Andreas Gruber – Todesurteil posted by on 7. Januar 2016

Wenn Kinder verschwinden, hört auch der Spaß für alle Ermittler auf. Keiner mag und will es verstehen, wie Menschen so etwas tun können – ganz davon abgesehen, dass so etwas überhaupt in allen möglichen Jahresgruppen passiert. Auch der bekannte Profiler Maarten S. Sneijder im zweiten Band von Andreas Gruber nimmt ungelöste Mordfälle an der Akademie des BKA mit seinen Schüern durch – und muss eingestehen, dass hier einiges zusammen hängt mit den Fällen verschwundener Kinder…

Autor: Andreas Gruber
Titel: Todesurteil
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 16.02.2015
Taschenbuch: 576 Seiten
Preis: 9,99 €

In Wien verschwindet die zehnjährige Clara, seit über einem Jahr bereits. Dann taucht sie völlig verstört im Wald wieder auf und man findet auf ihrem Rücken Tattoos mit Dantes „Inferno“. Clara spricht zuerst keinerlei Worte, bis sie auf die Staatsanwältin Melanie Dietz und ihren Traumahund Sheila trifft, die sich dem Mädchen annimmt. Wie sich herausstellt, ist Clara die Tochter ihrer verstorbenen, ehemals besten Freundin Ingrid – und sie fängt an zu ermitteln. Gleichzeitig nimmt Sabine Nemez die Studien auf an der besagten Akademie in Wiesbaden und nimmt Ermittlungen in ungelösten Mordfällen auf, welche einen Zusammenhang haben mit mehreren Fällen sowie mit dem Fall in Wien. Hier ist Clara die Einzige, die den Mörder jemals gesehen hat und somit in großer Gefahr…

Nachdem ich bereits den ersten Teil „Todesfrist“ gelesen habe, der nur vor Spannung strotzte, war für mich klar, dass ich den Folgeband auch lesen muss. Nemez und Sneijder sind genau so, wie man es von ihnen kennt und auch erwartet. Es dauerte bei mir persönlich etwas, bis ich diese wieder im Gedächtnis hatte, aber dann ging es umso schneller. Nemez kann es einfach nicht lassen, Alleingänge zu machen und zu ermitteln, in den ungelösten Mordfällen, die die Studenten mit Sneijder besprechen. Er selbst ist der perfektionierte „Arsch“ schlechthin, wie gewohnt. Aber wie auch immer – in einem harten Gehäuse steckt auch ein weicher Kern, was hier voll zutrifft, er drückt es nur anders aus!

Der Autor hat den Leser somit sogleich wieder in den Fängen, die Spannung wird mit jeder Zeile und Seite mehr geladen. Ich hatte echt Probleme damit, das Buch wieder aus den Händen zu legen. Die Abtrennung der Kapitel macht es einem hier auch einfach, schön weiterzulesen und gar nicht mehr aufzuhören. Man liest aus Wien, aus Wiesbaden, einmal aus den Protokollen und immer wieder von den verschiedenen Charakteren, wie der Verlauf gerade ist. Ich muss sagen, die Spannung lässt echt gar nicht nach, sie steigert sich nur noch mehr, selbst wenn man denkt, das geht ja gar nicht – geht wohl!

Da Sneijder wie auch Nemez die Gabe haben, sich total in die Täter hineinzuversetzen, werden die Leser auch mit fast jedem Kapitel mit weiteren Leckerlis belohnt und somit an der Stange gehalten. Wenn man denkt, sie sind auf der richtigen Spur, gibt es aber doch immer wieder eine andere und man kommt selbst ins Grübeln, wieso man das tut und wie hier wohl alles zusammenhängen vermag.

Gegen Ende wird man aber mit der Auflösung belohnt und die gespinnten Fäden werden gekonnt zusammengeführt – es lassen sich keine Fragen offen und man ist befriedigt mit der Auflösung. Mit diesem Werk über 500 Seiten hat Gruber eine grandiose Fortsetzung geschaffen, die mit wirklich allem gespickt ist und an welcher es an nichts fehlt. Das zweite Buch kann es ohne Wenn und Aber mit dem ersten Band aufnehmen und man kann auf eine tolle Weiterspinnung der Geschichte freuen! Wer aber etwas schwache Nerven hat, sollte doch die Finger davon lassen, denn es sind schon etwas derbe Szenen vorhanden, die sich ins Kopfkino einbrennen! Von mir aber eine klare Leseempfehlung an alle eingefleischten Thrillerfans, die es gerne etwas „härter“ mögen und auf den Nervenkitzel aus sind!

5 von 5 Punkten

Neil Gaiman – Der Ozean am Ende der Straße posted by on 7. September 2015

Eine Entführung in die magische Fantasiewelt – jedes Kind hatte eine, jedes Kind hatte einen Ort, an welchem es sich mit fabelhaften Kreaturen oder dergleichen getroffen hat und vieles erlebt hat. Auch der Protagonist in Gaimans Roman „Der Ozean am Ende der Straße“ hatte ein solches Erlebnis…

Autor: Neil Gaimann
Titel: Der Ozean am Ende der Straße
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: Eichborn
Erscheinungsdatum: 08.10.2014
Hardcover: 238 Seiten
Preis: 18,00 €

„Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen…“
Die Erzählweise des Autors packt den Leser sofort bei der Stange – man ist gefangen in der mystischen Welt, die der nun etwas ältere Protagonist erzählt. Er fährt in seine Heimat zurück wegen einer Beerdigung und erinnert sich zurück an die Zeit, als er hier mit 7 Jahren gelebt hat – und auch Lettie Hempstock, die Freundin mit ihrem Ententeich, welcher ein Ozean sei, wie sie behauptet.
Die Begegnung mit den Hempstock-Frauen ist einzigartig und man fühlt sich in Märchen versetzt, sobald sie anfangen zu erzählen. Sie sind die Weisheit an sich und die Beschützerinnen – sie meistern alles und bringen alles ins Lot, wie es sein soll. Lettie ist da auch keine Ausnahme – sie zeigt dem Protagonisten den Teich, ihren Ozean. Dort passieren die unglaublichsten Dinge und der Protagonist macht Bekanntschaft mit schönen Dingen, aber auch mit Monstern.
Der Schreibstil des Autors ist poetisch, idyllisch mit den Erinnerungen des Ich-Erzählers. Die Mystik sickert hier schön durch, hat der Autor doch schon immer eine Schwäche für solches und auch zu den Göttern, wie in anderen seiner Werke erkennbar. Die fantastischen Monster im Roman haben tatsächlich Ähnlichkeit mit den wahren Monstern des Lebens – sei es hier die Angst vor dem Alleinsein, des Erwachsenwerdens und das Drumherum eines Kindes. Geschickt verwebt der Autor diese Eigenschaften sowie auch die wichtigen Dinge wie Freundschaft und Vertrauen in einen Roman, der nur von fantastischen Elementen strotzt.
Als Leser lässt man sich gern in diese märchenhaft Welt zurückversetzen und lernt gemeinsam mit dem jungen Protagoisten die wahren Monster der Realität kennen – in seiner Denkweise noch in Form von fantasievollen Gestalten. Es wird ein Märchen erzählt, das leider wahr ist – nur in anderer Form. Es wird verschönt aufgetischt, so dass man neben dem Geschriebenen auch zwischen den Zeilen lesen muss, um alles wahrzunehmen.
Der Protagonist hat in jungen Jahren so wahrlich schon mit einigen Monstern zu kämpfen, die er aberz ohne Selbstmitleid und ohne Nörgeln anerkennt und etwas daraus macht. Er lernt schnell und kann sich selbst helfen und versucht auf seine ganz eigene Weise in der realen Welt zurechtzukommen. Begleitet man ihn so, fühlt man sich einerseits in eine märchenhafte, wenn auch etwas gespenstische Welt zurückversetzt, hat hier aber auch einen sehr mutigen, kleinen, jungen Mann an seiner Seite, den man nur bewundern kann.
Ein weiteres Meisterwerk des Autoren -welches keineswegs zu ignorieren ist. Als Gernleser des Autors und auch des Genres sollte man dieses Werk unbedingt in die Hände nehmen und eintauchen. Meinerseits gibt es hier eine uneingeschränkte Leseempfehlung, für mich ein Topbuch des Autors!
5 von 5 Punkten
Emma Wagner – Liebe und andere Fettnäpfchen posted by on 16. März 2015

Wer kennt sie nicht – die hundsgemeinen Fettnäpfchen, in die wir immer wieder trampeln. Der eine mehr, der andere weniger und die Protagonistin in Emma Wagners Buch ständig! Kaum zu glauben, wie man kein Fettnäpfchen auslassen kann, aber Lena schafft dies andauernd.

Autor: Emma Wagner
Titel: Liebe und ander Fettnäpfchen
Genre: Unterhaltung
Erscheinungsdatum: 19.07.2014
eBook: 304 Seiten
Preis: 3,99 €

Lena studiert in Heidelberg. Hier findet sie jedoch leider nicht den Mann fürs Leben, sondern viele, viele Fettnäpfchen. Ständig läuft ihr der unsympathische Polizist Adrian über den Weg – erst bekommt sie ein Knöllchen für über die Ampel fahren, wo doch keiner auf der Kreuzung war nachts, dann wird ihr Fahrrad geklaut und überhaupt hat er einen überaus gutaussehenden Freund, für welchen Lena sich sehr interessiert. Der charmante Franzose Pierre scheint Lenas Traummann zu sein und sie setzt alles daran, um sich diesen zu angeln. Ihre Freundinnen entwickeln ihr einen Schlachtplan – wenn doch alles nur nach Plan laufen würde. Dass sie nebenher aber auch noch zu Amor mutiert und sich mit komischen Mitbewohnern und Co. herumschlagen muss, macht es auch nicht leichter. Als sie aber eine Liebeserklärung von falscher Seite erhält und eine Freundin sie um Hilfe bittet, ist das Chaos rund um sie perfekt…

Lena ist so ein quirliger, herzerfrischender Chaot und Tolpatsch, man kann sie nur lieb haben. Wenn es um Fettnäpfchen geht, ist sie hier die Expertin und kann ein Lied davon singen, wie man in ein solches trampelt. Aber nicht nur sie, auch ihre Freunde wachsen einem schnell ans Herz und sei es der nervige Polizist Adrian, welcher eigentlich gar nicht so nervt. Oder aber auch ihre verrückte Freundin mit den Birkenstocklatschen oder aber Leticia, die selbsternannte Friseuse. Auch ihr bester Freund Marius oder Britta, welche bei der Autorin kurzerhand mal zu Bettina wechselt und dann wieder zu Britta – einfach alle, man möchte sie in der Geschichte nicht missen und schon gar nicht den blöden Polizisten Adrian, er zaubert doch immer wieder etwas Action hinein bei den Begegnungen.

Es gibt keinen einzigen Satz, bei dem man nicht lauthals losprusten möchte – es ist einfach überaus witzig und humorvoll geschrieben, so herrlich erfrischend für Zwischendurch. Die unterhaltsamen Situationen und auch die lustigen Dialoge, die ganzen Fettnäpfchen – es ist zum schreien komisch. Die Autorin hat hier einen eigenen Sinn für Humor, welchen sie gekonnt in die Geschichte einbringt und welchen dem Leser Lachtränen und Bauchmuskelkater bescheren.

Der Schreibstil ist angenehm und locker gehalten, ein nicht endender Lesefluss ist hier garantiert. Ein Kopfkino, welches sich direkt vor innerem Auge abspielt, ist zudem garantiert. Die Überschriften der einzelnen Kapitel bestehen aus Glückskeksweisheiten, die jedoch immer wieder zu passen scheinen. Vor allem diese mit den Kamelen – treffender kann es ja nicht sein! Oftmals erkennt man sich selbst in den peinlichen Situationen, die man selbst schon hatte oder bei anderen beobachtet hat. Man möchte hier öfters Lena zurufen, wie sie zu handeln haben sollte, muss aber mit Schmunzeln zusehen, wie sie in das nächste Fettnäpfchen trampelt und kann sich im Nachhinein nur lachend die Hände über den Kopf schlagen.

Liebe Emma, meines Erachtens hast du hier ein Wunderwerk an erstem Roman geschrieben – bitte mehr davon und schnell! =) Als selbsterkannter Tolpatsch und Chaot habe ich mich so oft wiedergesehen in diesem Roman und habe mich köstlich darüber amüsiert, wie es Lena ergeht und mit ihr gelacht, gefühlt und einfach alles. Für Zwischendurch ist das genau die richtige Lektüre, umso besser wenn man selbst nicht so perfekt ist und auch über Fettnäpfchen lachen kann!

5 von 5 Punkten

Luisa Buresch – Wenn die Liebe hinfällt posted by on 14. April 2014

Wo die Liebe hinfällt…heißt es ja normal. So sollte es auch sein, denn wie würden sich sonst die Leute verlieben? Auf Knopfdruck bestimmt nicht. Aber was, wenn die Liebe hinfällt, nachdem sie aufgebaut wurde und eigentlich perfekt ist? In ihrem Roman schildert Lisa Buresch die Begebenheit zwischen dem Traumpar Alia und Leander – scheinbar konnte ihre Liebe nichts erschüttern…

 
Autor: Luisa Buresch
Titel: Wenn die Liebe hinfällt
Genre: Roman
Verlag: KiWi
Erscheinungsdatum: 10.04.2014
Taschenbuch: 432 Seiten
Preis: 9,99 €

Alia und Leander gelten allgemein bekannt als das Traumpaar schlechthin. Mit ihrer Tochter Katie könnte es nicht eine schönere Liebe und Familie sein. Auch Alia glaubt wie alle ihre Freunde, dass es etwas Besonderes sei zwischen ihr und Leander. Als aber Leander den Satz bringt, den wir so oft hören oder mitbekommen was andere gesagt bekommen, nämlich „Ich hab da eine andere…“, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie merkt nun, wie verdammt weh Liebe tun kann, was sie so gar nicht für möglich gehalten hat. Als sie sich durch ihre Freundinnen und den neuen Nachbarn wieder halbwegs aufgerappelt hat nach diesem Absturz, steht Leander auf einmal wieder vor der Tür….

Man kann nicht anders und gleich Partei für Alia ergreifen. Sie ist so eine liebenswerte Person, die einen gleich einnimmt. Eigentlich glaubt sie nicht an die Liebe – sie sieht, wie ihre Freundin Majken sich ständig „verliebt“. Bei ihr waren es nur Beziehungen, in welchen keine Liebe vorhanden waren. Gefühle ja, aber diese entpuppten sich schlussendlich doch nicht als das, was eine gute Beziehung ausmacht. Da trifft es sie plötzlich bei Leander und alles wird anders.

Als Leserin muss ich sagen, dass ich mich in sehr vielen Punkten in Alia wiedererkannt habe. Ich denke, es geht hier vielen Mädels so. Das Abstand nehmen von der Liebe und dann der Schlag, wenn sie eintrifft. Die Kapitel sind so gewählt, dass man ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her pendelt. Es ist genau passend für diese Art Roman, man erfährt mehr über die Anfänge und auch gleichzeitig wie es weitergeht. Dennoch ist es ein Wechselbad der Gefühle – ein Augenblick alles wunderbar und toll und im anderen merkt man, wie es bergab geht.

Eigentlich ist Alia ja auch selbst dran schuld, dass ihr Leander entgleitet – hat sie sich doch zu einer Furie entwickelt, was man aber auch auf den Stress zurückschieben kann. Trotzdem müsste sie hier etwas Rücksicht auf Leander nehmen. Der jedoch nimmt das auch alles auf die leichte Schulter und spätestens da, als er gammlig zu einem Dinner mit ihr erschien, ist auch der Leser etwas wütend und auf Alias Seite. Was dann folgt, lässt die Tränchen kullern – Alias und auch des Lesers!

Der Schreibstil der Autorin ist so passend für den Roman, er dürfte gar nicht anders sein. Mitfühlend und fließend beschreibt sie den Werdegang dieser Liebe, den Untergang und den Anfang.

Ich weiß nicht, wie die Autorin es macht, aber sie schafft es, dass es den Leser direkt ins Herz trifft. Genau da, wo es auch Alia trifft, als es zu Ende ist. Spätestens an dieser Stelle ist der Damm gebrochen und man heult herzzerreissend mit ihr mit. Es ist nicht nur Leanders Schuld, dass es so kam, aber zu Alia hat man mehr Bezug. Was sie im Nachhinein noch alles über Leander erfährt und wie die Geschichte fortgeführt wird – es wühlt den Leser einfach nur auf.

Es ist so abstrus und doch so realitätsnah, es könnte direkt aus dem eigenen Leben sein. Die Autorin schafft es einzigartig, den Leser durch die Gefühle mitfühlen zu lassen – es ist fast so, als wäre man selbst beteiligt, ja sogar als wäre man die Hauptperson. Der eine oder andere wird mit dem Ende nicht zufrieden sein, ich persönlich fand es perfekt – der Leser wird noch zum Träumen angeregt!

Wer schon mal Liebeskummer hatte, wird hier nicht die Tränen zurückhalten können. Mädels (und Jungs), haltet schon einmal eure Taschentücher bereit und viel Zeit! Einer der Romane, die einen mitreissen und gefangen halten, die einen bis ins Herz treffen – volle Leseempfehlung von mir!

5 von 5 Punkten

Heike Abidi – Nachts sind alle Schafe schwarz posted by on 12. November 2013

Es gibt kein Mensch, der nicht Träume hat, die er gerne verwirklichen möchte. Genau – meistens bleibt es hier bei „möchte“. Seien wir doch mal ehrlich, wie viele Menschen gehen wirklich aufs Ganze und versuchen es zumindest? Die meisten denken hier, dass es eh nicht klappt und am Ende nach hinten los geht. Doch, was wäre wenn – diese Frage steht immer im Raum, sollte man es nicht versucht haben. Die drei Frauen in Heike Abidis neuem Roman „Nachts sind alle Schafe schwarz“ haben auch ihren Lebenstraum und sie träumen nicht nur davon, sie ziehen alle Register und versuchen diese wahr zu machen!

Autor: Heike Abidi
Titel: Nachts sind alle Schafe schwarz
Genre: Unterhaltung, Belletristik
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 01.10.2013
Taschenbuch: 336 Seiten
Preis: 8,99 €

Für die Erfüllung ihrer Träume fehlt Becky, Caro und Greta das nötige Kleingeld. Becky möchte ein eigenes Cafe, Caro möchte endlich ein Kind mit ihrem Mann und Greta möchte ihre Werke ausstellen und es sollte sie jemand beachte, es sollte ankommen und sie groß rauskommen damit. Aus einer Sektlaune heraus bei einem ihrer spektakulären Weiberabende kommen sie auf eine Idee und nehmen diese in Angriff – animalistische Balance! Damit, dass dies wirklich bei den Leuten ankommt, hat keiner gerechnet, doch scheint das Geschäft zu sprengen und die Leute wirklich zu erreichen!

Schon allein das pinke Cover zieht an – wenn man ein Fan der Farbe Pink ist (so wie ich), dann sowieso! Die Farben aus schwarz, pink und weiß sprechen direkt an und sind gleichzeitig dezent – es hat auf jeden Fall etwas. Schlägt man das Buch erst einmal auf und fängt an, so ist man sofort gefangen. Wer bereits ein Buch von Heike Abidi gelesen hat, weiß, was ich meine. Sie hat einen so unglaublich tollen Humor, der zieht den Leser direkt hinein und hat ihn gefangen. Man lächelt, schmunzelt und lacht sogar laut los.

Hier haben wir drei individuelle Charaktere, jede mit eigenem Witz und Sorgen angereichert. Man hat sogleich alle vor Augen, sie sind wirklich detailhaft gezeichnet. Es ist, als würde man mittendrin sitzen und mitdebattieren, wie das Geschäft auszusehen hat und wie der Hase läuft. Becky scheint von allen dreien die bodenständigste zu sein und diejenige, die die Ideen bringt. Man fühlt sich sofort wohl im Kreis der Freundinnen und kommt sich fast selbst als eine Freundin der Frauen vor.

Es kommt, wie es kommen muss – die drei trinken zuviel und aus den benebelten Gedanken entsteht eine Idee, die zu einer Tatsache heranreift! Man kennt es, erst ist da der Ansatz, dann die Idee und wenn man es wirklich in die Tat umsetzt, nimmt es Gestalt an. Doch was die drei aushecken, ist nicht mal weit hergeholt und sehr gut ausgedacht. Der Wortlaut, mit welchem sie das unter die Leute bringen, bringt den Leser zu lachen und es hat wirklich was – ich bin mir sicher, hier würden ganz, ganz viele drauf anspringen, allein schon, weil es witzig geschrieben ist und interessant anhört. Worte machen Leute! Man sieht, manchmal können „Schnapsideen“ richtig gut ausgehen – aber bleibt das auch bis zum bitteren Ende so? Einen Haken gibt es doch bei fast jeder Sache und bei einer, die ausgedacht wurde ohne die nötigen Kenntnisse doch sowieso!

Über jedem Abschnitt ist eine Überschrift – passend, lustig und einfach gut gewählt. Es ist sogar so, dass man es kaum zum nächsten Abschnitt abwarten kann, um zu sehen, was für ein Brüller die Überschrift wieder ist. Gut gewählt und zwischen den Zeilen gut ausgedrückt mit viel Witz.

Die Autorin hat sagenhafte Ausdrücke, die sie auf jeder Seite, in bald jedem Satz zur Geltung bringt. Man kann hier gar nicht anders als lesen, lesen und nochmals lesen. Der Schreibstil ist wirklich leicht gehalten und lässt einen so durchweg ohne Stolpersteine zu lesen. Trotz viel Missgeschicke, Witz und komischen Situationen ist hier doch alles logisch.

Von Seminaren, bei denen keiner eine Ahnung hat, die aber wirkungsvoll sind über mysteriöse Säuglingspuppen und Männer, die in das Leben der Frauen eintreten – ein Spaß der besonderen Art, eine Unterhaltung, wie sie besser nicht sein kann. Zu keiner Zeit wird einem langweilig beim Lesen – im Gegenteil: Man kann einfach nicht aufhören, weiterzulesen und die urwitzigen Situationen der Freundinnen zu verfolgen sowie ihrem Bangen nach Glück Hoffnung zu verleihen. Es tauchen Begriffe auf wie „Alptraumpaar“ (S. 110) und „Rache ist Bockwurst“ (S. 300), die einen einfach nur vor sich hinschmunzeln lassen. So humorvoll ist dieser ganze Roman verfasst, es wird also nie langweilig!

Der Wettlauf gegen die Zeit, der Weg zum Ziel endet für den Leser viel zu schnell – und doch hat man einige wirklich sehr gute Momente erlebt, in welchen man nur schwer wieder auftauchen konnte. Man möchte hoffen, dass es eine Fortsetzung gibt, wo der Roman doch abgeschlossen ist.

Ganz besonders hat mir ein Satz der Protagonistinnen gefallen, auf Seite 35:

„Steckt nicht in jeder von uns ein bisschen Reh und ein bisschen schwarzes Schaf? Auch Bambi muss mal die Sau rauslassen!“

Wie passend, auch in realen Lebenslagen und ja, das muss Bambi oder ander gesagt – wir – auch einmal tun!

Leute, greift zu – ihr bekommt mit diesem Roman eine einwandfreie Unterhaltung geliefert, die euch ein paar Stündchen versüßen und euch über vieles schmunzeln lässt.

5 von 5  Punkten

Michaela Grünig – Wie ich Brad Pitt entführte posted by on 8. Juni 2013

Was würden viele Frauen dafür geben, einmal Brad Pitt in ihrem Bett zu haben? Oder ein vergleichsweise schönen Kerl? Genau solch einen entführt die Protagonistin aus dem Roman „Wie ich Brad Pitt entführte“ von Michaela Grünig, natürlich nur zu Heilungszwecken!

Autor: Michaela Grünig
Titel: Wie ich Brad Pitt entführte
Genre: Unterhaltung
Verlag: Droemer-Knaur
Erscheinungsdatum: 03.06.2013
eBook: 300 Seiten
Preis: 4,99 €

Vicky Leenders, die naive und und verwöhnte Tochter eines einflussreichen Geschäftsmannes aus Köln sieht ihre Chance gekommen – sie verliebt sich in Tom Schneiders, einem Star am Himmel einer TV-Soap. Da sie oftmals nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann, entführt sie kurzerhand den TV-Star – natürlich nur um ihn von seinem vermeintlichen Alkoholproblem zu heilen. Sie möchte mit ihm einen Entzug durchmachen und schreibt über ihr Abenteuer mit der Brad-Pitt-Kopie in einem Blog.

Gleich zu Anfang wird man in das Leben der Protagonistin hineinkatapultiert und findet sich in lustigen Situationen gefangen. Mit lustigem Stil erzählt die Autorin das Leben der Protagonistin und dieses ist ziemlich chaotisch, hat diese doch eine etwas verrückte Sicht des Lebens.

Trotzdem schließt man diese etwas chaotische Person sogleich ins Herz und verfolgt aufmerksam ihre Strapazen, es entlockt einem wirklich sehr oft ein Schmunzeln – ich habe mich wirklich sehr oft dabei beobachtet wir mir ein „hihi“ laut herauskam beim Lesen.

Ob Polizei, die Protagonistin und ihre quirligen Freunde sowie der Journalist „Blitzi“, der eigentlich Hans-Jörg Borutta heißt – man hat sie irgendwie alle gern, denn die Autorin hat jede einzelne Person mit einer Prise Humor versehen, welches das Lesen sehr angenehm macht und einen nur umso schneller umblättern lässt, um zu erfahren, wo das alles noch hinführt. Es ist anfangs etwas verzwickt, die Fäden zueinander zu führen, aber nach und nach klärt sich alles.

Was es allerdings mit diesem verschwunden Frank, der Verlobte einer wohlhabenden älteren Dame, auf sich hat, kann man nur erahnen – vorerst. Man hat so gewisse Andeutungen, was dahintersteckt, aber verraten wird hierzu erst einmal nichts.

Die ganzen quirligen Charaktere wachsen einem ans Herz. Die Autorin hat hier besonders stark ausgeprägte Personen erschaffen, die bis zum Leser vordringen und Gestalt annehmen im ganz großen Kopfkino.

Es macht Spaß, die fast stalkerhaften Gedanken von Vicky zu verfolgen, wie es dazu kommt, dass sie an Tom kommt und ihn entführt. Der Gedanke im Kopf „Wann passiert es endlich?“ hört gar nicht mehr auf zu rotieren.

Das Buch erinnert irgendwie entfernt an Misery von Stephen King – nur sehr viel witziger geschrieben, aber nicht weniger spannend. Man hat die witzigen Situationen direkt vor Augen, es spielt sich ein eigenes Kino im Kopf ab, ein großes Kino.

Man ist hier gefangen, es geht gar nicht anders. Die Autorin hat mit ihren chaotischen Charakteren und der spannenden Handlung zwischen diesen eine ganz eigene Atmosphäre für den Leser geschaffen, welcher sich auf Höhenflügen und Tiefen der Protagonistin bewegt. Die Zeilen fliegen nur an einem vorbei, so dass man die Handlung schnell aufnehmen kann.

Das Ende kommt unverhofft und etwas anders als man denkt, aber hier wurde ein richtig guter Abschluss gewählt! Man kann nur hoffen, dass bald mehr von der Autorin kommt, denn diese versteht es sehr gut, den Leser durchweg amüsant zu unterhalten!

Für Zwischendurch ist es genau das richtige Buch, für eine gute Unterhaltung und sich zum fallen lassen geeignet – innerhalb Stunden hat man es durchgelesen und hat hierfür schöne Lesestunden beschert bekommen von der Autorin. Bitte mehr hiervon!

5 von 5 Punkten

[Hörbuch] Shelle Sumners – Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde posted by on 21. April 2013

Ein Jeder träumt vom Glück seines Lebens – ja, seiner Liebe des Lebens. Wieso rennen die meisten davor weg, wenn man doch davon träumt? Es könnte ja nicht schöner sein, als wenn alles klappt. Auch in der Geschichte von Shelle Sumners geht die Protagonistin Grace der Liebe aus dem Weg, sie möchte sie nicht wahr werden lassen. Vor was hat sie Angst?

Autor: Shelle Sumners
Titel: Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde
Genre: Unterhaltung
Verlag: Argon Hörbuch
Erscheinungsdatum: 21.02.2013
Hörbuch: 5 CDs, 6 Stunden, 10 Minuten
Preis: 19,95 €
bereitgestellt durch BdB

Grace hat einen sicheren Plan für ihr Leben. Doch dann lernt sie Tyler kennen – der nette Dogsitter von nebenan. Ab da ändert sich alles für sie – und für ihn! Er bringt alles durcheinander, schreibt umwerfend schöne Songs – über sie und für sie.

Grace ist einem gleich sympathisch, ist sie doch nicht so abartig anders als normale Mädchen. Auch Tyler begegnen wir gleich zu Anfang. Grace scheint ihn hier noch nicht so sehr zu mögen, er stellt sich etwas tolpatschig und schüchtern an. Durch einen Zufall lernen die zwei sich hier kennen, als sie auf dem Sprung ist.

Auch der Humor kommt in dieser Geschichte nicht zu kurz, sowie auch Charaktere, die man nicht mögen kann durch ihre komische Art. In der Geschichte geht es aber hauptsächlich um Grace und ihr Leben, die Begegnung mit Tyler und wie es um sie weitergeht. In dem Hörbuch zieht es den Leser sofort mit hinein, man vergisst alles rund herum und fühlt sich sogar, als wäre man Grace selber. Man kann sich richtig in sie hineindenken und ertappt sich dabei, wie man zeitweise nickt und ihr zustimmt.

Wie es der Zufall will, begegnen sich Grace und Tyler immer wieder. Es scheint ihr Schicksal zu sein, dass sie sich ständig über den Weg laufen – sie müssen einfach zusammengehören. Tyler kommt durch die Stimme der Sprecherin ziemlich jung herüber, jünger als er ist. Dies tut der Geschichte aber keinen Abbruch, man fiebert dem Augenblick entgegen, wann die zwei erkennen, dass sie zueinander gehören. Grace hat zwar schon einen Freund, fühlt sich aber zu Tyler sehr hingezogen. Der Leser kann es kaum abwarten, bis es zum große Crash kommt – denn irgendwann muss es ja einmal krachen, wenn sie schon vergeben ist und sich indessen in einen anderen verschaut.

Die Story um Grace entlockt dem Leser des Öfteren ein Lächeln, die lustigen Situationen zwischen Grace und Tyler, wie sie sich langsam näher kommen. Graces Freund Steven kann einem fast leid tun, wenn man merkt, dass sie sich entfremden und Grace Tyler näherkommt – die Geschichte die sich zwischen den beiden entwickelt ist aber zu schön, um sich dessen lange bewusst zu sein.

Eigentlich hat Grace ja alles mit Steven, dem erfolgreichen Patentanwalt. Wieso fühlt sie sich hier einem so unbedeutenden Musiker und Dogsitter wie Tyler hingezogen? Es ist fast wie die Lovestory schlechthin, man hat ständig einen Film vor Augen, es spielt sich alles sehr real im Kopf ab. Das Kopfkino ist hier echt die ganze Zeit in HD am Werk. Man versinkt richtig darin und merkt gar nicht, wie die Zeit rumgeht. Die Autorin hat mit dieser Geschichte eine wunderbare, liebevolle Protagonistin geschaffen, bei welcher man gar nicht anders kann, als sie zu mögen und sie liebend gern auf ihrem Weg zu begleiten. Es ist so wunderbar alltäglich und doch so anders, einfach wunderschön beschrieben von der Autorin. Die Worte und Handlungen hat sie hier mit sehr viel Bedacht ausgewählt und genau passend für diese Geschichte, sie dürften gar nicht anders sein.

Das Knistern zwischen den beiden ist fast greifbar, der Leser meint bald, es selbst zu fühlen. Die Sprecherin bringt die Spannung zwischen den beiden genau herüber – sie liest gefühlvoll und man merkt auch direkt, wer da gerade spricht. Sie hat eine angenehme Tonlage und eine gute Stimme für das Vorlesen. Mit der genau passenden Stimme geleitet sie den Leser durch die tolle Atmosphäre des Heranfühlens der beiden. Man fiebert nur gespannt darauf hin, wann es endlich zu einem ganz bestimmten Augenblick zwischen Grace und Tyler kommt. Sie sind immer kurz davor – doch Grace macht immer wieder einen Rückzieher, wäre hier doch nur nicht noch Steven.

Die Geschichte rund um die zwei ist zwar vorhersehbar, lädt den Leser aber zum Träumen ein und lässt ihn einige Stunden dahinschmelzen. Auch wenn man die beiden Charaktere einige Male heftig durchschütteln möchte und auch des Öfteren den Kopf über diese beiden schüttelt, hat man sie doch sehr ins Herz geschlossen und lacht und weint mit ihnen.

Eine durchaus gelungene Liebesgeschichte, die zum Träumen verleitet und noch lange einen Nachhall in den Gedanken hinterlässt – empfehlenswert für all diejenigen, die sich einmal in Ruhe dahintreiben lassen möchten, als Hörbuch von der gut betonten vorgelesenen Stimme der Sprecherin bildlich dargestellt! Ein absolutes Muss für liebesdürftige Leser/Hörer!

5 von 5 Punkten

Darren Shan – Die Toten, die ich rief posted by on 10. April 2013

Ist es nicht Horror, wenn man von seinen eigenen Geistern verfolgt wird? Was macht man da am besten? Richtig, man schreibt selber Horrorromane über Gespenster – so macht es zumindest der Protagonist aus der Feder des Autors Darren Shan.

Autor: Darren Shan
Titel: Die Toten, die ich rief
Originaltitel: Ladys of the Shades
Genre: Thriller, Horror
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 02.04.2013
Taschenbuch: 384 Seiten
Preis: 14,95 €

Ed Sieveking ist ein Horrorautor. Er selbst sieht Gespenster, seine eigenen Gespenster. Da sucht er in London Inspiration für seinen neuen Roman. Er begibt sich mit einem seiner treuesten Fans auf Geistersuche und wird fündig. Doch auch etwas anderes findet er: die schöne Andeanna. Sich in diese Frau zu verlieben, verheißt nichts gutes – denn sie ist die Frau des Türken Mikis Menderes, mit welchem nicht gut zu Kirschen essen ist. Ed und er kennen sich, sie sind sich keine Fremden….

Der Einstieg in das Buch beginnt mit einem Mord eines Auftragskillers. Es ist flüssig und spannend geschrieben und zieht den Leser sofort hinein. Hier lässt sich schon in etwa sagen, dass der Türke es auf Ed abgesehen hat, wenn auch nicht mit ganzer Sicherheit.

Ed ist eine schrullige Person, man kann ihn sich eigentlich nicht direkt vorstellen. Er scheint etwas zurückgezogen zu leben und hat nicht viel mit Personen zu tun. Eine etwas eigenartige Art hat er, freundet sich aber nichts desto trotz mit seinem größten Fan Joe an. Als er Andeanna trifft, kommt selbst hier ein Gefühl von Zuneigung hervor. Er ist eigentlich eher unsympathisch, dem Leser wird er aber trotzdem ans Herz wachsen, ein etwas abgedrehter Horrorautor.

Ab dem Zeitpunkt der Bootsparty nimmt die Geschichte noch an Fahrt auf und es macht Spaß, dem Geschehen zu folgen. Auch wenn die Geister, die wirklich real in diesem Buch herübergebracht werden, dem einen oder anderen Leser etwas Gänsehaut bescheren werden. Oft erinnert der Schreibstil an einen anderen Autor, so in etwa Richtung Richard Laymon oder auch Bentley Little. Es ist ein ziemlich gewagter Vergleich, aber es lässt sich nicht vermeiden.

Die Geschichte ist raffiniert aufgebaut – hat man den Protagonisten anfangs als eher unsympathische Person im Auge, so erwacht dessen Geist mitten im Lauf. Er entwickelt sich zu einer ganz anderen Person als gedacht, was den Leser überrascht aufhorchen lässt. Ab dieser Stelle ist die Leseflut eigentlich kaum zu bremsen, da man hier nicht mehr aufhören kann vor lauter Neugier, wie es wohl weitergeht. Es geht lang nicht mehr nur um die Geister, sie sind nur die Situation dessen, in welcher er sich nun befindet auf Grund der vorangegangenen Situation. Und dann geht es doch wieder um Geister – die Geschichte scheint etwas verwirrend zu werden.

Doch je verwirrender die Geschichte wird, umso spannender wird es für den Leser. Er hält die Luft an und liest und liest und kann gar nicht mehr aufhören. Hier möchte man einfach nur noch aufdecken, was Sache ist – man kommt beim besten Willen nicht dahinter, was nun wahr ist oder was nicht. Mit dieser Wendung hat der Autor den Leser am Wickel, die Spannung zieht sich hier ins Unermessliche und lässt einen gar nicht mehr los.

Bis man am Ende angelangt ist, kommt man gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Der Autor führt den Leser zig mal an der Nase herum, verwirrend und dann doch wieder klar und wieder umgekehrt. Hut ab, lieber Herr Autor! Ein so spannender Thriller ist mir lange nicht mehr in die Finger gekommen!

Liebe Fans des Thrillers – ein unbedingtes Muss! Anfangs ist es zwar noch schwach aufgebaut, steigert sich aber mehr und mehr und lässt einen nicht mehr los. Der Autor gibt Gas mit Zeile um Zeile, eine Empfehlung des Buches ist unüberwindlich!

5 von 5 Punkten

Heike Abidi – Wahrheit wird völlig überbewertet posted by on 23. Februar 2013

Jaja, die Frauen und ihre Problemzonen – nicht, dass die Männer die nicht auch hätten, sie machen sich nur weniger Gedanken drum und reden nicht drüber. Grundsätzlich denken mehr Frauen als Männer, sie hätten zuviel auf den Rippen und machen sich Sorgen. In Heike Abidis Roman „Wahrheit wird völlig überbewertet“ wird die Protagonistin durch ein Missverständnis sogar für schwanger gehalten…

Autor: Heike Abidi
Titel: Wahrheit wird völlig überbewertet
Verlag: Droemer-Knaur
Genre: Unterhaltung
Erscheinungsdatum: 01.02.2013
Seitenanzahl: 368
Format: Taschenbuch
Preis: 8,99 €

Friederike hat ein paar Kilos zuviel, was ja nicht so schlimm wäre. In einem Meeting aber wird sie doch tatsächlich gefragt, ob sie schwanger wäre. Anstatt dies abzustreiten, fällt ihre Antwort missverständlich aus und ihre Röllchen werden nun für eine heilige Brutstätte gehalten. Sie möchte das Missverständnis nur zu gerne aufklären, doch es ergibt sich einfach kein gescheiter Moment, in welchem sie das könnte und schon ergibt sich ein Lügengeflecht, aus dem nicht mehr gut herauszukommen ist…

Die Autorin führt den Leser direkt in Friederikes Leben ein, wie sie vor dem Spiegel steht und ihre Figur beobachtet. Natürlich ist sie zu dick – und natürlich finden sich wir Leser uns wieder in ihr! Die ersten Sätze entlocken dem Leser schon einige Lacher und man findet sich bald in jeder Situation wieder und fühlt direkt mit Friederike mit.

Obwohl Friederike anfangs nur am Meckern ist, ist sie einem sofort sympathisch, ist man ihr doch gar nicht so unähnlich in den Gedankengängen. Als sie sich in ihr Lügengeflecht verstrickt, fühlt man mit ihr, auch wenn man bestimmt anders gehandelt hätte.

Ihre beste Freundin Carla, die in Sydney sitzt, hält von dieser Lüge gar nichts und sagt ihr das auch. Friederike will davon aber nichts wissen, da sie auf Grund dessen befördert wurde in ihrem Job und das natürlich nicht aufgeben mag. Als Leser fragt man sich hier, wie das wohl enden wird? Das kann ja nur eine Katastrophe geben!

Die Namen der Tiere, der Papagei namens Barnabe und die Katze namens Gorbatschow, sind auch schon ein Brüller. Wer kennt schon einen Papagei, der bellt und meint er wäre ein Hund? Lustig, dass er gerade seine Sprache wieder findet, als die Katastrophe seinen Lauf nimmt.

Die Lacher sind auf jeden Fall vorprogrammiert – und das auf jeder Seite ein Dutzend Mal! Die Autorin hat hier eine so sympathische, verkorkste aber auch menschliche Person geschaffen, die man nur lieb haben kann. Die liebe Autorin hat einen ausgereiften Humor, den sie in das Buch einfließen lässt und den Leser so ständig zum Schmunzeln und Lachen bringt. Trotz, dass die Geschichte eigentlich irgendwann einen traurigen Lauf nimmt, da die Protagonistin sich so sehr in ihr Lügengebilde verrennt und mittlerweile auch ein Doppelleben führt, kann man nicht anders, als mit und über sie zu lachen, da diese einfach immer das Beste daraus macht und sie doch einfach immer ins nächste Fettnäpfchen schlittert. Wie es der Zufall will, haut sie immer noch einen drauf! Wenn man denkt, es geht nicht mehr – geht immer noch mehr!

Der leichte Schreibstil, die vielen witzigen Situationen, die liebenswürdie Protagonistin und ihr Umfeld – es passt einfach alles so perfekt zusammen, dass das Buch ein richtiges Highlight ist und man im Prinzip fast traurig ist wenn es endet. Man ist mit der Geschichte und den Personen so zusammengewachsen, man wollte überhaupt nicht mehr aufhören zu lesen und man merkte gar nicht, dass man am Ende angelangt ist. Es sind einige Tränchen geflossen, aber aus Traurigkeit? Nein! Durch Zurückhalten laut Lachens und Schmunzelns! Klar überlegt man sich zwischendurch, wie weit man wohl mit so etwas durchkommt und wie das wohl in der Realität wäre – aber uns liegt hier ein wunderbar, leichter mit nur so von Humor strotzender Roman vor, bei welchem man schon derartig gespannt ist, wie das wohl endet und man sich die eine oder andere Katastrophe ausmalt.

Ein bisschen Liebe, ein bisschen Katastrophe, ein bisschen Muttergefühle und Beruf unter einen Hut zu bringen, dazu noch andere weibliche Problemchen und das gut umgesetzt in lustige Situationen sowie fantasiereiche „Lösungen“ und liebenswerte Leute – alles gesalzen mit einer großen Sparte Humor – macht das Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis. Der Titel des Buches passt so gut zum Buch, da würde kein anderer passen!

Eine klare, eindeutige Leseempfehlung an die Leser, womöglich eher die Frauenfront, die mit einer riesigen Portion Humor umgehen kann, am besten selbst viel davon besitzt und viel Fantasie spielen lassen wollen! Die Autorin hat mit ihrem Werk eine super Unterhaltung geschaffen, wo wir doch hoffen wollen, dass es bitte, bitte bald Nachschub gibt! Bei mir wandert das Buch eindeutig in die Topliste der gelesenen Bücher!

5 von 5 Punkten

Samantha Young – Dublin Street – Gefährliche Sehnsucht posted by on 17. Februar 2013

Wir alle kennen die Frage des Vertrauens, es ist nicht leicht und irgendwie möchte man es ja doch zu Menschen aufbauen. Schwieriger wird es dann noch, wenn Liebe und Sex eine Rolle dabei spielen, was das Misstrauen hier nur noch mehr entfacht. Die Autorin Samantha Young beschreibt in ihrem Besteller „Dublin Street“ die besondere Zuneigung zweier Menschen und wie diese miteinander umgehen und mit der Situation fertig werden. Endlich wurde der Roman ins Deutsche übersetzt und ermöglicht den Lesern so ein prickelndes Abenteuer.

Autor: Samantha Young
Titel: Dublin Street – Gefährliche Sehnsucht
Originaltitel: On Dublin Street
Verlag: Ullstein
Genre: Unterhaltung/Belletristik/Liebesroman
Erscheinungsdatum: 15.02.2013
Seitenanzahl: 432
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 €

Jocelyn Butler, kurz Joss genannt, ist jung, sexy und hat ein Leben, das manch junge Menschen sich nur träumen können. Doch auch sie hat ihr Päckchen zu tragen, sie hat ihre Eltern und ihre Schwester durch einen Unfall verloren und schlägt sich nun allein durch ihr Leben in Schottland. Da sie niemandem mehr vertraut, ist es ihr nicht einfach, Zugang zu neuen Leuten zu finden. Da zieht sie als neue Mitbewohnerin bei Elli ein und lernt deren attraktiven Bruder Braden kennen. Kurz über lang fangen die beiden eine Affäre an – doch Braden möchte mehr von ihr, er will ihr Herz erobern. Kann sie nochmals jemand vertrauen und lässt sich darauf ein?

Sofort ist man im Lesefluss drin, wenn man die ersten Seiten schon aufschlägt und anfängt zu lesen. Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, die Übersetzung ins Deutsche wurde hier sehr gut ausgeführt. Man fühlt sich lebendig bei der Geschichte dabei, auch die Charaktere sind sehr bildhaft dargestellt. Zu der Protagonistin Joss bekommt man sofort einen Bezug und sie wird einem auch gleich sympathisch. Die prickelnden Szenen zwischen ihr und Braden lassen selbst dem Leser eine kleine Gänsehaut über den Arm jagen. Die Dialoge sind kurz und knackig – genau richtig, um die Szenen darstellerisch als Kino im Kopf durchgehen zu lassen. Man hat alles direkt vor Augen und denkt, man wäre als stiller Beobachter mitten im Geschehen. Auch wie Braden beschrieben wird, man kann nicht anders, als ihn einfach zu mögen.

Elli ist eine gute dargestellte Person in der Geschichte. Sie fügt zusammen, was zusammengehört und nimmt den Teil der ratgebenden Persönlichkeit in der Geschichte wahr. Wir selber erkennen uns bestimmt auch in vielen Situationen der Charaktere – es ist manchmal so alltäglich und dann doch wieder sehr aufschlussreich, was alles passieren kann.

Doch Braden und Joss sind hier die Hauptpersonen, insbesondere Joss. Eine von der Vergangenheit geprägte Person, die jedem mit Misstrauen begegnet und erst einmal alles abweist, was ihr in die Quere kommt – so auch Braden. Als die zwei sich in ein hemmungsloses Arrangement, das nur aus Sex und gesellschaftliche Abende besteht, stürzen, kann der Leser sich denken, dass das auf Dauer nicht gut geht. Ihre Gefühle und Gedanken sagen und schreien es die ganze Zeit und als Leser denkt man sich die ganze Zeit, wieso tun sie sich das an?

Man muss schon sagen, das Buch hat eine eigene richtige Spannung, hierzu bedarf es keinen Thrillermomenten. Jeder kennt die Situationen im Leben, in welchen er vor neuen Herausforderungen steht und sei es auch die Liebe, welche man nicht wahrhaben möchte oder bewusst verdrängt. Die Autorin hat mit ihrem Liebesroman ein Erlebnis des grandiosen Kopfkinos geschaffen für den Leser, man fiebert ständig mit, dass es hoffentlich gut ausgeht. Das Buch löst beim Leser viel Gefühl aus und so bleibt auch die eine oder andere Träne nicht aus, sowie ein Schmunzeln zwischendurch über die urkomischen Situationen zwischen den Charakteren.

Mehr will ich euch nicht verraten, das Buch hat es bei mir auf jeden Fall in die TOPS geschafft – so selten wie ich Liebesromane auch lese, dieser hat es mir besonders angetan!

Vorsicht Ladys – euch könnte heiß werden bei dem Buch, es strotzt nicht nur vor lauter Liebe, sondern auch sehr viel Erotik! Was mich aber nicht davon abbringt, es euch ans Herz zu legen, es zu lesen – genau das richtige für kalte Zeiten im kuschligen Bett!

5 von 5 Punkten