Petra Bock – Mindfuck: Warum wir uns sabotieren und was wir dagegen tun können posted by on 13. April 2015

Kennen wir nicht alle diese leise Stimme im Kopf, die uns zu sagt, was wir tun oder lassen sollen? Uns Dinge schlecht redet und uns schlechter macht, als wir es sind? Die Autorin Petra Bock geht genau auf das ein und auch wie wir Menschen unsere Lebensqualität wieder herstellen können. In ihrem Buch gibt sie uns Tipps, wie wir die Mindfucks unterdrücken bzw. übergehen können.

Autor: Petra Bock
Titel: MINDFUCK: Warum wir uns sabotieren und was wir dagegen tun können
Genre: Sachbuch
Verlag: Knaur
Gebunden: 256 Seiten
Erscheinungsdatum: 04.10.2011
Preis: 19,99 €

Das Buch ist keinesfalls trocken geschrieben, es regt an, zu lesen und sich Gedanken zu machen. Petra Bock verleiht dem Leser Einblick in Maschinerie unseres Gehirns. Wenn man anfängt zu lesen, kommt einem vieles bekannt vor. Wir alle kennen diese Mindfucks, die uns behindern, die unseren Weg zum Ziel mit Steinen bewerfen. Wie wir damit umgehen, hängt ganz von uns ab und genau das zeigt die Autorin auf. Sie gibt Beispiele, leider zu wenige, und wie wir diese bezwingen können.

Der Schreibstil ist leicht gehalten, anders wie gewohnt von Sachbüchern. Man könnte sie direkt vor sich haben und ihr beim Sprechen zuhören. Es ist sehr gut vorstellbar, was für eine gute Rednerin sie ist. Ganz unrecht hat sie auch nicht, mit wem was sie sagt. Dennoch ist es eigentlich altbekannt, dass die Menschheit sich selbst im Wege steht mit ihrem Denken. Es ist die innere Stimme, der Wächter, der einem vorschreibt, welchen Weg man geht. Man kann ihn umgehen, wenn man die Kraft dazu hat bzw. weiß, wie man es anstellt. Die Autorin gibt hier einige Denkansätze, wie das vonstatten geht.

Beim Lesen wird einem klar, dass man nur selbst für alles verantwortlich ist. Man KANN dem Wächter Einhalt gebieten, man muss es aber auch wollen – hier liegt der Hund begraben. Der Weg dahin, die Bekämpfung der inneren Blockaden, ist für die meisten viel zu anstrengend und sie denken, dass sie es eh nicht hinbekommen. Wenn man sich aber erst einmal damit beschäftigt, kann man zu viel mehr Lebensqualität kommen und auch seine Ziele erreichen.

Ich persönlich habe mich in vielen Mindfucks wieder erkannt und auch die Menschen in meinem Umfeld – man trifft hier auf viele Denkweisen, die man selbst und andere mitbringen. Wie genau das jedoch zu bekämpfen ist, darauf geht Frau Bock leider zu wenig ein. Dafür gibt es aber ihr Buch, welches den Leser coacht, genau diese zu umgehen.

Ein aufschlussreiches Buch, welches einem viele Möglichkeiten aufzeigt und viele Hintergründe liefert, leider aber etwas zu wenig Lösungswege bereithält. Dennoch eine Lektüre, die man gelesen haben sollte, wenn man sich damit beschäftigt, einen Weg aus seinen eigenen verqueren Gedanken bzw. Mindfucks zu finden!

4 von 5 Punkten

Maria Rossbauer – Drei Bier auf die Vier posted by on 16. April 2014

Eine Kneipe eröffnen….irgendwie hat doch jeder schon einmal daran gedacht, oder? Zumindest diejenigen, die gerne kochen und essen. Doch, was steckt alles dahinter, was kommt hier alles auf einen zu? Die Autorin Maria Rossbauer erzählt genau das in ihrem Buch „Drei Bier auf die vier“, denn ihre Freundin hat genau das vor und verwirklicht es.

Autor: Maria Rossbauer
Titel: Drei Bier auf die Vier
Genre: Sachbuch, Unterhaltung
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 18.11.2013
Taschenbuch: 256 Seiten
Preis: 9,99 €

Marias beste Freundin Sonja möchte eine eigene Kneipe eröffnen. Da sie schon immer alles gemeinsam getan haben, steht Maria ihr auch in dieser Misere zur Seite. Es wird ein harter und langer Spießrutenlauf, bis alles steht, wie es soll – aber was dabei rauskommt, das zählt! Sie steigen in den Kampf mit den Bänkern, Vermietern und komischen Besitzern. Kaum haben sie die Location gefunden, geht die nächste Sache los – für die Eröffnung muss alles stehen, bereit sein und auch alles renoviert sein. Schaffen sie das?

Das Buch ist eigentlich ein Sachbuch, liest sich aber wie ein Roman. Es ist in wunderbar herrlicher Sprache verfasst und man begleitet die zwei Frauen auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit. Man hat es eigentlich bildlich vor Augen, ist fast selbst dabei. Hin und wieder kommen einem hier selbst die Ideen in den Kopf, was man tun würde und wie die eigene Kneipe aussehen würde.

Es gibt so wahnsinnig viel zu beachten, das würde man gar nicht denken als Aussenstehender. Wie die zwei Frauen das meistern, ist schon bemerkenswert! Man hört bzw. liest es heraus, dass es im Bayrischen ist. Ab und zu sickert der fröhliche bayrische Dialekt hindurch, was einem das Lesen noch zusätzlich versüßt.

Der Schreibstil ist so gehalten, als würde man einen Roman im Fluss lesen. So ist es auch leicht, dem Lesefluss zu folgen ohne Unterbrechnung. Man erfährt nicht nur mehr, es ist eine Geschichte aus dem Leben der Autorin, an welcher der Leser teilhaben darf. Die Begegnungen mit den einzelnen Menschen in der Umgebung machen es noch unterhaltsamer. Auch die scharfzüngigen Leute – man hat sie förmlich vor Augen! Es entsteht ein Bild der Gastronomie, wie es hier zugeht und was getan werden muss – und man merkt, es ist wahrlich kein leichter Job! Der ein oder andere wird sich denken, das bisschen kochen und trinken ausschenken, dabei ist es um einiges mehr, was hier beachtet werden muss.

Ist dann erst einmal eröffnet, kommen die nächsten Probleme. Auf die ersten Hochs folgen die Tiefs – das Essen geht aus, Dinge gehen kaputt, es kann also immer etwas passieren. Wie Sonja und ihre Gefolgschaft das alles meistert, ist der Wahnsinn. Und man muss sich überlegen, so muss es jedem Wirt gehen, wenn einmal etwas nicht so funktioniert wie es sollte. Was tun, wenn die Kühlung abends kaputt geht, so dass die Getränke nicht mehr kalt geliefert werden können? Was, wenn das Essen ausgeht – man kann ja schlecht eine Pizza in den Ofen schieben. Man sieht also, eine Wirtschaft zu führen, ist gar nicht so einfach, wie man denkt.

Es ist ein Spießrutenlauf und eine wahnsinnig große Arbeit, das alles erst einmal aufzubauen und auch am Laufen zu halten. Der Ruf tut hier einiges zur Sache und auch wie man sich anstellt, wie man sich von anderen abhebt und natürlich wie man zu seinen Gästen ist. Ist man freundlich, zuvorkommend und nett, spricht sich das schnell rum – andersherum aber genauso!

Lustig ist der Vergleich der Autorin – ein Wirtshaus ist wie das Baby, das eigene Kind. Erst erschafft man es, dann wird es geboren und wenn es da ist, hat es immer etwas, worum man sich sorgen muss. Recht hat sie! Im Laufe des Buches wird die Webseite von Sonja genannt – und ratet mal, was ich direkt getan habe: Natürlich war ich nachschauen! So kann man sich gleich noch mehr ein Bild von Sonja und ihrem Wirtshaus machen, einfach herrlich. Das Beste an der „Geschichte“ ist ja eben, dass es wirklich existiert und nicht nur im Kopf Form annimt – was einem die Webseite sogleich zeigt.

Herzerfrischend und bayrisch angehaucht erzählt die Autorin uns die Geschichte der Entstehung des Klinglwirts. Herrlich erzählt, immer bei der Stange haltend – es liest sich wie ein Roman und ist doch ganz real. Man möchte doch fast einmal dort hin speisen gehen, wenn man einmal in München ist. Ich werde ganz bestimmt daran denken – und empfehle euch derweil das gute Schmankerl ans Herz legend weiter!

5 von 5 Punkten

Christoph Koch – Chromosom XY ungelöst – Von einem, der auszog, ein echter Kerl zu werden posted by on 24. März 2014

Sind die Männer heutzutage verweichlicht? Früher waren sie ja der Hauptversorger der Familie, er der Jäger und sie die Beute, die die Brut aufzieht und ernährt werden muss. Was hat sich heute also geändert? Heutzutage gehen die Frauen auch arbeiten und oft sind auch sie diejenigen, die die Familie ernähren. Der Autor Christoph Koch wollte selbst einmal etwas sehr männliches tun und hat sich einigen Dingen gestellt, die er uns Lesern natürlich nicht vorenthält.

Autor: Christoph Koch
Titel: Chromosom XY ungelöst – Von einem, der auszog, ein echter Kerl zu werden
Genre: Unterhaltung; Sachbuch
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 23.09.2013
Taschenbuch: 320 Seiten
Preis: 14,99 €

Darf ein Mann Feuchtigkeitscreme benutzen oder Germanys Topmodels schauen? Was, wenn er nicht weiß, wie man ein Auto oder einen Roller repariert, wenn er genauso gerne wie die Frau Maniküre betreibt und seinen Körper sehr pflegt? Christoph Koch geht den Fragen der Männlichkeit auf die Spur und fragt sich, ob er als moderner Mann nicht als Memme gilt? Er stellt sich der Ausbildung zum Ranger bis hin zum Boxen, versucht sich für den Fußball zu begeistern und robbt im Schlamm. Seine Erlebnisse teilt er uns Lesern mit – es geht an die Männlichkeit!

Zuerst einmal gibt Koch eine Einführung in sein eigenes Leben – er selbst achtet sehr auf seine Körperpflege und steht auch gerne einmal an den Herd. Anfangs stellt er uns das Weltbild seines Vaters sowie Großvaters vor, schwelgt in Erinnerungen. Nach und nach und in überschaubaren Kapiteln erzählt er uns von seinen Abenteuern, wie er die Männlichkeit gesucht hat.

Das Buch ist wunderbar flüssig geschrieben, man könnte fast meinen, man spricht selbst mit Christoph Koch. Er könnte auch direkt vor einem stehen und die Geschichte wortwörtlich erzählen. Es ist einfach sehr unterhaltend, ihm „zuzuhören“, wie er versucht, männlicher zu werden.

Irgendwie ist man als Leser aber doch der Meinung, es würde ihm alles nicht so zusagen. Er als moderner Mann hat ja auch seine Tätigkeiten, denen er in der Routine nachgeht, sei es jetzt Topmodels schauen oder Maniküre etc. Nichts desto trotz ist es spannend, einen Mann zu begleiten, wie er ihm völlig fremde Wege beschreitet.

Früher waren die Männer eben anders als heute – heute haben wir aber auch keine Steinzeit mehr. Es hat sich alles entwickelt und wurde moderner, so auch der Mann. Das Essen zu erlegen ist heute nicht mehr drin – man geht es im Supermarkt um die Ecke einkaufen. Ist man denn wirklich erst ein Mann, wenn man sehr männliche Sachen tut wie z.B. Boxen oder mal die Fäuste schwingen in einer Kneipenschlägerei?

Die lustigen Anekdoten zwischendurch und wie Koch alles kommentiert, was er tut – herrlich! Man fragt sich, was als nächstes noch kommt, was er noch ausprobiert.

Der Autor hat eine gute Erzählweise, man merkt, dass er mit dem Wort und Schrift arbeitet. Es macht überhaupt keine Mühe, mehrere Seiten und gar das ganze Buch am Stück zu lesen. Es ist ein Abenteuertrip mit dem Autor selbst, zeitenweise wäre man gerne selbst vor Ort, um dies in Augenschein zu nehmen.

Ein gutes Buch um schmunzelnd den Tag zu beenden und in Träumereien zu schwelgen, wenn man wohl an der Stelle des Autors wäre (auch als Frau!) – eine Reise in die Welt der Männlichkeit, wie sie uns vor Augen geführt wird!

4 von 5 Punkten

Jo Tiger – Im Tigersprung zur 1. Million posted by on 1. Februar 2012

Jo Tiger erklärt in diesem Buch, wie man erfolgreich zu Geld kommt, wie man es schafft, etwas zu werden. Meiner Meinung nach erklärt sie aber nicht nur das, sondern auch wie man sich selber wohlfühlen kann. Denn wie kann man etwas erreichen, wenn man sich selber nicht wohl fühlt und Selbstzweifel hat? Sehr anschaulich baut sie den Leser auf, Schritt für Schritt. Der Leser selbst merkt, wie er selbstsicherer wird in mancherlei Umgang mit Dingen, dass man das Denken auch positiv beeinflussen kann.  Jo hat ein gutes Aufbautraining für den Leser geschaffen mit diesem Buch, das sich mental gut auswirkt und einem wirklich zeigt, was man noch erreichen kann, wenn man nur will! Das Buch könnte genauso gut den Titel tragen „Der Weg zu einem gesunden Selbstbewusstsein“, das würde auch passen, denn genau das zeigt es einem auf!

5 von 5 Punkten

Roman Maria Koidl – Scheißkerle posted by on 22. September 2011

In diesem Buch beschreibt der Autor die verschiedenen  Typen von Scheißkerlen und wieso sie welche sind. Der Autor kennt sich wohl gut aus in den Charakteristiken des Scheißkerls und erzählt den Frauen liebend gern davon. Natürlich hat er auch mit Frauen darüber offen geredet, solche, die sich Opfer schimpfen von eben solchen Kerlen.  Nun wird hier ein Kapitel nach dem anderen eine Type Kerl beschrieben.

Dieses Buch habe ich in der zweiten Hälfte abgebrochen, da der Autor sich versucht in die Tiefe der Psyche der Frauen zu versinken. Dies schweift derartig ab, dass das Buch, das so witzig angefangen hat, nicht mehr gut wirkt.  Die erste Hälfte war noch annehmbar, auch wenn sich vieles wiederholt hat und man dies eigentlich aus Gesprächen mit anderen kennt. Hierzu braucht man kein Buch, das einem erzählt, wie die Männer sind. Das sind unter anderem Gespräche unter Freunden, die hier nur niedergeschrieben werden. Eigentlich schreibt der Autor recht flüssig und locker, doch so recht konnte er mich nicht fesseln mit seinen Anekdoten der Frauen über diese besagten Scheißkerle. Dieses Buch könnte man als unterhaltsam, aber langweilig benennen, man weiß eben doch schon alles, was darin steht, es ist nichts neues. Außer, dass man solche in den Wind schießen soll, wird hier auch nichts anderes vorgebracht und das weiß man auch selber (irgendwann). Leider muss ich eingestehen, dass das Buch für mich ein Flop war, das Cover und der Titel hat mir etwas Lustigeres, Unterhaltsameres versprochen, als es im Endeffekt war – schade!

2 von 5 Punkten

Lukas – Vier Jahre Hölle und zurück posted by on 6. September 2011

Lukas lebt vier Jahre lang in einer Satanssekte. In dieser Zeit erlebt er viel Psychoterror und Gehirnwäsche. Zum Alltag gehören Orgien, kriminelle Mutproben und Rituale. Sollte sich einer der Regeln der Satanisten widersetzen, gibt es gleich blutige Strafen und hier beugt sich jeder Satanist. Eines Tages macht Lukas aber die Augen auf und beschließt auszusteigen, auch wenn es sehr gefährlich werden würde, doch diesen Auftrag, den er bekommen hat, lässt ihn wach werden. Aber dieser Weg ist nicht leicht zu beschreiten, denn wer die Sekte verlässt, ist ein Todgeweihter und zur Jagd freigegeben…
Ein krasses Buch – gerade weil es keine Geschichte, sondern eine wahre Erfahrung ist. So etwas bekommt man um sich herum gar nicht mit und denkt auch nicht, dass es so derartig schlimmes gibt. Man überlegt sich, wem man die Hand gibt, den man nicht kennt. Das Buch lässt einen sauren Nachgeschmack zurück, aber es öffnet einem auch die Augen, dass nicht alles so toll ist auf dieser Welt, wie sie zu sein scheint und vieles nur schön geredet wird.

5 von 5 Punkten