Gelesen im November 2011 posted by on 30. November 2011

Diesen Monat habe ich wohl etwas mehr geschafft. Das kann durchaus daran liegen, dass ich zwei Wochenenden daheim war und nun eine Woche Urlaub habe. Da lese ich natürlich bisschen mehr weg!

Lara Adrian – Gefangene des Blutes

Elia Barcelo – Töchter des Schweigens

Kelley Armstrong – Rückkehr der Wölfin

Elizabeth Chadwick – Die Rose von Windsor

Patrick Ness – Sieben Minuten nach Mitternacht

Charlaine Harris – Vampire bevorzugt

Charagh O´Brien – Die Stadt der verschwundenen Kinder

Am besten hat mir diesen Monat wohl „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ gefallen, dieses Buch hat mich wirklich total gefangen gehalten. Das hatte ich auch relativ schnell durch (1 1/2 Tage), aber auch die anderen waren super. Ich kann hiervon jetzt keins nennen, das total der Flop gewesen wäre. „Sieben Minuten nach Mitternacht“ fand ich auch sehr toll, das war zwar eher ein Horror für Jugendliche, aber hat sich ganz gut gelesen und die Zeichnungen darin waren auch schön anzusehen. Ich kann einfach nicht genug von Büchern bekommen, schlimm ist das! 🙂

Caragh O´Brien – Die Stadt der verschwundenen Kinder posted by on 29. November 2011

Jeden Monat werden die drei erstgeborenen Kinder jeder Hebamme zur Enklave gebracht. So lautet das Gesetz, doch was verbirgt sich dahinter, wieso wird das getan? Die junge Gaia wird frisch mit der Aufgabe einer Hebamme betraut, als ihre Eltern verhaftet werden. Sie begibt sich in die Enklave hinter die Mauern und versucht hinter all das Geheime zu kommen…
Wow, ein Roman über eine Dystopie, der zum Nachdenken anregt. Ist man einmal in dem Schreibfluss gefangen, kommt man schwerlich wieder raus. Die Autorin versteht es, den Leser mitzureissen, bringt diesem die Charaktere ganz nah und man kann sich auch sofort in sie hineinversetzen. Vor allem Gaia, mit der man das ganze Abenteuer durch mitliest. Der Roman spielt in ferner Zukunft, jedoch fühlt man sich doch weiter zurückversetzt wie man es jetzt ist. Vieles ist eigentlich recht unlogisch, aber wenn man mal genauer darüber nachdenkt, ergibt es doch irgendwo Sinn und es könnte einem sogar Angst machen. Das Ende ist gut aufgelöst worden, lässt aber doch noch einiges offen – was uns hoffentlich im zweiten Teil nicht unwissend zurücklässt! Diesen Roman kann ich nur allen empfehlen, die einen Fantasyroman mit nachdenklichem Hintergrund lesen möchten und total in die Geschichte eintauchen möchten.

5 von 5 Punkten

Diese Woche…….. posted by on 27. November 2011

…darf ich mich wieder beim Vorablesen-Team bedanken, da ich wieder ein Rezensionsexemplar bekommen habe. Eigentlich hat mir dieses so gar nicht wirklich zugesagt von der Leseprobe her, weil es etwas kompliziert geschrieben ist, nun bin ich aber dennoch sehr auf das Buch gespannt. Und zwar das hier:

Sandra Melli – Stern der Göttin:

„Nachdem das junge Katzenmädchen Laisa eines Tages im Wald einer wunderschönen goldäugigen Frau begegnet ist, findet sie sich auf einmal in einer anderen Welt wieder. Anders als in ihrer Heimat herrschen hier sechs Götter, die das Land fest unter sich aufgeteilt haben und jeweils von einer ihnen zugeordneten Farbe repräsentiert werden. Verwirrt von dieser Andersartigkeit, macht Laisa sich auf, die eigenartige Gegend zu erkunden. Doch dann erfährt sie, dass sie dazu auserwählt wurde, den »Stern der Göttin«, ein einzigartiges Juwel von unendlicher Kraft, vor einem schwarzen Magier zu retten. Laisa nimmt die Aufgabe an und stürzt sich unversehens in das größte Abenteuer ihres Lebens …“

Und dann hat meine Mutter mich auch noch geschickt zum Buch kaufen, da wir beide ja eine Mitgliedschaft gemacht haben und man jedes Vierteljahr ein Buch etc. kaufen soll. Da hat sie grad die richtige losgeschickt, ich konnte mich ewig nicht entscheiden, das ist immer das Gleiche mit mir in der Buchhandlung *lach* Naja, gekauft hab ich dann ein ewiges Wunschbuch, das hier:

Sebastian Fitzek – Der Augenjäger:

„Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er die kompliziertesten Operationen am menschlichen Auge durch. Nachts widmet er sich besonderen Patientinnen: Frauen, denen er im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Denn bevor er sie vergewaltigt, entfernt er ihnen sorgfältig die Augenlider. Bisher haben alle Opfer kurz danach Selbstmord begangen. Aus Mangel an Zeugen und Beweisen bittet die Polizei Alina Gregoriev um Mithilfe. Die blinde Physiotherapeutin, die seit dem Fall des Augensammlers als Medium gilt, soll Hinweise auf Sukers nächste „Patientin“ geben. Zögernd lässt sich Alina darauf ein – und wird von dieser Sekunde an in einen Strudel aus Wahn und Gewalt gerissen …“

Auf das hier bin ich gespannt wie ein gezogener Faden – auf das warte ich schon ewig, es in den Händen zu halten! Leider muss es noch etwas warten, bis ich es lese. Ich habe gerade etwas „Lesestau“. Das kommt davon, wenn man in zuvielen Lesekreisen sitzt und sich bei genug Wanderbüchern einträgt, den Hals einfach nicht voll bekommt 🙂

Freitagsfüller 25.11.2011 posted by on 25. November 2011

Und wieder ist eine Woche rum – und ich hab eine Woche Urlaub jetzt 🙂 Ich freue mich schon auf etwas mehr Schlaf, den brauche ich zur Zeit wirklich, da ich nicht gut schlafe in letzter Zeit. Das ist fast schon pervers, wie schnell die Zeit rumgeht, man mag es kaum glauben. Schwupps – und schon ist eine Woche wieder vorbei. Nun freuen wir uns  aber erst mal auf das Wochenende und schauen, was uns dieses so bringt! Hier mein Freitagsfüller:

1.  Ich könnte mal wieder etwas mehr Schlaf gebrauchen.

2.  Bei mir geht es immer drüber und drunter.

3.  Bloß nicht verzweifeln.

4. Nächstes Wochenende trifft man mich mit einem Becher Glühwein an auf dem Weihnachtsmarkt.

5.  An meiner Tür  ist nicht jeder willkommen 🙂

6. Nach dem Backen schlecke ich an den Fingerspitzen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine heiße Dusche und ein gutes Buch, morgen habe ich tanzen gehen geplant und Sonntag möchte ich mich vom feiern erholen!

Und das war es auch schon wieder für diesen Freitag. Den Freitagsfüller bekommt ihr bei Barbara.

Elia Barceló – Töchter des Schweigens posted by on 19. November 2011

Sieben Schülerinnen teilen sich ein Geheimnis, das sich im Jahre 1974 ereignet hat. Jetzt nach 33 Jahren werden sie wieder daran erinnert, treffen sie sich wieder. Als hier auch ein etwas eigenartiger Todesfall geschieht, werden sie sofort wieder an die damaligen Geschehnisse erinnert. Was ist Wahrheit, was Lüge, was ist damals geschehen?
Die Autorin schildert diese Geschichte nicht nur aus einer Sicht, sondern wechselt immer wieder zwischen den verschiedenen Protagonisten. Hier hat sie diese sehr gut gezeichnet, sie werden in den Augen der Leser wirklich real und man kann sie sich bildlich vorstellen. Gut ist auch, dass sie immer zwischen dem Jahr 1974 und 2007 einen Zeitsprung macht, so lässt sich vieles besser erklären, Puzzleteile ergeben langsam einen Sinn. Und doch erfährt man erst viel, viel später was wirklich geschehen ist und man wird überrascht. Ein sehr gelungener Roman, der wohl nicht nur die Frauen ansprechen soll, aber dennoch eigentlich eher ein Frauenroman ist. Diesen kann ich nur jedem empfehlen, der sich gerne auf eine Reise in die Vergangenheit und Gegenwart der Freundinnen begeben mag, gefangen zwischen Geheimnissen und Erkenntnissen, die nicht nur die Protagonisten aufwühlen.

5 von 5 Punkten

Elizabeth Chadwick – Die Rose von Windsor posted by on 19. November 2011

Roger Bigod kommt an den Hof des englischen Königs Henry II., im Jahre 1177. Dort trifft er die schöne Ida de Tosney, die jüngste Mätresse des Königs. Zu dieser fühlt er sich sofort hingezogen, sowie sie sich zu ihm. Erst können sie ihre Liebe nicht allgegenwärtig ausleben und zeigen, doch das Blatt wendet sich zum Guten für sie. Doch der Preis dafür ist hoch…
Das ist der erste historische Roman, der mich mehr als all die anderen in seinen Bann gezogen hat. In die Person Ida kann man sich sofort hineinfühlen und bangt mit ihr um ihr Leben und um ihr Umfeld, wie es hier weitergehen mag. Und auch ihre Liebe zu Roger ist sofort spürbar und man hofft nur das Gute. Roger selbst ist auch ein Mann, den man gern haben könnte, wäre er real und würde vor einem stehen. Doch auch hier hat der Roman manchmal seine Schwachstellen und schwächt in seiner Stärke ab, indem es manchmal etwas langweilig wird. Aber das tut dem Ganzen nichts ab und ich kann es nur jedem Historikfan empfehlen!

4 von 5 Punkten

Freitagsfüller 11.11.2011 posted by on 11. November 2011

Und wieder ist eine Woche wie im Fluge vorbei. Ich komme überhaupt nicht viel zum lesen, weil ich sonstiges vieles tue. Es war eine sehr gemischte Woche – heute der schlimmste Tag, ewiges Warten in der Autowerkstatt und dann auch noch soviel Kohle los *schluck* Da werde ich in nächster Zeit wohl etwas kürzer treten müssen, zum Glück habe ich die zwei Bücher schon bestellt gehabt! Sonst ist nichts großartiges passiert, außer dass es immer kälter wird und der Winter wohl mit großen Schritten anrückt – gefällt mir gar nicht! Aber ist das nicht genau die Zeit, um sich mit einem guten Buch im Bett zu verkrümeln?

1. Eine Menge gegessen habe ich in letzter Zeit .

2.  Ich bin kein großer Fan von Schokolade.

3. Die letzte SMS  ist noch ungelesen.

4.  Wenn das Auto wieder nicht mehr anspringen würde, wäre gerade mein schlimmster Albtraum.

5.  Wo sind denn  die ganzen Tage vor dem nächsten Lohn hin?

6. Eine gute Duftkerze ist berauschend für die Sinne.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine heiße Dusche, ein gutes Buch und viel Schlaf, morgen habe ich einen Friseurtermin und Besuch von meiner Freundin eingeplant und Sonntag möchte ich mich von dieser Woche erholen !

So das wars auch schon wieder, den Freitagsfüller bekommt ihr bei Barbara.

Und noch einmal… posted by on 10. November 2011

…gibt es zwei neue Errungenschaften in meinem Regal, die ich mir in den letzten Tagen bestellt habe. Das wären:

Rip Gerber – Killervirus   und

Thomas Finn – Weißer Schrecken

Auf beide bin ich schon sehr gespannt, hören diese sich doch sehr sehr gut an! Ihr dürft euch also schon bald auch auf diese Rezensionen freuen (bald kann auch in 2-3 Monaten heißen *hust*). Vor lauter Wanderbüchern weiß ich nämlich nicht, wann alles irgendwann dran kommt.

Neu, neu, neu – freu! posted by on 9. November 2011

Diese zwei Schätze sind in meinen Bestand gewandert, hierbei handelt es sich um:

Camilla Läckberg – Meerjungfrau

Iris Johansen – Pandoras Tochter

Hier einen großen Dank an Vorablesen, dass ich diese zwei Rezensionsexemplare lesen darf und diese auch bald nach dem Lesen rezensieren werde.  Mir kommt es vor, als hätte ich ewig keinen Krimi mehr gelesen, aber nun wird dies bald wieder der Fall sein, darauf freue ich mich schon!

Interview mit Matthias Zipfel posted by on 5. November 2011

So, es ist wieder so weit, ein neues Interview. Dem Autoren, dessen Leseexemplar von „KATZ oder Lügen haben schlanke Beine“ ich lesen durfte,  durfte ich ein paar Fragen stellen und bekam einige sehr interessante Antworten hierauf! Meine Rezension zu diesem überaus sehr lustigen, spannenden Buch findet ihr hier.  Matthias Zipfel, geboren 1959, ist seit 2010 freier Autor und lebt abwechselnd in Norddeutschland und auf Lanzarote. Mehr über ihn könnt ihr auch auf seiner Webseite erfahren. An dieser Stelle schon einmal einen riesengroßen Dank an Matthias, dass er mir meine neugierigen Fragen beantwortet hat! 🙂

Nun kommen wir zu dem spannenden Teil: Die Antworten auf die Fragen, die ich euch nicht vorenthalten will:

 

Wie kamst du auf die Idee mit dem Buch „KATZ oder Lügen haben schlanke Beine?“

 

Auf die Idee zum Roman kam ich beim Blick in die Zeitung und beim abendlichen Fernsehen: Arbeitslosigkeit, Finanzkrise, Bankenpleite, Euro und die gesamte EU am Abgrund, ein Krisengipfel nach dem anderen – miese Nachrichten, wohin man auch blickte. »Was würdest du in diesen Zeiten eigentlich selber gerne mal lesen?«, fragte ich mich. Die Antwort: etwas Lustiges, auf intelligente Art Unterhaltendes, etwas, wobei ich abschalten und den ganzen negativen Mist mal für eine Weile ausblenden kann. Da ich nichts in dieser Richtung finden konnte, was mich wirklich angesprochen hätte oder was ich noch nicht kannte, kam ich zu dem Schluss, dass ich dieses Buch wohl selber schreiben müsse. Und so entstand »KATZ oder Lügen haben schlanke Beine«.

 

Ist Arno jemandem in Wirklichkeit ähnlich oder rein erfunden?

 

Ich glaube nicht, dass es wirklich »rein erfundene« Personen oder Figuren gibt. In allem, was erfunden wird, steckt immer auch etwas, was vorher er- oder gelebt wurde. Das ist bei Arno Katz nicht anders. In Arno stecken Personen oder Fragmente von Personen, die ich irgendwann mal gesehen, erlebt oder getroffen habe. Und mit Sicherheit auch ein Stück von mir (welches? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe: das beste!). Andererseits macht Arno Katz Dinge und denkt auf eine Art und Weise, die ganz konträr zu mir ist. Dann lebt diese erfundene Figur ihr eigenes Leben und lässt sich von mir erstaunlich wenig Vorschriften machen. Aber genau das ist ja das wirklich spannende am Schreiben und am Erfinden von Figuren!

 

 Wenn du einmal anfängst zu schreiben, wie lange sitzt du dann an einem Stück daran?

 

Das ist ganz unterschiedlich. Leider fehlt mir die Fähigkeit, ein definiertes Tages-Schreibpensum akribisch-diszipliniert abzuarbeiten. Es gibt Schriftsteller, die das können und aus dem Schreiben fast so eine Art Büroalltag machen. Jeden Tag soundso viel Seiten oder Wörter. Irgendwie beneidenswert. Ich bin dazu leider zu chaotisch. Was den Output betrifft: An guten Tagen, wenn es so richtig läuft, schaffe ich ein erstaunliches Pensum. Wenn es nicht läuft, schaffe ich – nix.

 

Mein eigentliches Problem ist meistens, ins Schreiben »hineinzukommen«. Solange ich nicht drin bin, könnte ich jede Maus verklagen, die es wagt, zu laut aufzutreten. Da quäle ich mich dann schon ziemlich herum und versuche es erst mal mit Ablenkungsmanövern. Das heißt, mir fällt dann zum Beispiel plötzlich ein, dass ich vielleicht meine Schuhe putzen sollte, bevor es mit dem Schreiben losgeht. Oder dass der Müll herausgetragen werden müsste. Meine Frau lacht dann immer. Warum? Weil es mir sonst nie von alleine auffällt, dass der Müll herausgetragen werden müsste. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die Frauen von Schriftstellern (und die Männer von Schriftstellerinnen, denke ich) die wahren Helden sind, weil ihnen ein beträchtliches Maß an Toleranz, Verständnis und Einfühlungsvermögen abverlangt wird?

 

Wie durchlebst du deine Geschichte in dem Moment, in dem du sie schreibst?

 

Beim Schreiben meiner Geschichte bin ich komplett in meiner erfundenen Parallelwelt. Das Problem dabei: Nicht nur beim Schreiben, sondern auch in den Zeiten dazwischen. Manchmal fällt es mir richtig schwer, wieder in meine reale, die »richtige« Welt einzutauchen. Und ab und zu erwische ich mich dabei, wie ich mich in ganz realen Situationen frage, wie sich jetzt wohl Arno Katz verhalten würde/hätte. Das ist eine Situation, die anhält, bis das Buch komplett fertig ist. Das kann zuweilen auch etwas anstrengend sein. Natürlich auch für die Angehörigen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die Frauen von Schriftstellern …. ?

 

Hast du Lieblingsautoren? Liest du selber viel?

 

Es gibt eine ganze Reihe von Autoren, die ich sehr schätze, zum Teil sogar bewundere. John Irving zum Beispiel oder Jeffrey Eugenides, aber auch Paul Auster, Philip Roth, Richard Powers, Daniel Kehlmann, Mario Vargas Llosa, Gabriel Garcia Márquez (nur eine unvollständige Aufzählung der Autoren, die mir auf Anhieb einfallen). Und dann gibt es da noch die ganzen Klassiker wie Dostojewski, Kafka, Dickens, Flaubert, Hugo, und die vielleicht weniger bekannten, die sich aber (wieder zu) entdecken lohnen wie Friedrich Glauser oder Hugo Ball.

 

Es gab und gibt so viele tolle Autoren, dass es wirklich eine Freude ist, ihre Werke zu lesen. Was mich auf den zweiten Teil der Frage bringt: Klar lese ich viel! Oder ich versuche es zumindest. Ich denke nämlich, wer gut schreiben will, der sollte unbedingt viel lesen. Durch nichts kann man so viel über gutes Schreiben erfahren wie durchs Lesen!

 

Wie bist du denn auf das Schreiben gekommen und was hast du davor gemacht?

 

Fotografie oder Journalismus – diese beiden Sachen schwirrten nach der Schule in meinem Kopf als Berufswunsch herum. Deshalb habe ich zuerst in Köln Fotografie studiert, danach in einer Presseagentur in Hamburg als Bildjournalist gearbeitet, bin dann nach München gegangen und habe in einem Zeitschriftenverlag ein Volontariat als schreibender Journalist absolviert. Nach einer ganzen Reihe von Jahren in der Chefredaktion einer Publikumszeitschrift musste ich feststellen, dass mir der Beruf zu bürokratisch geworden war. Viel, viel Administration und nur noch zu wenig von dem, was mir an meinem Job eigentlich Spaß gemacht hatte. Deshalb beschloss ich, noch mal etwas ganz Anderes zu machen und mich dem Schreiben und Büchermachen zu widmen. Neben Auftragsarbeiten (Biografien, Firmenbiografien, die verschiedensten Bücher anderer Autoren zu den verschiedensten Anlässen) zuerst einen Krimi (unter Pseudonym) und dann »KATZ oder Lügen haben schlanke Beine«.

 

An welchem Ort schreibst du am liebsten, hörst du Musik dabei?

 

Der Ort, an dem ich schreibe, ist für mich eigentlich gar nicht so wichtig. Wenn ich im Schreibfluss drin bin, dann könnte man mich mitsamt Computer mitten auf der Startbahn West des Frankfurter Flughafens aussetzen. Würde mich gar nicht stören, wahrscheinlich würde ich es noch nicht mal bemerken. In diesen Momenten ist das Schreiben die schönste Tätigkeit, die man sich vorstellen kann. Aber es gibt natürlich auch die Tage, an denen es einfach nicht laufen will. Da könnte ich dann … ach, reden wir lieber nicht davon! Übrigens: Musik höre ich beim Schreiben nie.

 

Wolltest du schon immer Schriftsteller werden?

 

Um einen dieser beliebten Mythen gleich vorweg zu zerstören: Ich habe nicht schon als kleines Kind auf dem Töpfchen davon geträumt, später einmal Schriftsteller zu werden. Und es gibt auch keine Aufzeichnungen über mich aus dem Kindergarten, die beweisen, dass ich schon damals nichts lieber gemacht habe, als Geschichten zu erfinden. Fehlanzeige. Aber ich konnte es nicht abwarten, bis ich endlich lesen konnte, habe es deshalb auch in Rekordzeit gelernt, sämtliche Art von Büchern, die ich nur kriegen konnte, verschlungen und alle diejenigen bewundert, die diese tollen Bücher geschrieben haben. Wenn ich es mir recht überlege: Vielleicht wollte ich doch schon immer heimlich Schriftsteller werden? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.

 

 Liest du selbst auch E-Books oder nimmst du die Bücher doch lieber in die Hand?

 

Es gibt im Moment eine Diskussion über »eBooks – ja oder nein«, die ich, ehrlich gesagt, etwas abstrus finde. Ich bin viel unterwegs, und da sind eBooks für mich ein wahrer Segen. Ich kann ständig die Bücher, die mir etwas bedeuten, bei mir haben, und der kleine Reader wiegt trotzdem immer dasselbe. In Papierform müsste ich dazu ständig eine Schubkarre bei mir haben und für Übergepäck das Mehrfache des Flugpreises berappen. Außerdem ist das Lesen auf den gängigen eReadern wirklich angenehm. Anderseits bin ich mit Papier groß geworden. Ich liebe die Haptik und den Geruch von bedrucktem Papier! Deshalb versuche ich, beide »Welten« für mich zu nutzen: Ich vergrabe mich am Wochenende sehr gerne unter den bedruckten Papierbergen meiner Sonntagszeitung und informiere mich in der Woche durch das Angebot im Internet; ich ziehe mich gerne mit einem gedruckten Buch auf das gemütliche Sofa zurück und möchte trotzdem meinen eReader um nichts in der Welt missen. Ich finde es einfach toll, dass es beides gibt. Und außerdem: Ich habe noch von keinem Gesetz gehört, das das Lesen eines gedruckten Buches verbietet, sobald man sich einen eReader angeschafft hat. Und umgekehrt auch nicht.

 

 Wie kommen dir die Ideen zu deinen Büchern?

 

Da gibt es kein Muster: Beim Zeitunglesen, unter der Dusche, Sonntag nachmittags auf dem Sofa, beim Einkaufen, beim Warten, dass die Ampel endlich grün wird, im Café und – zum Leidwesen aller Beteiligten – manchmal mitten in der Nacht, wenn alle denken, ich würde schon längst schlafen.

 

Wie ist das Gefühl, wenn du das Buch zu Ende geschrieben hast?

 

Das ist eine seltsame Mischung aus Freude, Erleichterung, Stolz und einer gehörigen Prise Melancholie. Ich freue mich dann, das Projekt tatsächlich wie geplant zu Ende gebracht zu haben und bin gleichzeitig traurig darüber, meine Romanfiguren nicht mehr um mich zu haben. Auf der anderen Seite geht zu diesem Zeitpunkt die Arbeit eigentlich erst richtig los, denn als Autor, der keinen bekannten Namen und auch keinen bekannten Verlag im Rücken hat, muss ich jetzt die gesamte Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache erledigen. Und das ist eine Menge Holz. Ich bin überhaupt kein neidischer Mensch und ich beneide auch meine berühmten Kollegen, die von großen Verlagen vertreten werden, weder um ihren Erfolg noch um das Geld, das sie verdienen. Aber um eine Sache beneide ich sie doch, nämlich dass sie sich im Wesentlichen auf das konzentrieren können, was Autoren am liebsten tun: schreiben.

 

 Stehst du viel in Kontakt mit deinen Lesern?

 

So oft und so viel wie nur möglich. Ich freue mich über jede Resonanz und jeden Leserkontakt. Ich meine, die Leserinnen und Leser sind doch das Wichtigste, was ein Autor hat, oder? Von meinen Lesern erfahre ich, was sie mögen und was nicht, was funktioniert und was nicht. Die Leser investieren ihre Zeit und ihre Fantasie, wenn sie meine Texte lesen. Und da sollte ich nicht den Kontakt zu ihnen suchen? Wäre doch ein Wahnsinn! Ich bin fest überzeugt: Ein Schriftsteller, für den nicht seine Leser der absolute Mittelpunkt sind, wird über kurz oder lang seinen Erfolg verlieren. Oder gar nicht erst welchen haben.

 

 Bestimmt erwarten viele schon neuen Lesestoff nach Arno – ist da schon etwas geplant?

 

Arno Katz macht erst mal eine kleine, wohlverdiente Pause. Hat ja schließlich einen anstrengenden Job. Währenddessen arbeite ich an einer Reihe von Erzählungen. Diese Form reizt mich sehr, weil man eben nicht den Umfang eines Romans hat, um seine Geschichte »in Ruhe zu entwickeln und auszubreiten«, sondern doch alles sehr viel mehr auf den Punkt bringen muss. Finde ich sehr spannend! Natürlich wird der Leser – was den Schreibstil, die Figuren und den Humor anbelangt – auch in diesen Erzählungen einiges von dem wiederfinden, was ihm an »KATZ oder Lügen haben schlanke Beine« gut gefallen hat. Danach werde ich mich mit Arno zusammensetzen. Könnte mir vorstellen, dass er in der Zwischenzeit durchaus einige skurrile Fälle zu lösen hat. Und vielleicht engagiert er mich ja wieder, um diese Geschichten zu erzählen. Wer weiß!

 

 Wie würdest du dich selbst anderen gegenüber beschreiben?

 

Uff, das ist mir immer schon schwergefallen. Mich selber zu beschreiben, meine ich. Aber gut, versuchen wir‘s: Ich bin ein guter Beobachter, dem sofort die entscheidenden, typischen Eigenheiten einer Situation oder einer Person auffallen, ich kann diese Beobachtungen sehr gut in anderen Zusammenhängen wieder zusammensetzen und – was noch viel wichtiger ist – so pointiert und charakteristisch beschreiben, wie ich sie erlebt habe. Schon mal eine ganz gute Sache für einen Schriftsteller. Ich bin ziemlich harmoniebedürftig (was mich manchmal selber stört), dafür überhaupt nicht eitel, und nehme mich selber nicht so furchtbar wichtig. Und das ist für meine Arbeit sehr gut. Warum? Ganz einfach: Ich finde, wenn du ein (gutes) Buch liest, dann ist zwischen dir und dem Buch kein Platz für einen Dritten. Oder willst du da zwischen jeder zweiten Zeile den Autor rufen hören: »Schau mal, wie toll! Habe ich geschrieben! Genial was?« Wohl kaum! Deshalb finde ich es ganz gut, wenn der Autor sich selbst zurücknimmt. Schließlich geht es im Grunde nicht um ihn, sondern um seine Geschichte, oder?

 

 And the Last: Möchtest du noch etwas an uns treue Leser loswerden?

 

Ich finde, dass wir Leser (ich sage »wir«, weil ich ja auch einer bin) eigentlich sehr viel Einfluss haben, diesen aber viel zu defensiv ausüben. Ich finde die ganze Thematik »eBooks« – und damit die neuen Möglichkeiten für Autoren, auch ohne Verlag im Rücken ihre Arbeiten veröffentlichen zu können – ungeheuer faszinierend. Als Autor natürlich, aber eben auch als Leser, denn dabei gibt es viele interessante Texte und Talente zu entdecken! Natürlich auch viel Mist, zugegeben. Aber seien wir doch mal ganz ehrlich: Gibt es den nicht auch in den Bestsellerlisten? Deshalb hätte ich folgende Wünsche an alle anderen Leser: Nicht immer nur lesen, was irgendwelche Institutionen schon für gut befunden haben; nicht immer nur lesen, was geschäftstüchtige Verlage zu vermarkten wünschen; nicht immer nur die Bestsellerlisten herauf- und herunterlesen; nicht von vornherein ablehnen, was nicht in gedruckter Form, sondern als eBook daherkommt (zumal hier sowieso die Zukunft des Buches liegen wird); offen sein für Neues, das noch nicht den Erfolgsstempel trägt. Vielleicht vergeudet man als Leser dabei manchmal auch seine Zeit, kann sein. Aber am Ende wird selbst das mehr Gewinn als Verlust sein.