E.L. James – Shades of Grey – Geheimes Verlangen posted by on 19. Mai 2013

Das Buch „Shades of Grey“ ist ja zur Zeit immernoch in aller Munde – nun bin ich auch einmal dazugekommen, es zu lesen. Verspricht es das, was die Medien durchhecheln?

Autor: E.L. James
Titel: Shades of Grey – Geheimes Verlangen
Originaltitel: Fifty Shades of Grey
Genre: Erotik
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 28.06.2012
eBook: 604 Seiten
Preis: 9,99 €

Die 21-jährige Literaturstudentin Anastasia ist in der Liebe gänzlich unerfahren. Da muss sie für ihre Kollegin Kate ein Interview für die Studentenzeitung machen und trifft auf den 6 Jahre älteren, reizvollen Christian Grey. Auch wenn sie sich einreden möchte, dass sie nichts von ihm will, sagt ihr Körper ihr alles andere dazu. Als sie ihn erneut trifft und sie sich wieder verabreden, ist alles zu spät und er zieht sie in den Sog einer gefährlichen Liebe, in eine solche, die sie abschreckt und anzieht zugleich…

Fängt man erst einmal mit dem Lesen an, ist man eigentlich sogleich gefangen. Erzählt wird hier aus der Sicht Anastasias in Ich-Form. Man merkt den Zeilen gleich an, dass sie eine etwas naive, junge Frau ist, die keinerlei Erfahrung in Dingen Liebe o.ä. hat. Das Verhalten mag ja anfangs noch ganz sympathisch auf den Leser wirken, nervt aber etwas mit der Zeit.

Ganz anders ist hier Christian, er wird als erfahrener, reifer junger Mann beschrieben, der er auch zu sein scheint. Er weiß was er will und genau das bringt er auch in seinem Charakter herüber. Er gehört zu den sogenannten „Bad Boys“ – Mädels, wollt ihr wirklich sagen, dass ihr so einen nicht anziehend findet, obwohl er ein böses Image hat? Hier wird genau der Typ Mann beschrieben, den so viele Mädels verabscheuen und auf diejenigen sie im Grunde dann doch abfahren. Warum ist das so? Mit diesen Männern ist alles möglich, das weiß Frau!

Eigentlich geht es ziemlich lang hin und her, bis endlich etwas passiert. Die zwei tänzeln um einander rum und gehen doch wieder auf Abstand. Der in den Medien als so verruchtes Buch verschrieene Roman ist gar nicht so schlimm. Das merkt man ziemlich schnell und auch in den vermeintlichen „harten“ Sexszenen spielt sich hier eigentlich nichts allerhand ungewöhnliches ab – sieht man mal von den Fetischen der Protagonistin ab, die ja eigentlich total unerfahren war und hiermit neue Erfahrungen macht. Da „rollt es einem die Zehennägel“ auf, sprichwörtlich gesagt.

Der Roman ist eigentlich flüssig und schnell zu lesen, gut geschrieben – es gibt jedoch drei Dinge, die einem mit der Zeit etwas auf den Keks gehen. Hier wird z.B. das Wort „postkoital“ viel zu oft für viel zu unrelevante Dinge verwendet, die innere Göttin und das Unterbewusstsein der Protagonistin haben hier auch zu oft etwas zu melden, was dem Leser des Öfteren ein Augenrollen abverlangt. Aber abgesehen davon unterhält das Buch den Leser gut, außer dass sich die Handlungen jederzeit immer wiederholen.

Man merkt, dass die Protagonistin erwachsener wird mit der Zeit und Christian doch noch Gefühle hat und ein Mensch ist. Trotz der etwas unsympathisch gehegten Gefühle gegenüber den Charakteren gestalten diese sich doch gut in der Geschichte, sind bildlich dargestellt und sie gehören einfach dazu. Auch der Humor fehlt in der ganzen Sache nicht, der Leser schmunzelt das eine oder andere mal beim Wortwechsel der Charaktere. Im Prinzip geht es hier nur ums Eine, wie es auch für einen Erotikroman so sein soll, Gefühle spielen hier aber auch eine ganz große Rolle.

Anders als erwartet, hat mir der erste Band von Shades of Grey doch gefallen trotz vieler kleiner Schwächen. Es war einfach gut zu lesen und hat auch gut unterhalten, durch den ganzen Hype ist das Buch etwas Besonderes geworden, wobei es viele in dem Stil gibt und dieses nur eines davon ist. Nichts desto trotz mag man nun die beiden weiteren Teile verschlingen, die hoffentlich genauso gut sind und sich weiterentwickeln in der Geschichte.

Es gibt einen Haufen Bücher, welche von einer etwas naiven, unerfahrenen Protagonistin handeln und einem reichen, arroganten „Bad Boy“, was zählt ist, wie es geschrieben ist. Fließt die Geschichte nur so dahin, dass man gar nicht mehr aufhört zu lesen, hat der Autor es geschafft, den Leser zu packen und gut zu unterhalten. Genau das ist bei Shades of Grey der Fall, man wird trotz der Schwächen einfach mit in den Sog der Geschichte gezogen und hat das Gefühl alles direkt vor Augen zu haben.

Wer darüber hinwegsehen kann, dass die Charakterzüge der Protagonistin einen zum Kopfschütteln bringen und dass Christian etwas von einem Raubtier an sich hat, ein arroganter Schnösel ist, der wird hier gut unterhalten und kann sich so eine Nacht um die Ohren schlagen, da man einfach nicht aufhören mag zu lesen!

3 von 5 Punkten

Viel zu viel Neues ist es wieder geworden posted by on 18. Mai 2013

„genau, der Betreff sagt es schon. Mir sind in letzter Zeit wieder viel zu viel neue Bücher hineingeflattert. Ich frage mich jedes Mal, wann ich das denn lesen soll – aber mehr Auswahl zu haben ist ja echt super – um nicht zu sagen zu viel *hihi* Hier meine Neuzugänge:

Kai Meyer – Die Vatikansverschwörung:

„Der Kunstdetektiv Jupiter stößt in Rom auf die Spur des geheimnisumwitterten Kupferstechers Piranesi. Rätselhafte Morde und unheimliche Erscheinungen führen ihn zum legendären Haus des Daedalus, einem vergessenen Ort tief unter den Fundamenten der Stadt. Verbirgt sich dahinter die Hölle selbst, wie ein vatikanischer Geheimbund vermutet?“

Petra Gabriel – Der Klang des Regenbogens:

„Die Welt ist aus den Fugen geraten: Es herrschen Disharmonie und Dunkel, Naturkatastrophen, Seuchen und Gewalt, es tobt der Hundertjährige Krieg. Da bricht eine junge Frau vom Bodensee auf, um das heilende Lied zu finden. Das Mädchen aus der Schwanenbucht ist berufen, die Einzige zu sein, die Sängerin des Alten Volkes. Sie muss das Dunkel vertreiben und die Harmonie zurückbringen. Damit das Licht wieder wärmen und das Leben wieder neu beginnen kann. Doch Oza ist taub und stumm. Auf ihrer Reise den Rhein entlang bis zur Atlantikküste findet sie nicht nur die unterschiedlichsten Helfer, sie begegnet auch der großen Liebe. Einer Liebe, die sie niemals leben darf, einer Sehnsucht, die sie an den Rand des Abgrunds bringt. Und sie hat einen mächtigen Feind. Den unerbittlichsten von allen …“

Oliver Bottini – Mord im Zeichen des Zen:

„In einem kleinen Ort östlich von Freiburg taucht im dichten Schneetreiben ein asiatischer Mönch auf, der nur Sandalen und Robe trägt. Niemand kennt ihn, niemand hat ihn je gesehen. Woher kommt er? Was hat er vor? Klar scheint nur: Er ist verwundet und auf der Flucht. Hauptkommissarin Louise Bonì von der Freiburger Kripo soll herausfinden, was geschehen ist und kommt einem furchtbaren Verbrechen auf die Spur.“

Birgit Kluger – Dämonenfluch:

„Sariel hat lange gebraucht, um über den Tod ihrer Eltern hinwegzukommen. Doch nun, zwei Jahre später, beschließt sie, dass es an der Zeit ist, wieder ins Leben zurückzukehren. Gerade dann trifft sie auf Alexander, einem Dämon, zu dem sie sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt. 

Doch noch bevor ihre Liebe eine Chance hat, begeht Sariel einen verhängnisvollen Fehler. Um sie zu retten muss sich Alexander versklaven. Nun ist es an Sariel sich für ihn in Lebensgefahr zu begeben und sich ihrem wahren Wesen zu stellen.“

Patricia Cornwell – Scarpetta Factor:

„Weihnachten im verschneiten New York: Die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta muss die Leiche einer jungen Joggerin untersuchen, die am Rand des Central Park vergewaltigt und ermordet wurde. Ein ominöser Zeuge hat die Frau kurz vor ihrem Tod in ein Taxi steigen sehen. Sie wird nicht das einzige Opfer des „Taximörders“ bleiben. Und auch Scarpetta selbst gerät ins Visier eines grausamen Psychopathen …“

Elizabeth George – Wer dem Tode geweiht:

„Nach Wochen der Einsamkeit fernab von London kehrt Thomas Lynley in die City zurück. Als Isabelle Ardery, eine Kollegin aus vergangenen Tagen, ihn um Unterstützung bei einem komplizierten Mordfall bittet, zögert er kurz – und tut ihr dann den Gefallen. Während Ardery im Laufe der Ermittlungen zusehends ins Kreuzfeuer der Kritik gerät, besinnt Lynley sich seiner früheren Stärken. Und seiner genialen Ermittlungspartnerin Detective Sergeant Barbara Havers …“

E. L. James – Shades of Grey – Gefährliche Liebe:

„Verunsichert durch die gefährlichen Leidenschaften und dunklen Geheimnisse ihres Liebhabers Christian Grey, bricht Ana Steele ihre Beziehung zu dem attraktiven jungen Mann ab und versucht wieder ein ruhiges Leben zu führen. Aber Anas Verlangen nach Christian ist ungebrochen, so sehr sie dies auch zu verleugnen sucht. Als Christian vorschlägt, sich wenigstens noch ein einziges Mal mit ihr zu treffen, willigt Ana daher sofort ein – und beginnt erneut eine Affäre mit ihm. Eine höchst gefährliche Affäre, in der sie immer wieder Grenzen überschreitet, in der sie aber auch mehr über die Vergangenheit von Christian erfährt – eine Vergangenheit, die ihn zu einem ebenso verletzlichen wie faszinierenden Mann gemacht haben, der seitdem mit seinen inneren Dämonen kämpft. Gleichzeitig sieht sich Ana der Eifersucht der Frauen gegenüber, die vor ihr Christians Liebhaberinnen waren. Und sie muss die wichtigste Entscheidung ihres Lebens treffen. Eine Entscheidung, bei der ihr niemand helfen kann …“

E.L. James – Shades of Grey – Befreite Lust:

„Zunächst scheint sich Christian tatsächlich auf Ana einzulassen, und die beiden genießen ihre Leidenschaft und die unendlichen Möglichkeiten ihrer Liebe. Aber Ana ist sich bewusst, dass es nicht einfach sein wird, mit Christian zusammenzuleben. Ana muss vor allem lernen, Christians Lebensstil zu teilen, ohne ihre Persönlichkeit und ihre Unabhängigkeit zu verlieren. Und Christian muss sich von den Dämonen seiner Vergangenheit befreien.
Gerade in dem Moment, als ihre Liebe alle Hindernisse zu überwinden scheint, werden Ana und Christian Opfer von Missgunst und Intrigen, und Anas schlimmste Albträume werden wahr. Ganz auf sich allein gestellt, muss sich Ana endlich Christians Vergangenheit stellen. „

Gabi Groger – Verrückt nach Brause:

„Ist öliger Abgang ein Kündigungsgrund?

Bin ich beinahe hochbegabt?

Bekommt man für Männer eine Abwrackprämie?

Diese und andere Fragen stellt sich Birgit Fischer, Enddreißigerin und alleinerziehende Mutter von Sohn Tom und Labrador Ben. Ihren turbulenten Alltag meistert sie zwischen Kind, Hund und Büro mit viel Humor. Dabei lässt sie kein Fettnäpfchen aus.

Als sie das Internet für sich entdeckt, erlebt sie Heiteres und Skurriles mit der Spezies Mann. Aber ob sie dort auch ihren Traumprinzen findet?…“

Andreas Winkelmann – Blinder Instinkt:

„Ein entführtes Mädchen, ein trauernder Bruder, ein eiskalter Psychopath …

Ein heißer Sommertag. In einem verwilderten Garten sitzt ein junges Mädchen auf einer Schaukel. Alles um es herum leuchtet in strahlenden Blütenfarben, doch das Mädchen nimmt nichts davon wahr, es ist blind. Dafür spürt es ganz deutlich, dass sich ihm jemand nähert, jemand, von dem etwas zutiefst Böses ausgeht. Es versucht noch wegzulaufen – vergeblich … Jahre später wird Kommissarin Franziska Gottlob zu einem Wohnheim für Kinder gerufen. Wieder ist ein junges Mädchen verschwunden. Das Kind ist blind. Und vom Täter fehlt jede Spur.“

Veronica Rossi – Gebannt. Unter fremdem Himmel:

„Getrennt durch zwei Welten, geeint im Überlebenskampf, verbunden in unendlicher Liebe. Die siebzehnjährige Aria lebt in einer Welt, die perfekter ist als die Realität. Perry kommt aus einer Wildnis, die realer ist als jede Perfektion und in der wilde Stürme das Leben bedrohen. Als Aria in seine Welt verstoßen wird, rettet Perry ihr das Leben. Trotz ihrer Fremdheit verbindet die beiden die Verzweiflung und Sorge um die, die sie lieben. Aria will ihre verschollene Mutter wiederfinden, Perry ist auf der Suche nach seinem Neffen, an dessen Entführung er sich die Schuld gibt. Aria versucht, vor Perry zu verbergen, dass ihre Gefühle ihm gegenüber sich wandeln. Doch Perry hat dies längst schon entdeckt, aber nicht nur bei Aria, auch bei sich selbst. In diesem ersten Band ihrer Trilogie schreibt Autorin Veronica Rossi über große Gefühle und tödliche Abenteuer, über Mut und Sinnlichkeit und über eine Heldin, die ihre Stärke entdeckt. Dieses Buch ist zutiefst romantisch und packend und so aufregend, dass man es nur schwer aus der Hand legen kann vor Ungeduld, zu erfahren, wie es auf der nächsten Seite weitergeht!“

So, das wars erst einmal wieder für die nächste Zeit – ist ja auch wahrlich genug! Wie ihr seht, bin auch ich dem Hype von Shades of Grey erlegen, Schande über mich =) Es hat zwar länger gedauert, aber Band 1 bin ich grad am lesen und ich muss sagen, so schlecht wie ich mir vorstellte, ist es gar nicht. Also mussten demnach auch Band 2+3 her – meine Rezension zu 1 wird es bald geben =)

Interview mit Erik Kellen posted by on 17. Mai 2013

Letzten Monat habe ich das Buch „Gezeitenzauber“ von Erik Kellen lesen dürfen – und es hat mich echt begeistert, da muss ich auf jeden Fall auch den weiteren Teil lesen, der bald erscheinen wird.  Natürlich war ich daraufhin neugierig, wer sich hinter dem Autor versteckt und so musste er einige neugierige Fragen über sich ergehen lassen =)

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Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich war schon immer eine Leseratte. Dank meiner Eltern habe ich auch schon früh Bücher gelesen. Mit dem Schreiben angefangen habe ich als Musiker. Ich war Sänger einer Band und habe die Texte geschrieben, aber auch schon vorher in der Schule waren meine Aufsätze berüchtigt. Später waren es Gedichte und Kurzgeschichten. Schließlich habe ich für meinen Neffen ein Kinderbuch verfasst. Danach ist das Schreiben zur Leidenschaft geworden. Erst sollte es ein Thriller werden, der in Hamburg spielt, doch dann entdeckte ich die Fantasy für mich. Da kann man mit nur einem Satz die ganze Welt aus den Angeln heben, das hat mir gefallen.

Wie kam die Idee zu deinem Roman „Gezeitenzauber“?

So abgedroschen es auch klingen mag, ich habe eine Szene aus dem Buch geträumt. Danach gab es kein Halten mehr.

Wie hast du diese umgesetzt? Gleich losgeschrieben oder erst einmal Stichpunkte gemacht, die Charaktere gezeichnet?

Als ich morgens aufwachte, verrauchten die Bilder nicht wie sonst, sondern blieben. Ich setzte mich an meinen Laptop und schrieb in einem Rutsch die ersten zwanzig Seiten. Alle waren sie bereits da: Nilah, Liran, Tok und natürlich Sunabru. Ich musste ihnen nur noch folgen auf ihrem abenteuerlichen Weg. Nach und nach ergaben sich auch die Hintergründe, aber eher intuitiv, als dass ich daran herumgebastelt hätte. Wie gesagt, alles war da, ich musste es nur noch ins rechte Licht rücken.

In welcher Atmosphäre schreibst du am liebsten?

Schreiben kann ich überall, solange man mich dabei halbwegs in Ruhe lässt. Aber am liebsten schreibe ich abends bis in die Nacht hinein. Dabei hilft mir eine beleuchtete Tastatur, so dass ich nur noch eine Kerze brennen lasse. Dann komme ich mir vor wie diese alten Geschichtenerzähler, die beim Licht einer alten Funzel die Feder ins Tintenfässchen tauchten und ihre Geschichten auf verblichenes Pergament bannten.

Außerdem suche ich für die wichtigen Szenen ein ganz bestimmtes Musikstück aus. Kopfhörer auf und das kann dann, solange die Szene eben dauert, locker vierzig Mal hintereinander das gleiche Lied sein.

Erzähle uns doch einmal etwas über dich, aus deinem Alltag, Leben! Was machst du in deiner Freizeit? Was in der Berufswelt?

Ich lese viel, das ist wohl der größte Teil meiner Freizeit, wenn ich nicht schreibe. Mit dabei ist aber immer ein Notizblock, denn dabei notiere ich mir jede Idee, die mir in den Kopf kommt.

Da ich zur Zeit ausschließlich schreibe, besteht der Tag aus Sekretärsarbeit wie Mails beantworten, Bloggern schreiben, Werbung versenden und und und. Damit ich wieder einen freien Kopf für meine Geschichten bekomme, laufe ich so etwa eine Stunde durch den Hamburger Stadtpark, meist um den See herum. Doch bräuchte ich eigentlich jemanden der mit Fahrrad, Zettel und Stift dabei ist, denn beim Laufen habe ich oft die besten Ideen.

Das nächste Ablenkungsmanöver besteht im Kochen, und man mag es glauben oder nicht, ich wasche den Krempel danach auch noch gern ab. Das ist sehr entspannend. Dann vielleicht noch eine Folge The Big Bang Theorie oder einen Film und Zack ist auch schon wieder Schreibzeit.

Also ein ziemlich langweiliges Dasein 🙂

 Welches Genre bevorzugst du selbst bei Büchern, wer sind deine Lieblingsautoren?

Ich lese fast alles. Historie, Thriller, Gesellschaft, Geschichte, Comics, aber seit einigen Jahren überwiegt doch die Fantasy. Da lese ich seit Jahren begeistert Joe Abercrombie, Patrick Rothfuss oder Michelle Pavers tolle Serie über die dunklen Wälder. Früher, und heute auch noch manchmal, Jules Verne, Edgar Alan Poe, Shakespeare und natürlich Herman Melvilles Moby Dick.

Magst du eher eBooks oder Bücher aus Papier, wie siehst du das Ganze?

Bisher bin ich noch ein echter Papier­fe­ti­schis­t. Aber ich sehe auch die Veränderungen, die längst auf einen Wandel hindeuten. Ich habe auch schon auf dem Kindle gelesen, aber noch gefällt mir so ne dicke Schwarte in der Hand besser.

Welches Gefühl hast du beim Abschluss einer Geschichte/eines Buches?

Das ist sehr unterschiedlich. Zum einen pure Freude, weil es vollendet ist. Ein wenig später ein Gefühl des Verlustes, weil etwas vorüber ist, beendet. Dann vermisse ich meine Figuren, als wäre es echte Freunde, die mal eben nach Neuseeland ausgewandert sind. Es dauert immer eine gewisse Zeit, bis ich wirklich loslassen kann. Aber sie werden immer ein Teil meiner Seele sein.

Hast du bereits ein neues Buch in Planung, über welches du uns etwas erzählen magst?

Ja, habe ich. Da vieles mit dem zweiten Band von GezeitenZauber nicht so gelaufen ist wie ich es geplant hatte, musste ich die Geschichte oft beiseite legen, denn es gab Verzögerungen, auf die ich keinen Einfluss nehmen konnte. Aber so ist das Leben. Zu meinem Schrecken passierte mir etwas , das jeder Autor fürchtet: Die weiße Seite. Ich saß davor und war wie abgeschnitten von meiner eigenen Geschichte, meiner Welt, die ich so gut kenne. Es war zum Haare raufen und echte Verzweiflung machte sich breit.

Also nahm ich eine Auszeit und nahm ein Projekt aus der Schublade, dass eigentlich erst später beginnen sollte. In dieser „neuen“ Umgebung ruckte der Schreibmotor wieder an, hustete ein paar Mal und ich schrieb in wenigen Monaten die neue Story nieder. Es ist der Beginn einer tollen, und wie ich finde, sehr außergewöhnlichen Reihe. Fantasy, Dystopie (alternative Zeitlinie) und sogar einigen Steampunk-Elementen. Der erste Band wird: DAS LIED VON ANEVAY & ROBERT heißen. Man kann Cover und Klappentext auf meiner Homepage finden.

Aber natürlich kommt SeelenZauber bald! Die Schwierigkeiten haben sich endlich aufgelöst und so wird es wohl im Sommer / Herbst endlich so weit sein. Dann werden Nilah und Liran in ein spannendes Finale schlittern, das so, glaube ich, noch nie geschrieben wurde. Es wir ein leidvoller Weg.

Was möchtest du am liebsten einmal an deine Leser loswerden oder an welche, die es noch werden? =)

Hm? Ich finde es einfach wunderbar, dass es trotz vierundzwanzigstündiger Dauerberieselung durch das Fernsehen noch so viele Menschen gibt, die gerne Geschichten lesen. Ohne sie wäre ich gar nichts.

Ich würde mir manchmal wünschen, dass Leser verstehen, wie viel Kraft, Energie und Herzblut in solch ein Projekt fließen. Als Autor möchte ich eine Geschichte abliefern, die ungewöhnlich ist, die verzaubert, die alle Leser auf eine Reise mitnimmt. Dass braucht vor allem Zeit. Ich möchte niemals zu jenen Schriftstellern gehören, die ein paar Ideen aus den Bestsellerlisten rupfen und nur ein paar Namen und Orte austauschen, oder die ein bekanntes Thema zum 300sten Mal, nun aber mit Strähnchen, verwenden. Nein! Ich will, dass meine Leser auf etwas treffen, dass sie so noch nie gelesen haben.

Lieber Erik – vielen Dank für deine Zeit, die Fragen zu beantworten und uns so einen Einblick hinter die Kulisse des Autors zu Gezeitenzauber werfen zu lassen!

Christoph Zachariae – Ödland: Erstes Buch: Der Keller posted by on 9. Mai 2013

Man stelle sich vor, die Welt geht zugrunde, existiert nicht mehr, wie sie es jetzt tut. Was macht dann die Menschheit? Geht sie auch unter? Im Endzeitroman von Chris Zachariae verscharren sich zumindest ein Teil der Menschen im Keller und gehen nicht mehr an die Oberfläche.

Autor: Christoph Zachariae
Titel: Ödland: Erstes Buch: Der Keller
Genre: Endzeitroman, Dystopie
Erscheinungsdatum: 08.10.2012
eBook: 257 Seiten
Preis:  3,99 €

Die Welt ist nicht mehr das, was sie einmal war. Sie ging vor vierzig Jahren unter, seitdem wird hier nur noch um den Rest der Vorräte gekämpft. Übrig bleiben hier nur noch Wüste und Wildnis – das Ödland. Die Überlebenden rotten sich zusammen und verkriechen sich in sogenannten Enklaven, was aus Kellern, Bunkern etc. bestehen kann. Klar müssen sie immer wieder einmal raus, um auf die Suche nach neuen Dingen, Essen und Errungenschaften zu gehen. Doch ist das sehr gefährlich, denn die übrigen Menschen bekriegen sich, sobald sie sich sehen, denn ein jeder ist auf der Suche nach etwas Essbarem und fühlt sich bedroht durch die anderen, welche es wegnehmen könnten.

Mega, eine 19jährige junge Frau, wächst in einem der Keller auf unter der Universität. Sie kennt die Welt oberhalb nicht, möchte das aber ändern. Mega ist aber anders als andere junge Menschen nicht im Keller geboren und das weiß sie, auch wenn sie sich nicht daran erinnern kann. Sie hatte ein Leben vor dem Keller…

Der Endzeitroman ist realistisch geschrieben, verstrickt den Leser in Szenarien, die er sich kaum vorzustellen vermag. Die Leute im Keller sind wie eine kleine Gemeinschaft – ein Dorf, das untergegangen ist. Nur gehen ihnen auch die Vorräte aus und sie werden nicht jünger. Mega haben sie vor ihrer Tür gefunden und sie sofort aufgenommen, auch wenn sie deren Herkunft nicht wussten und sie ja auch ein Spion sein könnte.

Mega ist gut gezeichnet, nicht gerade naiv wie sie für ihr Alter sein könnte, aber auch nicht zu überreif. Sie ist mutig und neugierig und aufmüpfig, wie es Jugendliche in deren Alter normalerweise sind. Sie lernt schnell und erinnert sich an die Vergangenheit, auch wenn sie nicht sagen kann was sich dort abspielte.

Als die Enklave angegriffen wird, spielt sich die Spannung hoch und man möchte mehr darüber erfahren, denn das alles geschieht nicht ohne Grund. Hagen, der Anführer, scheint Mega irgendwoher zu kennen. Gleichzeitig will natürlich auch der Leser wissen, was dahintersteckt und liest umso schneller, um voranzukommen.

Die Perspektive wechselt öfters von der Gegenwart zur Vergangenheit, wie die Ausbildung Megas vorangegangen ist. Die Gegenwart ist der Angriff der Enklave durch Hagen und dessen Sippe. Man erfährt Stück für Stück mehr über die Gründe und auch Megas Vergangenheit. Woher kannte sie Waffen und wie man damit umgeht? Auch wenn sie es selbst nicht weiß, der Leser möchte es unbedingt in Erfahrung bringen. Genaugenommen sind es drei Stränge, die erzählt werden – Mega und die Leute im Keller, die Leute bei denen Mega danach unterkam und nach dem Angriff von Hagens Truppe und der Fortgang danach.

Sobald Mega aus der sicheren Umgebung der Universität raus ist und auf den verlassenen Straßen fährt, kehrt ihre Erinnerung immer mehr und mehr zurück. Man vermag nicht zu sagen, was in einem selbst vorgeht, man sieht sich selbst als Mega und verfließt total mit der Geschichte. Wo wird es Mega hin verschlagen? Man folgt ihr ruhigen Schrittes und Zeilen. Wann sie wohl auf die ersten anderen Menschen treffen wird und wie diese sie aufnehmen oder bekriegen sie sich gar? Diese Fragen jagen einem durch den Kopf während des Lesens.

Am Ende angekommen ist man erst mal sauer auf den Autor, ein ganz böser Cliffhanger! Was einen aber nur umso gespannter macht auf den weiteren Band!

Man kann sich kaum vorstellen, wie eine solche Welt in Zukunft aussehen mag. Der Autor hat hier mit seiner klaren Ausdrucksweise und dem leicht verständlichen Schreibstil eine klare Vorstellung davon geliefert, was uns erwarten könnte und was wir keinesfalls haben möchten. Doch wer weiß, wie es in Zukunft aussehen mag, die Menschen machen die Welt ja selbst kaputt.

Dies ist ein Buch für diejenigen, die sich gern in eine andere Zeit versetzen lassen möchten, was nicht heißt, in eine bessere! Bei diesem Buch kann man aber gut in eine andere Fantasie entschlüpfen und hat eine große Spannung dabei, man ist gut unterhalten!

4 von 5 Punkten

Neues der letzten Zeit posted by on 9. Mai 2013

Na klar hat es wieder nicht lange gedauert, bis neue Bücher in mein Regal einziehen. Hier meine Beute:

Thomas Finn – Der silberne Traum:

„Die böse Nebelkönigin Morgoya trachtet nach der Weltherrschaft und ausgerechnet eine Elfe stellt sich ihr in den Weg: Fi. Sie will ihr Volk befreien und hat einen mächtigen Verbündeten: Nikk, den König des Meervolks!“

Nora Morgenroth – Die Gabe:

„Es geschieht mitten in der Nacht auf einer verschneiten Autobahn: Nora Morgenroth übersteht nahezu unbeschadet den Autounfall, bei dem ihre Schwester schwer verletzt und der Schwager getötet wird. Sie hat Glück gehabt, doch bald nach dem Unfall wird Nora von seltsamen Träumen und Stimmen heimgesucht. In der Wohnung, die sie erst kürzlich bezogen hat, verstärken sich die Visionen. Dann erfährt Nora, dass die vorige Mieterin unter ungeklärten Umständen ums Leben kam…“

Michael Mittermeier – Achtung Baby!:

„Jahrelang hat Michael Mittermeier auf der Bühne Späße über junge Eltern gemacht. Vor kurzem ist er selbst Vater geworden. Wie seine Tochter sein Leben verändert und worüber er jetzt lacht, erzählt er in diesem Buch. Er übersetzt darin die Direktheit seiner Live- Programme in eine Sprache, in der man ihn gestenreich erzählend vor sich sieht. „Achtung Baby“ ist ein wunderbar selbstironischer und herzzerreißend ehrlicher Bericht über eine Zeit im Leben, in der sich Gefühle von Stolz, Unsicherheit und Glück rasant abwechseln. Eins ist danach klar: Das Leben mit Kindern ist anders als man denkt, nämlich viel lustiger.“

Adam Fawyer – Null:

„Die Wahrscheinlichkeit des Todes David Caine führt ein gefährliches Doppelleben. Tagsüber begeistert er seine Studenten für Quantenphysik und Wahrscheinlichkeitsrechnung, nachts taucht er ab in die Welt der Pokerclubs in Manhattan. Der brillante Mathematiker kann in Sekundenschnelle die Gewinnchancen seiner Mitspieler berechnen. Doch eines Nachts unterläuft ihm ein Fehler, und sein Leben gerät außer Kontrolle. Eine atemberaubende Jagd beginnt, bei der David Caine nicht nur um sein Leben fürchten muss, sondern auch um seinen Verstand.“

Chris Wooding – Malice: Du entkommst ihm nicht!:

„Eine finstere Comicwelt voller bösartiger Maschinenwesen und heimtückischer Labyrinthe – das ist Malice. Wer den Hüter des Comics, Tall Jake, in einem geheimen Ritual ruft und dorthin gelangt, heißt es, den erwarte das Abenteuer seines Lebens – und der sichere Tod. Seth und Kady schenken den Gerüchten keinen Glauben. Bis ihr Freund Luke spurlos verschwindet. Kurz darauf fällt ihnen ein Comic in die Hände und sie machen eine grausame Entdeckung: Der Junge im Comic sieht aus wie Luke …“

Douglas Preston & Lincoln Child – Fever:

„Auf dem Stammsitz seiner Familie macht Pendergast eine ungeheuerliche Entdeckung: Seine Frau Helen ist vor zwölf Jahren nicht durch einen Unfall ums Leben gekommen – es war ein heimtückischer Mord! Gemeinsam mit seinem Freund D’Agosta beginnt Pendergast zu ermitteln, doch in den Schatten der Vergangenheit verbirgt sich manches Geheimnis, das besser nicht gelüftet worden wäre. Pendergast muss erkennen, dass Helen ihn aus vielen Gründen geheiratet hat, nur nicht aus Liebe. Aber welche Rolle spielte ein geheimnisumwitterter Künstler aus dem 19. Jahrhundert und eine Fieberkrankheit, die stets tödlich endet?“

Malice habe ich beim lieben Kevin gewonnen bei der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ – vielen Dank hierfür Kevin!
Seit neustem gibt es bei uns einen offenen Bücherschrank, bei welchem ich natürlich auch sofort vorbeischauen musste, um etwas hineinzutun und natürlich auch entnehmen – fündig geworden bin ich hierbei und habe Mittermeier und Fawyer ergattert. Da werde ich bestimmt noch öfters vorbeischauen, was sich so darin tummelt!

Dietrich Faber – Der Tod macht Schule posted by on 5. Mai 2013

Polizisten in lokalen Kleinorten – haben die überhaupt etwas zu tun? Geht es hier nicht meist friedlich zu? Richtig – meist! Aber scheinbar doch nicht immer. In Bröhmanns zweitem Fall geht es auch heiß her, die Lokalitäten spielen verrückt.

Autor: Dietrich Faber
Titel: Der Tod macht Schule
Genre: Krimi
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 01.11.2012
Taschenbuch: 304 Seiten
Preis: 13,95 Euro

Im hessischen Gebiet Vogelsberg bespricht Bröhmann gerade mit der Direktorin seiner Tochter das weitere Vorgehen ihrer Schullaufbahn, da sie nicht gerade die Beste ist. Da kommt ein Stein durch die Scheibe geflogen. Bröhmann verfolgt den Werfer zwar, erwischt ihn aber nicht. Nun häufen sich die „Streiche“, bis die Direktorin sogar tot aufgefunden wird. Henning Bröhmann ist wild entschlossen, den Täter zu finden. Hierbei wird er noch von dem Praktikant auf der Polizeistelle behindert, welcher ihn ständig belauert und irgendwelche Fragen und Meinungen zu sagen hat. Dieser ist eigentlich schon Rentner, war einmal bei einer Zeitung beschäftigt und schreibt nun einen Roman, weshalb er live bei der Polizei ein Praktikum macht. Nebenbei beschäftigen Henning noch andere Dinge, z.B. dass er den Freund seiner Tochter so gar nicht mag oder die Polizeipsychologin, die ihn mehr anzieht, als es sollte, da er ja verheiratet ist und sie zudem auch. Da kommt alles durcheinander als der Täter mittels DNA erkannt wird….

Was für ein Krimi! Das denkt der Leser schon in den ersten Seiten, denn hier geht es gar nicht so ernst zu, wie es den Anschein hat. Der Hauptkomissar ist eine witzige Person, immer mit viel Humor aufgelegt, trotzdem etwas träge. Er schleppt sich durch sein Leben, seinen Job bei der Polizei, den er eigentlich nur Vitamin B zu verdanken hat. Der Fall rüttelt ihn aber wieder auf und er ist bald richtig bei der Sache. Wäre da nicht der Freund seiner Tochter, der ihm immer wieder die Laune vermiest, da er ihn nicht mag. Oder aber die Schulpsychologin, die er zuviel mag.

Bröhmanns Tochter ist eine richtige, pubertierende Zicke. So wie sie die E-Mails an ihre beste Freundin schreibt, die gerade in den USA ist, so stellt man sie sich auch vor – als eine vorlaute Göre, die zu verwöhnt ist und denkt, sie werde immer benachteiligt und es sollte alles nach ihrem Kopf gehen. Kennen wir alle schon – waren wir früher nicht auch einmal so in dem Alter von 15 Jahren? Da möchten die Jugendlichen einfach mit dem Kopf durch die Wand, um ihr Erwachsensein zu demonstrieren.

Die Personen sind sehr herzlich gezeichnet – der Autor hat hier bildhafte Persönlichkeiten erstellt, die es in das Herz des Lesers schaffen, oder aber nicht! Man hegt sofort Sympathien und Antipathien für die Charaktere, ein Mittelding gibt es nicht. Am sympathischsten ist einem hier natürlich der Protagonist, man stimmt im des Öfteren zu und ist auch seiner Meinung. Er ist besonders gut hervorgebracht, was ja auch Sinn sein sollte bei einem Protagonisten. Man schlägt sich mit ihm die Ermittlungen um die Ohren, man verdächtigt diesen und jenen und kommt doch zu keinem Schluss.

Es ist so, als wäre man stetig mit dabei. Man schaut dem Polizisten über die Schulter und macht sich in Gedanken Notizen mit. Gleichzeitig schüttelt man aber immer wieder den Kopf über absurde Dinge oder eben auch abstrakte Unterhaltungen, die so gar nichts damit zu tun haben.

Der auf dem Klappentext gekrönte Roman des Praktikants der Geschäftsstelle erscheint immer wieder zwischendurch, welcher sich sehr gut macht in der Geschichte. Man könnte fast meinen, es ist ein Buch im Buch – super gemacht!

Der Schreibstil sowie auch die Redensweise und Vorgehensweise des ganzen Romans sind genau angepasst und lassen einen am Stück durchweg lesen. Man merkt gar nicht, wie die Zeit verghet und die Seiten immer weniger werden. Man ist einfach gefangen von der Ermittlung und möchte gar nicht mehr aufhören, mitzuermitteln.

Leider habe ich den ersten Teil nicht gelesen und kann so nicht sagen, ob dieser hier besser oder schlechter ist. Mir hat der Krimi aber bestens gefallen und hat mich sehr gut unterhalten – auch wenn mich der hessische Dialekt etwas genervt hat. So wäre es mir aber bestimmt mit jedem Dialekt gegangen, da dieser meines Erachtens nichts in einem Buch verloren hat – auch wenn es die Umstände etwas heimischer macht.

Ich weiß nicht, wie es anderen Lesern hier ging – ich habe ziemlich schnell bemerkt, wie hier der Hase läuft und konnte am Ende nicht mehr groß überrascht werden – naja fast nicht. Dennoch hat die Geschichte mich so gefesselt, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Der leichte Schreibstil sowie die lustigen Dialoge und Situationen, zwischendrin der Fortgang der Ermittlungen, es ergibt alles eine gelungene Mischung an niveauvoller Krimiunterhaltung.

Wer hier nicht gerne blutige Thriller liest und gut mit viel Humor in einem Krimi klarkommt und welchem dies sogar wünschenswert ist, dieser ist hier gut bedient – man wird das Buch in einem Rutsch weglesen können und ist des Öfteren am Schmunzeln!

4 von 5 Punkten

Hannah Winter – Seelenriss posted by on 4. Mai 2013

Was, wenn die Zeit rennt – gegen einen selbst? Wenn der Mörder schneller ist als die Polizei? Dies muss Profilerin Lena im Thriller von Hannah Winter „Seelenriss“ am eigenen Leib erkennen und schnell zur Tat schreiten und ihn dingfest machen…

Autor: Hannah Winter
Titel: Seelenriss
Genre: Thriller
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Erscheinungsdatum:  15.02.2013
Taschenbuch: 320 Seiten
Preis: 8,99 €

Ein Killer in Berlin treibt sein Unwesen. Keiner weiß genau, was sein Motiv ist, wen und warum er sich als nächstes aussucht. Nur Lena Peters vermag das zu beenden, sie hat die Hölle am eigenen Körper erlebt und nur sie weiß, wo Gedanken endlos kreisen, findet das Böse keine Ruhe.

Man bekommt sogleich Einblick in Lenas Leben als Profilerin und in ihre Gefühlswelt. Sie ist eine zarte Person, die gerne stärker erscheint, als sie ist. So schlägt sie ihr Leben durch die Welt der Polizisten und leidet wie auch die anderen unter Zeitdruck.

Ihr Partner, Wulf Belling, ist nicht so detailgetreu gezeichnet für den Leser. Er scheint aber eine aufrichtige Person zu sein. Er steht zu Lena und steht auch hinter ihr – stärkt ihr sogar den Rücken vor all den Kollegen. Auch wenn er einige ihrer Alleingänge nicht gern sieht, steht er ihr doch immer wieder bei. Doch hat dieser Mensch ein Geheimnis, das Lena zu ergründen zu versucht, was den Leser unter anderem zur Weißglut bringen könnte, ob es wohl mit der Geschichte zu tun hat oder nicht.

Alle anderen Charaktere in diesem Buch sind nicht so genau beschrieben und man nimmt sie eher nur am Rande wahr. Selbst den Täter, welcher in Kapiteln auch erwähnt wird, sogar aus seiner Sicht geschrieben – man kann ihn sich nicht bildlich vor Augen führen.

Die leichten Kapitel lassen den Leser schnellstens vorankommen, in Kürze ist man schon am Ende angelangt. Doch die Spannung in diesem Thriller lässt etwas nach, sie fängt nicht richtig an und kommt auch nicht in Fahrt. Das ist das Manko an diesem Thriller, was der Leser vermisst beim Rätseln wer denn der Mörder ist und was sein Motiv ist. Es ist eher eine leichte Unterhaltung mit Thrillermomenten, mit der Hoffnung auf mehr Spannung. Trotzdem hört man nicht auf zu lesen, ad die Unterhaltung eben gut erhalten ist durch den leichten Schreibstil und die kurzen Kapitel.

Schade hieran ist, dass die Personen etwas undurchsichtig sind, die Handlung vor sich hinplätschert und die Spannung fern bleibt. Man fühlt sich in irgendeiner Weise zwar mit den Personen verbunden und ist mitten dabei, jedoch fehlt hier etwas grundlegendes, das einen mitreisst und total aus der Realität wegzieht, so wie es bei Thrillern der Fall sein müsste.

Dennoch war es ein Buch, das man gerne und gut lesen kann, welches einen für gewisse Zeit auch unterhält – ganz langweilig wird es einem hierbei nicht und man ist gerne bei den Ermittlungen von Peters und Wulf dabei, auf den Spuren des Täters.

Hierfür würde ich eine eingeschränkte Leseempfehlung aussprechen an diejenigen, die nicht ständig Krimis/Thriller lesen und mehr gewohnt sind, welche sich mit einer Ermittlung den Tag versüßen möchten, denn dafür ist der Thriller gut gemacht und unterhält einen!

3 von 5 Punkten

Vera Nentwich – Rausgekickt: Weiße Sterne: Das Schicksal will auch mal Spaß haben posted by on 3. Mai 2013

Liebe Leser, glaubt ihr an das Schicksal? Oder an Zufall? Was, wenn das Schicksal zurückschlägt? Das darf der Protagonist aus dem Roman von Vera Nentwich erfahren, denn die Schicksalsboten erlauben sich ihre Späße mit ihm, da ja heutzutage alle zu leichtfertig mit dem Schicksal umgehen.

Autor: Vera Nentwich
Titel: Rausgekickt: Weiße Sterne
Genre: Unterhaltung, Belletristik
Erscheinungsdatum: 27.01.2013
eBook: 122 Seiten
Preis: 6,99 €

Daniel hat es am liebsten bequem und einfach – er geht arbeiten und kaum ist er daheim, schaut er sich seine Folgen Startrek an, mehr braucht er zu seinem Glück nicht. Doch das sieht das Schicksal anders und hat andere Pläne, sie durchkreuzen sein Leben. Jeder kennt das, man erkennt durch einen Wink seine Traumfrau, seinen Traummann. Oder man entkommt einem Unfall durch einen kleinen Glücksfall – Schicksal? Doch heute wird alles anders gehandhabt, Leute die sich zufällig über den Weg laufen und einen Wink des Schicksals bekommen, schnauzen sich an, statt sich kennenzulernen, der Unfall ist nicht aufzuhalten. Ist es da ein Wunder, dass das Schicksal sauer ist? Da muss der Frust raus und Daniel, 35, kommt dem Schicksal genau gelegen. Er wird einfach mal so aus dem Leben gerissen und alles wird auf den Kopf gestellt.

Die Autorin hat mit diesem Roman eine wunderbare Botschaft herübergebracht. Die Menschen laufen in ihrem Alltagstrott blind durchs Leben, sie sehen die kleinen Schicksalsschläge einfach nicht mehr, ignorieren sie. Es funktioniert alles so, wie sie es haben wollen, doch für kleine glückliche Momente haben sie keine Zeit mehr, keinen Augenblick des Sehens. So auch Daniel – bis ihn ein Tag erreicht, an dem eigentlich einfach alles schief läuft. Es geht grundsätzlich alles schief, was nur schief gehen kann, er steht ohne irgendetwas da. Warum passiert ihm das, hat er etwa zu wenig auf sich geachtet?

Die Schicksalsboten sind „Personen“, die eigentlich nette Begebenheiten zwischen den Menschen zaubern sollten. Doch da die Menschen das viel zu wenig wertschätzen, nutzen diese das in dem Roman aus und wischen der Menschheit oder wohl eher Daniel eins aus. Sie haben einen Heidenspaß daran, ihn von einem Fettnäpfchen ins andere laufen zu lassen. Dabei ist er immernoch ganz ruhig und gelassen, wird aber mit jedem neuen Schlag reifer und standhafter, könnte man meinen. Trotzdem fühlt er sich eher als Beobachter seines Lebens, macht sich aber auch mehr und mehr Gedanken darüber, was da gerade passiert.

Dieser leichte Roman, der einen sehr gut unterhält, hat eigentlich eine Botschaft, die viel tiefgründiger geht, als man denkt. Wir Menschen nehmen außer uns gar nicht mehr die Umwelt und deren anderen Mitspieler wahr, es geht immer nur um uns und dass alles geschafft wird, was noch zu tun ist. Wir hetzen durch die Welt ohne uns umzuschauen, uns an kleinen Dingen zu erfreuen. Da ist es doch kein Wunder wenn das Schicksal eines Tages zurückschlägt oder?

Die Autorin hat mit diesem Werk eine wirklich super Unterhaltung geschaffen, die einen gleichzeitig nachdenken lässt, was eigentlich um uns herum passiert und wie wir das alles wahrnehmen, was wir alles ignorieren und was uns entgeht.

Für Leseliebhaber leichter Lektüre mit Hintergrund, welche einen noch länger in Gedanken haften bleibt und einem zum Denken gibt, ein wahrer Genuss! Hierfür kann ich wärmstens eine Leseempfehlung geben!

5 von 5 Punkten

Anna Radovani – Der Walnussbaum posted by on 1. Mai 2013

Jeder verbindet einen Gegenstand, ein Lied, eine Situation oder was auch immer mit einigen Erinnerungen. Im Roman „Der Walnussbaum“ von Anna Radovani ist ein Walnussbaum enorm wichtig für die Protagonistin, mit diesem läuft alles zusammen.

Autor: Anna Radovani
Titel: Der Walnussbaum
Genre: Unterhaltung, Drama
eBook: 312 Seiten
Preis: 2,87 €

Die junge Kroatin Nella lernt 1980 den sympathischen Nik kennen und verliebt sich auch sogleich in ihn. Gleichzeitig herrscht hier aber der Krieg – schafft es ihre Liebe diesen zu überstehen? Auch Ereignisse aus der Vergangenheit machen ihr hier zu schaffen und Nella muss sich entscheiden: Für den Kampf für Freiheit oder für die Liebe ihres Lebens.

Anfangs ist einem nicht gleich klar, was es mit dem Baum auf sich hat. Nach einigen Seiten wird aber schnell klar, dass dieser ein großes Lebensereignis von Nella darstellt. Ihm erzählt sie ihre Träume, Wünsche und vertraut sich ihm ganz an. Zudem erinnert er sie an ihren Großvater, der verstorben ist. Dieser hat den Baum einmal gepflanzt. So nimmt die Geschichte ihren Lauf, dass Nella Nik kennenlernt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine wunderbare Liebe, die fast greifbar durch die Zeilen erscheint – man fühlt fast selbst die Schmetterlinge im Bauch.

Nella ist eine sympathische junge Dame, die sich viel vom Leben erhofft und nicht gern zurückblickt. Keiner kann es ihr verübeln – war ihre Kindheit ja nicht so leicht, denn ihre Eltern haben für die Freiheit gekämpft, waren im Gefängnis und sind dann irgendwann ausgewandert, ohne sie. Ab diesem Zeitpunkt wuchs Nella bei ihrer Oma auf, die zwei verbindet ein inniges Verhältnis.

Nik ist erst undurchschaubar, scheint aber ein sehr netter Kerl zu sein. Die zwei scheinen zusammenzupassen wie die Faust aufs Auge und man wünscht ihnen nur das Beste. Wie er Nella seine Liebe bekundet könnte fast aus einem unserer geheimsten Träume sein.

Überhaupt alle Personen in diesem Roman sind zum Greifen nahe gezeichnet, man sieht sie fast vor sich, denn durch die wunderbare Erzählweise der Autorin ist man wirklich mittendrin. Der Schreibstil ist locker gehalten und auch durch die leichten Kapitel ist das Lesen an sich selbst schnell voranbringend. Zwischendurch wird es leider etwas langatmig, da nichts zu passieren scheint und die Geschichte stellenweise vor sich hinplätschert. Es geht aber wieder bergauf und zieht den Leser von Neuem in den Sog hinein.

Wer nicht glaubt, dass selbst eine Liebesgeschichte mitreissend sein kann, der muss sich das Buch vornehmen und es von Anfang bis zu Ende lesen, auch Tränen bleiben hier nicht fern, könnte sogar ein ganzer Bach werden.

Empfehlenswert an alle Leser, die gerne bei der Geschichte dabei sind und das nicht nur als ferne Zuschauer, sondern mittendrin. Für diejenigen unter uns, die Liebesgeschichten mit geschichtlichem Hintergrund zusagen, ist es ein gefundenes Lesefutter!

4 von 5 Punkten

Gelesen im April 2013 posted by on 1. Mai 2013

Und der Monat ist doch schon wieder rum, unfassbar. Die Zeit vergeht einfach zu schnell. Diesmal sind es 8 Bücher und 1 Hörbuch – auf mein Pensum von mehr als 8 Büchern komme ich einfach nicht mehr. Aber schauen wir doch mal, was es geworden ist =)

Darren Shan – Die Toten, die ich rief 5/5

Erik Kellen – Gezeitenzauber 5/5

Robert Cormier – Zärtlichkeit 4/5

Darynda Jones – Das Flüstern der Toten 5/5

Hannah Siebern – Nubila – Das Erwachen 5/5

Bianca Peiler – Hydra 3/5

Andreas Winkelmann – Wassermanns Zorn 4/5

Shelle Sumners – Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde (Hörbuch) 5/5

Anna Radovani – Der Walnussbaum 4/5

Den Monat gab es eigentlich nur gute Bücher und darüber freue ich mich, ich wurde gut unterhalten! Für letzteres steht noch eine Rezension aus, die kommt auch in den nächsten Stunden  =) Bin mal gespannt, was der Monat Mai so bringt, aber ich denke hier wird es nicht allzu viel werden, da ich noch so viel vor habe.