Bücherparadies
Lesen gefährdet die Dummheit!
Es fängt alles an mit einem Brief. Ein Brief von Queenie an Harold – indem Sie ihm mitteilt, dass Sie an Krebs sterben wird. Eigentlich will Harold nur zum Briefkasten laufen, da wird es ein längerer Lauf draus, um nicht zu sagen, eine Pilgerreise. Harold legt über 1000 km zurück, um Queenie noch ein letztes Mal zu sehen und um Abschied von ihr zu nehmen. Er hofft, mit dieser Reise Queenie retten zu können und somit wird hier doch eine Pilgerreise daraus. Diese Reise beginnt er im Prinzip nicht nur für Queenie, sondern auch für sich selbst, seine Frau Maureen und seinen Sohn David.
Dieser Roman ist nicht nur über die wundersame Reise Harolds und seinen interessanten Begegnungen mit noch interessanteren Menschen. Sie lässt den Leser zwischen den Zeilen lesen, das Tiefgründige, Zwischenmenschliche erkennen. Mit ihrer wunderbaren Ausdrucksart versteht sie, den Leser richtig in die Geschichte einzuweben, das gleiche zu fühlen wie Harold. Das Buch geht viel tiefgründiger, als man anfangs denkt. Entpuppt es sich doch als wahres eigenes Gefühlsleben und lässt einen nur so versinken, auch in seinen eigenen Gedanken und Gefühlen. Es zeigt, wie verschieden doch jeder denkt und wie man einiges so grundverschieden als andere aufnimmt, wie Menschen aneinander vorbeireden, nur weil sie anderer Auffassung sind. Leider gehen so auch viele Beziehungen, Freundschaften und Bekanntschaften auseinander – indem man zu wenig redet und sich nicht versteht, da die falschen Worte ausgesprochen werden. Harold geht in diesem Buch nicht nur den Weg, um Queenie zu retten, er rettet sich auch selber. In seinen Erinnerungen findet er schöne, aber auch abstoßende Dinge – geht es uns nicht genauso, wenn wir auf unseren Wegen einmal einen richtigen Pfad einschlagen und noch einmals darüber nachdenken? Die Autorin beschreibt sehr emotional den Weg der Gedanken der Menschen, die Macht, die diese ausüben und was diese zerstören sowie neu gestalten können. Bei diesem Buch geht es nicht allein um die Geschichte, hier ist auch zwischen den Zeilen lesen eine große entscheidende Sache. Es geht hier um Liebe, Neuaufbau aus Zusammengefallenem, Gefühle, Freunde, Bekanntschaften, Emotionen, Gedanken und um so vieles mehr, was gar nicht in Worte zu fassen ist. Ein Zitat aus dem Buch, was bei mir Eindruck hinterlassen hat und hinter welchem ich auch stehe ist dieses:
“Wenn wir nicht offen sein können, dachte sie, wenn wir das Unbekannte nicht annehmen können, dann können wir wirklich alle Hoffnung fahren lassen.” (S. 374)
Das sagt genau das aus, was man vermeiden sollte – wenn man immer nur den gleichen Trott lebt, verwelkt man irgendwann, ohne zu wissen, was für Wunder einen noch erreichen können. Dieser Roman empfiehlt sich wirklich jedem Leser, der etwas mehr in sich hineingehen möchte und auch zwischen den Zeilen lesen kann, mehr wahrnehmen als nur die eigentliche geschrieben Geschichte darin.
Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich bei dem Fischer Verlag, der mir dieses Buch zugesandt hatte und mir hier ein aufschlussreiches, emotionales, wunderbares Abenteuer beschert hat. Wer hier nun an auch neugierig geworden ist und sich das Buch selber gerne zu Gemüte führen mag, kann dies auch hier direkt beim Verlag bestellen.
5 von 5 Punkten
Daniel ist endlich am Ziel seiner Träume – Aylin hat “Ja” gesagt, sie werden bald heiraten. Jetzt geht es erst richtig rund – denn er hat auf einmal bald 400 Familienmitglieder, die Sitzordnung für die Hochzeit muss zig mal geändert werden und alles scheint im Chaos zu enden. Er muss sich auf viele neue Sachen einlassen, Weihnachten feiern mit der türkischen und deutschen Familie, die Ausländerfeindlichkeit seiner eigenen Eltern und das Thema Sex darf natürlich nicht so offen beredet werden. Außerdem gibt es ständig Streitigkeiten in der türkischen Familie, so dass Daniel nicht mehr weiß, wo hinten noch vorne ist. Am Ende ist er sich nicht mal selbst sicher, ob er in eine türkische Familie einheiraten möchte…
Wow, der Autor hat es wirklich geschafft, dass ich das Buch mit einem Dauergrinsen gelesen habe. Er erzählt mit sehr viel Witz und Humor die Geschichte zwischen Aylin und Daniel und man kann sagen, dass vieles auch stimmt bei den Kulturen. Da der Autor selbst eine türkische Frau hat, wird das nicht von sehr weit kommen, dass er sich etwas auskennt. Auch die türkischen Sätze darin, sehr gut gewählt. Sprachlich ist das Buch ein Renner, der leichte Schreibstil macht es einem leicht, seitenweise zu lesen und nicht mehr aufzuhören. Vor allem will man auch wissen, wie sich das Chaos über die Seiten gestaltet. Die Personen hat man schnell liebgewonnen, die deutsche sowie auch die türkische Familie muss man einfach liebhaben, diese sind beide so urkomisch dargestellt. Der Autor hat wirklich gar nichts vergessen, die Redewendungen, die Reaktionen – es passt einfach alles! Leider habe ich den ersten Band nicht gelesen, ich hoffe aber, es kommt noch mehr!
5 von 5 Punkten
Vielen Dank an erster Stelle hier einmal an BloggdeinBuch und an den Verlag Fischer FJB, dass ich dieses tolle Buch über den jungen Sherlock Holmes als Rezensionsexemplar bekommen habe!

Der erst 14 Jahre junge Sherlock Holmes muss seine Ferien bei seinem Onkel Sherrinford und Tante Anna in Farnham verbringen. Er empfindet die Gegend als sehr öde und freut sich erst mal gar nicht auf seinen Ferienauftenhalt dort und würde am liebsten seinen Bruder bitten, ihn zu sich zu holen nach London. Doch dann ist er mitten in einem spannenden Fall, macht Bekanntschaft mit Matty und gemeinsam begeben sie sich mit dem “Lehrer” auf Abenteuerreise zur Aufdeckung des Falles, geschehen hier doch mysteriöse Dinge, in die ein gewisser Baron verwickelt ist…
Aus dem Schreibstil des Buches erkennt man ganz klar, dass es ein Jugendkrimi ist und auch einer, der wirklich gut umgesetzt wurde. Wie viele Geschichten gibt es jetzt schon über Sherlock Holmes? Wirklich so einige, aber kaum welche beschäftigen sich mit seiner Jugendzeit, wie er damals gelebt hat und wie er wurde, was er ist. Der Autor erzählt die Geschichte über den jungen Sherlock Holmes im 19. Jahrhundert und er hat dabei einen wirklich wundervollen Schreibstil, der den Leser mit hineinzieht und nicht mehr loslässt. Es sind sehr gute Ideen in diesem Buch vorhanden, wie dieser “Rauch”, was an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden kann, da sonst der Lesespaß vorbei ist. Der “Lehrer” Amyus Crowe, der Sherlock auf dem Anwesens seines Onkels betreut, stellt ihm einige knifflige Fragen, über die der Leser auch nachdenkt und auch hier zu logischen Schlüssen kommt. Trotzdem lässt der Autor an einigen Stellen Fragen offen, was aber bestimmt noch in den nächsten Teilen gelöst wird. Die Protagonisten sind sehr gut beschrieben, man hört sie fast reden bei ihren Dialogen und den Ton ihrer Stimmen. Hier muss ich jedoch einen kleinen Punkt abziehen, denn das Buch hat zwar Potenzial, den Leser in seinen Bann zu ziehen, jedoch fehlte mir hier irgendwie der Bezug zu den Protagonisten – ich war nicht mitten im Geschehen als wäre ich dabei, es war eher so wie ein von außen betrachtetes Schauspiel. Es war alles sehr glaubwürdig und spannend geschrieben, jedoch war die Beschreibung des Barones etwas weit hergeholt, nicht etwa wegen seines Aussehens, das mich an eine Ratte erinnerte – sondern eher, wie er sich bewegte. Das hat der Geschichte aber keinen großen Abbruch getan, im Großen und Ganzen ist dies ein sehr gelungener Jugendkrimi, mit Ausnahme der brutalen Stellen, die vielleicht etwas abgeschwächt sein sollten, wenn das Buch an Jugendliche ab 12 empfohlen wird. Mich hat das Buch auf jeden Fall überzeugt, sodass ich sehr gespannt auf weitere Fälle des jungen Sherlock Holmes bin und mir diese nicht entgehen lassen werde! Empfehlen würde ich dieses Buch an Jugendliche und an junggebliebene Erwachsene, die sich gerne einmal den früheren Sherlock Holmes zu Gemüte führen möchten und auch nicht allzu zart besaitete Nerven haben bei etwas brutaleren Stellen (welche hier nur wenige sind, aber diese haben es in sich).
4 von 5 Punkten
Seid auch ihr nun angefressen von den Fällen des Sherlock Holmes? Ein kleiner Klick >>hier<< und ihr dürft es auch euer eigen nennen und darin schmachten =)
Katinka und Dine sind Zwillingsschwestern – und sie hassen sich. Immer streiten sie herum und können überhaupt nicht miteinander. Da stirbt ihre Uroma Fanny und vererbt den zwei ein Hotel – der Haken: Sie müssen das heruntergekommene Hotel in 3 Monaten renoviert haben und innerhalb eines Jahres 3 Monate am Stück ausgebucht sein, damit sie ihr Erbe in Höhe von 1 Million für jede bekommen. Kaum angekommen in dem Nest, verlässt sie der Mut, denn hier kennt keiner moderne Zivilisation und so sind die zwei Schwestern abgeschnitten vom Rest der Welt und wehe sie bringen sich um…
Die Autorin hat mit diesem Roman ein sehr lustiges Werk geschaffen, das mich fast nach jeder Zeile zum Schmunzeln gebracht hat. Sie hat einen lockeren, leichten und lustigen Schreibstil und man findet die zwei Streithähne sofort sympathisch, jede für sich. Es ist interessant, was diese dort für Leute kennenlernen und was es für Sachen gibt, auf jeden Fall ein großer Unterhaltungswert. Das Buch lässt darauf schließen, dass es eventuell noch einen Folgeband geben könnte, wogegen ich auf jeden Fall nichts hätte!
5 von 5 Sternen
In dieser Erzählung des Autors Matthias Zipfel geht es um den Ich-Erzähler Tassilo und Holger und um ihre “Freundschaft”. Man merkt deutlich, dass diese Freundschaft nicht so freundschaftlich zugeht, wie es eine Freundschaft eigentlich sollte. Holger hat es immer besser und hat auch immer die besseren Ideen und hat auch alles, wozu das Leben glücklich zu sein scheint. Man könnte fast meinen, der Erzähler ist neidisch auf den Holger. Nun haben die zwei einen wie sie denken sehr tollen Coup gestartet, natürlich Holgers Idee – nur geht dies total nach hinten los.
Durch die Geschichte und die Empfindungen des Erzählers geht deutlich hervor, dass Holger kein guter Mensch ist , diese Sorte Mensch aber oftmals mehr Glück hat als die Guten. Dies ist ja auch wahrlich im echten Leben so – wenn man nur den anderen hinterher trampelt, kann das total nach hinten losgehen und man selber ist dann der Depp, obwohl man eigentlich gar nicht viel dazu beigetragen hat. Ich glaube, das wollte der Autor mit seiner Geschichte auch rüberbringen, dass man ruhig mal nach Eigeninitiative handeln soll und es nicht anderen gleichmachen soll, das Glück ist nicht immer gegenwärtig. Denn nicht alle bauen ihr Glück auf guten Taten auf, sie haben einfach nur mit ihren bösen Machenschaften so lang Glück bis es sie halt doch einmal verlässt. Diese Geschichte hat mich auf jeden Fall etwas zum Nachdenken gebracht über so manch einige Dinge.
5 von 5 Sternen
Vielen Dank an den Autor, dass ich diese Geschichte lesen durfte – mit seinem wunderbar tollen Schreibstil, den ich schon sehr mag nach seinem ersten Roman “KATZ oder Lügen haben schlanke Beine”
Markus ist ein Schnarcher, die Frauen flüchten noch bevor es hell wird vor dem Lärm. Das ist für ihn in Ordnung, bis er die tolle Lena kennenlernt, seine Nachbarin und neue Freundin. Nun muss er sich dem Problem des Schnarchens stellen, will er doch Lena nicht loswerden, sondern ganz für sich gewinnen und sie nicht vertreiben mit der Schnarcherei. Das ist der Beginn einer absurden Odyssee durch die Welt der HNO-Medizin – Markus versucht alles, um die nächtliche Ruhestörung in den Griff zu bekommen.
Mit viel Witz erzählt der Autor die Liebesgeschichte eines Schnarchers, dieser ist er zufällig selber. Ich fand es anfangs schon komisch, ein ganzes Buch nur über das Schnarchen zu lesen, ich war auch schon kurz davor, das Buch abzubrechen und einfach weglegen. Zum Glück war die Zugfahrt aber so langweilig, dass ich weitergelesen habe, sonst hätte ich echt witzige Passagen verpasst. Der Autor versteht es den Leser zum Schmunzeln zu bringen, wenn nicht sogar manchmal einen lauten Auflacher zu unterdrücken. Er zieht das Schnarchen zwar ins Witzige, aber so witzig ist das in dem Fall doch nicht ganz, ist es doch ein großer Störfaktor. Manchmal übertreibt Lena aber auch bei der ganzen Sache, aber ich denke, das müsste man selbst erlebt haben, um dies wirklich nachzufühlen. Den Spruch über dem Klappentext finde ich doch sehr passend: “Mit dem Schnarchen ist es so wie mit Haaren auf dem Rücken: Du weisst, sie sind da, aber sie fangen erst an zu stören, wenn dich jemand drauf aufmerksam macht. Und ohne fremde Hilfe wirst du sie auch nicht mehr los.”
5 von 5 Punkten
Sieben Schülerinnen teilen sich ein Geheimnis, das sich im Jahre 1974 ereignet hat. Jetzt nach 33 Jahren werden sie wieder daran erinnert, treffen sie sich wieder. Als hier auch ein etwas eigenartiger Todesfall geschieht, werden sie sofort wieder an die damaligen Geschehnisse erinnert. Was ist Wahrheit, was Lüge, was ist damals geschehen?
Die Autorin schildert diese Geschichte nicht nur aus einer Sicht, sondern wechselt immer wieder zwischen den verschiedenen Protagonisten. Hier hat sie diese sehr gut gezeichnet, sie werden in den Augen der Leser wirklich real und man kann sie sich bildlich vorstellen. Gut ist auch, dass sie immer zwischen dem Jahr 1974 und 2007 einen Zeitsprung macht, so lässt sich vieles besser erklären, Puzzleteile ergeben langsam einen Sinn. Und doch erfährt man erst viel, viel später was wirklich geschehen ist und man wird überrascht. Ein sehr gelungener Roman, der wohl nicht nur die Frauen ansprechen soll, aber dennoch eigentlich eher ein Frauenroman ist. Diesen kann ich nur jedem empfehlen, der sich gerne auf eine Reise in die Vergangenheit und Gegenwart der Freundinnen begeben mag, gefangen zwischen Geheimnissen und Erkenntnissen, die nicht nur die Protagonisten aufwühlen.
5 von 5 Punkten
Arno Katz hatte als Stuntman gearbeitet. Doch leider erleidet er einen Unfall dabei und vorbei ist die Karriere. Nun macht er eine Detektei auf und der erste Kunde bzw. Kundin lässt nicht lange auf sich warten: Eine 12-jährige, deren Hund “Gottfried” spurlos verschwunden ist, sie mag nicht daran glauben, dass er einfach auf und davon ist. Arno geht dem Fall erst skeptisch an und landet in deren reichen Elternhaus, wo vieles nicht so ist wie es scheint. Und genau dort findet er auch seinen ersten “richtigen” Auftrag. Der Vater des Mädchens, ein bekannter Schönheitschirurg, verdächtigt seine Frau fremdzugehen. Seine neue Angestellte Sonia, die wundersam sofort am erste Tag aufgetaucht ist, tut es ihm auch ganz schön an…
Ein schön erzählter, witziger Roman, der auch viel Spannung hat – genau richtig um in einem Rutsch durchzulesen, denn man kann gar nicht mehr aufhören. Der Autor hat mit diesem Roman einen richtigen gut durchdachten witzigen Krimi geschrieben, der sich als Pageturner entpuppt und einen gar nicht mehr loslässt. In die Hauptperson Arno Katz verliebt man sich sofort, ist er doch ein kleiner Tolpatsch, aber keineswegs ein dummer. Ihm passieren nur immer wieder Missgeschicke. Das ganze Buch durch begleitet man diesen auf seiner Ermittlung und lacht mit ihm, fühlt mit ihm und einfach alles. Bitte lieber Autor, mehr davon!
5 von 5 Punkten
Die 16 jährige Gemma wird von Ty entführt und das mitten auf einem Flughafen. Dieser hat sie schon ewig beobachtet und wollte nur sie. Wider Willen fängt Gemma an Ty zu mögen….
Das Buch ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da die Erzählerin die ganze Zeit mit “du” anfängt, also direkt den Entführer anspricht. Man gewöhnt sich aber schnell daran und dann ist man gefangen in Gemmas Welt und wie sie alles durchlebt. Man fühlt mit ihr und man bangt, dass sie einen Weg in die Freiheit findet. Und doch findet man genau wie sie, dass der Entführer auf einmal doch sympathisch wirkt. Da fragt man sich doch, wie sich das Ende wendet.
Das Buch ist an sich sehr gut geschrieben und empfehlenswert für Jugendliche, die etwas spannendes, jedoch nichts blutiges lesen möchten, doch das Ende fand ich nicht so gut, auch wenn es etwas hat.
4 von 5 Punkten







