Geneva Lee – Secret Sins – Stärker als das Schicksal posted by on 18. Mai 2017

Jeder Mensch hat seine Geheimnisse, ob kleine oder große. Jeder Mensch hat aber auch das Bedürfnis nach Liebe, so gern man das auch unterdrücken mag. Auch Faith und Jude haben davon jede Menge und nähern sich nur langsam an…

Autor: Geneva Lee
Titel: Secret Sins – Stärker als das Schicksal
Genre: New Adult
Verlag: blanvalet
Erscheinungsdatum: 01.03.2017
eBook: 352 Seiten
Preis: 9,99 €

Faith Kane hat einen kleinen Sohn, der taub ist. Sich und ihn hält sie mit einem Job als Kellnerin über Wasser. Den Männern hat sie seit Jahren schon abgeschworen – bis sie Jude Mercer begegnet, magisch angezogen beim Treffen für Suchtkranke. Bereits hier ist Faith klar, mit so einem Mann kann es nicht gut gehen, auch wenn er noch so attraktiv und scheinbar nett ist – es bedeutet nichts als Ärger. Aber auch er hat Geheimnisse, genau wie sie…

Leute, ich kann nur sagen – mir gefällt diese Art von Buch. Ich habe die Passion Reihe von Geneva Lee angefangen und bin auch von dieser begeistert. Dennoch erkennt man am Schreibstil und überhaupt hier nicht, dass es sich um die gleiche Autorin handelt.

Es ist ein sehr ernstes New Adult Buch – es kommen alle möglichen tiefgründigen Themen vor, sei es Alkohol, Drogen oder Vergewaltigung, alles wird hier rangezogen. Man möchte meinen, in so einem Buch springt einem der Sex nur entgegen, es ist aber hier so, dass die tiefgründigeren Themen mehr hervorgehoben werden als das Prickelnde. Und dennoch ist man mittendrin, in der Geschichte, in welcher Faith und Jude sich zueinander hin entwickeln.

Die Charaktere hat sie schön herausgearbeitet und man kann sich auch direkt in sie hineindenken. Auf Faiths Geheimnis kommt man mit der Zeit, mir war irgendwann klar, was genau es ist, bevor sie es ausgesprochen hat. Seines allerdings hat mich dann doch etwas überrascht, denn so ganz habe ich damit nicht gerechnet. Die Kapitel sind gegliedert in Vergangenheit und Jetzt, aus allen möglichen Sichten. Man wird erst mit der Zeit schlauer, warum das so ist und was es alles damit auf sich hat.

Die Autorin schreibt, dass dies für sie ein persönlicher Roman ist, was es noch ansehnlicher macht, wie stark solch Probleme mit Alkohol und Drogen sein können und was sie verursachen können. Es veranschaulicht einem, was man dadurch alles verlieren kann und da ist Vertrauen nicht das Größte.

Ich war auf jeden Fall total gefesselt von der ganzen Story und konnte das Buch auch nicht weglegen, was heißt, dass ich es innerhalb zweier Tage durch hatte. Es musste eine Menge Schlaf dran glauben, weil ich unbedingt wissen wollte, was hier Sache ist. Der Schreibstil und die vielen Dialoge haben dazu beigetragen, dass der Lesefluss nicht abreisst. Es lässt den Anschein, als handele es sich hier um eine weitere Lovestory mit viel prickelndem Sex – doch hinter diesen Zeilen steckt so viel mehr, so viel mehr tiefgründigeres als nur Geplänkel. Durchaus ein gelungener Griff ins Regal!

5 von 5 Punkten

Jodi Picoult – Bis ans Ende der Geschichte posted by on 24. April 2017

Das Thema Holocaust ist einfach schrecklich, ob man es erlebt hat oder nicht, man mag es sich nicht vorstellen. Die bekannte Autorin greift das Thema auf in ihrer Geschichte rund um Sage Singer und Josef Weber.

Autor: Jodi Picoult
Titel: Bis ans Ende der Geschichte
Genre: Roman, Drama
Verlag: Penhaligon
Taschenbuch: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 22.08.16
Preis: 10,00 €

Sage ist eine junge Bäckerin, sie übt ihren Beruf mit Leidenschaft aufs. Sie lernt den überall beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennen. Doch trotz ihres großes Altersunterschiedes entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen – bis sie hinter sein Geheimnis kommt. Er bittet sie um einen großen Gefallen, welchen sie ihm eigentlich nicht erfüllen kann. Wenn sie es tut, hat das nicht nur moralische sondern auch gesetzliche Folgen. Sie steht vor einem Dilemma, denn wo sind die Grenzen zwischen Verbrechen, Vergehen, Gerechtigkeit, Vergebung oder Gnade?

Also gleich vorweg – das ist keine Lektüre für Zwischendurch. Sie geht unter die Haut und hinterlässt auch große Beklemmung. Wer hier dem Klappentext folgt, kann sich nicht ganz sicher sein, was einem erwartet. Es fehlt der entscheidende Hinweis, dass es eine Geschichte aus dem Holocaus ist. Eigentlich ist es eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Wir haben hier die junge Sage, eine Jüdin, die mit dem Judentum eigenlich gar nichts groß zu tun haben will. Sie schanzt sich von der Menschheit ab, indem sie nachts bäckt, wo sie niemandem über den Weg läuft. Das tut sie, weil eine Narbe ihr Gesicht verunziert und sie sich absolut hässlich fühlt und das niemandem antun möchte. Dennoch hat sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann, der sie scheinbar hübsch findet und sie auch liebt. Eigentlich ist sie bodenständig, intelligent und fest ins Leben integriert. In einer ihrer Schicht lernt sie Josef kennen, den alten pensionierten Lehrer. Sie trifft sich öfters mit ihm und auch bei ihm daheim zum Kaffee. So bittet er sie um einen Gefallen und erzählt ihr aus seiner Vergangenheit, wie er dem Reich gedient hat. Da erinnert sie sich, dass ihre Großmutter Opfer des Holocaust war, eine Überlebende hiervorn ist. Sie hört sich auch ihre Geschichte an, als diese sie erzählt.

Mich selbst hat etwas gestört, dass der Hinweis auf dem Klappentext fehlt, um was speziell es hier geht, nämlich dem Holocaust. Doch vielmehr geht es um die Schuldfrage, um die Vergebung und Gnade und was verzeihbar ist und was nicht, was ist gerechtfertigt? Die Geschichte ist ohne Frage schwer vedaulich, wenn man sich richtig hineinliest. Sie ist keine leichte Lektüre, zumal es drei verschiedene Geschichten in einem sind. Einmal das Heute, das Damals und dann wäre da noch die Geschichte der Oma, die diese geschrieben hat. Alles gehört natürlich zusammen und muss auch so sein, dennoch hinterlassen allesamt ein beklemmendes Gefühl, mir selbst ist hier und da ein Tränchen gerollt. Denn so traurig es auch ist, es ist noch trauriger, dass dies tatsächlich passiert ist.

Die Autorin schreibt wie immer flüssig, locker und man kann sich total mit der Protagonistin identifizieren. Sie hat hier ein schwieriges, moralisches Thema aufgegriffen. Man findet zwar leicht hinein, aber nur schwer wieder hinaus. Ich wusste jetzt lange nicht, wie oder was ich dazu schreiben soll, es hat mich doch sehr mitgenommen – denn die Geschichte ist auch ein Teil unserer Geschichte. Manchmal kam es mir auch in die Länge gezogen vor, so dass es den Lesefluss etwas gestoppt hat.

Empfehlen kann ich dieses Buch denen, die wissen worauf sie sich einlassen und nicht ganz so schwache Nerven in Hinsicht auf unsere Geschichte haben.

3 von 5 Punkten

M.G. Reyes – Little Secrets – Lügen unter Freunden posted by on 10. Januar 2017

Haben wir nicht alle schon einmal als Teenager von einem freien Leben geträumt? Von einer eigenen Wohnung und dass wir tun und lassen können, was wir wollen? Im Roman „Little Secrets“ können sechs Teenies genau das tun – sie wurden für mündig erklärt und leben nun am Strand in einer WG zusammen. Was bei ihnen alles passiert, erzählt uns die Verfasserin der Geschichte, M.G. Reyes.

Autor: M.G. Reyes
Titel: Little Secrets – Lügen unter Freunden
Genre: Jugendbuch
Verlag: HarperCollins
Taschenbuch: 304 Seiten
Erscheinungsdatum: 10.10.2016
Preis: 16,00 €

Es klingt wie ein großer Traum, der in Erfüllung geht. Sechs Teenies, darunter vier Mädchen und zwei Jungs, ziehen als WG in ein Haus am Venice Beach. Sie wurden für mündig erklärt und sind somit für sich selbst zuständig. Aber alle sechs haben ein dunkes Geheimnis, sogar Mord. Als eine brisante Lüge auffliegt, beginnt ein gefährliches Spiel.

Jeder der Charaktere hat ein dunkles Kapitel in seinem Leben und alle haben auch einen Grund, wieso sie alleine leben möchten, ohne ihre Eltern. Die Autorin hat die Charaktere jeder für sich detailgetreu gezeichnet, man kann sich also ziemlich schnell ein Bild von ihnen machen. Wobei bei jedem ein Geheimnis dahinter steckt, man fragt sich also doch, ob die Person so ist, wie sie sich gibt.
Gefallen könnte man daran finden, wie die Autorin den Ball hin und her wirft, wie jeder mal erzählt und wie die spannenden Gespräche zwischendurch für Furore sorgen. Man liest auch von geheimnisvollen Telefonaten von jemandem Aussenstehenden sowie jemandem aus der WG. Man fragt sich ständig, wer das wohl ist, kommt aber auch gleich darauf. Nur was hat diese Person zu verbergen, und vor allem alle anderen auch?
Die Sprache und auch der Stil sind einfach gehalten, so dass der Lesefluss eigentlich nie abbricht. Es ist ein Jugendbuch und so ist es auch gehalten. Aber auch etwas junggebliebene Erwachsene finden sich darin wieder und können sich im Gelesenen verlieren. Man kann so richtig abschalten und auch eine Zeit lang am Venice Beach verweilen, zusammen mit den verschiedenen Charakteren.
Von der Spannung, welche aufgebaut wird und den recht interessanten Dialogen zwischendurch von den Charakteren, erwartet man natürlich ein bombiges Ende. Ich persönlich war etwas enttäuscht vom Ende, das hätte man noch mehr ausbauen können und anders aussehen lassen können. Das kann aber auch nur eine persönliche Ansichtssache sein.
Empfehlenswert ist dieser Roman allemal an die jungen Leser, die gerne einmal in andere Lebensgeschichten und dunkle Geheimnisse abtauchen möchten, sowie an die junggebliebenen Leser, die nochmals in Teenieträume abtauchen möchten!
4 von 5 Punkten
Sarah Saxx – Zweimal mitten ins Herz posted by on 29. September 2016

Ja, die Liebe…überall und immer ist sie unterwegs und trifft so einigen. Doch kann sie halten und sich richtig entscheiden? Hazel hat auch so einiges zu überwinden und zu entscheiden, was die Liebe angeht. Sie wird auf eine harte Probe gestellt. Die Autorin hat mit der Liebe eine Reihe aus Greenwater Hill geschaffen, die man sich unbedingt mal näher anschauen sollte.

Autor: Sarah Saxx
Titel: Zweimal mitten ins Herz
Genre: Liebesroman
Erscheinungsdatum: 30.08.2016
Taschenbuch: 240 Seiten
Preis: 8,99 €

Hazel wird von ihrer großen Luca betrogen – sie waren nunmehr 5 Jahre zusammen. Es hilft ihr dabei auch nicht, dass er es aufrichtig bereut, sie braucht Abstand. Kurz entschlossen zieht sie nach Greenwater Hill und nimmt dort einen neuen Job als Masseurin an. Dort trifft sie den äußerst attraktiven Polizisten Dean, der ihr oft aus der Not hilft und vergisst somit zum ersten Mal ihren Trennungsschmerz. Gelingt es Dean ihr Herz für sich zu ergattern? Oder aber macht Luca das Rennen, der ebenso daran interessiert ist, um seine Liebe zu kämpfen?

Gerne lese ich zwischendurch Liebesromane, sie sind einfach gut zum Träumen und Abschalten. So auch dieser Roman der Autorin Sarah Saxx. Es ist der dritte Band aus einer Reihe, kann aber auch unabhängig voneinander gelesen werden.

Es ist fast so, als würde man Hazel ständig begleiten. Die Autorin hat sie detailgetreu gezeichnet und erreicht den Leser so direkt in seiner Fantasie damit. Hazel ist eine bodenständige, junge Frau. Sie handelt wie jeder normale Mensch handeln würde nach einem Seitensprung seitens des Partners – sie verlässt ihn und möchte neu anfangen. Doch Luca macht ihr es nicht leicht, da er nicht aufgibt und sich ständig bei ihr meldet. Aber auch Dean, den sie in Greenwater Hill kennengelernt hat, erreicht ihr Herz.

Es ist ein großes Hin und Her in diesem Roman, denn Hazel kann sich nicht genau entscheiden, in wen sie denn nun mehr verliebt ist. Vieles Handeln kann man selbst nicht genau deuten und gutheißen, aber so ist doch jeder verschieden, wäre ja dumm, wenn nicht. Trotzdem wächst Hazel dem Leser direkt ans Herz und man fühlt richtig mit ihr. Der Schreibstil, der hier locker und leicht daherfließt, unterstützt den Lesefluss nur umso mehr. Man kann sich richtig fallen lassen und der Dreiecksgeschichte um Luca, Dean und Hazel folgen.

Als Leser kristallisiert man natürlich einen Favoriten heraus und hofft, dass Hazel sich „richtig“ entscheidet. Nach gut 2/3 des Buches wird aber klar, für wen oder was sie sich entscheidet. Dann geht es nur noch um das wie – wie sie das ganze löst. Wie ein normaler Mensch macht auch Hazel genug Fehler – Nobody is perfect!

Etwas gestört hat mich allerdings, wie sie so leichtsinnig mit Gefühlen spielt, dabei aber selbst die große Verletzte gibt. Klar, nach einem Seitensprung ist man das ja auch, aber das gibt einem nicht den Freifahrtschein andere ebenso zu verletzen. Aber in solch einer Story geht dies nun mal nicht anders, denke ich – was auch gut so ist, denn so verflog die Spannung mit keiner Seite!

Für Liebesromanfangs ein guter Fang fürs Bücherregal – wunderbar zu lesen und zum Träumen. Die Bilder vor Augen beim Lesen könnten nicht realer erscheinen!

4 von 5 Punkten

Conor Creighton – Strange Love: Oder wie ich lernte, die Deutschen zu lieben posted by on 22. Juli 2016

Einfach aus seinem Land abhauen und woanders anfangen? Wer hat nicht schon davon geträumt, doch wer wagt es? Jack hat es gewagt und ist aus Irland nach Deutschland umgesiedelt. In seinem Buch (Jack ist Conor) beschreibt er seine witzigsten Begegnungen und wie er die Deutschen kennenlernte…

Autor: Conor Creighton
Titel: Strange Love: Oder wie ich lernte, die Deutschen zu lieben
Genre: Roman
Verlag: Ullstein
Broschiert: 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.05.2016
Preis: 14,99 €

Conor alias Jack verschlägt es nach Deutschland, genauer gesagt nach Berlin. Eigentlich wollte er ja nach Polen, aber mitten auf der Strecke versagt das Auto und so bleibt er in Deutschland. Eigentlich hat er nichts dabei, außer sich selbst und die Kleidung, die er trägt. Achja, den Satz „Ich möchte ein Eisbär sein im kalten Polar.“ Unterwegs trifft er auf amüsante Deutsche, aber auch viele Verrückte – darunter die unbezwingbare Steffi, in die er sich total verliebt.

Anfangs checkt man nicht, dass Jack eigentlich Conor ist. Wenn man die Autorenbeschreibung aber auf der letzten Seite gelesen hat, dann schon – denn Jack ist sein zweiter Name. Er beschreibt mit viel Humor, wem er alles begegnet ist und wie er sich in eine deutsche Verrückte verliebt. Sein Aufenthalt in Deutschland ist eine reine Wellenfahrt.
Seinen Werdegang in Berlin schreibt der Autor in einer flüssigen Sprache, man kommt gut mit und kann sich im Lesefluss treiben lassen. Es ist unterhaltsam und amüsant und auch sehr humorvoll gestaltet, wen er hier alles trifft und was ihm so widerfährt. Nur eines versteht wohl keiner – wie er an einer solchen wie Steffi festhalten kann. Aber wie sagt man so schön? Wo die Liebe doch hinfällt! Jeder ist einzigartig und individuell und auf jeden Topf passt ein Deckel!
Allerdings wird die Lektüre auch nicht viel spannender, es ist eben eine Erzählung aus dem Leben, witzig gestaltet zwar, aber nicht herausragend spannend.
Fazit für mich ist, dass es zwar sehr unterhaltsam war, aber mehr auch nicht. Für eine gute Unterhaltung zwischendurch ist es allemal geeignet und es ist interessant zu erfahren, wie ein Ire die Deutschen sieht, wobei er hier schon die krassen Exemplare getroffen haben mag!
3 von 5 Punkten
Sophie Kinsella – Schau mir in die Augen, Audrey posted by on 10. November 2015

Jeder hat sein Päckchen im Leben zu tragen, viel durchgemacht, was einen mehr oder weniger prägt und zu der Person macht, die man geworden ist. Auch Audrey geht es so – der Protagonistin im neuen Roman von Sophie Kinsella. Sie hat Schweres durchgemacht und hat nun noch psychische Spuren mitzutragen. Wie sie damit umgeht, erzählt sie dem Leser Schritt für Schritt.

Autor: Sophie Kinsella
Titel: Schau mir in die Augen, Audrey
Genre: Jugendroman
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 20.07.2015
eBook: 384 Seiten
Preis: 11,99 €

Eigentlich hat Audrey ein ganz normales Leben in einer durchgeknallten Familie. Ihr Bruder sitzt nur vor dem PC, die Mutter ist eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, aber der Mutter höriger Teddybär. Wenn hier das Wörtchen „eigentlich“ nicht wäre – denn Audrey hat eine Angststörung und versteckt sich hinter ihrer Sonnenbrille. Ja niemanden in die Augen schauen! Sie hat immer wieder Sitzungen bei ihrer Therapeutin, anders geht sie gar nicht aus dem Haus, da sie Angst hat. Die Therapeutin rät ihr, einen Dokufilm über ihr Leben zu drehen und auch Interviews mit den einzelnen Personen zu führen. In dieser Zeit kommt ihr der gute Freund Linus ihres Bruders immer mehr vor die Linse und es scheint sich hier etwas anzubahnen…

Bisher habe ich nur eines von Kinsellas Büchern gelesen, was einen ganz anderen Stil hat. Natürlich, denn das hier ist ein Jugendbuch – ihr erstes! Es fängt damit an, dass Audrey den Lesern erzählt, wie ihre Mum gerade verrückt wird, denn sie will den PC ihres Sohnes aus dem Fenster werfen. Dann folgt eine ellenlange Ausführung, wie es überhaupt dazu kam. Audrey ist wahrscheinlich jedem Leser sogleich sympathisch, komisch ist sie dennoch. Trotzdem ein starkes Mädchen, das sich gerne selbst heilen würde und wieder normal sein will. Man muss sie lieb haben sowie ihre ganze Familie, ein jeder hat hier einen an der Waffel – irgendwie! Aber auf eine liebenswürdige Weise. So ganz durchgeknallt finde ich diese aber nicht, ich kann mir denken, dass viele so drauf sind. Naja, Audrey hat ihr eigenes Päckchen zu schleppen, sie hat durch ein Ereignis an ihrer alten Schule ein psychisches Päckchen mitzutragen. Sie hat eine Angststörung und versteckt sich hinter ihrer Sonnenbrille, sie geht nicht raus und meidet alle Leute, da sie gleich eine Panikattacke bekommt. Ganz anders als der Freund Linus ihres Bruders auftaucht – er scheint etwas in ihr zu berühren, was andere noch nicht geschafft haben. Kann er sie heilen?

Was mich etwas gefuchts hat an dieser Story ist, dass niemals bekannt wird, was genau eigentlich Audrey widerfahren ist. Eigentlich hat es ja nichts mit der Geschichte an sich zu tun, aber es würde die Protagonistin authentischer werden lassen – und mehr Einblick in ihre Lage blicken lassen! Es wird immer nur angedeutet, man bekommt nur Häppchen, nur um dann doch wieder fallen gelassen zu werden diesbezüglich.

Der ganze Aufbau und der Sprachstil aber lassen einen überzeugen, dass die Geschichte wirklich lesenswert ist und für eine gute Unterhaltung zwischendurch sorgt. Man kann zwischenzeitlich abschalten und sich ganz Audrey hingeben, wie sie den Weg der Heilung meistert und wie sich die Geschichte zwischen ihr und Linus entwickelt. Trotzdem stand ihr Bruder Frank des Öfteren viel mehr im Vordergrund als sie, was hier eigentlich mehr Sinn machen würde. Es behindert den Lesefluss aber kaum, man verfolgt gerne das Geschehen in dieser Familie und rätselt mit, was wohl als nächstes lustiges passiert.

Das Ende ist ziemlich vorhersehbar, was dem Roman aber keinen Abbruch tut – hier geht es mehr um die Unterhaltung zwischendurch, als um die Spannung zum Ende hin! Also meiner Meinung nach kann Fr. Kinsella gut und gerne noch mehr Jugendbücher schreiben, auch wenn ich persönlich lieber ihre Chick-Lit-Romane lese =)

Empfehlenswert an die Jugend ist das Buch allemal, aber auch an die junggeblienen Erwachsenen, die gerne vom Alltag einfach mal abschalten möchten und in witzige Storys und Familiengeschichten hineingezogen werden möchten.

3 von 5 Punkten

Caroline L. Jensen – Die Teufel, die ich rief posted by on 26. Oktober 2015

Es gibt die Hölle und deren Teufeln, es gibt den Himmel und deren Himmel und natürlich Gott und den Teufel selbst. Echt jetzt? So etwas wissen wir wohl erst mit Sicherheit, wenn wir selber Bekanntschaft mit den Örtlichkeiten oder deren Bewohner machen – so wie der Protagonist aus dem Roman „Die Teufel, die ich rief“ und dessen Freunde und Familie, sowie viele andere auch.

Autor: Caroline L. Jensen
Titel: Die Teufel, die ich rief
Genre: Unterhaltung, Roman
Verlag: Droemer
Erscheinungsdatum: 01.07.2015
eBook: 336 Seiten
Preis: 4,99 €

Das Unvorstellbare ist passiert – Gott hat einen Burnout und vegetiert so vor sich hin im Himmel. Mittlerweile plant Beelzebub in der Hölle den Aufstad gegen Satan. Hierzu braucht er aber menschliche Hilfe, die er von Isaks kleiner Schwester Thea bekommen soll. Ihr kann nur noch einer helfen und das ist Isak höchstpersönlich, er ist aber schon fast zu spät, als er sieht, wie die Hölle seine kleine Schwester verschluckt. Die bevorstehende Apokalypse kann nur durch ihn aufgehalten werden – das erfährt er von einer sprechenden Ratte, die ihn von nun an begleitet. Er und sein Freund Rufus machen sich auf den Weg in die Hölle, um das Böse aufzuhalten…

Isak kann man eigentlich fast nur liebhaben, er ist ein netter Junge, der aber so ziemlich jedes Mädchen an sich reisst, dass er bekommen kann. Also ein Bad Boy, der ein weiches Herz hat? Scheinbar! Denn ihm liegt alles daran, seine Schwester zu retten. Dabei erfährt er noch, wer deren Vater ist und wer auch sein Vater ist und das ist wirklich überraschend, beiderseits. Es ist erstaunlich, wie er der Herr im Haus ist und sich um seine Schwester und auch um seine Mutter kümmern muss, die eine Zigarette nach der anderen anzündet und irgendwie verbittert ist. Das ändert sich aber schlagartig, als Theas Vater auf einmal auftaucht und seinen Platz scheinbar einnimmt. Doch hier tritt das unabänderliche Böse in Gang und nur Isak kann es aufhalten.

Die Autorin erzählt die Story mit viel Witz und makabren Humor. Durch den leichten Schreibstil lässt sie den Leser samt Isak und Rufus erst durch die Hölle und dann durch den Himmel wandern – man macht mit allen möglichen Wesen und Kreaturen Bekanntschaft. Es bereitet einem höllischen Spaß, die zwei und die Ratte zu begleiten. Wer jedoch eine zu starke Vorstellungskraft hat und etwas schwache Nerven, sollte entweder die Augen bei bestimmten Szenen zumachen oder aber lieber nicht zur Lektüre greifen, denn die Autorin hat ein paar „schmackhafte“ Szenen in ihrem Buch bereit.

Das kurzweilige Kopfkino ist höchst amüsant und man hat so ziemlich jede Person und Kreatur vor Augen, als wäre man selbst dabei. Dass man die Hitze in der Hölle nicht auch noch spürt, ist wohl alles. Mir persönlich hat es Amüsement bereitet, mit den Dämonen, Engeln und den Freunden eine Reise zu unternehmen und auch die apokalyptischen Reiter dürfen hier nicht fehlen. Die Dialoge waren genau richtig gewählt und auch die Handlungen, die die Freunde tätigen – es hätte nicht anders sein dürfen. Nur manchmal ging es etwas turbulent und naiv zu – da hätte man etwas ausschweifender werden können, was dem Lesegenuss aber keinen Abbruch tut.

Wer gerne einmal wieder herzlich durch eine Lektüre lache möchte, ist hier herzlich willkommen, dieser kleinen Abwechslung beizuwohnen. Streng Gläubige, die hier Blasphemie vermuten, sollten jedoch lieber Abstand nehmen, das könnte zu ungeahnten Wutanfällen führen, da die Autorin alle aufs Korn nimmt =)

4 von 5 Punkten

Cynthia Hand – Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks posted by on 7. Oktober 2015

Es ist immer hart mitzuerleben, wie jemand aus dem näheren Kreis der Familie stirbt – und erst recht, wenn dieser von eigener Hand starb. Was für Gründe muss jemand haben, um zu so einem Schritt zu kommen? Dieser endgültigen Frage geht auch die Protagonistin Alexis in Cynthia Hands neuem Roman nach.

Autor: Cynthia Hand
Titel: Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks
Genre: Jugendbuch, Drama
Verlag: Harper Collins
Erscheinungsdatum: 10.09.2015
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Preis: 16,90 €
bereitgestellt durch BdB

Am 20. Dezember bringt sich Alexis´Bruder Tyler selbst um. Ab diesem Zeitraum geht für Lexie alles bergab – sie hat ihren Bruder verloren, weiß nicht was ihn geplagt hat und gibt sich die Schuld daran. Denn Tyler hat ihr vor seinem Tod eine SMS geschickt und sie hat sie nicht beachtet. Hätte sie daran noch etwas ändern können? Vor diesem Schicksalsschlag hat Lexie ein wundervolles Leben geführt – einen tollen Freund, ihren Traum Mathematik  zu studieren – und mit Tylers Tod ändert sich die Gleichung, unwiderruflich. Lexie wird von dem Gedanken verfolgt, dass sie noch etwas hätte ändern können, hätte sie nur auf die SMS geachtet – daher versucht sie mehr, über Tylers Beweggründe herauszufinden.

Dem Buch haftet die ganze Zeit eine melancholische Schwere über – es frisst einen innerlich auf, wie sehr die Charaktere durch den Tod leiden, allen voran Lexie, da sie sich die Schuld daran gibt. Sie hatte eigenlich alles, einen super Freund, ihr Traum kann verwirklicht werden, Mathe zu studieren – und dann das. Es reisst sie aus dem Leben, den Boden unter den Füßen weg. Auch ihre Mutter ist nur noch eine Marionette ihrer selbst. Lexie geht zu einem Therapeuten, der ihr nahegelegt hat, Medikamente zu nehmen, was sie aber vehement abgelehnt hat. Daraufhin schlägt er ihr vor, ein Tagebuch zu schreiben, was sie auch tut. Hier erfährt sie mehr und mehr über die Hintergründe und scheint doch einiges mehr zu wissen, als sie ahnt. Auch als Leser kann man hier tiefer Einblick nehmen, oft zieht es einem echt das Herz zusammen.

Als Leser ist man natürlich genauso wie Lexie erpicht darauf, aus welchem Grund das Unglück geschah und man forscht mit ihr zusammen danach. Das bringt einen immer näher mit ihr und man kann sie sehr gut verstehen, ihre Handlungen, ihre Gedanken und einfach alles. Manchmal ist es so, als wäre man direkt bei ihr dabei.

Das Thema beschäftigt einen auch noch hintenach, eine leichte Lektüre für Zwischendurch ist dies keinesfalls – es regt zum Nachdenken an, wie man solche Signale erkennen kann und was einen Menschen so bewegt, dass er zu so einem fatalen Schritt fähig ist. Bestimmt hat jeder schon einmal gedacht, am liebsten würde er dem ein Ende setzen, es aber dann auch ernsthaft so zu meinen und auch tun? Das ist schon ein großer, großer Schritt und hinterlässt viele trauernde Menschen und Erinnerungen.

Ein gut gelungener Roman allemals, den man ohne schlechten Gewissen weiterempfehlen kann an die jüngeren und auch etwas älteren Leser unter uns, die nicht nur eine seichte Unterhaltung mit Lovestory bevorzugen, sondern gern auch einmal etwas Tiefgründiges lesen!

5 von 5 Punkten

 

Neil Gaiman – Der Ozean am Ende der Straße posted by on 7. September 2015

Eine Entführung in die magische Fantasiewelt – jedes Kind hatte eine, jedes Kind hatte einen Ort, an welchem es sich mit fabelhaften Kreaturen oder dergleichen getroffen hat und vieles erlebt hat. Auch der Protagonist in Gaimans Roman „Der Ozean am Ende der Straße“ hatte ein solches Erlebnis…

Autor: Neil Gaimann
Titel: Der Ozean am Ende der Straße
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: Eichborn
Erscheinungsdatum: 08.10.2014
Hardcover: 238 Seiten
Preis: 18,00 €

„Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen…“
Die Erzählweise des Autors packt den Leser sofort bei der Stange – man ist gefangen in der mystischen Welt, die der nun etwas ältere Protagonist erzählt. Er fährt in seine Heimat zurück wegen einer Beerdigung und erinnert sich zurück an die Zeit, als er hier mit 7 Jahren gelebt hat – und auch Lettie Hempstock, die Freundin mit ihrem Ententeich, welcher ein Ozean sei, wie sie behauptet.
Die Begegnung mit den Hempstock-Frauen ist einzigartig und man fühlt sich in Märchen versetzt, sobald sie anfangen zu erzählen. Sie sind die Weisheit an sich und die Beschützerinnen – sie meistern alles und bringen alles ins Lot, wie es sein soll. Lettie ist da auch keine Ausnahme – sie zeigt dem Protagonisten den Teich, ihren Ozean. Dort passieren die unglaublichsten Dinge und der Protagonist macht Bekanntschaft mit schönen Dingen, aber auch mit Monstern.
Der Schreibstil des Autors ist poetisch, idyllisch mit den Erinnerungen des Ich-Erzählers. Die Mystik sickert hier schön durch, hat der Autor doch schon immer eine Schwäche für solches und auch zu den Göttern, wie in anderen seiner Werke erkennbar. Die fantastischen Monster im Roman haben tatsächlich Ähnlichkeit mit den wahren Monstern des Lebens – sei es hier die Angst vor dem Alleinsein, des Erwachsenwerdens und das Drumherum eines Kindes. Geschickt verwebt der Autor diese Eigenschaften sowie auch die wichtigen Dinge wie Freundschaft und Vertrauen in einen Roman, der nur von fantastischen Elementen strotzt.
Als Leser lässt man sich gern in diese märchenhaft Welt zurückversetzen und lernt gemeinsam mit dem jungen Protagoisten die wahren Monster der Realität kennen – in seiner Denkweise noch in Form von fantasievollen Gestalten. Es wird ein Märchen erzählt, das leider wahr ist – nur in anderer Form. Es wird verschönt aufgetischt, so dass man neben dem Geschriebenen auch zwischen den Zeilen lesen muss, um alles wahrzunehmen.
Der Protagonist hat in jungen Jahren so wahrlich schon mit einigen Monstern zu kämpfen, die er aberz ohne Selbstmitleid und ohne Nörgeln anerkennt und etwas daraus macht. Er lernt schnell und kann sich selbst helfen und versucht auf seine ganz eigene Weise in der realen Welt zurechtzukommen. Begleitet man ihn so, fühlt man sich einerseits in eine märchenhafte, wenn auch etwas gespenstische Welt zurückversetzt, hat hier aber auch einen sehr mutigen, kleinen, jungen Mann an seiner Seite, den man nur bewundern kann.
Ein weiteres Meisterwerk des Autoren -welches keineswegs zu ignorieren ist. Als Gernleser des Autors und auch des Genres sollte man dieses Werk unbedingt in die Hände nehmen und eintauchen. Meinerseits gibt es hier eine uneingeschränkte Leseempfehlung, für mich ein Topbuch des Autors!
5 von 5 Punkten
Stephen King – Doctor Sleep posted by on 22. Juli 2015

Gibt es die Leute, die Sachen sehen, die andere nicht sehen? Selbst wenn – mal ehrlich, wer würde ihnen glauben? Auch dem Protagonisten in Kings Fortzsetzungsroman zu Shining hat das hellsichtige Sehen und er würde das unter keinen Umständen an die große Glocke hängen. Doch er ist nicht der Einzige und es beginnt eine Odyssee um mysteriöse Leute, Zustände und auch um das Leben eines Mädchens…

Autor: Stephen King
Titel: Doctor Sleep
Genre: Roman
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 28.10.2013
eBook: 503 Seiten
Preis: 9,99 €

Eine mörderische Sekte ist in Amerika unterwegs – diese haben es auf abgesehen, welche das „Shining“ haben. In der Fortzsetzung zu Shining spielt auch hier der kleine Danny, der nunmehr der erwachsene Dan Torrance ist, die Hauptrolle. Die Vergangenheit scheint ihn nicht loszulassen und so steckt er den Kopf in den Alkohol und versucht so zu vergessen. An einem Ort, Frazier, angekommen, schließt er sich der AA-Gruppe an und möchte Abschied zum Alkohol nehmen. Das Shining setzt er nun nur noch in seinem Beruf ein, er spendet in einem Hospiz Sterbenden Trost und hilft ihnen, den Übergang zu finden. Dort ist er bekannt unter Doctor Sleep. Während er sich hier ein normales Leben aufbaut, hat es die 12jährige Abra nicht leicht – auch sie „leidet“ unter Shining. Und sie sieht beunruhigende Dinge – die Sekte, die es auf Kinder abgesehen hat und deren Shining. Sie sehen unscheinbar aus und sind nicht als Monster zu erkennen, ernähren sich aber von Kindern. Nun sind sie hinter Abra her, da diese ein unscheinbar starkes Shining besitzt. Diese verbindet sich telepathisch mit Dan und die beiden machen sich daran, diese Sekte aufzuhalten…

Gleich vorneweg – ich habe Shining nicht gelesen, nur als Film gesehen und trotzdem kann man eigentlich nahtlos anknüpfen. Die Rezensionen zu diesem Buch haben ein weites Spektrum, die Meinungen sind grundverschieden und man merkt doch, wie sehr unterschiedlich die Geschmäcker und Wahrnehmungen jedes einzelnen Lesers sind.

Man merkt hier gleich, dass King versucht, so zu schreiben wie früher. Dennoch ist es doch etwas anderes, als einen frühen King in den Händen zu halten. Wie man ihn aber kennt, geht er genaustens auf die Charaktere ein und zeichnet dem Leser ein unfassbar klares Bild über diese und deren Umgebung. Es ist fast, als wäre man selber mitten dabei.

Angemerkt sei hierbei, dass die Spannung trotz fehlender Horrorelementen stark aufgebaut ist. King geht hier mehr auf die psychischen Elemente ein und wie er hier über den Alkoholismus schreibt, merkt man, dass er selbst damit Bekanntschaft gemacht hat. Viele scheinen ihn daher nun zu verurteilen, aber im Grunde sind Alkoholiker, die den Weg hieraus geschafft haben, sehr starke Menschen und wenn sie dies öffentlich zugeben, macht sie das nur noch stärker – aber genug abgeschweift! Es ist logisch, dass auch ein Schriftsteller irgendwann einmal evtl. einen anderen Stil wie seine früheren Werke entwickelt, da er ja auch mit der Zeit geht und sich selbst weiterentwickelt sowie seine Persönlichkeit.

King hat hier vor alle Dan sehr detailgetreu gezeichnet. Man liebt ihn, man hasst ihn in manchen Momenten, aber vor allem steht man durchgehend hinter ihm. Er ist ein ehrlicher, offener Mensch – nur zu sich selbst nicht so ganz! Als man aber auch noch Abra begegnet und wie die beiden sich verstehen, hat man hier ein Rad, das sich zu drehen versteht.

Irgendwie fand ich meines Erachtens die Sekte eher als nebensächlich, auch wenn es hauptsächlich um diese geht. Es ist wie im richtigen Leben, die bösen Dämonen verfolgen einen und man wird sie nur los, wenn man sich genau diesen stellt statt abzuhauen. Viel eingehender geht King in seinem Roman auf die zwischenmenschlichen Bürden und ihren Dämonen ein, wie sie damit umgehen und fertig werden. Der Schreibstil und die Spannung, die sich immer wieder zwischen den Dialogen aufbaut, haben mich als Leser gefesselt und mitgenommen. Auch nach Beenden des Buches konnte ich noch nicht ganz loslassen und hätte am liebsten noch weiter gelesen.

Auch wenn die Rezensionen hier weit auseinandergehen und viele bekunden, dass dies ein untypischer King sei und daher nicht ganz so lesenswert wie seine älteren Werke, kann ich die Fortsetzung von Shining bedenkenlos weiterempfehlen. Auch hinter diesem Werk steckt ein großartiger King, welcher sich einfach auch durch die Zeit weiterentwickelt hat – weiter so!

5 von 5 Punkten