Gelesen im November 2012 posted by on 30. November 2012

Da heute der letzte ist und ich heute wohl kein Buch mehr beende, kommt nun schon meine Monatsstatistik. Ich bin ja echt gespannt wieviel ich das ganze Jahr über generell schaffe =) Hier die gelesenen Bücher im November:

Kristina Ohlsson – Tausendschön

Daphne Unruh – Himmelstiefe

Daniela Herbst – Tote Straßen

Katja Piel – The Hunter Staffel 1 (Episode 1-6)

Kai Mayer – Die fließende Königin

Brett McBean – Die Bestien

Wieder einmal ist das Genre hier bunt durcheinander gemischt. Ich kann gleich sagen, welches hier das beste war und welches das schlechteste Buch. „Himmelstiefe“ war wohl eines der schönsten, das hat mich wahrhaftig träumen lassen – wogegen „Die Bestien“ mich gar nicht mitreissen konnte. Außer sinnloses Gemetzel und eine Handlung, die einfach nur simpel gesagt widerwärtig ist und reduziert werden hätte können, war hier nichts großartiges. Schauen wir mal, ob der Dezember besseres bringt =)

Neues in letzter Zeit posted by on 24. November 2012

So, die letzten Tage gab es einmal „nur“ zwei neue Bücher. Mehr muss auch nicht sein grad, was? =) Irgendwie muss man ja noch nachkommen mit lesen, mit der tollsten Nebenbeschäftigung. Diese sind es:

Christoph Zachariae – Ödland:

„Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Sie ging vor vierzig Jahren unter. Aus Ressourcenknappheiten wurden Verteilungskämpfe, aus regionalen Konflikten Flächenbrände. Das Kartenhaus Zivilisation brach zusammen. Vom Land und von den Städten blieben nur Wüsten und Ruinen übrig: Das ÖDLAND.

Die Überlebenden rotteten sich zusammen und zogen sich in abgeschiedene Enklaven zurück, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile, versuchten nicht entdeckt zu werden und zu überleben. 
Denn durch die verwüsteten Landstriche zogen bewaffnete Banden. Auf der Suche nach Essbarem griffen sie jeden an, der ihnen in die Quere kam und machten das Ödland zu einem Ort, den niemand freiwillig betrat. 

Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, wächst in einer Enklave auf. In einem Heizungskeller unter einer verfallenen Universität. Die junge Frau hat einen Traum: Eines Tages will sie den Keller verlassen und die Welt erkunden, denn die muffige Enge lässt sie die Betonmauern hochgehen und das ewige Stillsein und Verstecken entspricht überhaupt nicht ihrem Wesen. 

Erzählt wird Megas Reise durch das ÖDLAND zu den Ursprüngen ihrer Existenz, denn Mega hat nie vergessen, dass sie nicht im Keller geboren wurde.

Wer Endzeit liebt und Bücher mochte, wie ‚Die Straße’, ‚Die Welt wie wir sie kannten’, ‚Z wie Zacharias’, ‚Malevil’, oder Filme wie ‚Briefe eines Toten’, ‚The Quiet Earth’, ‚Mad Max’ oder Comics wie ‚Jeremiah’, ‚Müll’, ‚Rain Dogs’ oder Computerspiele wie ‚Fallout’, ‚Enslaved: Odyssey to the West’, ‚I Am Alive’, oder ‚The Last of Us’, dem sei ÖDLAND wärmstens ans Herz gelegt. „

Juli Rautenberg – Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil:

„Von Exfreundinnen, In-spe-Schwiegermüttern und dem ersten gemeinsamen Liebesurlaub …

Juli musste echt einiges durchstehen, um den Mann ihrer Träume zu finden. Bis zum Happy End hat sie gedatet, was das Zeug hielt. Aber halt! Happy? End? Es geht doch gerade erst los! Mit Konrad an ihrer Seite durchliebt und -lebt sie das nächste Jahr. Und sie erfährt den ganz normalen Wahnsinn einer frischen Beziehung: von »Wie werde ich seine zickige Exfreundin los?« bis zum Schwiegermutter-Härtetest. Nur gut, dass Juli über all dies ihren Humor nicht verliert. Denn wo gelacht wird, wird geliebt!“

Kai Meyer – Die Fließende Königin posted by on 23. November 2012

In einer magischen Welt zu wohnen – ein Traum vieler Fantastiker. Was wäre, wenn es wirklich so wäre? Würden wir es immernoch so toll finden wie in unserer Fantasie? Der Autor Kai Mayer schafft mit seinem Buch „Die Fließende Königin“ gute Ansätze, es ist der erste Band einer Trilogie rund um Merle….

Merle lebt in einem Venedig, wie wir es nicht kennen. Es ist von magischen Wesen und Magie umgeben. Doch das Venedig ist nicht so toll, wie man es sich ausmalt – es wird von Ägyptern belagert. Befreit werden kann die Stadt nur durch die Fließende Königin, die in den Gewässern der Lagune fließt. Merle gelingt es, die Königin zu retten, als sie gerade einer Verschwörung gelauscht hat. Ab hier liegt das Schicksal in ihren Händen, denn sie wird eins mit der Fließenden Königin…

Sofort ist man in die magische Welt des Venedigs, geschaffen von Kai Mayer, hineingezogen. Man nimmt alles wahr, als wäre es einem direkt vor Augen. Es scheint anfangs wie ein schöner Traum, wo man gerne sein würde, um dies alles mit eigenen Augen zu erleben.

Die Personen werden auch sehr lebhaft beschrieben, es ist, als würde man mit ihnen dort sein. Merle scheint einem ein selbstbewusstes Mädchen zu sein, die auf Juniper trifft, ein blindes Mädchen. Diese hat etwas weniger Selbstbewusstsein, ist aber im Kopf reifer, als manches Mädchen in ihrem Alter. Aus der Fließenden Königin wird man noch nicht so schlau, aber das wird sich wohl erst in den Folgebänden zeigen, wenn diese da nochmals auftritt. Und sonst sind alle anderen Personen und Wesen sehr bildhaft gestaltet, man hat sie direkt vor Augen und ist eigentlich mitten in der Geschichte.

Besonders gut sind hier die Meerjungfrauen beschrieben – diese werden einmal nicht als Schönheiten beschrieben. Gut, einen schönen Körper, aber das Gesicht. In dieser Geschichte haben sie es nicht gut und werden von den Menschen benutzt wie Vieh. Man trifft nach einer Zeit auf verschiedene fantasieartige Wesen, sei es hier die Löwen aus Stein oder auch andere etwas komische Gestalten. Der Autor beflügelt mit seinen Zeilen die Fantasie der Leser und schafft es, diesen auf eine Reise durch die Fantasie zu schicken.

Es ist besonders spannend, sobald Merle sich aufmacht ins Abenteuer. Es ist erschreckend, was sich hier als Verrat entpuppt und wie sich so manches gestaltet. Durch den lockeren Schreibstil kommt man sehr gut durch das Buch, wenn nicht gar zu schnell. Das offene Ende verspricht soviel mehr, wo man doch schon weiß, dass dies eine Trilogie wird!

Für die Beflügelung der Fantasie und ein Abtauchen in ein anderes Venedig, genau das richtige für Zwischendurch!

4 von 5 Punkten

Fantasyfans aufgepasst! posted by on 22. November 2012

So, das passiert wenn man stöbern geht! Da surfe ich mal wieder wie gewohnt über Andreas Blog und finde etwas sehr interessantes, was nun auf meiner Wunschliste steht. Es gibt sogar einen supertollen Trailer zu „Für immer die Seele“ von Cynthia J. Omololu dazu aus dem Hause des Dressler Verlages, seht her:

Schicksalhafte Begegnungen, große Gefahren und unendliche Liebe – der Auftakt der packenden Für-immer-Trilogie.

„Wohin die 16-jährige Cole auch geht, was sie auch berührt, seit Kurzem fühlt sie sich ständig in andere Zeiten und an fremde Orte versetzt. Wird sie vielleicht verrückt?

Nur der Amerikaner Griffon scheint sie zu verstehen. Doch Stück für Stück entdeckt Cole, welch dunkles Geheimnis sie und Griffon verbindet.

Kann sie ihm wirklich vertrauen?“

Es ist der Auftakt einer Trilogie, die sich wahrhaftig vielversprechend anhört und sicher bei dem einen oder anderen Fantasyfan und ein Liebhaber solcher Geheimnisse einen Platz im Herzen findet! Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf den ersten Teil und würde ihn am liebsten jetzt schon lesen =)

Aufgepasst: Zu Für immer die Seele gibt es eine Vorableseaktion für Blogger – es lohnt sich bis zum 10.12.2012 hier vorbeizuschauen! Ich wünsche euch allen viel Glück dabei und wundersame Lesestunden, mir natürlich auch! =)

Kristina Ohlsson – Tausendschön posted by on 14. November 2012

Die Politik nimmt ihren Lauf – ob wir eingreifen oder nicht. Es wird über unsere Köpfe hinweg entschieden, es geschehen seltsame Dinge und Asylbewerber gibt es überall. Doch was, wenn sich einer für etwas einsetzt und dafür bestraft wird? In ihrem Roman „Tausendschön“ gibt uns die Autorin Kristina Ohlsson Lesefutter in politischen Dingen sowie zusammenhängenden Morden…

Es wird ein junges Mädchen vergewaltigt – fünfzehn Jahre später stirbt ein Mann, da er von einem Auto angefahren wird und zeitgleich begehen ein Pfarrer und seine Frau scheinbar Selbstmord. Wie hängt das alles zusammen? Alex Recht und Fredrika Bergmann beginnen zu ermitteln, mit ihnen das ganze Ermittlerteam. Die scheinbar einzeln verübten Taten setzen sich zu etwas zusammen, in der sich die Kirchengemeinde in den Vordergrund rückt….

Es ist echt schwer in das Buch hineinzukommen. Durch viele Handlungsstränge, die die Autorin legt, kommt man erst einmal ganz schön durcheinander. Man weiß einfach nicht, wo vorne noch wo hinten ist. Erst passiert das mit dem Mädchen, dann sind 15 Jahre vorbei. Wie hängt das denn zusammen? Auch die Sprünge von Stockholm und Bangkok machen auch keinen Sinn – man kann nur vermuten, aber liegt man da richtig? Die Autorin macht es einem echt schwer, dabei will sie den Leser somit auf die falsche Fährte locken – was ihr damit auch gelingt.

Schade ist, dass man mit den Charakteren nicht so warm wird, obwohl viel aus deren persönlichen Leben erzählt wird. Ihre Probleme miteinander, mit den Familien und auch mit dem Alltag schildert die Autorin detailgetreu. Doch nah kommt man ihnen doch nicht so ganz, wo doch die Schweden diejenigen sind, die sogleich mit dem „Du“ ankommen. An was es liegt, kann man nicht genau erkennen. Am besten geschildert wird hier immer wieder Fredrika, die es nicht ganz so leicht hat. Sie ist schwanger und macht ihre Polizeiarbeit weiter – schwanger ist sie von einem verheirateten, älteren Mann, den sie liebt und er sie im Falle auch, da sie ja schon 10 Jahre zusammen sind. Alex ist eine recht unscheinbare, aber starke Person – er leitet die Ermittlungen. Auch dieser hat Probleme in seinem Privatleben, wie man nach und nach mitbekommt. So auch Peder, er hat wohl am meisten von allen zu kämpfen und benimmt sich ständig daneben. Ein guter Ermittler und tüchtig ist er aber allemal. Mit den Personen wird man nach einer langen Zeit erst warm, man versteht sie dann sogar und ihr Handeln macht Sinn.

Nach und nach kommt man doch in die Geschichte rein und versucht die losen Fäden, die die Autorin spinnt, zusammenzusetzen. Es sind wirklich viele, so dass man schnell durcheinander kommt und erst nochmal nachdenken muss, wie das nochmals war. Eine leichte Lektüre ist dieser Krimi keinesfalls, man muss schon richtig dabei sein beim Lesen. Ist man anfangs nicht gut reingekommen, da man mit dem Schreibstil der schwedischen Autoren nicht gut klarkommt, lässt das nach ca. der Hälfte des Buches nach, da man sich dran gewöhnt und sich damit anfreunden kann.

Die Fäden werden im Laufe des Buches zusammengezogen und alles ergibt einen Sinn, wenn auch einen grauenhaften. Man erahnt eigentlich die ganze Geschichte über nicht, wie es enden würde und wie sich alles aufklärt. Am Ende hat man dann doch einen Aha-Effekt und dies lässt den Leser etwas nachdenklich zurück. Ich muss zugeben, auch wenn mir die Personen und Situationen etwas realitätsfern waren, hatte ich am Ende doch etwas Tränen in den Augen.

Ein Zitat aus dem Buch trifft den Nagel wunderbar auf den Kopf:

„Trauer hatte so viele Gesichter und nahm so viele verschiedene Ausdrücke an. Manchmal macht sie die Menschen sogar schön.“ (S. 332)

Dies ist auf jeden Fall ein Thriller, den man sich zu Gemüte führen kann als Thrillerfan – nicht leicht zu lesen, eher anspruchsvoll, wobei man aufpassen muss, dass man jede Zeile mitbekommt!

4 von 5 Punkten

Vielen Dank an BdB und den Verlag Limes für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! Auch neugierig geworden? Das Buch könnt ihr euch hier erwerben, eine Empfehlung von mir!

Katja Piel – The Hunter Staffel 1, Episode 1-6 posted by on 14. November 2012

Die Autorin Katja Piel hat in ihrer Staffel 1 eine unscheinbare tolle Heldin geschaffen – Medina. Episodenweise erfährt man mehr über sie und ihren Fluch. Möchten wir auch so ein Leben leben?

Medina ist eine sexy, toughe Frau, die paranormale Wesen jagt. Als sie 8 Jahre alt ist, werden ihr Bruder und ihre Oma auf brutale Weise ermordet, nur sie bleibt übrig. Sie kommt von einer Pflegefamilie in die nächste, in welchen sie geschändet und misshandelt wird. So wird aus ihr ein gewaltgezeichneter, misstrauischer Mensch. 12 Jahre nach dem Mord an ihren Lieben erfährt sie den Grund dafür und stellt sich dem übermittelten Schicksal ihrer Großmutter – sie macht sich auf die Jagd auf Übernatürliche…

Gleich zu Anfang bekommt man schon ein Gefühl dafür, wie es um Medina steht. Es wird aufgezeigt, wie sie ihre Oma und ihren Bruder verlor. Man kann sich sofort in sie hineinversetzen und es wundert einen auch kaum, wie sie später geworden ist – denn durch die ganzen Pflegefamilien, durch die sie Schmerz erfahren durfte, kann es ja nicht anders sein. Sie ist eine misstrauische, erstmals scheinbar unsympathische Frau geworden, die gegen jeden unschöne Gedanken hegt. Jeder hat etwas im Schilde und ist böse oder nutzt sie nur aus. Dementsprechend reagiert sie auch und so kann man schon wieder Mitleid mit dieser Person haben, sie erscheint damit gar nicht mehr so unsympathisch wie anfangs. In der ersten Episode schon setzt sich Medina mit ihrer Vergangenheit auseinander, fährt in ihr altes Heim und kommt einem Geheimnis auf die Spur, welches auslöst, dass sie Jagd auf die Übernatürlichen macht. Zuvor lernte sie den schüchternen Alex kennen, der erkenntlich in sie vernarrt ist, was ihr aber nicht grad auffällt. Er ist ein wohlerzogener junger Mann, dessen Leben eigentlich schon vom Vater vorgeplant ist – da schwänzt er von einem Tag auf den anderen die Arbeit, geht ungewaschen mit Medina auf Tour.

Medina hat man eigentlich eher als schlanke, Frau im Kopf mit schwarzen kurzen Fransenhaaren, wenn man ihren Charakter so vor sich hat. Dabei hat sie aber tatsächlich lange braune, wellige Haare. Ihre Partner, Bekannte usw. sind einem eher vor Augen, alle miteinander haben einen unschlagbaren Charakter – jeder für sich. Man trifft hier oftmals auf Alex und irgendwann den Polizisten.

Der angenehme Schreibstil der Autorin macht es leicht, das Buch in einem Rutsch weiterzulesen, man möchte gar nicht mehr aufhören. Vor allem hat man aber das Bild vor Augen, was sich gerade in den Zeilen abspielt. Die Episoden sind genau richtig lang, nicht zu kurz und nicht zu lang. Man möchte zwar nicht aufhören, wenn man eine beendet hat, aber wenn, dann findet man schnell wieder in die Geschichte hinein. Für diejenigen, die das am Stück lesen, wird es etwas nervig sein, dass zu Anfang der Episode immer nochmal alles genau erklärt wird.

Interessant ist in diesem Buch dargestellt, wie die Vampire entstanden – wie sie zu dem wurden, was sie sind. So etwas hat man auch noch nicht gelesen. Natürlich erscheinen hier auch andere Übernatürliche, es hat etwas ganz Faszinierendes für sich! Nach und nach begegnen wir hier allen möglichen Arten von Wesen, die Medina bekämpfen muss. Man trifft hier also auf vielerlei übernatürliche Wesen – die Autorin hat hier eine ausgeprägte Fantasie bewiesen, welche den Leser mitzieht!

Alles in allem ist dies eine wunderbare Gelegenheit abzuschalten und das Kopfkino einzuschalten – ob unterwegs oder daheim auf dem Sofa, es ist eine actionreiche Beflügelung der Fantasie! Empfehlenswert für Freunde der Fantasy mit ein bisschen knisternder Erotik und gleichzeitig Action, für einen kurzweiligen Abend oder zur Unterhaltung unterwegs!

4 von 5 Punkten

Interview mit Daphne Unruh posted by on 12. November 2012

Die Autorin Daphne Unruh, auch unter den Pseudonymen Merelie Weit und Helena Moor bekannt, hat sich bereit erklärt, mir ein paar Fragen zu beantworten – dabei kamen sehr interessante Antworten heraus! Vor kurzem durfte ich ihre Romane „Der Traummann aus der Zukunft“ und „Himmelstiefe“ lesen, welche mich restlos überzeugt haben und mich total in den Bann gezogen haben. Daraufhin wollte ich mehr über diese Autorin und ihr Leben wissen. Daphne wurde in Berlin geboren, wo sie auch Kunst, Kreatives Schreiben und Drehbuch studierte. Seitdem illustriert sie Bücher und denkt sich wunderbare fantastische Geschichten aus, wie man sehr wohl bei „Himmelstiefe“ erkennen kann. Sie wohnt in der Schweiz mit ihrer Familie und ihrer Katze.

So, nun möchte ich euch aber nicht weiter auf die Folter spannen =) Hier kommen die Antworten:

Wie kamst du zum Schreiben? War die Idee schon immer da?

Selbst Geschichten erfinden hat mich schon immer fasziniert. In der Schule habe ich Storys über die Jungs und Mädchen aus meiner Klasse verfasst und dabei die Charaktere umgedreht. Die Schüchternen waren darin auf einmal die Frechen und die Vorlauten waren zurückhaltend. Diese Geschichten waren so beliebt, dass meine Klassenkameraden die Hausaufgaben für mich übernommen haben, damit ich in der Zeit immer neue Episoden dieser Art schreiben konnte.

Als mein Klassenlehrer dann in mein Abschlusszeugnis schrieb: Daphne tut sich besonders durch das Schreiben von Geschichten vor, habe ich mich allerdings ziemlich amüsiert. Es war doch nur ein Spaß für mich!Dass Schreiben zu einer richtigen Passion wurde, kam erst einige Jahre später. Bis dahin habe ich hauptsächlich gemalt, Kurse bei Künstlern besucht und sogar ein künstlerisches Studium begonnen – mich aber nicht wirklich am richtigen Platz in den Ateliers gefühlt.Es waren einige bestimmte Autoren, die mich zwischen 20-25 so gepackt und fasziniert haben, dass ich mich eine Weile ganz vom Zeichnen abgewandt und dem Schreiben zugewandt habe.Die Wichtigsten:

Victor Hugo mit seinem umfassenden Werk „Die Elenden“ beeindruckte mich mit seiner Komplexität und seinem Aufbau – wie am Anfang scheinbar unabhängige Geschichten zusammenfinden und am Ende ein fein ausgetüfteltes Gesamtkunstwerk ergeben. An „Hunger“ von Knut Hamsun fesselte mich dieses stark ins Persönliche Gehen und das Erzählen aus der „Ich-Perspektive“. Die Schriftsteller der 20er Jahre in Paris und besonders die ungeheure Passion für das Schreiben bei Henry Miller und Anais Nin haben mich mitgerissen. Bei Miller war es noch die Lebenskunst, diese übermütige Lebenslust und die übersprudelnde Kreativität und bei Anais Nin das Analytische und die sehr genaue Beobachtungsgabe, die Disziplin, der Glaube, das Durchhaltevermögen und der unbedingte Wille, Schriftstellerin sein zu wollen. Hauptsächlich sind sie ja für ihre erotischen Bücher bekannt, was schade ist. Darauf reduziert zu werden, hat ihnen auch selbst nicht gefallen. Ich glaube, von Anais Nin habe ich eine Menge mitgenommen, was die Charakterisierung von Figuren anbelangt. Genauso wie von Otto Rank, der sich als Psychoanalytiker aus dem Kreis um Freud besonders mit der Natur des Künstlers beschäftigt hat.

Nachdem ich Kreatives Schreiben studiert hatte und anfing, Schreibgruppen zu leiten und einen Autorenzirkel zu gründen, kamen die Bilder auf eine neue Weise zu mir zurück. Ich schrieb ein paar Drehbücher für Kinder-CD-Roms und entdeckte dabei das Schreiben in Bildern – Malen und Schreiben vereint – Wow, das war eine tolle Entdeckung. Daraufhin habe ich mich einige Jahre sehr intensiv mit Film beschäftigt und Drehbuch an der Deutschen Film-und Fernsehakademie Berlin studiert. Bereichert mit dem Denken in Bildern und der Filmdramaturgie, die so einiges mit der Struktur von Bestsellern gemeinsam hat, bin ich nun zur Prosa zurückgekehrt, zu den Büchern, die ich von allen Medien dann doch am meisten liebe.

Und was gab den Anstoß dazu, es tatsächlich in die Tat umzusetzen?

Der Anstoß waren diese 20er Jahre Schriftsteller und dieses Gefühl, auch eine Berufung als Autorin zu haben und einfach schreiben zu MÜSSEN.

Sind deine Figuren aus der Realität gegriffen oder reine Fiktion?

Meine Figuren sind völlig neu erschaffene Wesen. Aber dabei bediene ich mich natürlich aus „dem Baukasten des Lebens“. Für ihre Tiefenstruktur orientiere ich mich an diversen Modellen, die es über die Grundcharaktere der Menschen gibt. Fritz Riemann spricht von den 4 Grundformen der Angst und kategorisiert damit psychologisch vier Grundcharaktere. Es gibt die neun Persönlichkeitstypen des Eneagramms. Eine komplexe Angelegenheit, die sehr hilft, stimmige Charaktere zu erschaffen.

Gleichzeitig beobachte ich gern Menschen, bediene mich natürlich auch aus eigenen Erfahrungen und aus Erfahrungen von Menschen, die man kennt oder auch nicht kennt. Aber es sind immer nur Versatzstücke. Ich könnte niemanden eins zu eins aus dem Leben übernehmen. Das wäre mir a) irgendwie komisch, mein wirkliches Leben oder jemanden daraus in einem Buch preiszugeben und b) funktioniert das dramaturgisch auch nicht. Eine Geschichte ist immer eine Verdichtung. Und auch wenn darin die Charaktere komplex sein sollten, konzentriert man sich auf einen Konflikt in der Figur und auf ein Thema, während Menschen im richtigen Leben oft noch mehr Konflikte haben und auch mehr Themen mit sich herumtragen, alles sich mehr zeitlich dehnt und verschwimmt, so wie es für eine Story gar nicht brauchbar ist.

Um mal ein Beispiel zu geben: Ich nehme vielleicht den Namen der Tochter einer Freundin, weil er mir so gefällt und die Haarfarbe meiner Nachbarin, weil mir ihr besonderes Haar aufgefallen ist und den Konflikt einer Kollegin meiner Cousine, weil er mich interessiert und den Kleidungsstil, den ich in einer Zeitschrift gesehen habe und die Backstory erfinde ich komplett, oder vielleicht ist auch ein Versatzstück dabei von jemandem, den ich kenne … und so entsteht nach und nach die Figur … Was jedoch von mir selber kommt, ist das Thema. Ich glaube, jeder Autor hat ein bestimmtes Thema, was er immer wieder variiert. Bei mir ist es „Identität“.

Malst du dir selber manchmal eine fantasiereiche Welt aus, mit viel Magie und stellst dir vor, wie es in so einer wäre?

Oh ja, natürlich. Man sieht es an Himmelstiefe 🙂 Aber auch an Catlantis – die Welt meiner mit Feder und Polychromos gezeichneten Bilder. Beide Welten sind in der Märkischen Schweiz entstanden, in der ich in der Nähe eines lagunenblauen Sees (er hat viel Kalk und ist sehr tief und sieht im Sommer sehr südlich aus) eine kleine Laube im Naturpark habe. Ich habe den magischen See „gesehen“, als an einem Tag nach einem kräftigen Wind alle Akazienblüten hinabgeregnet sind und einen weißen Blütenteppich über den Waldboden und den Fluss gelegt haben. Es war warm und die Sonne schien und es war verschneit und es war der Auftakt für die magische Welt.

In unserem 46 Meter tiefen See erkenne ich den Wasserdurchgang und in den tausend Funken des großen Feuers, dass wir abends im Frühling machen, den Feuerdurchgang. Und dann bin ich in der magischen Welt und fange an, über sie zu schreiben …

Was machst du denn, wenn du nicht schreibst? Wie sieht dein ganz normaler Alltag aus?

Im Schnitt bin ich 4-5 Tage in der Woche in Berlin und mache vom Aufstehen bis zum Schlafengehen nichts anderes als arbeiten – das heißt schreiben, lektorieren, zeichnen und Bürokram. Dazwischen die üblichen Alltagsunterbrechungen: Frühstück und Schulbrote für meinen Sohn, abwaschen, Wäsche anschmeißen, Katze reinholen, in der Mittagspause einkaufen, manchmal abends was kochen … Ich gehe höchstens einmal in der Woche irgendwohin, um eine Schreibkollegin oder einen Agenten oder jemand zu treffen, mit dem ich gerade ein Projekt mache. Am Ende der Woche bin ich dann meist ziemlich erledigt und fahre die folgenden 2-3 Tage raus in die Laube. Öfter muss der Rechner übers Wochenende mit, weil ich zu viel zu tun habe. Manchmal bleibt er aber auch Zuhause. Und dann ist das Gegenprogramm dran: Gummistiefel und im Dschungelgarten buddeln, was sägen, was bauen, wandern, lesen oder in unser kleines Dorfkino gehen bzw. mit unserem Beamer selber Kino zuhause veranstalten oder Besuch von Freunden bekommen. Stift und Notizblock sind allerdings überall dabei, schreiben tut man irgendwie IMMER, und sei es auch nur im Kopf.

 Hörst du gern Musik zum Schreiben, wenn ja, welche?

Ich höre selten Musik beim Schreiben. Vielleicht noch beim Plotten manchmal. Und dann meistens Klassik. Am besten funktioniert Schreiben bei mir in der absoluten Stille und Ruhe. Nur dann kann ich mich wirklich konzentrieren. Musik lenkt mich zu sehr ab. Ich kann auch nicht in Cafés schreiben. Ich bewundere Autoren, die das können. Meine Konzentration macht da immer viel zu leicht schlapp. Statt zu schreiben, fange ich dann an zu beobachten, irgendein Seismograph schaltet sich ein, nimmt alles um sich rum auf und nix ist mit Schreiben.

Wie fühlst du dich selbst, wenn du ein Buch beendet hast – ist dies ein befreiendes Gefühl oder eher traurig?

Ganz verschieden. Wenn ich das Buch aus irgendeinem Grund lesen muss (Lektorat) und es nicht mag, dann ist es natürlich total befreiend. Mit manchen Büchern ist man einfach im Frieden, wenn sie zu Ende sind. Bei „Die Elenden“ von Victor Hugo wollte ich, dass es nie zu Ende geht. Manchmal will man eine bestimmte Welt nicht verlassen und ist traurig, dass man sie nicht einfach noch mal neu erleben kann, ohne schon alles zu kennen. Man kann die Bücher noch einmal lesen, aber man weiß eben schon, was kommt. Darüber bin ich dann traurig. Und da ist es natürlich am besten, es gibt noch ein paar Fortsetzungen.

Welche Autoren sind deine Idole, welches Genre liest du selbst am liebsten?

Ein paar Autoren, die Initialzündungen verursacht haben bei mir, habe ich ja schon genannt. Von den Autoren der Gegenwart bewundere ich und lese ich sehr gern Andreas Eschbach – seine Wissenschaftsthriller wie auch seine Jugendbücher, eigentlich alles von ihm. „Der Schwarm“ und „Limit“ von Frank Schätzing fand ich toll. „Erebos“ von Ursula Poznanski, „Die alltägliches Physik des Unglücks“ von Marisha Pessl. Alles Bücher mit ziemlich ausgeklügeltem, komplexem und spannendem Plott. Ich mag auch Michael Chrichton und Dan Brown. Was Genre anbelangt also Wissenschaftsthriller, All Ages Romane und Coming of Age. Ich habe auch Twilight Teil I gerne gelesen – origineller Grundkonflikt der Figuren, sehr gängiger Stil, sehr emotional.

Ansonsten finde ich Daniel Kehlmann großartig, sein Freund Thomas Glavinic auch, Daniel Glattauer mit „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“, einfach spitzenmäßig. Und Hermann Hesse natürlich.

Greifst du lieber zu eReader oder zu Büchern aus Papier?

Der Reiz liegt im Wechsel 🙂 Ich liebe an den Readern besonders die kleine Lampe. Man kann ganz im Dunkeln sein, drinnen oder draußen, nur dieses kleine Leselicht und dieses kleine dünne leichte „Buch“, dass außen so viel kleiner ist als innen mit seinen tausenden Seiten und Büchern. Und zwischendrin dann gerne wieder ein echtes nach Buch duftendes Buch, mit schönem Schutzumschlag und Seidenlesebändchen.

Wie würdest du dich selbst jemand anderem beschreiben?

Einzelgängerisch, mit großer Liebe zum Alleinsein. Aber wenn das gedeckt ist, dann fröhlich, humorvoll und unterhaltsam, mit Neugier und Entdeckerlust.

Ich gucke kein Fernsehen, ich gehe nie ans Telefon, ich maile total gerne, ich quassel den ganzen Tag meine Katze voll, ich bin ein Kreativ-Junkie, ich habe eine Deko-Macke, ich liebe Reisen – muss aber nicht weit weg sein, auf die Entfernung kommt es nicht an – ich bin überempfindlich, ich friere schnell, ich esse gerne Suppen … so, dass muss für den Anfang reichen 🙂

 Bist du denn schon an einem neuen Werk dran, neue Ideen?

Klar, an „Schattenmelodie“, dem zweiten Teil von Himmelstiefe. Der soll doch im nächsten Herbst kommen. Dazu auch die Hörbücher bei audible. Himmelstiefe ist bereits für April 2013 geplant. Nebenher überarbeite ich gerade den „Traummann aus der Zukunft“, einen Frauenunterhaltungsroman, der im Juni auch im Aufbau Verlag als Taschenbuch erscheint. Und ich mache ein paar Illustrationen für ein Buch beim Kohlhammer-Verlag zum Thema Autismus. Das ist ein kleines Projekt nebenher, was aber auch Spaß macht.

 Und natürlich die letzte Frage – was möchtest du uns Lesern gerne einmal sagen?

Was wäre ein König ohne sein Volk? Was wäre ein Autor ohne seine Leser? Ich glaube, als Autor muss man das Alleinsein lieben, sonst hält man das Schreiben gar nicht durch. Der Autor erschafft eine Welt. Aber nicht nur für sich, sondern vor allem auch für andere, die er dorthin mitnehmen möchte. Vielleicht ist das seine Art, doch nicht allein zu sein. Denn auch der Autor ist ein soziales Wesen. Was wäre er also ohne seine Leser? Immer noch ein Autor? Der König ohne sein Volk immer noch ein König? Der Knall ohne ein Ohr in der Nähe immer noch ein Knall? 🙂

Ich bin allen Lesern, die gerne mit in die Welten meiner Geschichten reisen, absolut dankbar, dass sie da sind!! Dass ich sie sehen, sie hören, sie treffen, mich mit ihnen austauschen kann und erfahren kann, wie es ihnen auf ihren Ausflügen in meine Bücher geht und was sie dabei erleben. Am schönsten ist es, wenn sie etwas daraus mitnehmen, sie anregt oder vielleicht sogar verändert, oder auch einfach nur, wenn sie durch das Lesen ein paar schöne Stunden verbracht haben. Wenn mein Buch in irgendeiner Form „ein Geschenk“ ist, dann ist das für mich das beste Geschenk!

Vielen lieben Dank für die aufschlussreichen Antworten auf meine neugierigen Fragen liebe Daphne – ich hoffe, bald wieder sehr tolle Sachen von dir zu lesen =)

4 neue Zugänge auf dem Kindle posted by on 11. November 2012

So, dann wird es mal wieder Zeit meinen Neuzugänge zusammenzufassen und euch vorstellen =) Und zwar diese hier:

Anna Radovani – Der Walnussbaum:

„Eine große Liebe überschattet von einem dunklen Geheimnis. Die Kroatin Nella lernt im Zagreb der 1980er Jahre den Künstler Nik kennen. Rasch erkennt sie, dass er der Mann ist, mit dem sie ihr Leben verbringen will. Wären da nicht die Ereignisse aus der Vergangenheit, die das Glück des Paares bedrohen. Als der Bürgerkrieg im Vielvölkerstaat Jugoslawien ausbricht, muss Nella sich entscheiden: Ob sie bereit ist, für die Freiheit ihres Landes und ihre Liebe zu kämpfen.“

Ulrike Sommer – Eine kleine Affäre:

Anna ist jung, schön und erfolgreich – und verstrickt in eine Affäre mit Bundeskanzler Müller. Als sie sich ernsthaft in den Journalisten Richard Lachmann verliebt, werden nicht nur ihre Gefühle auf die Probe gestellt, sondern auch publizistische Lauterkeit und Verantwortung …“

Oliver Kern – Die steinernen Drachen:

„Wo ist Lea? Die attraktive Asiatin verschwindet aus Franks Leben genau so schnell wie sie gekommen ist. Ein Jahr später stellt jemand Nachforschungen an und zwingt Frank Grabenstein zu einem mysteriösen Wettlauf um Leben und Tod. Ist Lea eine gejagte Atomwissenschaftlerin? Oder gar die letzte Prinzessin aus dem laotischen Königshaus? Eine Antwort kann Frank nur in Südostasien finden. Und die Zeit drängt! Die Steinernen Drachen sind bereit, sich zu erheben.“

Bianca Peiler – Die Lakeview-Chroniken – Hydra:

„Töte Einen. Rette Tausend. Ein legitimes Credo?Lakeview. Eine komplett abgeschottete Basis im mittleren Westen Kanadas.

STORM. Eine geheime Spezialeinheit, die das organisierte Verbrechen bekämpft – mit dessen eigenen Methoden. Ohne Gnade.

Seit Jahren versuchen STORM Mario Vitanza, den Kopf der Cosa Nostra in Vancouver, zu stellen – ohne Erfolg.
Doch das ist nicht das einzige Problem von Andrew, einem aufstrebenden STORM-Rekruten, denn auch privat läuft es nicht gut für ihn: Seine große Liebe Natalie verlässt ihn mit dem gemeinsamen Sohn Noah, um einen anderen Mann zu heiraten. Bald mehren sich die Anzeichen, dass Natalie und Noah schwer misshandelt werden. Als die Misshandlungen in einer Katastrophe gipfeln, ist Andrew zu beschäftigt mit seinen privaten Sorgen, um zu erkennen, dass in STORMs Reihen ein Verräter lauert…“

Daniela Herbst – Tote Straßen posted by on 5. November 2012

Mögen wir nicht alle die Stille? Immer herrscht „Lärm“ um uns rum, es gibt eigentlich keinen Augenblick, in dem es einmal wirklich still ist – es sei denn, wir schlafen. Selbst dann machen die Gedanken weiter und erzeugen Lärm in den Träumen. Doch was, wenn es wirklich ganz still wird? Unheimlich still? In dem gruseligen Roman von Daniela Herbst nimmt die Stille alles ein….

Sarah erwacht völlig orientierungslos, halbnackt und völlig verstört in einer ausgestorbenen Stadt wieder. Hier begegnet sie keiner Menschenseele, nur der unendlichen Stille und ungeheuren, monströsen Dingen – oder entspringen diese nur ihrer Fantasie? Völlig verängstigt wagt sie sich aus dem Schutz der Mülltonnen und wagt die ersten Schritte in die verlorene Stadt, in der niemand haust. Es scheint ihr Höllentrip zu werden. Doch, das was ihr bevorsteht, kann sie nicht wissen – er wartet auf sie und er will sie nie mehr gehen lassen…

Völlig unerwartet tauchte ich in die Welt des Horrors ein. Die Geschichte packt einen ab der ersten Zeile, sie verzehrt einen regelrecht. Man ist sofort bei Sarah, man hat so ziemlich alles deutlich vor Augen. Den Leser überzieht eine leichte Gänsehaut, Schauer jagen einem über den Rücken. Man überlegt die ganze Zeit, was hier wohl vorgeht. Träumt Sarah nur oder wurde sie in eine trostlose Welt des Horrors hineinkatapultiert? Spätestens wenn man richtig angefangen hat zu lesen, lässt der Horror einen nicht mehr los. Man sieht sich selbst in der Person von Sarah, was würde man an ihrer Stelle tun? Sie reagiert ziemlich selbstbewusst, sehr mutig in so einer Situation.

Zeitgleich wird hier noch von einem Arzt in einem Krankenhaus erzählt – was hat das alles miteinander zu tun? Man ahnt es schon halb, aber es kommt doch anders. Die Autorin führt den Leser geschickt in eine Welt voller Horror, wie wir sie uns nur in unseren kühnsten Träumen ausmalen würden. So etwas verfolgt einen normal nur in den Träumen oder in Horrorfilmen – oder eben in guten Horrorbüchern!

Für einen kurzweiligen, schaurigen Abend alleine vor dem Kamin im Flackern des Feuers eine gute Auswahl an Lektüre. Momente des Gruselns sind eingeplant – für schwache Nerven aber nicht unbedingt etwas!

4 von 5 Punkten

Daphne Unruh – Himmelstiefe posted by on 4. November 2012

Was stellt man an, wenn man auf einmal herausfindet, dass man über die Kräfte der Elemente verfügt? Würde das überhaupt in unser Bewusstsein greifen, dass dies möglich wäre? Im Roman „Himmelstiefe“ von Daphne Unruh muss sich die Protagonistin den Auswirkungen der Kräfte stellen – sie verfügt auf einmal selber darüber und weiß anfangs am allerwenigsten von allen, wie sie damit umzugehen hat…

Der erste Tag von Kiras letztem Schuljahr hat angefangen – die 17-jährige weiß noch nicht, was sie erwartet. Voller Unlust begibt sie sich in die Schule und läuft direkt Tim, dem Neuen in ihrer Klasse in die Arme, den sie auf komische Weise anziehend findet, sich das aber nicht zugeben will. Plötzlich ergreift sie ein Fieberanfall, was in Folge öfters vorkommt. Ist das etwa ein Zeichen von Verliebtheit oder hat sie eine eigenartige Krankheit? Denn die Fieberschübe hören so schnell auf, wie sie anfangen. Das war aber noch nicht alles – seltsame Schatten verfolgen sie. Da können ihre Eltern nicht anders und stecken sie in eine Psychiatrie, aus dieser Kira die Flucht gelingt. Eigentlich will sie zurück zu Tim, wäre da nicht auch Leo, der etwas mit den Elementen zu tun hat, die ihre neuen Kräfte sind. Dann gibt es da noch Atropa, mit der sie nur eine Chatfreundschaft verbindet. Diese ist zwar nur einseitig, da nur Kira Atropa Geheimnisse anvertrat und sie über Atropa so gut wie nichts weiß, doch diese gibt ihr einen Halt. Alle Leute in ihrer Umgebung hüllen sich in Geheimnissen – was geht in Kiras Welt vor? Wie kommt sie mit ihren neuen Kräften zurecht? Diese Fragen und wen Kira nun liebt und wem sie vertrauen kann, stellt sie sich nun….

Man lernt die Protagonistin gleich in den ersten Seiten gut kennen – sie scheint eine typische Teenagerin zu sein. Dies ist aber nur scheinbar so, denn es umgeben sie ungeahnte Geheimnisse und ungeweckte Kräfte, die nun ans Licht wollen. Die Autorin hat die Protagonistin sehr detailgetreu gezeichnet, man hat sie vor Augen – etwas naiv geht diese aber schon durch die Welt. Man fragt sich, ob man gleich oder anders denken würde als sie. Manchmal fühlt man sich selbst in die Jugend zurückverfrachtet und erinnert sich auch an einige ähnliche Situationen. Bei Tim merkt man gleich, dass ihn etwas geheimnisvolles umgibt und dass es hier noch einiges zu klären gibt. Mit Faszination begleitet man Kira durch die Welt, den Begegnungen anderer Leute und versucht dahinterzukommen, was deren Geheimnisse sind und was es alles auf sich hat.

Obwohl man zu Anfang noch nicht viel von fantasiereicher Geschichte merkt, wird man bald in eine andersartige, wundervolle Welt entführt, die einem wunderbares Kopfkino beschert. Ab 1/5 des Buches fängt die Spannung an sich stetig zu steigern, ab diesem Zeitpunkt ist es einem fast unmöglich, mit dem Lesen aufzuhören. Man taucht immer tiefer ab in die Welt der Elemente und meint schon fast zu glauben, selber dort umherzuwandern und alles zu beobachten. Es wird erst richtig interessant, als Kira ihre ungeahnten Kräfte in den Bann bekommt und als die Geheimnisse sich aufzudecken zu scheinen, wer hier welches Motiv verfolgt. Das ganze Buch über fragt man sich, wer hier wohl etwas im Schilde führt. Bei so vielen Personen muss ja eine falsche dabei sein oder mehrere. Doch wer könnte das sein? Man hat zwar so seine Vermutungen und diese entpuppen sich am Ende auch nicht ganz als unwahr, doch eigentlich weiß man es nie so genau. Kira entwickelt sich in der Geschichte vom naiven Schulmädchen zur reifen, selbstbewussten jungen Frau – was Spaß macht, dies zu beobachten.

Durch den schönen bildhaft dargestellen Schreibstil der Autorin gelangt man mühelos in die Magie der Zeilen und es vermag einen nicht mehr loszulassen, bis man am Ende angelangt ist. Man möchte am liebsten, dass es ewig so weitergeht und sich Geschichte um Geschichte aneinanderreiht – wer weiß, vielleicht geht es ja in dieser Welt bald weiter?

Anfangs fragte ich mich, wie die Autorin auf so einen Titel kommt – doch beim Lesen kam es mir irgendwie, er passt perfekt zur Geschichte, man muss nur zwischen den Zeilen lesen. Der Grat zwischen zwei Welten kann so klein sein und doch so groß…

Ein wunderbarer, magischer Roman zum Träumen. Genau das richtige für verregnete Nachmittage einkuschelt in einer Decke im Warmen! Liebe Autorin, bitte bitte bitte mehr davon!

5 von 5 Punkten