Courtney Cole – Until we burn – Füreinander entflammt posted by on 24. April 2015

Manchmal wüssten wir gerne mehr über die Protagonisten des Romanes, welchen wir uns vornehmen zu lesen. Courtney Cole hat hier eine Kurzgeschichte zu Dominic Kinkaide geschrieben, dem Bad Boy aus „Before we fall – vollkommen verzaubert“.

Autor: Courtney Cole
Titel: Until we burn – Füreinander entflammt
Genre: Kurzroman
Verlag: Droemer-Knaur
Erscheinungsdatum: 15.10.2014
eBook: 80 Seiten
Preis: 2,99 €

Der 24-jährige Dominic Kinkaide hat alles, er ist Schauspieler, ist reich und die Frauen liegen im zu Füßen. In seinem Leben gibt es das Wörtchen „Nein“ nicht, er testet hier die Grenzen zwischen richtig und falsch und lebt sein düsteres Leben aus. Er will alles, nur keine Bindungen. Daher versucht er verzweifelt, im Verbotenen zu verschwinden und einen Ort zu finden, an dem er endlich etwas fühlt.

Die Kurzgeschichte rund um Dominic Kinkaide lässt schon einen ersten Eindruck auf den Protagonisten aus dem Folgeband zu. Er ist ein gebeutelter Mann, hat durch seine Vergangenheit viel verloren und schleppt sein Päckchen mit. Um hier alles zu verdrängen, stürzt er sich in sexuelle Eskapaden, denn er sieht gerne zu.

Die Autorin macht dem Leser den Mund schon wässrig auf den Folgeband mit diesem Kurzroman. Man kann gar nicht anders, als sich sofort im Anschluss den Folgeband zu schnappen und zu sehen, wie es mit Dominic weitergeht. Auch wenn er ein Bad Boy ist, so hat man ihn doch gleich ins Herz geschlossen. Man erkennt hier den weichen Kern hinter dem harten Kerl. Auch er hat seine Probleme, die er einfach zu verdrängen versucht durch seine glorreichen sexuellen Handlungen. Er lässt keinen an sich ran und schottet sich von allen Gefühlen ab. Was ihn hier interessanter macht – so hat man doch Lust, zu sehen, wie im Folgeband ein Mensch mit Gefühlen daraus wird, was höchstwahrscheinlich der Fall ist.

Für Fans von Courtney Cole ein Must-read. Der gewohnte Schreibstil und die knisternde Erotik machen auch diesen Kurzroman zu einem kurzweiligen Vergnügen!

5 von 5 Punkten

Carmen Rodrigues – Du bist das Gegenteil von allem posted by on 10. April 2015

Jugendliche bzw. Teenager haben immer ihre Probleme und sei es nur der erste Kuss, das erste Date etc. Doch es gibt auch Probleme, die greifen tiefer und lassen einen zu anderen Menschen werden. Die äußere Fassade ist nicht immer gleich das Innenleben jedes Menschen. Carmen Rodrigues behandelt ein sehr sensibles Thema, wenn sie über den Tod durch Tablettenüberdosis einer Jugendlichen schreibt. Sehr aufwühlend und gefühlsbedingt..

Autor: Carmen Rodrigues
Titel: Du bist das Gegenteil von allem
Genre: Unterhaltung, Roman
Verlag: cbt
eBook: 224 Seiten
Erscheinungsdatum: 30.03.2015
Preis: 13,99 €

Ellie ist sehr beliebt unter ihren Mitschülern und gleichaltrigen, doch hat sie etwas dunkles an sich, etwas umsorgt sie ständig, was sie äußerlich sehr bedeckt. Da stirbt sie an einer Überdosis Tabletten. Zurück bleiben ihr Bruder Jake, ihre beste Freundin Sarah und deren Schwester Jess. Die 16-jährige Ellie hatte unter ihrem Bett einen Schuhkarton mit vielen Zetteln, alles Hinweise auf ihre Geheimnisse. Jake, Sarah und Jess werden von Schmerz aufgefressen und auf der Suche nach dem Warum müssen sie sich nicht nur auf ihre Emotionen konzentrieren, sondern auch auf das, was Ellie so stark vor allen verborgen hat…

Man merkt gleich, dass dies keine Lektüre für leichte Stunden ist. Es geht hier um einen Tod einer Jugendlichen, wo gleich klar wird, dass dies nicht nur aus Versehen eine Überdosis war. Die Hinterbliebenen quälen sich mit Fragen, die sich uns wohl genauso stellen würden. Ein jeder geht damit für sich um – Sarah zieht sich völlig zurück und landet immer wieder in der Klinik, will sich keinem öffnen. Jake verzieht sich in einen anderen Staat, wo er eigentlich ursprünglich studieren wollte, es jedoch aufgibt und nur noch vor sich hinlebt. Jess zieht sich ebenfalls zurück, magert ab und ist traurig, versucht alles zu verstehen. Was sie genau mit Ellie zu tun hatte, wir jedoch erst später klarer. Für den Leser ist Ellie anfangs etwas unsympathisch, da sie bei jedem extra aneckt und nicht gerade sehr nett ist. Doch blickt man hinter die Fassade, sieht man ein gebrochenes Mädchen, dem etwas sehr Schlimmes zugestoßen sein muss und das alles nur ein Schutzpanzer vor allem ist.

Die Autorin spricht hier ein sehr heikles Thema an – ein Tod aus ungeahnter Ursache, vor den öffentlichen Augen verborgen. Kommt man doch darauf, wird es unter den Teppich gekehrt. Ich will hier nicht zuviel verraten, es ist aber dennoch sehr traurig, was Ellie widerfahren ist. Die kurzen Notizen von Ellie, was darauf schließen lässt, dass es sich um die Zettel aus ihrem Karton handelt, sind sehr aufwühlend und emotionsreich. Sie sagen nicht viel und doch alles.

Die Sprache und der Schreibstil ist für Jugendliche angepasst und doch eher etwas für ältere Leser. Man kann es nicht mit einem Thriller für starke Nerven vergleichen, aber man braucht trotz allem starke Nerven für diese Lektüre. Ich musste manchmal eine kurze Pause machen, um zu verschnaufen. Die Autorin geht hier nicht im Speziellen auf Ellies Tod ein, sondern eher um das Umgehen damit der Hinterbliebenen. Und doch steht im Vordergrund der Grund für Ellies Tod, wenn auch erst unterschwellig zwischen den Zeilen.

Es ist auf jeden Fall ein Roman, welcher einem länger im Gedächtnis bleibt und sehr zum Nachdenken anregt. Trotz des heiklen Themas ist es „schön“ zu lesen, aufwühlend und tiefgründig. Es sei den Lesern ans Herz gelegt, die auch einmal hinter die Welt des Friedens, Freude und Eierkuchens blicken möchten.

5 von 5 Punkten

Stephen King – Joyland posted by on 7. April 2015

Wir alle haben unsere Jugend und das Erwachsenwerden hinter uns – oder noch vor uns. Der Kampf um die Liebe, neuen Herausforderungen und wo man im Leben überhaupt steht, steht hier an erster Stelle. Auch der Protagonist in Kings Buch „Joyland“ hat hier mit so einigem zu kämpfen und muss sich fragen, ob es noch eine Schwelle in das Jenseits gibt…

Autor: Stephen King
Titel: Joyland
Genre: Roman
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 15.04.2014
eBook: 361 Seiten
Preis: 8,99 €

Devin Jones finanziert sich sein Studium mit einem Job im Freizeitpark „Joyland“. Er hat gerade eine Beziehung hinter sich und trauert dieser immernoch hinterher. Im Freizeitpark soll es spuken in der Geisterbahn, dem will er auch auf den Grund gehen. Auf seinen Wegen lernt er viele Leute kennen, unter anderem auch seine Nachbarn, Annie und ihren Sohn. Neben allen zwischenmenschlichen Begebenheiten, tritt er Nachforschungen zum Fall eines ermordeten Mädchens an, welches nun dort im Freizeitpark spuken soll und tritt somit eine Lawine los, welche ungeahnte Folgen hat…

Für einen eingefleischten King-Fan ist das Buch eher weniger ein Horror. Er begibt sich hier eher auf den psychischen „Horror“, welcher sich alltäglich im Kopf eines Heranwachsenden abspielt. Wir lernen Devin als ruhigen, recht bodenständigen Kerl kennen und haben ihn sofort gern. Man begleitet ihn durch den Freizeitpark und durch seine situationsbedingten Probleme. Man kann sich hier auch gleich mit anfreunden, denn haben wir nicht selbst die Wege der Liebe, des Verrates, vermeintliche Freundschaft und Erfolges hinter uns?

Es ist irgendwie kein typisches King-Buch, dennoch lässt es sich nicht verleugnen, dass man es auf Anhieb erkennt. Er geht hier eher auf die alltäglichen Dinge ein, statt die mystischen. Doch auch hier spielt sich nebenbei etwas mysteriöses ab, denn ein Geist soll in der Geisterbahn rumspuken, welcher ein Mädchen sein soll, das ermordet wurde. Klar, Devin versucht herauszufinden, was hier vorging, aber es bleibt irgendwie Nebensache.

Die ganze Geschichte ist eigentlich nichts besonderes, ist trotzdem spannend und reisst den Leser mit. Man erlebt das hier Gelesene gerne mit und möchte dabei sein, wenn Devin immer der Wahrheit näher rückt. Des Öfteren möchte man ihn auch auf etwas stoßen, aber bekanntlich ist das ja leider nicht möglich. Die Beschreibungen sowie der altbekannte King-Schreibstil lassen einen hier den Lesefluss genießen ohne zu unterbrechen. Das Buch schreibt das wahre Leben des Protagonisten, wie es einem im Leben passieren kann.

Die erste Liebe, der erste Job, die erste Krise – wer kennt es nicht? Eigentlich sind das die wahren Gruselelemente, nicht der Geist im Freizeitpark. Dieser ist nur ein Geist, welcher den Schuldigen nicht loslassen kann bis man ihm auf die Schliche kommt. Zwischen den Zeilen liest man doch so viel als das Geschriebene – so wie man es von King kennt!

Einfühlsam und sehr intensiv lässt uns King die Gedankengänge und Gefühle des Protagonisten nachempfinden, bis wir das Buch zu Ende gelesen haben und auf die Seite legen. Trotz, dass es kein gewohnter Horror ist, ist es ein gelungenes Buch und für jeden King-Fan unbedingt empfehlenswert. Ich für meinen Teil werde mir vornehmen, wieder öfters King zu lesen, was ich viel zu lange vernachlässigt habe!

4 von 5 Punkten

Emma Wagner – Liebe und andere Fettnäpfchen posted by on 16. März 2015

Wer kennt sie nicht – die hundsgemeinen Fettnäpfchen, in die wir immer wieder trampeln. Der eine mehr, der andere weniger und die Protagonistin in Emma Wagners Buch ständig! Kaum zu glauben, wie man kein Fettnäpfchen auslassen kann, aber Lena schafft dies andauernd.

Autor: Emma Wagner
Titel: Liebe und ander Fettnäpfchen
Genre: Unterhaltung
Erscheinungsdatum: 19.07.2014
eBook: 304 Seiten
Preis: 3,99 €

Lena studiert in Heidelberg. Hier findet sie jedoch leider nicht den Mann fürs Leben, sondern viele, viele Fettnäpfchen. Ständig läuft ihr der unsympathische Polizist Adrian über den Weg – erst bekommt sie ein Knöllchen für über die Ampel fahren, wo doch keiner auf der Kreuzung war nachts, dann wird ihr Fahrrad geklaut und überhaupt hat er einen überaus gutaussehenden Freund, für welchen Lena sich sehr interessiert. Der charmante Franzose Pierre scheint Lenas Traummann zu sein und sie setzt alles daran, um sich diesen zu angeln. Ihre Freundinnen entwickeln ihr einen Schlachtplan – wenn doch alles nur nach Plan laufen würde. Dass sie nebenher aber auch noch zu Amor mutiert und sich mit komischen Mitbewohnern und Co. herumschlagen muss, macht es auch nicht leichter. Als sie aber eine Liebeserklärung von falscher Seite erhält und eine Freundin sie um Hilfe bittet, ist das Chaos rund um sie perfekt…

Lena ist so ein quirliger, herzerfrischender Chaot und Tolpatsch, man kann sie nur lieb haben. Wenn es um Fettnäpfchen geht, ist sie hier die Expertin und kann ein Lied davon singen, wie man in ein solches trampelt. Aber nicht nur sie, auch ihre Freunde wachsen einem schnell ans Herz und sei es der nervige Polizist Adrian, welcher eigentlich gar nicht so nervt. Oder aber auch ihre verrückte Freundin mit den Birkenstocklatschen oder aber Leticia, die selbsternannte Friseuse. Auch ihr bester Freund Marius oder Britta, welche bei der Autorin kurzerhand mal zu Bettina wechselt und dann wieder zu Britta – einfach alle, man möchte sie in der Geschichte nicht missen und schon gar nicht den blöden Polizisten Adrian, er zaubert doch immer wieder etwas Action hinein bei den Begegnungen.

Es gibt keinen einzigen Satz, bei dem man nicht lauthals losprusten möchte – es ist einfach überaus witzig und humorvoll geschrieben, so herrlich erfrischend für Zwischendurch. Die unterhaltsamen Situationen und auch die lustigen Dialoge, die ganzen Fettnäpfchen – es ist zum schreien komisch. Die Autorin hat hier einen eigenen Sinn für Humor, welchen sie gekonnt in die Geschichte einbringt und welchen dem Leser Lachtränen und Bauchmuskelkater bescheren.

Der Schreibstil ist angenehm und locker gehalten, ein nicht endender Lesefluss ist hier garantiert. Ein Kopfkino, welches sich direkt vor innerem Auge abspielt, ist zudem garantiert. Die Überschriften der einzelnen Kapitel bestehen aus Glückskeksweisheiten, die jedoch immer wieder zu passen scheinen. Vor allem diese mit den Kamelen – treffender kann es ja nicht sein! Oftmals erkennt man sich selbst in den peinlichen Situationen, die man selbst schon hatte oder bei anderen beobachtet hat. Man möchte hier öfters Lena zurufen, wie sie zu handeln haben sollte, muss aber mit Schmunzeln zusehen, wie sie in das nächste Fettnäpfchen trampelt und kann sich im Nachhinein nur lachend die Hände über den Kopf schlagen.

Liebe Emma, meines Erachtens hast du hier ein Wunderwerk an erstem Roman geschrieben – bitte mehr davon und schnell! =) Als selbsterkannter Tolpatsch und Chaot habe ich mich so oft wiedergesehen in diesem Roman und habe mich köstlich darüber amüsiert, wie es Lena ergeht und mit ihr gelacht, gefühlt und einfach alles. Für Zwischendurch ist das genau die richtige Lektüre, umso besser wenn man selbst nicht so perfekt ist und auch über Fettnäpfchen lachen kann!

5 von 5 Punkten

Marc Levy – Bis ich dich wiedersehe posted by on 9. März 2015

Die Liebe kennt keine Grenzen…scheinbar nicht mal über die Jahrhunderte hinweg. Gibt es das wirklich? Dass wir immer wieder die gleichen Seelen suchen in anderen Leben? Marc Levy hat mit seinem Roman die Liebe zwischen den Jahrhunderten geschaffen und lässt die beiden sich immer wieder finden…

Autor: Marc Levy
Titel: Bis ich dich wiedersehe
Genre: Roman
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 21.07.2014
Taschenbuch: 288 Seiten
Preis: 8,99€

Als Jonathan, Kunstexperte, nach einem verschollenen Bild sucht, trifft er die charmante Galeristin Clara. Sie soll die Gemälde versteigern, er soll es bewerten etc. Unter diesen Bildern befindet sich auch das letzte und verschollene Gemälde des Malers Radskin. Jedoch bleibt Jonathan nur wenig Zeit für die Versteigerung, da er bald seine Hochzeit mit Anna feiert. Auf den ersten Blick allerdings wird Clara und Jonathan klar, dass sie sich nicht das erste Mal sehen, sondern sich schon einmal begegnet sein müssen. Aber wo war das und vor allem in welchem Leben?

Zuerst wird der Leser in Jonathans Leben eingeführt, mit dem chaotischen Freund Peter und seiner Verlobten Anna. Auch diese umhüllt irgendein Geheimnis, welchem man lange nicht auf die Spur kommt. Jonathan lebt ein Leben, das nicht geordneter sein kann – sieht man von seinen spontanen Reisen ab, die ihn in das Kunstleben entführen. Anna nimmt das scheinbar kommentarlos hin, ist jedoch immer wieder mal etwas sauer, dass er sie so hängen lässt.

Als Jonathan und Clara aufeinander treffen, merkt man gleich, dass hier eine gewisse Spannung entsteht. Die Funken sind durch die Zeilen hinweg bis zum Leser zu spüren und man fragt sich, wann es endlich so weit ist. Sie kommen sich zwar immer näher, nehmen aber doch gezwungenermaßen wieder Abstand. Sobald sie sich berühren, passiert etwas – sie sehen Dinge, die in der Vergangenheit passiert sein müssen. Haben sie schon einmal gelebt und miteinander gelebt?

Der Autor lässt sich mit der Geschichte im wahrsten Sinne Zeit, bis einmal etwas passiert. Der Lesefluss bricht zwar nicht ab, da die Dialoge und auch das Geschehen sehr interessant sind, es dauert aber einfach sehr lange, bis etwas Spannung in die Geschichte kommt. Etwas abstrakt und realitätsfern wird es ab der zweiten Hälfte, gibt dem Ganzen aber hier die Würze.

So ganz verbunden kam ich mir jedoch nicht vor bei dem Gelesenen. Es war, als würde man aus der Ferne eine Geschichte sehen, nicht als wäre man direkt dabei. Das Knistern zwischen den beiden war hier dann doch wieder näher und man fühlte sich direkt vor Ort. Als es aber immer abstrakter wurde, verfälscht es hier etwas das Bild und die ganzen Intrigen der Charaktere machen es auch nicht unbedingt besser.

Dennoch ist das Buch ein Lesevergnügen, das man sich zwischendurch genehmigen kann und einmal in die Welt der Kunst abtauchen lässt. Nebenbei erhält man noch etwas zum Nachdenken, ob es die Liebe tatsächlich über die Jahrhunderte hinweg schafft.

 3 von 5 Punkten

Olga A. Krouk – Ewiglich…Dornröschen? Kiss my ass! posted by on 25. Februar 2015

Schwanken wir nicht auch manchmal, ob es sich um Realität oder Traum handelt? Was, wenn die Realität mit dem Traum verschmilzt und die Fantasie überhand nimmt? Auch im Roman von Olga A. Krouk weiß die Protagonistin nicht mehr ein und aus, wo die Realität aufhört und der Traum anfängt oder anders herum.


Autor: Olga A. Krouk
Titel: Ewiglich…Dornröschen? Kiss my ass!
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Verlag: U-Line
Erscheinungsdatum: 24.11.2014
Taschenbuch: 176 Seiten
Preis: 9,95 €
bereitgestellt durch BdB

Ly, eigentlich Lyana, ist 16 und Gründerin einer Heavy-Metal-Band. Sie mag die Musik, viel Essen und ihr gechilltes Leben. Da findet sie sich auf einmal im Körper einer Prinzessin wieder in einer anderen Realität und soll plötzlich den Prinzen umgarnen. Wie ist sie nur da hineingeraten? Davon hat Ly allerdings keine Ahnung und hält mit ihrer rockigen, spritzigen Art das ganze Königreich auf Trab.

Man hat eigenlich keine Chance sich einen Überblick zu schaffen, findet man sich doch direkt in Lys wirren Gedanken, bevor man sie überhaupt kennenlernt. Als erstes erfährt man, wie sie als Prinzessin aufwacht und was ihr hier alles widerfährt. Nur nach und nach erfährt man auch, wie sie hierher gelang oder wie sie denkt, dass es geschehen sei. Das letzte Mal stand sie noch vorm Kühlschrank mit Müsli und Milch und schon findet sie sich als Prinzessin in einem verqueren Märchen wieder.

Der Schreibstil, der locker und leicht ist, sowie die spritzige und humorvolle Art der Autorin verleitet einen, einfach weiterzulesen und nicht mehr aufzuhören. Man kommt aus dem Schmunzeln eigentlich gar nicht mehr heraus. An der Sprache ist gleich zu merken, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, die Protagonistin selbst ist auch erst 15 Jahre alt. Es ist sehr hektisch geschrieben, so dass man kaum Lys Gedankengängen nachkommt, was der Geschichte aber einen Pluspunkt gibt, da man sich genauso verwirrt und vor den Kopf gestoßen fühlt wie Ly. In jedem Satz streut die Autorin eine Prise Humor, was das Lesevergnügen nur noch mehr ansteigen lässt.

Auch Lys Freunde und Familie scheinen in ihrem „Traum“ einen Auftritt zu haben, nur mit dem Unterschied, dass diese sie nicht als Ly kennen. Man fragt sich wie Ly, wie sie da gelandet ist und was echt ist und was nicht. Mittlerweile erfährt man auch, was mit ihrem Körper in der realen Welt geschehen ist und somit fragt man sich nur noch mehr, was da wohl gerade passiert.

Von der Prinzessin auf der Erbse zu Dornröschen bis zurück in die Gegenwart zu einem rockigen Girlie – die Autorin hat hier alles beigemischt und der Sprache einen leichten derben Humor verpasst. Mit dem Ende rechnet man nicht so ganz, als alles sich auflöst, dennoch ist es ein sehr gut gelungener Aha-Effekt und lässt den Leser zufrieden zurück.

Das Buch ist nicht nur eine spritzige Ausflugsreise in die Fantasie für die jüngeren Leser, sondern auch für diejenigen, die junggeblieben sind und sich gern einmal eine kurze Zeit von der Realität eine Auszeit nehmen möchten und sich in eine witzige Welt flüchten möchten. Wer von uns träumt nicht manchmal, eine Prinzessin zu sein und den Prinzen zu küssen?

5 von 5 Punkten

Tim O´Rourke – Ich sehe was, was niemand sieht posted by on 18. Februar 2015

Manchmal gibt es Sachen, die kann man sich nicht erklären. So wie die Protagonistin Charley Blitze sieht, in welchen sie die ermordeten Mädchen sieht und was ihnen zugestoßen ist. Doch wer glaubt so etwas schon, wenn er es nicht selbst erlebt?

Autor: Tim O`Rourke
Titel: Ich sehe was, was niemand sieht
Genre: Krimi, Jugendbuch
Verlag: Chickenhouse
Erscheinungsdatum: 26.02.2015
eBook:  368 Seiten
Preis: 10,99 €

Charley sieht Dinge, die niemand sonst sieht. Sie sieht Blitze, Schreie eines Mädchens, Rattern eines Zuges. Sie ist davon überzeugt, dass sie hier Verbrechen sieht, die gerade geschehen oder geschehen sind. Keiner außer dem Polizisten Tom glaubt ihr. Und während die Polizei noch im Dunkeln tappt und alles als Unfall abtun will, sieht sie das nächste Verbrechen in ihren Blitzen…

Der Autor lässt den Leser sofort mit Spannung beginnen. Man ist sofort in Charleys chaotischem Leben gefangen, bekommt mit, mit was sie zu kämpfen hat. Sie wurde des Öftere schon Opfer von Mobbing wegen ihren Blitzen, da es ihr einfach keiner glauben mag. Sogar ihr Vater hält dies für Hirngespinste. Nur ihre beste Freundin Natalie hat ihr geglaubt, doch diese wurde von einem Zug überfahren und ist nun tot.

Der Schreibstil und auch die leichte Rede lassen einen fließend lesen und kaum aufhören. Die Spannung zwischen den Zeilen vermag einen mitzureissen und nicht mehr loszulassen. Man ist oft mit Charley wütend auf ihren Vater, besonders als er ihr erzählt, wie ihre Mutter gestorben ist.

Charley begleiten einen Haufen Probleme, die man nicht so ohne weiteres beiseite legen kann. Dennoch ist sie eine sympathische junge Dame, die man in diesem Roman begleiten darf. Man erhofft sich fast, dass zwischen Tom und Charley neben den allen schrecklichen Tatsachen eine Lovestory beginnt. Sie fühlen sich beide sehr zueinander hingezogen, das merkt man sofort.

Ob es hier eine Fortsetzung gibt oder nicht, lässt der Autor offen. Das Ende ist in sich abgeschlossen, lässt aber trotzdem die Hoffnung da, dass es weitergehen könnte. Für einen spannenden Tag zwischendurch genau das richtige für die jungen Leser, aber auch für die junggebliebenen Krimileser!

5 von 5 Punkten

Hans-Jürgen Schlamp – Ciao Mayer posted by on 21. Januar 2015

Dass Journalisten öfter einmal ihre Nasen in Polizeiangelegenheiten stecken, bekommen wir oft in Romanen mit. Auch in Hans-Jürgen Schlamps Roman „Ciao Mayer“ muss dieser die Nase in solche Angelegenheiten stecken, um eine gute Story zu erhaschen. Ob er diese bekommt?

Autor: Hans-Jürgen Schlamp
Titel: Ciao Mayer
Genre: Krimi/Unterhaltung
eBook: 157 Seiten
Preis: 2,99 €

Der römische Massimo Mayer ist in Rom geboren, hat aber einen deutschen Vater, was ihm alle nachtragen und ihn „Deutschen“ schimpfen. Die Menschen aus diesem Lande sind alle pünktlich und fleißig, das weiß doch jeder Römer. Massimo soll für sein Zeitungsblatt Hintergründe eines Verbrechens ergründen. Ein Fußballer wurde von Kampfhunden zerfetzt und am Wegerand liegen gelassen. Nun ist Massimo an der Reihe – hat sich der Fußballprofi auf Wetten eingelassen, mit der Mafia oder war der Tod nur ein Zufall? Mayer trifft auf alle möglichen Menschen, auf Schläger auf Dealer und auf viele Informationen…

Der Autor entführt den Leser in eher eine leichte Lektüre des Krimis. Er spickt ihn mit viel Humor und trotzdem auch mit Spannung. Man fühlt sich sofort „italienisch“ und lächelt jedes Mal, wenn Massimo sich darüber aufregt, Deutscher genannt zu werden. Dieser ist etwas blauäugig und naiv, aber ein Mann mit einem großen Herz. Er ist etwas tramplig und tolpatschig, dennoch ein Mann, der seine Arbeit ernst nimmt. Sein Chef macht ihn zwar jedes Mal zur Schnecke, das macht Massimo aber nichts dergleichen aus, er macht einfach weiter.

Die Personen, die man im Verlauf der Geschichte zusammen mit Massimo trifft, haben viele Rätsel und man versucht mit ihm dahinter zu kommen. Es kommen wahrlich viele Charaktere vor, was aber nicht verwirrend ist, wie man nun meinen mag. Der Autor hat alles ganz gut getrennt und verwurstelt hier nichts. Was dennoch etwas auffällt, sind die langen, verschachtelten Sätze – es kommt vor, dass ein Satz eine ganze Kindle-Seite einnimmt und nur mit Kommas getrennt ist zwischendrin. Das hindert einem aber nicht viel am Lesevergnügen, auch wenn kürzere Sätze wünschenswert sind.

Für mich persönlich, war dies eine gelungene Abwechslung zwischen all den anderen Büchern, mich hat der Humor gut angesprochen und ich wäre am liebsten selbst in die Geschichte hineingeschlüpft. Wer eine Reise ins Rom unternehmen möchte und sich mit Massimo dem Journalismus hingeben möchte, ist hier herzlich willkommen!

3 von 5 Punkten

Kerstin Michelsen – Nora Morgenroth: Die Gabe posted by on 12. Januar 2015

Was würdest du tun, wenn du aufwachst und eine Gabe hättest? Eine Gabe, die dich die Toten hören lässt? Jeder normale Mensch würde wahrscheinlich denken, er sei verrückt und an sich zweifeln. In Kerstin Michelsens Roman „Nora Morgenroth: Die Gabe“ denkt die Protagonistin dies auch erst, ändert jedoch dann ihre Meinung hier gegenüber…

Autor: Kerstin Michelsen
Titel: Nora Morgenroth: Die Gabe
Genre: Fantasy, Krimi
eBook: 198 Seiten
Preis: 2,99 €

Nora Morgenroth hat mit ihrer Schwester und deren Mann einen Unfall auf einer Autobahn. Es war verschneit und ihre Schwester sah nicht gut deswegen. Im Krankenhaus wacht sie auf und kann sich so gut wie an nichts erinnern. Nur wird sie bald von komischen Träumen und auch von Stimmen von Toten heimgesucht, wie z.B. ihre Oma oder ihren Vater. In ihrer Wohnung erhält sie verstärkt Visionen und erfährt kurz darauf, dass hier eine junge Frau unter komischen Umständen ums Leben kam…

Eine wirklich gute Idee hat die Autorin hier mit dem Roman. Eine Gabe, welche die Toten hören lässt? Wie viele von uns haben sich hierüber schon einmal Gedanken gemacht.

Nora ist dem Leser eigentlich sofort sympathisch. Sie steht mit beiden Beinen fest im Leben und hat einen geregelten Lebensablauf. Die Gabe bringt diesen jedoch etwas aus der Bahn und sie sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber. So überkommt sie diese dann wenn sie nicht damit rechnet und lässt sie kraftlos zurück. Erst dachte sie, sie wäre noch geschwächt vom Unfall und es wären psychische Folgen, was der Arzt jedoch zurückweist.

Nach und nach findet sie sich damit ab, dass sie die Toten hören kann. Auch als sie verstärkt Visionen von Yasmine erhält, die vor ihr in der Wohnung gelebt hat. Diese kam unter komischen Umständen ums Leben, stürzte vom Balkon. Nora setzt alles daran, herauszufinden, was wirklich geschehen ist und Yasmine somit Ruhe zu geben. Hier setzt sie sich aber in ein Wespennest, da hier auch nicht gerade unbedeutende Persönlichkeiten mit im Spiel sind.

Etwas komisch war es, dass Franka ihr sofort alles geglaubt hat, als sie ihr davon erzählt hat. Normal zweifelt man doch erst einmal an so einer ausgefeilten Geschichte und denkt, dass derjenige vielleicht zuviel Fantasie hat. Ein bisschen mehr Skepsis würde hier schon nicht fehl am Platze sein.

Der leichte Einstieg sowie der lockere Schreibstil lassen einen durchweg lesen, jedoch fehlt meines Erachtens hier eine leichte Spannung. Nicht, dass hier gar keine wäre, sie wird aber auf einem Level gehalten und steigert sich nicht merklich viel. Das Ende ist auch etwas abrupt, aber dass es eine Fortsetzung hiervon gibt, vertröstet den Leser ungemein!

Was die Autorin hier liefert, ist ein Krimi mit übersinnlichen Elementen, welcher lesenswert ist und einen auch gut unterhält – wer diesen gelesen hat darf sich auf die Fortsetzung freuen!

3 von 5 Punkten

Samantha Young – Scotland Street – Sinnliches Versprechen posted by on 7. Januar 2015

Öfter haben Bad Boys eine große Rolle in Liebesromanen, doch bleiben sie solche? Auch Samantha Young hat in ihrem Roman „Scotland Street – Sinnliches Versprechen“ eine weitere atemberaubende Story hingelegt. Hier handelt es um den „Bad Boy“ Cole Walker und um Shannon McLeod. Finden sie zueinander? Lest selbst…

Autor: Samantha Young
Titel: Scotland Street – Sinnliches Versprechen
Genre: Liebesroman, New Adult
Verlag: Ullstein
Taschenbuch: 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 07.01.2015
Preis: 9,99 €

Als Shannon das erste Mal Cole Walker gegenübersteht, denkt sie sich, dass es nur Ärger mit diesem Mann gibt. Von Bad Boys hat sie wirklich genug und Cole sieht ihr derartig nach einem aus mit seinen tättowierten Armen, seinem selbstbewussten, arroganten Auftreten und superheißem Aussehen. Also geht sie ihm aus dem Weg und versucht ihr eigenes Ding zu machen – gar nicht so einfach, wenn er ihr Boss ist! Sie rechnet überhaupt nicht mit einem Mann, der es ernst mit ihr meint. Genau das vermeint Cole zu tun, aber er hasst es auch, wenn man ihm mit falschen Vorurteilen begegnet. Werden die zwei zueinander finden und über ihren Schweinehund springen?

Sofort ist man gebannt von der Geschichte. Man erfährt zuerst, wie die beiden sich schon in jungen Jahren das erste Mal begegnen. Doch hier geschieht leider noch nichts, Chance vertan. Jahre später treffen sie erneut aufeinander, als Shannon einen neuen Job in Edinburgh beginnt, in einem sehr bekannten Tattooladen. Hier arbeitet Cole als Tättowierer und ist sogleich noch ihr Chef. Das kann ja heiter werden, denkt sie sich und gibt sich kalt ihm gegenüber, da er alle Merkmale eines Bad Boys aufweist. Auch Cole ist von Shannon eigentlich angetan, zeigt ihr das auch direkt und prallt gegen eine Mauer.

Es ist für den Leser ein erquickliches Vergnügen mitzulesen, wie die beiden miteinander umgehen, sich annähern und doch wieder einen Rückzieher machen. Beide sind durch ihre Vergangenheit geprägt und doch ganz starke Persönlichkeiten, die natürlich auch viele Schwächen haben. Genau diese stehen ihnen mehr als im Weg und sie haben einen harten, langen Weg, um für ihre Liebe zu kämpfen.

Als es dann endlich so weit ist, kann man gar nicht mehr genug von den beiden bekommen und hofft, dass es nie zu Ende geht. Aber wie in jedem Liebesroman gibt es an jeder Stelle einen Haken – doch bleibt dieser bis zu Ende oder wird er gelöst?

Die Autorin hält den Leser auf jeden Fall bei Stange, sie hat eine ganze Menge Spannung in die Liebesgeschichte der beiden hineingestreut. Auch die super hitzigen, gut zu lesenden Dialoge der Charaktere lassen einen nicht los. Gerade Rae, die Freundin der beiden, hat es echt in sich. Die Powerfrau mischt alle auf und hält somit auch den Leser bei Laune.

Abschließend kann man hier nur sagen – liebe Liebenden, liest dieses Buch und auch die anderen der Autorin, sie hat es drauf und gibt dies auch in ihren Romanen wieder. Auf einmal aus der Realität gerissen, himmelhochjauchzend und seufzend fiebert man der Geschichte entgegen und kann gar nicht anders als sich ganz der Story hinzugeben!

5 von 5 Punkten