Rachel Joyce – Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry posted by on 19. Mai 2012

Es fängt alles an mit einem Brief. Ein Brief von Queenie an Harold – indem Sie ihm mitteilt, dass Sie an Krebs sterben wird. Eigentlich will Harold nur zum Briefkasten laufen, da wird es ein längerer Lauf draus, um nicht zu sagen, eine Pilgerreise. Harold legt über 1000 km zurück, um Queenie noch ein letztes Mal zu sehen und um Abschied von ihr zu nehmen. Er hofft, mit dieser Reise Queenie retten zu können und somit wird hier doch eine Pilgerreise daraus. Diese Reise beginnt er im Prinzip nicht nur für Queenie, sondern auch für sich selbst, seine Frau Maureen und seinen Sohn David.

Dieser Roman ist nicht nur über die wundersame Reise Harolds und seinen interessanten Begegnungen mit noch interessanteren Menschen. Sie lässt den Leser zwischen den Zeilen lesen, das Tiefgründige, Zwischenmenschliche erkennen. Mit ihrer wunderbaren Ausdrucksart versteht sie, den Leser richtig in die Geschichte einzuweben, das gleiche zu fühlen wie Harold. Das Buch geht viel tiefgründiger, als man anfangs denkt. Entpuppt es sich doch als wahres eigenes Gefühlsleben und lässt einen nur so versinken, auch in seinen eigenen Gedanken und Gefühlen. Es zeigt, wie verschieden doch jeder denkt und wie man einiges so grundverschieden als andere aufnimmt, wie Menschen aneinander vorbeireden, nur weil sie anderer Auffassung sind. Leider gehen so auch viele Beziehungen, Freundschaften und Bekanntschaften auseinander – indem man zu wenig redet und sich nicht versteht, da die falschen Worte ausgesprochen werden. Harold geht in diesem Buch nicht nur den Weg, um Queenie zu retten, er rettet sich auch selber. In seinen Erinnerungen findet er schöne, aber auch abstoßende Dinge – geht es uns nicht genauso, wenn wir auf unseren Wegen einmal einen richtigen Pfad einschlagen und noch einmals darüber nachdenken? Die Autorin beschreibt sehr emotional den Weg der Gedanken der Menschen, die Macht, die diese ausüben und was diese zerstören sowie neu gestalten können. Bei diesem Buch geht es nicht allein um die Geschichte, hier ist auch zwischen den Zeilen lesen eine große entscheidende Sache. Es geht hier um Liebe, Neuaufbau aus Zusammengefallenem, Gefühle, Freunde, Bekanntschaften, Emotionen, Gedanken und um so vieles mehr, was gar nicht in Worte zu fassen ist.  Ein Zitat aus dem Buch, was bei mir Eindruck hinterlassen hat und hinter welchem ich auch stehe ist dieses:

“Wenn wir nicht offen sein können, dachte sie, wenn wir das Unbekannte nicht annehmen können, dann können wir wirklich alle Hoffnung fahren lassen.” (S. 374)

Das sagt genau das aus, was man vermeiden sollte – wenn man immer nur den gleichen Trott lebt, verwelkt man irgendwann, ohne zu wissen, was für Wunder einen noch erreichen können. Dieser Roman empfiehlt sich wirklich jedem Leser, der etwas mehr in sich hineingehen möchte und auch zwischen den Zeilen lesen kann, mehr wahrnehmen als nur die eigentliche geschrieben Geschichte darin.

Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich bei dem Fischer Verlag, der mir dieses Buch zugesandt hatte und mir hier ein aufschlussreiches, emotionales, wunderbares Abenteuer beschert hat. Wer hier nun an auch neugierig geworden ist und sich das Buch selber gerne zu Gemüte führen mag, kann dies auch hier direkt beim Verlag bestellen.

5 von 5 Punkten

Katrin Lankers – Elfenblick posted by on 14. Mai 2012

Die 16-jährige Mageli hat es nicht leicht in ihrem Leben. Ständig hat sie Ärger daheim, in der Schule wird sie geachtet, weil sie anscheinend arrogant ist, gute Noten hat sie auch nicht und einen Dauerhunger hat sie auch. Zum Glück hat sie da ihre beste Freundin Rosann, die ihr immer mit Zitaten zur guten Laune verhilft und die ebenso verpöhnt ist in der Schule. Da macht sie auf einmal unheimliche Bekanntschaft mit dem Jungen Erin und sie weiß nicht mehr, was Traum und Realität ist, doch das sie füreinander geschaffen sind. Sie trennt die Welt der Menschen und Elfen, er redet etwas von den verlorenen Land und meint dies der Menschen. Was genau meint er? Als er in Gefahr ist, muss Mageli eine sehr große Entscheidung treffen – vermag sie es, ihn zu retten mithilfe der Träume?

Schon allein das Cover lädt ein, mehr über die Elfen zu erfahren und in das Buch hineinzutauchen. Der Klappentext verspricht auch traumvolle Stunden mit Mageli und Erin. Anfangs beschreibt die Autorin etwas viel und gibt sehr viel auf detailgetreue Einführung, was ja nicht unbedingt schlecht ist. Vom Schreibstil her passt es sich genau dem Geschehen an und lässt dem Leser sofort Bilder vor die Augen zaubern der magischen Welt und was um Mageli passiert. Diese ist einem sofort sympathisch, auch wenn sie manchmal etwas sehr bockig und arrogant scheint. Die Protagonisten erscheinen einem real und ihre Welt ist sehr bildlich beschrieben, man hat sofort ein klares Bild vor Augen der ganzen Situation. Man merkt richtig, wie es zwischen Erin und Mageli knistert, leider wird hier immer wenn es ausführlicher wird, wieder abgebrochen und lässt den Leser eigentlich etwas im Unklaren. Das ganze Buch kann man in keine richtige Sparte der Fantasy einsortieren – es enthält von jedem etwas, sei es Urban, Romantic oder richtige hochwertige Fantasy. Ein Minuspunkt oder zwei muss ich hier aber doch geben: Es fehlt vielen Sachen im Buch an Logik, es wird zu schnell und zu einfach aufgeklärt und das meiste ist sehr vorhersehbar, weshalb nie eine richtige Spannung aufkommt. Leider endet das Buch ziemlich schnell, hier könnte man meinen die Autorin wollte zu einem schnellen Ende kommen. Nichts desto trotz war die Auflösung mehr als überraschend, hatte man doch nicht wirklich damit gerechnet und es lässt einen Aha-Effekt zurück. Trotz diesen zwei Mankos war es eine willkommene Abwechslung zu Vampiren, Werwölfen etc., einmal in die Welt der Elfen abzutauchen und mitzuerleben, wie diese sich mit Menschen verstehen. Die traumhaften Bilder, die die Autorin durch das Geschriebene vermittelt, verhelfen zu kleinen Tagträumereien. Nach einer Fortsetzung hat sich das nicht für mich angehört, aber ich wäre nicht sauer, wenn es eine geben würde – natürlich lese ich die dann auch!  Dieses Buch ist ein Jugendbuch, das sich auch gerne Erwachsene zu Gemüte führen können, die sich nicht zuviel Anspruch hiervon versprechen und einfach gerne einmal träumen möchten, sich in die Welt der Elfen verziehen möchten!

An dieser Stelle vielen Dank an BloggdeinBuch und an den Verlag arsEdition, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben! Zu beziehen gibt es das Buch hier.

3,5 von 5 Punkten

Karen M. Moning – Shadowfever posted by on 1. Mai 2012

Mac, die Jägerin der Schatten wird selber zur Gejagten. Sie weiß nicht, wem sie noch trauen kann oder wer ihr Feind ist, geschweige denn Freund. Der letzte, alles entscheidende Kampf rückt immer näher und steht schließlich ganz bevor. Am Ende muss Mac eine Entscheidung treffen, sie muss über das ganze Schicksal der Menschheit und der Welt entscheiden – wird sie die Welt retten oder zerstören?

Endlich durfte ich das Finale der Fever-Saga in Händen halten und lesen, leider ist es schon vorbei. Mac ist in diesem Buch eine ganz andere und so auch die anderen Protagonisten. Anfangs war sie mir eher etwas unsympathisch, aber man versteht sie und freundet sich damit an. Der lockere, leichte Schreibstil auch in diesem Band der Autorin macht des dem Leser leicht, dem Geschehen schnell und gierig zu folgen. Es ist, als würde man mit Mac verschmelzen, man fühlt sich stellenweise sogar wie an ihrer Stelle. Die Autorin versteht es wirklich, die Protagonisten lebensecht in den Kopf des Lesers zu zeichnen, ein wahrhaftig gutes Kopfkino findet in diesem Buch statt! Wer die vorherigen Bände gelesen hat, wird hier mit seinen Erwartungen belohnt, ein besseres Finale kann sich die Autorin nicht einfallen lassen. Das Ende wirkt nicht wie hingeschmettert, wie es oftmals der Fall ist bei abschließenden Bänden – es wirkt alles perfekt und lädt einen sogar zum Hoffen auf weitere Bände ein, wobei das hier ja der letzte sein soll. Viele Fragen aus den vorherigen Bänden werden hier mit Antworten belegt, auf die man in jedem Band gebangt hatte und gehofft hat, dass mehr und mehr offenbart wird. Hier ist das der Fall und es lässt einen doch immer wieder staunen, hat man doch einiges schon selbst geahnt. Es fügt sich alles wunderbar zusammen, einige Überraschungen gibt es auch noch, sowohl gute als auch böse. Last, but not least – die Reihe sollte wirklich verfilmt werden, das kann ich mir gut vorstellen, das dies gut ankommen würde bei den Mac-Fans.  Und nun zu guter Letzt: Bitte, bitte, bitte liebe Autorin – schreib die Reihe weiter!

5 von 5 Punkten

Moritz Netenjakob – Der Boss posted by on 16. April 2012

Daniel ist endlich am Ziel seiner Träume – Aylin hat “Ja” gesagt, sie werden bald heiraten. Jetzt geht es erst richtig rund – denn er hat auf einmal bald 400 Familienmitglieder, die Sitzordnung für die Hochzeit muss zig mal geändert werden und alles scheint im Chaos zu enden. Er muss sich auf viele neue Sachen einlassen, Weihnachten feiern mit der türkischen und deutschen Familie, die Ausländerfeindlichkeit seiner eigenen Eltern und das Thema Sex darf natürlich nicht so offen beredet werden. Außerdem gibt es ständig Streitigkeiten in der türkischen Familie, so dass Daniel nicht mehr weiß, wo hinten noch vorne ist. Am Ende ist er sich nicht mal selbst sicher, ob er in eine türkische Familie einheiraten möchte…

Wow, der Autor hat es wirklich geschafft, dass ich das Buch mit einem Dauergrinsen gelesen habe. Er erzählt mit sehr viel Witz und Humor die Geschichte zwischen Aylin und Daniel und man kann sagen, dass vieles auch stimmt bei den Kulturen. Da der Autor selbst eine türkische Frau hat, wird das nicht von sehr weit kommen, dass er sich etwas auskennt. Auch die türkischen Sätze darin, sehr gut gewählt. Sprachlich ist das Buch ein Renner, der leichte Schreibstil macht es einem leicht, seitenweise zu lesen und nicht mehr aufzuhören. Vor allem will man auch wissen, wie sich das Chaos über die Seiten gestaltet. Die Personen hat man schnell liebgewonnen, die deutsche sowie auch die türkische Familie muss man einfach liebhaben, diese sind beide so urkomisch dargestellt. Der Autor hat wirklich gar nichts vergessen, die Redewendungen, die Reaktionen – es passt einfach alles! Leider habe ich den ersten Band nicht gelesen, ich hoffe aber, es kommt noch mehr!

5 von 5 Punkten

Peter James – Du sollst nicht sterben posted by on 8. April 2012

Nach einer Silvesterfeier wird eine junge Frau in einem Hotel vergewaltigt, sie lebt aber noch. Eine Woche später wird erneut eine Frau angegriffen und vergewaltigt. Die Opfer haben eines gemeinsam, der Täter hat bei beiden die teuren Designerschuhe mitgenommen. Der Ermittler Roy Grace wird an einen Fall aus dem Jahr 1997 erinnert – an den “Schuh-Dieb”. Dieser ist genau gleich vorgegangen, liegen hier aber 12 Jahre dazwischen. Damals hat er fünf Frauen vergewaltigt, die sechste hat er vielleicht sogar getötet, denn sie tauchte nie auf. Ist der Schuh-Dieb nach 12 Jahren wieder aufgetaucht? Roy Grace muss einige Schritte in die Vergangenheit tun, um dies rauszufinden und seine Ermittlungen voranzubringen…

Die Kapitel des Buches sind kurz und springen aus der Vergangenheit in die Gegenwart und werden auch aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Es ist anfangs etwas sehr verwirrende zwischen den Zeiten hin- und herzuspringen und noch mitzukommen. Thema des Buches sind eindeutig Designerschuhe, der Täter steht auf diese und penetriert wohl die Frauen damit – ein sehr heikles Thema rund um die Psyche eines Menschen, was macht einen zu so etwas? Die Frage und die, wie einem so etwas gefallen kann, stellt man sich die ganze Zeit über. Das Buch lässt sich angenehm flüssig und locker lesen, ein Pageturner ist es dann aber doch nicht gewesen. Bis man anfängt, die Seiten nach und nach gierig umzublättern, hat man schon über die Hälfte gelesen. Was hier auch etwas übertrieben war, wieviel Verdächtige es geben soll – wo man eigentlich schon weiß, welcher es ist – aber man wird doch wieder hinters Licht geführt, das ist das Gute dran. Man sollte ja in einem guten Thriller nicht sofort wissen, wer es denn ist, nach etwa der Hälfte des Buches. Mit den Protagonisten bin ich sehr schnell warm geworden, ich habe mich bei diesen sehr wohl gefühlt, wobei manche Dialoge einen auch etwas nerven können. Der Aspekt, dass Roys Frau spurlos verschwunden ist vor ewigen Jahren, ist mir nicht so klar, wieso dies hier so aufgegriffen wurde. Das wird sich wohl in einem der Folgebänden klären, was logisch wäre. Ich habe mich in diesem Thriller wohlgefühlt und habe der Polizei gerne über die Schulter geschaut, wie sie ihre einzelnen Schritte nach und nach abhaken. Das ist wie, als würde man selber eine Liste abhaken mit “Gemacht”.  Da dies nicht mein erstes Buch von Peter James ist, bin ich seine Schreibweise und aufbauende Spannung gewohnt und hoffe, bald noch mehr von ihm lesen zu dürfe!

4 von 5 Punkten

Robert Gregory Browne – Paranoia posted by on 3. April 2012

Eine traumatisierte Frau läuft vor ein Taxi und wird angefahren. Als dieser ihr helfen will, fällt sie ihn mit einer Schere an. Nur durch einen Schlag bekommt er sie gefügsam und ruft die Polizei und Sanitäter. Diese bringen sie in eine psychiatrische Anstalt, hier beobachten sie komische Dinge an ihr. Dr. Tolan ist schockiert, als die Frau seiner verstorbenen Frau Abby ähnlich sieht. Er weiß nicht, ob es sich hier um einen totalen Zufall handelt oder ob er langsam den Verstand verliert – zumal noch Jahrestag seiner toten Frau ist. Natürlich kann es sowas nicht geben, dass ein Geist einer verstorbenen Frau zurückkehrt…oder? Gleichzeitig taucht der Serienmörder wohl wieder auf, der Abby umgebracht hat und sorgt für noch mehr Verwirrung…

Ich habe mir nicht so viel von diesem Buch versprochen, ehrlich gesagt. Umso mehr war ich überrascht, als was für ein Pageturner es sich doch entpuppte. Ist es auch ein Thriller mit paranormalen Vorkommnissen, dies tut hier gar kein Abbruch, sondern steigert die Spannung nur noch mehr. Der Leser wird in den Bann gezogen rund um das Ermittlerteam von Blackburn, man ist mit den Gedanken immer schon weiter und versucht die Fäden zu spinnen.  Der Autor hat sich eine geschickte Geschichte ausgedachte, die den Leser nachdenken lässt, wie da alles zusammenpasst und dieser kommt eigentlich bis ans Ende nicht darauf. Teilweise konnte ich mir immer wieder zusammenspinnen, wie das läuft, aber den Faden habe ich doch immer wieder verloren und es kommt immer alles anders, wie man denkt. Der Autor lässt mit seinen detailgetreuen Beschreibungen nicht hinterm Berg auf sich warten, alles wird genau beschrieben, beredet und das Kopfkino hört gar nicht mehr auf, genauso wenig kann man aufhören zu lesen. Die Charaktere, die Situationen – alles ist so gut beschrieben, dass man meinte, man hätte es vor Augen. Der Schluss lässt sogar darauf hoffen, dass es eine Fortsetzung gibt und eine Reihe daraus wird. Auf dem Rücken des Buches steht “Hochspannung garantiert – für alle Leser von Sebastian Fitzek!“. Dem kann ich nur zustimmen, auch wenn der Autor nicht ganz an ihn rankommt – aber er hat seine eigene Art, die Spannung sehr hochzuhalten und den Leser zu fangen! Zu empfehlen ist dieser Thriller allemal Fans von Fitzek und auch anderen Thrillerfans, die gern mal eine Nacht durchlesen, weil sie nicht mehr davon loskommen.

5 von 5 Punkten

Brenna Yovanoff – Schweigt still die Nacht posted by on 31. März 2012

Mackie Doyle lebt in einer Kleinstadt namens Gentry. Doch eigentlich kommt er aus einer anderen Welt, aus einer dunklen von Tunneln umgebenen Welt, die unter der Erde liegt mit wandelnden Toten und einer Herrscherin, grausam wie die Nacht. Er wurde gegen ein Menschenkind aus der Wiege ausgetauscht und muss nun schon seit vielen Jahren damit klarkommen, in der Welt der Menschen zu leben – und das möglichst unauffällig. Er tut alles dafür, nicht aufzufallen, bis die kleine Schwester seines Schwarmes Tate verschwindet. Da wird ihm bewusst, dass er sich gegen die dunklen Gestalten wenden muss, wenn er dies aufhalten will….

Zuerst wusste ich gar nicht, um was es in diesem Buch eigentlich geht, wer Mackie genau ist und woher er kam. Doch von Zeile zu Zeile wurde es einem bewusster und man wurde immer tiefer in den Lesesog gezogen. Mackie ist einem sofort sympathisch, auch wenn er eine melancholische Stimmung verbreitet. Anders Tate, gegen diese hegt man immer etwas Antipathie – ist sie doch recht grimmig immer und ihre Kommentare sind auch nicht die richtigen, da hätte man sich als Leser schon so einige andere Dialoge gewünscht und mehr Einsehen von Tate, mehr Gefühl. Die Idee, die die Autorin mit dieser Geschichte hatte, ist wirklich eine einzigartige, fantastische Story. Man wird von der Erde bis tief in die Tunnel unter die Welt entführt und erlebt mit Mackie und seinen Freunden so einiges. Der leichte Schreibstil lässt einen am Stück lesen, so dass  Aufhören eigentlich fast unmöglich ist. Das ist zwar ein Jugendbuch, lässt sich aber auch als Erwachsener sehr gut lesen und würde vielen Fantasyfans zusagen dem Stil nach. Man kann nur hoffen, dass die Autorin noch mehr solche tolle Romane schreibt!

4 von 5 Punkten

Martina Sevecke-Pohlen – Sandras Schatten posted by on 31. März 2012

Christa Hemmen zieht endlich in ihre eigene Wohnung, doch die Vermieterin ist ihr unheimlich, findet sie diese doch eigentlich ganz nett. Der befreundete Polizist Andy meint, dass Sandra Menserhagen etwas verrückt sei. Sie ruft anscheinend ständig die Polizei zu ihrem Grundstück, aber nie finden sie etwas. Dann liegt auf einmal ein ausgeweideter Welpe auf Sandras Terrasse und das war noch lang nicht alles, der Alptraum fängt erst an, es passieren unheimliche Dinge. Ist Sandra am Ende doch nicht verrückt?

Dies ist der zweite Band um Christa Hemmen, der erste „Im stillen Tal“ ist die Vorgeschichte, was Christa geschehen ist, denn diese hatte auch kein leichtes Leben. Die Geschichte dieses Bandes ist gut ausgedacht von der Autorin, geht es hier doch um die Schuld und wie man damit umgeht. Das ist bei Christa sowie bei Sandra zu erkennen, dass beide mit etwas zu kämpfen haben. Leider habe ich den ersten Band nicht gelesen, um die Vorgeschichte von Christa mehr zu kennen. In diesem Band versucht Christa alles und jedem alles recht zu machen, sie überlegt hier zehn mal, bevor sie zu irgendjemand was sagt. So sieht es leider auch in der Realität aus, die Menschen sehen nach außen hin lieber perfekt aus, als dies zu zerstören mit den „falschen“ Worten. Das will die Autorin dem Leser deutlich klarmachen mit ihrem Krimiroman, wenn man zwischen den Zeilen liest. Der Schreibstil ist sehr flüssig und man kommt so gut voran mit dem Lesen, die Autorin beschreibt nüchtern die Schauplätze und die Geschehen rund um die Protagonisten. Die Spannung, die immer wieder etwas abflaut, nimmt jedoch wieder rasant zu und man weiß bis fast zum Ende nicht, wer hier hinter allem steckt. Das Thema Stalking ist hier ebenso präsent, aber wurde nicht ganz so präzise aufgegriffen, wie die Schuldfrage und wie man damit umgeht. Leider muss ich dem Buch einen kleinen Abzug geben, da mir die Personen und vor allem auch Christa nicht so realitätsgetreu nahe waren, wie es Bücher meist an den Leser bringen. Mir fehlte hier etwas der Bezug zu den Protagonisten, ich sah eher zu, als wäre ich mitten im Geschehen. Manche Fragen bleiben auch ungeklärt, wo ich mir gewünscht hätte, da wäre weiter drauf eingegangen worden oder detaillierter beschrieben worden. Das gibt dem Buch aber nichts desto trotz keinen Abbruch an seiner Geschichte und was es klar machen soll, was einen dann doch auch zum Nachdenken bringt. Das Buch ist jedem Krimiliebhaber zu empfehlen, der auch gern einmal regionale Krimis liest und eine etwas tiefgründigere Geschichte liest, die einem durch den Kopf geht.

3 von 5 Punkten

Über die Autorin:

Martina Sevecke-Pohlen wurde 1968 in Düsseldorf geboren.Sie wuchs in Aachen auf, wo sie 1989 das Abitur machte.
Sie studierte Anglistik und Germanistik an der Carl von Ossietzky-Universität in Oldenburg, wo sie1996 ihren Abschluss machte. Anschließend war sie in Bremen und Oldenburg in der Erwachsenenbildung tätig.
2011 gründete sie in Rhauderfehn den Wieken-Verlag.
Martina Sevecke-Pohlen ist verheiratet und hat eine Tochter.

Bereits erschienene Bücher:

„Die Legendenweberin“, Schardt-Verlag, 2009. (Print)
„Im stillen Tal“, Schardt-Verlag, 2010. (Print)
„Sandras Schatten“, Wieken-Verlag, 2012. (E-Book: Kindle 978-3-943621-00-6, PDF 978-3-943621-01-3, EPUB 978-3-943621-02-0)

Vielen Dank an die Autorin, die mir Ihr Buch zum Lesen und Rezensieren gestellt hat!

Ina Norman – AvaNinian posted by on 28. März 2012

Die junge Fürstentochter Avaninian trägt den Namen der doppelgesichtigen Göttin, in deren Zeichen Sie geboren wurde. Die Erdenmutter hat ihr die Kräfte der Erdentiefe geschenkt und sie ist dazu ausersehen Tillholde einmal zu regieren als Fürstin. Das Reich wird von schweren Erdbeben heimgesucht und Avaninian ist die Einzige, die es davon mit ihren Kräften befreien kann. Nun soll sie aber für eine dreijährige Ausbildung in das Haus der Weisen, um ihre Kräfte zu schulen und lenken zu lernen. Nach dieser Ausbildung ist sie nicht mehr dieselbe, denn dort hat sie den jungen Jermyn kennengelernt – ein Dieb, der Gedanken lenken kann und der aus den Gossen Deas kommt, der großen Hafenstadt. Ist sie nun mehr Ava oder mehr Ninian?

Zwei unterschiedliche Menschen kreuzen ihren Weg, unterschiedlicher können sie nicht sein. Avaninian, die naive, zickige Fürstentochter und Jermyn, der dreiste, unverschämte Dieb aus der Gosse. Und doch fühlen die zwei sich auf der Stelle zueinander hingezogen, auch wenn sie es nicht sofort merken. In anderen Rezensionen habe ich schon gelesen, dass die Leser sich nicht richtig mit den Charakteren anfreunden konnten, da sie fremd beschrieben wurden, dem kann ich gar nicht zustimmen. Ich war sofort mit den Beiden eins und ich habe mich über ihre widerspenstigen Gedanken gefreut. Man kann sich öfters mal nicht entscheiden, zu wem man sich mehr hingezogen fühlt, aber im Endeffekt sind sie einem beide gleich “sympathisch”. Die Autorin hat mit ihrem ersten der fünf Bände eine schillernde Welt in den Köpfen der Lesern geschaffen, das von Anfang bis zu Ende. Die Orte, die Menschen – selbst die Gedanken, sind so veranschaulicht beschrieben, als hätte man sie farbig vor Augen. Der Schreibstil passt zu der Zeit, in der das Buch spielt – es ist nicht nur eher historisch, sondern auch fantastisch – die perfekte Mischung, welche man aus einem Roman mischen könnte. Die Wortspielereien zwischen den Protagonisten sind gut gewählt und sehr schön ausgedacht von der Autorin, die Figuren hat sie lebend gezeichnet in unseren Köpfen. Man möchte gar nicht mehr aufhören Avaninian und Jermyn auf ihren erst unterschiedlichen Wegen zu begleiten, wird doch abwechselnd aus seiner und aus ihrer Sicht berichtet. Eine wunderschöne Lovestory in historischen, fantastischen Zeiten, die einem großes Kopfkino liefert. Hoffentlich halten die weiteren fünf Bände das aufrecht und lassen nichts von der erhaltenden Spannung aus, denn genau diese werde ich weiterverfolgen und ich kann sie nur jedem Fantast mit historischer Vorliebe empfehlen!

5 von 5 Punkten

Ich möchte mich beim Pomaska-Brand Verlag herzlich bedanken für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares von Avaninian, dieser hat mich auf eine wunderbare Reihe gestoßen, die es lohnt weiterzuverfolgen!

Milena Moser – Montagsmenschen posted by on 18. März 2012

Immer montags findet der Kurs im Yoga statt mit Nevada. Sie hat drei treue Kunden, die immer ihren Kurs besuchen, doch jeder dieser, einschließlich der Kursleiterin, haben ihre Probleme. Diese hat ihrem Körper immer viel zugemutet und bekommt vom Arzt nun eine unheilvolle Diagnose. Auch ihre Schüler haben zu kämpfen – eine ist vom Alltag überfordert und weiß nicht, wie sie ihm entkommen soll, einer anderen droht, die Ehe in die Brüche zu gehen und dem anderen wird es mit Frauen zuviel, ist dieser doch in einem reinen Frauenhaushalt aufgewachsen. Alle hoffen sie, dass Yoga ihre innere Ruhe ist und ihr Leben wieder auf den Punkt bringt.

Anders wie auf dem Klappentext geschrieben, geht es hier nicht nur um drei Personen. Im Eigentlichen sind es vier und noch mehr, da es auch um deren Umfeld geht. Sei da Poppy, die gar nichts auf die Reihe bekommt und ihrer verlorenen Liebe hinterher trauert – es scheint zu klappen und dann doch wieder nicht. Oder Marie – die erfolgreiche Ärztin, die einen Schauspieler zum Mann hat. Jeder würde hier denken, was für eine Glückliche! Doch bei Weitem gefehlt, auch sie hat ihr Päckchen zu tragen. Ted hat ein Problem mit Frauen, das sich in den Zeilen sehr gut äußert und der arme Kerl tut einem richtig leid, ist dieser doch ein ganz Netter. Auch die Kursleiterin Nevada muss mit ihrem Leben kämpfen, alles ging nach Plan und so wie sie es sich vorstellte, jedoch wird bei ihr eine unheilvolle Diagnose gestellt, was alles durcheinander bringt. Wieso wurde hier der Titel „Montagsmenschen“ gewählt? Dies könnte wohl ein Synonym dafür sein, dass Montag der Tag ist, an dem einfach alles blöd ist – ist es nicht so? An dem Tag sind die meisten noch unausgeschlafen, schlecht gelaunt und alles ist einfach nicht toll. Auch in diesem Buch ist nicht alles super und toll, wie es das rote Cover weismachen will – hier läuft so einiges schief. Die Autorin hat die Protagonisten mit sehr viel Gefühl gezeichnet und bringt sie dem Leser nahe, zeigt ihm richtig auf, dass wir nicht nur uns selber so wichtig nehmen sollen. Jeder und auch jede hat seine eigenen Probleme, es gibt niemand ohne – jeder trägt sein Päckchen im Leben mit. Hier zeigt die Autorin die verschiedenen Sehensweisen einiger Probleme der Charaktere, die einem sehr realistisch erscheinen. Bestimmt hat sich hier auch schon der eine oder andere Leser selbst erkannt, man sieht, keiner bleibt verschont. Die Autorin lässt den Leser die Achterbahn der Gefühle der Protagonisten durchleben, die Lösungsansätze mitverfolgen, die Scheiterungen und doch wieder die Erfolgsmomente. Das Buch ist mit so viel Gefühl geschrieben, man könnte fast meinen, man stände daneben. Es ist so realistisch, eben weil genau solche Dinge im Alltag passieren. Doch werden diese nicht wahrgenommen, da jeder nur seine eigenen Probleme wahrnimmt und viel zu viel mit sich selbst beschäftigt ist. In diesem Buch geht es keinerlei nur um Yoga oder überhaupt viel darum, wie man es denken könnte. Es ist eine Form, die Ruhe hiermit zu finden – man ist fast versucht, es selber einmal zu versuchen. Hier geht es aber eher darum, wie verschiedene Menschen mit den verschiedensten Problemen umgehen und dass es echt jeden trifft, ausnahmslos. Ein Mensch kann vor dir stehen und du siehst es ihm nicht an, er kann dies gut verbergen – aber seien wir mal ehrlich, gibt es den perfekten Menschen ohne jegliche Probleme? Das ist ein Denken der Menschen, wenn es ihnen selbst einmal wieder nicht gut geht: „Wieso ich, allen anderen geht’s doch auch gut“….

Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, wie man in Zukunft mit so etwas umgeht und dass man auch an andere denken sollte, nicht immer zuerst an sich – Probleme hat jeder, nicht nur man selber. Ein Roman verpackt in einer Art Aufklärung, die Autorin hat hier sehr, sehr gute Arbeit geleistet und hat alles so rübergebracht, wie es sein sollte – wenn nicht noch besser!

Zu empfehlen wäre dieses Buch an Leser, die auch gern einmal etwas tiefgründiger gehen und ein so gefühlvolles Buch nicht gleich vergessen möchten, ich kann es solchen nur ans Herz legen.  Das Buch kann man sich direkt über den Verlag hier bestellen.

5 von 5 Punkten

Ich möchte mich bei BloggdeinBuch und beim Verlag Nagel & Kimche in ausdrücklicher Form bedanken für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und der emotionalen schönen Stunden mit den Protagonisten von “Montagsmenschen”, die ich mit diesem Buch verbringen durfte.