertrauen und respektieren. Man liest gerne ihre vielen Dialoge und wie sie sich umeinander kümmern, den Rücken stärken usw. Micki ist noch etwas mitgenommen vom letzten Fall, was sie aber nicht hindert, sich mit Zach in eine neue Reihe von Einbrüchen zu stürzen, nur um herauszufinden, dass auch diese etwas mit dem Bösen zu tun haben und nicht von dieser Welt sind.

Auch im zweiten Teil hat die Autorin noch immer einen angenehmen Schreibstil, der mir persönlich sehr gut gefällt und mich in einen Lesefluss sinken lässt. Die Story an sich ist nun eingespielter und man kennt sich aus mit den Personen, der Gegend und was es mit den Kräften auf sich hat. Die Spannung ist hier um einiges stärker als im letzten Band, was aber normal auch gut so ist und so sein soll. Man wird in eine Reihe Einbrüche geworfen und weiß erst nicht, was hier auf einen wartet – so geht es auch den anderen beiden Ermittlern im Buch. Erst nach und nach wird diesen und einem selber auch klar, was hier los ist.

Das Buch nimmt ab der Hälfte Fahrt auf und man kann es eigentlich kaum noch aus der Hand legen. Ich habe die zwei Ermittler gerne begleitet und werde das auch weiterhin gerne tun, sind sie mir doch sehr ans Herz gewachsen. Es ist fast wie eine Geschichte aus dem chaotischen Alltagsleben, in die man gerne flüchtet, jedoch ohne diese bösen Kräfte.

Empfehlen kann ich das Buch auf jeden Fall, den ersten Teil sollte man aber schon gelesen haben, da dort doch sehr viel erklärt wird, mit was alles zusammen hängt!

5 von 5 Punkten

 

Erica Spindler – The Final Seven – Das Spiel beginnt posted by on 13. August 2017

Als Polizistin hat man es wahrlich nicht leicht, aber noch weniger, wenn einem ein Partner an die Seite gestellt wird, der scheinbar mysteriöse Fähigkeiten hat. So ergeht es Micki in New Orleans. Ihr wird ein neuer Partner an die Seite gestellt, der mit seinen Fähigkeiten dazu beitragen soll, Fälle schneller aufzuklären. Sie ist etwas skeptisch, was wohl jeder von uns wäre, oder nicht?

Autor: Erica Spindler
Titel: The Final Seven – Das Spiel beginnt
Genre: Thriller
Verlag: Lübbe – be
Erscheinungsdatum: 01.06.2017
eBook: 408 Seiten
Preis: 6,99 €

Die junge Polizistin Michaela Dare, „Micki“, ist sehr zielstrebig. Eigentlich braucht sie keinen neuen Partner und schon gar nicht Zach „Hollywood“ Harris. Er ist ein respektloser Charmeur und Draufgänger, welcher ihr vom FBI vorgesetzt wird. Dazu noch soll sie so etwas wie sein Bodyguard fungieren, während er das Böse jagt, denn er scheint von hoher Wichtigkeit zu sein mit seinen Fähigkeiten. Bald aber stellt Micki fest, dass ihr Partner mehr draufhat als seine draufgängerische Art und dass es Kräfte zwischen Himmel und Erde gibt, die tatsächlich nur Zach aufhalten kann…

Das ist der Auftakt der Lightkeeper-Serie. In diesem ersten Band bekommt Detective Micki den neuen Partner Zach an ihre Seite gestellt. Schmeckt ihr zwar nicht, kann sie aber nichts dagegen tun. Erst ist er ihr nicht geheuer und sie kann ihn nicht ausstehen, das ändert sich aber mit Zeile um Zeile etwas. Er hat zwar immer weiterhin seine arrogante Art, doch er ist auch korrekt und liebenswürdig auf seine Art und Weise. Die beiden fangen nun also zusammen Bösewichte, ob sie wollen oder nicht. Sie fügen sich in ihr Schicksal und sind eigentlich nicht mal so schlechte Partner Seite an Seite.

Der erste Band schickt den Leser gleich in Kräfte, die es eigentlich gar nicht gibt, die Zach aber aufklären kann und wozu er befähigt ist, weshalb genau er für die Polizei arbeitet. Man bekommt auch immer Happen zugeworfen, um was genau für Leute es sich handelt, zu welchen Zach gehört, was er ist und was die anderen sind. Nach und nach lichtet sich dieses Rätsel. Die Spannung nimmt also auf und nicht ab. Es ist zwischendurch etwas viel erzählt, was nicht hätte sein müssen, dennoch gehört dies zur Geschichte und stört auch keineswegs, denn man möchte alles wissen und in sich aufsaugen.

Erica Spindler hat einen angenehmen Schreibstil, der es einem möglich macht, ohne Pause weiterzulesen. Man möchte einfach nur noch blättern und blättern und mehr über das ungleiche Gespann erfahren. Auf witzige Art und Weise entführt sie den Leser in eine Welt, die eigentlich gar nicht so witzig ist und auch sehr mysteriös. Man möchte fast selbst an so etwas glauben und wer weiß, vielleicht gibt es das ja doch?

Für mich ein gelungener Einstieg in die Lightkeeper-Serie. Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben und kann es den Krimi-/Thrillerlesern, die auch gerne einmal einen mysteriösen Touch in ihrer Lektüre haben, sehr gerne ans Herz legen! Es ist zwar kurzweilig, da man schnell liest, weil spannend, aber es lohnt sich auf jeden Fall und man gewinnt zwei neue Herzchen am Detectivehimmel lieb!

5 von 5 Punkten

Nina Sadowsky – Be my Girl posted by on 8. August 2017

Wie weit würdet ihr gehen für die große Liebe? Würdet ihr einen Mord begehen oder wäre das too much? Wie wichtig ist einem die große Liebe? Es ist interessant, wie unterschiedlich Menschen doch ihre Werte sehen und auch handeln. Auch Ellie hat ein großes Stück für ihre große Liebe zu kämpfen und fragt sich immer wieder, warum sie das tut und ob es das richtige ist…

Autor: Nina Sadowsky
Titel: Be my Girl
Genre: Thriller
Verlag: Penguin
Taschenbuch: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.02.2017
Preis: 13,00 €

Ellie und Rob sind das perfekte Paar. Sie sehen beide gut aus, sind erfolgreich und dazu noch bis über beide Ohren ineinander verliebt. Kaum sind sie verheiratet, scheint alles den Bach hinunterzugehen. Rob hat eine entsetzliche Vergangenheit und je mehr Ellie erfährt, desto tiefer wird sie in einen Strudel aus Lügen und Verrat gezogen, welcher ihrer beide Leben bedroht. Aber auch sie hat ihre Vergangenheit und Geheimnisse…

Wenn man den Klappentext liest, hat man natürlich große Erwartungen. Meines Erachtens werden diese hier nicht ganz erfüllt. Einen spannenden Thriller hat man dennoch vor sich, wenn auch auf andere Art. Hier verfolgt man nicht einen blutrünstigen Killer, sondern die Geschichte um Ellie und Rob, die auch so ganz und gar nicht unblutig ist. Ich war den beiden zwar nie so recht nah, aber interessiert hat mich deren Verlauf trotzdem und wie es mit ihnen weitergeht und ob alles überhaupt ein gutes Ende hat.

Der Schreibstil der Autorin macht es dem Leser leicht von A nach Z zu kommen. Man kommt richtig in einen Lesefluss und hat hier einmal einen anderen Thriller vor Augen als die Norm. Er hebt sich insbesondere davon ab, dass er die Frage aufwirft, wie weit man für seine Liebe gehen würde. Ok, kommt in vielen Romanen vor, aber nicht auf diese Weise. Was Ellie und Rob tun, wirft alle Moral über den Haufen und ist schon um einiges härter als das Normale.

Für ein Debüt ein absolut gelungenes Lesehäppchen, bei welchen ich mich immer wieder frage, wie man auf so eine Idee kommt? Aber so muss das wohl sein, die Ideen, die einem vorbeischweben, sollte man am besten gleich auffangen und zu Papier bringen. Wie man sieht, bekommt sowas gut!

4 von 5 Punkten

 

John Katzenbach – Die Grausamen posted by on 9. Juni 2017

Wenn Cops Mist bauen, werden sie nicht gleich entsorgt, sondern aufs Abstellgleis gestellt. Und wie? Indem man ihnen die Abteilung „Cold Cases – Kalte Fälle“ zuweist. Dort werden die Fälle behandelt und neu aufgerollt, die zu keinem Ergebnis geführt haben. Doch was, wenn man auf etwas stößt, das eigentlich hätte verborgen bleiben sollen? Das Ermittlerduo in Katzenbachs erstem Ermittlerthriller macht damit Bekanntschaft…

Autor: John Katzenbach
Titel: Die Grausamen
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
Broschiert: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 03.04.2017
Preis: 16,99 €

Der Ermittler Gabe und die ehemalige Drogenfahnderin Marta werden auf Grund Fehlschlägen in die Abteilung Cold Cases versetzt. Gabe ist seit Jahren ein Alkoholiker, seit in seiner Familie eine Tragödie passiert ist. Marta hat bei der Verfolgung eines Dealers aus Versehen ihren Partner erschossen – beide sind dem Polizeichef ein Dorn im Auge und müssen weg von der Bildfläche. Sie durchforsten die Akten der kalten Fälle und stoßen auf vier Morde und Tessa. Tessa Gibson ist vor 20 Jahren spurlos verschwunden auf dem Heimweg von ihrer Freundin. Die dreizehnjährige ist den Weg schon unzählige Male gegangen und eigentlich galt ihre Wohngegend als sicherer als sonst welche. Marta und Gabe stoßen auf eine Spur, denn die vier Morde und Tessas Verschwinden scheinen irgendwie zusammenzugehören, wenn sie auch noch nicht wissen, wie. Doch irgendwer hegt ein großes Interesse daran, dass in diesen Fällen nicht nachgebohrt wird und somit sind Marta und Gabe in Lebensgefahr…

Wer Katzenbach kennt, weiß, dass er nicht alles partout abhandelt. Er führt den Leser langsam in das Geschehen ein und durchleuchtet auch die Charaktere und deren Umgebung ganz genau. Das führt aber keineswegs zur Langeweile, denn er verpackt es so geschickt, dass es einem Spaß macht, das alles zu lesen. Obwohl Gabe und Marta verlorene Seelen sind, gewinnt man sie doch ganz schnell lieb und verfolgt sie auf Schritt und Tritt.

Der Schreibstil ist gewohnt Katzenbach – leicht zu lesen und mit vielen sprachlichen Dialogen, die einen am Ball halten. Er führt einen auf den Weg der Ermittler und automatisch fängt man selbst an, zu rätseln. Was hängt hier wohl und wie zusammen? Man kann es sich irgendwo denken, aber wie es sich schlussendlich löst, ist doch schon ein Aha-Effekt und lässt einen überrascht aufschauen.

Meines Erachtens kann Katzenbach ruhig weiter Ermittlerthriller schreiben, am besten weiterhin mit diesen zwei sympathischen Detectives, die vom Weg abgekommen sind und sich zurückkämpfen. Einmal Kämpfer – immer Kämpfer! Und wer Katzenbach liebte, wird ihn auch jetzt noch lieben, auch wenn es kein Psychothriller ist, sondern ein Ermittlerthriller!

5 von 5 Punkten

Geneva Lee – Secret Sins – Stärker als das Schicksal posted by on 18. Mai 2017

Jeder Mensch hat seine Geheimnisse, ob kleine oder große. Jeder Mensch hat aber auch das Bedürfnis nach Liebe, so gern man das auch unterdrücken mag. Auch Faith und Jude haben davon jede Menge und nähern sich nur langsam an…

Autor: Geneva Lee
Titel: Secret Sins – Stärker als das Schicksal
Genre: New Adult
Verlag: blanvalet
Erscheinungsdatum: 01.03.2017
eBook: 352 Seiten
Preis: 9,99 €

Faith Kane hat einen kleinen Sohn, der taub ist. Sich und ihn hält sie mit einem Job als Kellnerin über Wasser. Den Männern hat sie seit Jahren schon abgeschworen – bis sie Jude Mercer begegnet, magisch angezogen beim Treffen für Suchtkranke. Bereits hier ist Faith klar, mit so einem Mann kann es nicht gut gehen, auch wenn er noch so attraktiv und scheinbar nett ist – es bedeutet nichts als Ärger. Aber auch er hat Geheimnisse, genau wie sie…

Leute, ich kann nur sagen – mir gefällt diese Art von Buch. Ich habe die Passion Reihe von Geneva Lee angefangen und bin auch von dieser begeistert. Dennoch erkennt man am Schreibstil und überhaupt hier nicht, dass es sich um die gleiche Autorin handelt.

Es ist ein sehr ernstes New Adult Buch – es kommen alle möglichen tiefgründigen Themen vor, sei es Alkohol, Drogen oder Vergewaltigung, alles wird hier rangezogen. Man möchte meinen, in so einem Buch springt einem der Sex nur entgegen, es ist aber hier so, dass die tiefgründigeren Themen mehr hervorgehoben werden als das Prickelnde. Und dennoch ist man mittendrin, in der Geschichte, in welcher Faith und Jude sich zueinander hin entwickeln.

Die Charaktere hat sie schön herausgearbeitet und man kann sich auch direkt in sie hineindenken. Auf Faiths Geheimnis kommt man mit der Zeit, mir war irgendwann klar, was genau es ist, bevor sie es ausgesprochen hat. Seines allerdings hat mich dann doch etwas überrascht, denn so ganz habe ich damit nicht gerechnet. Die Kapitel sind gegliedert in Vergangenheit und Jetzt, aus allen möglichen Sichten. Man wird erst mit der Zeit schlauer, warum das so ist und was es alles damit auf sich hat.

Die Autorin schreibt, dass dies für sie ein persönlicher Roman ist, was es noch ansehnlicher macht, wie stark solch Probleme mit Alkohol und Drogen sein können und was sie verursachen können. Es veranschaulicht einem, was man dadurch alles verlieren kann und da ist Vertrauen nicht das Größte.

Ich war auf jeden Fall total gefesselt von der ganzen Story und konnte das Buch auch nicht weglegen, was heißt, dass ich es innerhalb zweier Tage durch hatte. Es musste eine Menge Schlaf dran glauben, weil ich unbedingt wissen wollte, was hier Sache ist. Der Schreibstil und die vielen Dialoge haben dazu beigetragen, dass der Lesefluss nicht abreisst. Es lässt den Anschein, als handele es sich hier um eine weitere Lovestory mit viel prickelndem Sex – doch hinter diesen Zeilen steckt so viel mehr, so viel mehr tiefgründigeres als nur Geplänkel. Durchaus ein gelungener Griff ins Regal!

5 von 5 Punkten

Amy Gentry – Good as Gone posted by on 10. Mai 2017

Das allerschlimmste ist wohl für Eltern wenn das eigene Kind verschwindet. Sei es abgehauen, entführt worden oder ermordet. Wie kommt man über so einen Verlust weg? Und wie vor allem geht man damit um, wenn das Kind doch wieder auftaucht nach über 8 Jahren? Die Autorin beschreibt dies in ihrem Roman „Good as Gone“, greift Zweifel und Freude auf.

Autor: Amy Gentry
Titel: Good as Gone
Genre: Drama, Roman
Verlag: C. Bertelsmann
Taschenbuch: 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 27.02.2017
Preis: 12,99 €

Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Natürlich habe ich die vielen schlechten Rezensionen über das Buch gelesen und hatte so meine Zweifel, ob das Buch wirklich was für mich ist. Dennoch kann ich das so nicht unterschreiben, mich hat das Buch mitgerissen, ich war gefangen in der Geschichte um Julie. Anfangs zweifelt man mit Anna, ob die junge Frau wirklich Julie ist. Auch die vielen Stränge um die Identität Julies sind etwas verwirrend, klären aber einiges auf. Gegen Ende klärt sich die Geschichte immer mehr auf. Die Charaktere sind in diesem Buch gut gezeichnet, man hat sie vor Augen und der Film läuft ab. Es ist eigentlich das normale Leben einer städtischen Kleinfamilie, welches aus dem Wanken gebracht wird, als die Tochter verschwindet. Somit nimmt der Alptraum seinen Lauf.

Der Schreibstil und auch die vielen Wechsel der Sichten erleichtern einem das schnelle Vorankommen. Wenn man sich erst einmal der Geschichte hingibt, kommt man kaum davon los. Die Spannung wird gut gehalten, obwohl man schon einige Vorahnungen hat. Dennoch zweifelt man doch immer wieder selber, ob man richtig denkt. Meines Erachtens hat die Autorin hier geschickt Fäden gesponnen, welche zum Miträtseln anregen.

Die Geschichte um Julie öffnet einem die Augen, wie leicht ein Mensch doch durch Gehirnwäsche zu manipulieren ist und wie man Dinge glauben kann, wenn man sich nur oft genug hineinsteigert. Wenn einem etwas im Leben fehlt, wird es meist in etwas hineinkompensiert und man verliert sich darin. Gefährlicher als gedacht, es kann ganze Bäume umreissen.
Für mich war das Buch ein guter Griff, ich habe mich gut unterhalten gefühlt und finde es gut zu lesen, stimme also nicht überein mit den vielen negativen Bewertungen. Aber so ist nun mal der Geschmack, zum Glück verschieden. Ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin!

4 von 5 Punkten

 

Jenny Milewski – Angstmädchen posted by on 28. April 2017

Ein Geist, der rumspukt, da wo man wohnt? Eigentlich unvorstellbar – doch, was wäre wenn? Und was tut man dagegen? Die Protagonistin hat damit zu kämpfen, erst damit, dass ihr jemand glaubt und dann, damit der Geist endgültig verschwindet.

Autor: Jenny Milewski
Titel: Angstmädchen
Genre: Thriller, Horror
Verlag: Heyne
Taschenbuch: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.01.2017
Preis: 13,99 €

Die junge Studentin Malin bekommt endlich ein Zimmer in einem Wohnheim. Dort hat sie eine Badewanne, was ihr zwar nicht behagt, aber sie hat es als einzige in diesem Wohnheim. Doch dann erfährt sie, dass vor einigen Tagen ein Mädchen namens Yuko genau in ihrem Zimmer, in ihrer Badewanne Selbstmord gemacht hat, indem sie sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet sie auch noch ein schwarzes Haarbüschel, das nicht ihres ist und auch eine blasse Gestalt erscheint ihr nachts. Da wird ihr klar, dass Yukos Geist noch immer in diesem Wohnheim spukt und es immer schlimmer wird. Gemeinsam mit den anderen Bewohnern versucht sie, diesen loszuwerden.

Ganz ehrlich? Der Klappentext hat viel mehr versprochen, als der Inhalt hergibt. Malin ist eigentlich recht sympathisch und man fiebert auch mit ihr mit und steht in allem hinter ihr. Man hätte wohl nicht anders gehandelt. Auch die anderen Charaktere sind gut gewählt, jeder hat seine eigenen Macken und seine ganz eigene Persönlichkeit. Dennoch versteht man nicht ganz, was Yuko eigentlich will und warum sie gerade dann auftaucht, als Malin einzieht und nicht schon vorher.

Das Buch an sich fängt mit dem Ende an, als Malin in Tokyo auf einem Hochhaus ist. Dann erzählt sie ihre Geschichte. Man erwartet nun eine spannende, Gänsehaut erregende Story. Gänsehaut hatte ich in der Tat öfters, da ich aber auch ein sehr ängstlicher Mensch angeht, was Geister angeht. Vor allem, wenn man das Buch abends liest und dann im Bett liegt und im Bad etwas umfällt, einfachso. Da traut man sich (wenn man wie ich ein Angsthase ist) dann gar nicht mehr raus, nicht mal mehr auf die Toilette. Trotzdem überzeugt die Autorin nicht ganz, es ist ein ständiges Auf und Ab und es passiert doch nichts originelles. Es gibt Momente, die lassen einen in einem Höchsttempo lesen, nur um dann wieder abgeflaut zu werden.

Der Schreibstil und die Dialoge sind gut ausgearbeitet und lassen, trotzdem fehlt der Geschichte die Spannung und der Schliff. Vor allem das Ende lässt doch noch einiges offen und Fragen stehen, die man doch gerne beantwortet gehabt hätte. Man weiß ja eigentlich am Anfang schon, wie es endet – erfährt aber nie ganz, wieso das so ist. Entweder habe ich nicht genug zwischen den Zeilen gelesen oder es war einfach nur sinnfrei.

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, weswegen ich es auch nicht weiterempfehlen kann an die Gruselfans unter uns, da es ehrlich gesagt doch einige viel bessere Grusellektüren gibt. Dadurch dass die Geschichte zwischendrin spannend war, was aber wieder abflaut und man die ganze Zeit bangt, den Grund für Malins Tun zu erfahren und wie sich das alles entwickelt bis dahin, konnte ich doch nicht aufhören zu lesen.

2 von 5 Punkten