Gelesen im Mai 2014 posted by on 31. Mai 2014

Unfassbar – es ist wieder ein Monat vorbei! Und es ist endlich warm! Naja, manchmal weniger, aber es ist Sommer – ist das nicht schön? Diesen Monat habe ich nicht so viel geschafft, hatte wohl zu viel andere Dinge im Kopf =) Das habe ich gelesen:

Joe R. Lansdale – Ein dunkler feiner Riss 5/5

Courtney Cole – If you stay 3/5

Thomas Finn – Der silberne Traum 4/5

Mo Hayder – Die Puppe (HB) 4/5

Judith Arendt – Unschuldslamm 3/5

Audre Le Corff – Bäume reisen nachts 5/5

Ganz wunderbar war „Bäume reisen nachts“, solche Lektüre gibt es nicht oft und wenn, dann muss man sie erst einmal finden. Kaum zu glauben, dass ich früher nur Krimi/Thriller gelesen habe, da habe ich ja einiges verpasst =) Dann starten wir doch weiter mit vielen neuen Lesestunden in den Juni, oder? Was habt ihr so  gelesen, kennt ihr was davon?

Aude Le Corff – Bäume reisen nachts posted by on 30. Mai 2014

Wie gehen Kinder damit um, wenn die Mutter in ihren jungen Jahren einfach abhaut? So etwas ist schwer verdaubar, vielleicht für immer ein Schmerz, der nie aufhört. Die kleine 8jährige Manon geht damit ganz eigen um. Wie, das erfährt der Leser im Buch „Bäume reisen nachts“ von Aude Le Corff.

Autor: Aude Le Corff
Titel: Bäume reisen nachts
Genre: Drama, Roman
Verlag: Suhrkamp Insel
Erscheinungsdatum: 10.03.2014
Taschenbuch: 201 Seiten
Preis: 12,99 €

Die kleine Manon verbringt seit Monaten ihre Tage allein im Garten unter ihrer Birke, sie redet hier mit den Ameisen und den Katzen, die sie zu lieben scheinen. Denn ihre Mutter ist eines Tages einfachso aus ihrem Leben verschwunden, ab und davon. Sie freundet sich mit dem alten Nachbarn Anatole an und verbringt fortan ihre Nachmittage bei ihm, wo er ihr aus dem Buch „Der kleine Prinz“ vorliest. Ihr Vater Pierre und auch die Schwester der Mutter Sophie vermögen nicht, an das Mädchen heranzukommen, nur Anatole schafft das. Eines Tages erhalten die Familienmitglieder überraschend Post von der Mutter. Gemeinsam machen sich alle auf die Reise quer durch Europa, ein Abenteuer, das es in sich hat.

Ganz am Anfang erfährt man gar nicht viel über Manon bzw. von ihr selbst, eher von den Mitmenschen um sie herum. Jeder hat eine andere Ansicht und sieht sie mit anderen Augen. Bis sie selbst gedanklich einmal zu Wort kommt, weiß man eigentlich schon sehr gut Bescheid, was mit ihr los ist. Man hat das Mädchen sofort ins Herz geschlossen, es ist ein schlaues, kleines Köpfchen. Sie versteht viel und nimmt auch alles recht schnell auf. Man runzelt besorgt die Stirn, da Manon bereits Zwangsstörungen entwickelt hat, wie z.B. die Katze zwei mal über den Kopf und fünf mal über den Rücken zu streicheln und andere diverse Dinge. Diese treten ja oft auf, wenn sich ein entscheidendes Ereignis im Leben auftut und eine Veränderung stattfand.

Als Manon auf Anatole trifft, welcher sie interessiert angesprochen hatte, entwickelt sich hier eine ganz besondere Freundschaft zwischen sehr jung und alt – auch er hat seine Zwangsstörungen, er hat einen Kontrollzwang und alles muss routiniert verlaufen und am Platz sein. Fortan sind die beiden nachmittags immer zusammen. Er liest ihr nicht nur aus dem Buch vor, sie unterhalten sich auch über den Sinn mancher Dinge und dem Leben. Es dauert zwar, bis Manon sich immer mehr anvertraut, aber man spürt die Tiefe der außergewöhnlichen Freundschaft. Es ist so ein großer Altersunterschied und doch sind die beiden sich gleich irgendwo. Außenstehend könnte das wohl als Opa und Enkelin gesehen werden, Anatole ist der Opa, den Manon nie hatte und gehört ab sofort zur Familie. Vielleicht sieht er ja auch in Manon das Kind, welches er nie hatte?

Im Grunde helfen die beiden sich mit ihren Gesprächen gegenseitig – er erkennt sich in ihr wieder, hat das meiste vom Leben schon hinter sich und möchte sie vor Schmerz bewahren, durch sie lernt er den Mann auch besser kennen, der er einmal war.

Manons Vater kommt einem eigentlich total unsympathisch vor, dabei ist er nur ein armer, von der Frau verlassener Mann, der nicht mit seinem Schmerz umzugehen weiß. Trotzdem ist es unverantwortlich wie er lebt und sich nicht vor seiner jungen Tochter zusammennimmt. Auch seine Handlungen sind etwas sehr überzogen und überstürzt.

In diesem Buch erfährt man einiges über das Leben, wie es laufen kann und was passiert. Es sind die Gedanken zwischen den Zeilen, die einen grübeln lassen. In diesem Buch ist so viel Tiefgründigkeit versteckt, dass es einem eigentlich Tränen in die Augen hauen müsste – dabei ist es so wundervoll geschrieben, dass man auch gleich in der Geschichte drin war, als wäre man selbst dabei. Die Autorin hat den Leser gleich zu Anfang in ihren Fängen und durch die verschiedenen Sichtweisen erfährt man mehr und möchte auch gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Ein wunderbar geschriebener Roman, in welchem jede Person durchleuchtet wird, in welchem alle Situationen, bildlich geschildert werden. Er entführt den Leser auf eine dramatische und doch schöne Reise, zeigt ihm eine außergewöhnliche Freundschaft und nimmt einen auf eine Reise mit, die man so vor Augen hat, als wäre man selbst unterwegs. Von mir eine klare Leseempfehlung!

5 von 5 Punkten

Courtney Cole – If you Stay – Füreinander bestimmt posted by on 23. Mai 2014

Irgendwie ist es ja wirklich oft so, dass die lieben Mädels die bösen Jungs lieben. Warum ist das so? Doch es heißt ja, hinter jedem harten Kern versteckt sich ein weiches Korn. Auch im Roman „If you stay“ ist es genau so – Mila, welche kein Wässerchen trübt verliebt sich Hals über Kopf in Pax, den bösen jungen von nebenan.

Autor: Courtney Cole
Titel: If you stay – Füreinander bestimmt
Genre: New Adult, Romantik
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 01.04.2014
Taschenbuch: 320 Seiten
Preis: 8,99 €

Seit ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, halten die Schwestern Mila und Madison das Familienrestaurant in Schuss. Eigentlich ist es eher Madisons Aufgabe, Mila hat ihr eigenes Kunstlädelchen, denn sie malt selber gerne und verkauft dies. Eigentlich ist sie überzeugte Single-Frau, geht es ihr doch so eigentlich gut. Diese Einstellung ändert sich aber schlagartig, als sie Pax kennenlernt, auf den ersten Blick ein böser Junge – tättowiert, muskelbepackt und ein Koloss in schlechtem Benehmen inklusive Arschlochverhalten. Doch ausgerechnet er bringt etwas in Mila zum Klingen, was sie selbst noch nicht von ihr kannte – und sie ihn ihm auch nicht.

Pax und Mila. Mila und Pax. Unterschiedlicher können die beiden gar nicht sein. Es ist hier, wie als ob Wasser auf Feuer trifft. Und doch haben die beiden etwas ganz bezauberndes, was den Leser auf ganz bestimmt Weise anzieht.

Man lernt hier die Charaktere abwechselnd nacheinander kennen. Man merkt sofort ohne die Kapitelüberschrift zu lesen, wer hier gerade an der Reihe ist. Die Autorin hat das so super hinbekommen, den Tonfall des jeweiligen, dass man gar nicht nachschauen muss, um wen es sich gerade handelt. Es ist schon erstaunlich, wie so eine zerbrechliche Person wie Mila sich so einem Stier von Pax nähert – aber auch sie ist nicht schwach, in keinster Weise. Eigentlich ist sie eine starke Person, die nur selber von sich denkt, sie sei es nicht. Pax mag ein Arsch sein, aber tief im Inneren ist er doch ein guter Kerl – und das merkt auch der Leser zwischen den Zeilen. Er ist so geworden, er war es nicht immer.

Als die beiden sich tatsächlich auf eine Art und Weise näher kommen, wie es nur möglich sein kann, springt das Knistern direkt über auf den Leser. Man stelle sich den Leser sabbernd vor dem Buch vor – so in der Art ergeht es einem! Die heißen Szenen kommen zwar erst nach einer langen Weile, dann aber mit voller Wucht! Und davor ist auch nicht zu verachten, wie die beiden sich langsam Schritt für Schritt näherkommen. Es ist schön zu sehen, wie Pax sich entwickelt, wie er sich von Arschloch zu Gentleman wandelt, sobald er nur an Mila denkt. Es ist schön zu sehen, wie seine weiche Seite hervortritt, wo man ihn doch eigentlich für einen blöden Kerl hält – anfangs zumindest!

Es plätschert lange dahin, ein Geben und Nehmen der beiden. Sie kommen aufeinander zu und doch wieder weg, es passiert immer etwas in deren Gefühlsleben. Doch beide haben etwas auf dem Herzen, eine nicht ganz leichte Kindheit. Langsam kommen sie beide den Dingen auf die Schliche und versuchen es gemeinsam zu lösen. Ein Ereignis aus Pax Kindheit bringt die junge Liebe hier stark ins Rütteln, da er sich wieder total verschlossen gibt. Hier wird es etwas spannend und man würde gern dazwischenrufen, kann aber nur Seite um Seite blättern, um zum Ergebnis zu kommen.

Etwas wirkt es gegen Ende, als wäre das Buch schnell abgehandelt worden, leider! Alles ist auf einmal so schnell gelöst oder eben auch nicht, aber da hätte man noch mehr erklären bzw. darauf eingehen können. Die Sprache des Buches ist einfach gehalten und man kann sich alles schön bildlich vorstellen – es läuft also ein Direktkino vor Augen ab! Das Beste ist – der nächste Teil dreht sich um die Schwester Madison, die ja so ganz und gar erst gegen die Liebe der beiden war! Darauf bin ich für meinen Teil schon mächtig gespannt, da sie mir erst etwas unsympathisch rüberkam. Wer weiß, wie sie wirklich innerlich tickt?

Wer sich das Buch also zu Gemüte führen mag, der muss schon ein Faible für die verletzliche, brave Braut und dem hartgesottenem, verkorksten Kerle haben. Wenn jemanden so etwas nicht zusagt, dem wird die Lektüre gleich langweilig. Empfehlen kann man das Buch allemal für ein paar schöne, gefühlvolle Stunden, ich hätte ewig so weiterlesen können an einem Stück!

3 von 5 Punkten

Der Platz wird eng… posted by on 19. Mai 2014

…in meinem Regal. Das denke ich mir jedes Mal und kauf /tausch/erhalte doch wieder neue Schätzchen. Dann müssen sie sich eben stapeln, bis sie dran sind, anders geht es ja nicht =) Einzug gehalten haben in letzter Zeit:

Jenny Downham – Bevor ich sterbe:

„Die 16-jährige Tessa hat Leukämie, und die Ärzte machen ihr nur noch wenig Hoffnung. Aber Tessa will leben, wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt an ihre Zimmerwand zehn Dinge, die sie tun will, bevor sie stirbt: Sex haben, Drogen nehmen, für einen Tag berühmt sein, etwas Verbotenes tun … Und dann trifft sie Adam, und er ist der Erste, der sie versteht. Tessa spürt, dass sie etwas mit Adam verbindet, doch sie wehrt sich dagegen. Und dann begreift sie, dass sie zum ersten Mal verliebt ist. Aber darf man lieben, wenn man stirbt?“

Isabella Falk – Die Frau im Stein:

„Die 23-jährige Antonia glaubt an Übernatürliches. Aber so übernatürlich? Bei der Beerdigung ihrer Großmutter stützt sie sich auf einen alten Grabstein und hört eine Stimme. Die junge Frau zweifelt an ihrem Verstand, doch der Versuchung, den Stein erneut zu berühren, kann sie nicht widerstehen. Anna – eine Frau aus der Vergangenheit, zieht Antonia immer tiefer in ihren Bann. Die Situation wird verzwickt, als Sascha auftaucht, ein Mann, zu dem sich Antonia augenblicklich hingezogen fühlt. Eine Zerreißprobe der Gefühle beginnt, denn Antonia spürt eine tiefe Verbundenheit zu Anna, hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, Anna über die Zeit hinweg zu helfen, ohne von Sascha für verrückt erklärt zu werden, und der Gefahr, den Sinn für die Realität zu verlieren. Kann Antonia der Frau im Stein helfen? Ändert sich durch die Vergangenheit die Gegenwart?“

Philipp Pullmann – Der goldene Kompass:

„Die Geschichte beginnt in Oxford, wo ein Mädchen namens Lyra ein altehrwürdiges Internat besucht. Lyra ist klug, ein bisschen wild und unendlich neugierig. Und es gibt vieles in ihrer Umgebung, was ihre Neugier immer neu entfacht. Was ist es, was ihr geheimnisvoller Onkel Lord Asriel oben im eisigen Norden Europas erforscht? Was hat die junge, ehrgeizige Wissenschaftlerin Mrs. Coulter mit diesen Forschungen zu tun? Ist sie etwa eine Konkurrentin des Onkels und freundet sich deshalb mit Lyra an? Weshalb verschwinden in der Gegend um Oxford immer wieder Kinder, Söhne und Töchter armer Leute meist, die niemand ausser den Eltern vermisst? Werden sie wirklich von Gobblers geholt, wie die Leute munkeln? Wenn ja, was sind Gobblers und woher kommen sie? Es dauert eine Zeit, bis Lyra herausfindet, dass all diese Fragen zusammenhängen. Antworten aber findet nur, wer sich auf den Spuren Lord Asriels in den hohen Norden wagt, wo Panzereisbären eine uneinnehmbare Festung bewachen, Hexenköniginnen durch eisige Lüfte fliegen und hinter dem Polarlicht eine Welt beginnt, die bisher den Menschen verschlossen war.“

Aude le Corff – Bäume reisen nachts:

„Seit Monaten verbringt die achtjährige Manon ihre Nachmittage allein, unter einer riesigen Birke im Garten. Sie verschlingt ein Buch nach dem anderen und spricht mit Ameisen und Katzen, nur um an eines nicht denken zu müssen: das spurlose Verschwinden ihrer Mutter. Mit dem eigenen Kummer beschäftigt, vermögen Manons Vater Pierre und ihre Tante Sophie das stille Mädchen nicht zu trösten. Doch Manons Einsamkeit erweicht das Herz des mürrischen Nachbarn Anatole, der, seitdem er nicht mehr unterrichtet, sich von Kindern möglichst fernhält. Sie beginnen, gemeinsam den Kleinen Prinzen zu lesen, und es erwächst eine außergewöhnliche Freundschaft. Als eines Tages überraschend Briefe der Mutter eintreffen, schmieden das Mädchen und der alte Mann einen kühnen Plan, der sie gemeinsam mit Pierre und Sophie auf eine abenteuerliche Reise quer durch Europa führt … Bäume reisen nachts ist ein herzzerreißend schöner Roman über die Freundschaft ungleicher Menschen, über eine Familie, die sich neu erfindet, und den Mut eines kleinen Mädchens, Träume in Wirklichkeit zu verwandeln.“

Deborah Harkness – Die Seelen der Nacht:

„Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag mit aller Kraft zu ignorieren. Doch als Diana in der altehrwürdigen Bodleian-Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände fällt, kann sie ihre Herkunft nicht länger verleugnen: Hexen, Dämonen und Vampire heften sich an ihre Fersen, um ihr das geheime Wissen zu entlocken – wenn nötig mit Gewalt. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler, 1500 Jahre alter Vampir – und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr eigenes Leben …“

Christopher Moore – Die Bibel nach Biff:

„Im Buch der Bücher fehlen einige Kapitel: Unter den wachsamen Augen von Engel Raziel soll Biff diese Lücke füllen und alles über die Kindheit und die turbulente Jugend von Jesus Christus berichten. Biff ist der einzige glaubwürdige Zeuge dieser Zeit, schließlich ist er in all den Jahren Jesus‘ bester Freund gewesen und stand ihm schon zur Seite, als dieser noch versuchte, vertrocknete Eidechsen zum Leben zu erwecken ..“

So, das waren sie erst einmal – nicht so viel wie das letzte Mal! Meine Finger leben noch, noch nicht wund vom Tippen =) Ich werde mich jetzt erst mal daran machen, weiterzulesen – bis demnächst!

Thomas Finn – Der silberne Traum posted by on 14. Mai 2014

Das Buch „Der silberne Traum“ ist das Prequel zu den Chroniken der Nebelkriege von Thomas Finn. Um dieses zu lesen, muss man die Trilogie nicht unbedingt kennen, ein Nachteil ist es aber bestimmt nicht. Magisch ist der Inhalt sowie auch das glitzernde schön gestaltete Cover, das den Leser einlädt, einzutauchen…

Autor: Thomas Finn
Titel: Der silberne Traum
Genre: Fantasy
Verlag: Ravensburger Buchverlage
Erscheinungsdatum: 01.02.2013
Gebunden: 448 Seiten
Preis: 16,99 €

Die Elfe Fi erwacht auf dem Schiff von Koggs. Alle ihre Erinnerungen sind verschwunden, sie weiß nicht mal mehr genau, wer sie eigentlich ist. Hilfe erhält sie von der Möwe Kriwa, die ihr etwas Klarheit verschafft. Was hat sie nur auf dem Schiff zu suchen? Irgendetwas muss sie aber vorgehabt haben und der Klabauter und alle anderen halten sie definitiv für einen Elf, nicht eine Elfe. Sie muss sich wohl etwas dabei gedacht haben. Nach und nach erfährt man, dass dahinter eine größere Mission steckt, als gedacht. Zusammen mit der Mannschaft, der Möwe und auch dem Meereskönigssohn Nikk macht sie sich auf den Weg, in den Kampf um Gut und Böse.

Der Autor versteht es gekonnt, den Leser direkt in die Zeilen abtauchen zu lassen. Man ist erst so verwirrt wie Fi, weiß man ja nicht, was hier vorgeht. Ich hatte erst noch Sorgen, dass ich die Trilogie gelesen haben müsste, um dahinterzusteigen. Dem ist aber nicht so – es ist unabhängig davon geschrieben.

Fi ist eine mutige Elfe, wie alt sie ist, erfährt man nicht. Man kann sie nur so zwischen dem Alter 15-18 einschätzen laut Verhalten. Es ist kein Wunder, dass sie den Meermann Nikk super findet – wenn das Kopfkino angeht, sobald er auftaucht, verfällt man diesem fast selber. Doch eine Liebesgeschichte baut sich hier erst mal nicht auf, denn die zwei haben eine Mission hinter sich zu bringen.

Die Nebelkönigin Morgoya und ihre Schattengestalten spielen hier eine große Rolle, der Leser darf auf jeden Fall gespannt sein, wann man auf diese trifft und ob dies glimpflich ausgeht für unsere Freunde.

Trotz der vielen Charaktere in diesem Buch kommt man niemals durcheinander und weiß sofort, wer hier wem zugeordnet ist und wer wer ist. Man trifft hier auf alle möglichen Fantasiegestalten – sei es eine Hydra, Gargylen und auch Untote. Von Elfen, Däumlingen und Feen ganz zu schweigen. Es ist ein richtiges Abenteuer in die Welt des Mystischen – auch Fis Träume sind sehr real gezeichnet und haben eine Bedeutung in der Geschichte. Da möchte man sofort auch wissen, was dahintersteckt und wer der geheimnisvolle Elf Gaelren ist.

Der Schreibstil und auch die Spannung zwischen den Zeilen lassen einen kaum aufhören zu lesen, man möchte es einfach nicht. Hier kann man wunderbar einige Stunden in die Welt der Elfen etc. abtauchen und alles um sich herum vergessen. Man kommt sich vor, als wäre man selbst dabei bei dem Abenteuer der Charaktere. Der Autor zeichnet hier ein detailreiches Kopfkino, das automatisch abspult, sobald man wieder anfängt zu lesen. Es ist eine wunderbar gestaltete, fantasiereiche und bildhafte Entführung an einen anderen Ort, eine andere Zeit.

Trotz, dass eigentlich nicht derartig viel passiert, passiert doch eine ganze Menge. Dem Leser werden immer einige Häppchen zugeworfen, die er nur richtig setzen muss – genau wie Fi! Wer hier also wie ich noch nicht die Trilogie gelesen hat, wird vermutlich genau zu dieser greifen, sobald er dieses Werk beendet hat. Ich werde es auf jeden Fall tun, ich möchte mehr in diese Welt abtauchen!

Ich persönlich würde das Buch bereits jungen Menschen empfehlen, die auch gerne im Anschluss in die Nebeltrilogie einsteigen möchten. Die Fantasie wird rege angekurbelt und man hat einige schöne temporeiche Stunden mit den Charakteren!

4 von 5 Punkten

Joe R. Lansdale – Ein feiner dunkler Riss posted by on 8. Mai 2014

Wie schnell ist die Grenze zwischen kindlicher Sicht zu ausgewachsenem Denken überschritten? Ein 13-jähriger Junge in den Jahren um 1958 sollte sich mit nicht so großen Dingen wie die Erwachsenen beschäftigen, er sollte noch an den Weihnachtsmann glauben und an den Osterhasen, so wie es Stanley, der Protagonist in Lansdales Buch, es bis vor kurzem tat…

Autor: Joe R. Lansdale
Titel: Ein feiner dunkler Riss
Genre: Krimi
Verlag: Suhrkamp
Erscheinungsdatum: 17.02.2014
Taschenbuch: 351 Seiten
Preis: 8,99 €

Stanley wohnt mit seiner Familie in Texas, in einem Kaff namens Dewmont. Sie betreiben ein Autokino und er fühlt sich eigentlich wohl dort. Er hatte auch noch an den Weihnachtsmann geglaubt, wie sollte ein 13jähriger auch anders? Doch es ändert sich alles schlagartig, er ist auf einmal über alles aufgeklärt und fängt zudem auch noch an, in einem längst vergessenen Mordfall zu ermitteln.

Es ist erstaunlich, wie gut der Autor den Leser in die Geschichte einführt. Man sieht hier hauptsächlich alles aus Sicht des 13jährigen Stanley. Er erkundet die Welt und was er so alles findet, findet auch den Weg in das Gedächtnis des Lesers. Eigentlich sollte er noch spielen und sich nicht über Mordfälle Gedanken machen, wie das Spiel aber so will, ist er schneller darin verzwickt als gedacht.

Stanley ist ein sympathischer Junge, nicht ganz helle, aber mit Sicherheit auch nicht auf den Kopf gefallen. Eigentlich ist er ein typischer 13jähriger Jugendlicher in den 60er Jahren. Doch schnell wird er aufgeklärt und erfährt mehr und mehr über die Schattenseiten der Welt. Zu der Zeit gab es auch noch diese Rassendiskriminierungen gegen die Schwarzen – Stanley eignet sich das gar nicht an, das ist ein Riesen Pluspunkt für unseren Protagonisten.

Der Leser begleitet ihn durch das Rätsel des Mordfalls, welcher sich vor vielen, vielen Jahren ereignet hat. Eine Gänsehaut beschleicht einen des Öfteren, da auch hier die Rede von Geistern ist. Der Autor hat das geschickt eingefädelt, so dass man sich oft fragt, wann der Geist wohl auftauchen mag. Es ist eine Geschichte über einen Jungen, der erwachsen wird – der zu früh und zu schnell sieht, wie die Welt wirklich ist und was großer Reichtum und Macht für Schaden anrichten können. Wissbegierig wie er ist, macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit und trifft öfters auf Widerstand, was ihm gleich die Augen öffnet. Es sind einige Szenen vorhanden, die selbst den Leser innerlich aufwühlen.

Gut geschrieben und mit vielen gut gewählten Dialogen führt uns Lansdale durch das Texas 1958. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, aber auch eine Aufklärung wie es mit Macht, Geld und Ansehen funktioniert. Und doch sind alle Menschen gleich in ihrem Inneren, nur scheint das nicht jeder so zu sehen. Tiere sind manchmal doch die besseren Menschen.

Wie sich das Ende dann auflöst, passt hervorragend – und es war nicht vorhersehbar. Der Aha-Effekt stellt sich ein und man ist überrascht, wenn man es sich aber nochmals genau durch den Kopf gehen lässt, dann doch wieder nicht.

Ein Meisterwerk aus der Feder des Autors, wie man ihn nicht anders kennt. Was anfangs als normale Geschichte daherkommt, entpuppt sich als handfester Krimi, welchen einen dazu verleitet, die Nacht durchzulesen. Wer gerne viele Dialoge liest und mit den Charakteren Rätsel entschlüsselt, gespickt mit etwas Spannung – der ist mit diesem Buch für die kurze Zeitspanne bis zur letzten Seite bestens bedient!

5 von 5 Punkten

Gelesen im April 2014 posted by on 1. Mai 2014

Tja, mir kommt es vor, als hätte ich erst gestern die Statistik für März geschrieben. Dabei ist ja schon wieder ein Monat rum. Und auch wie die letzten, war dieser sehr lesereich für mich, mit vielen neuen Büchern, die mich zum lachen, weinen, schmunzeln und auch zum Nachdenken gebracht haben. Diese hier sind es:

Elizabeth Heiter – Kalte Gräber 4/5

Charlaine Harris – Vampirmelodie 5/5

Jenni Fagan – Das Mädchen mit dem Haifischherz 2/5

Luisa Buresch – Wenn die Liebe hinfällt 5/5

Maria Rossbauer – Drei Bier auf die Vier 5/5

Susanne Kliem – Die Beschützerin 4/5

Deborah McKinlay – Die unverhofften Zutaten des Glücks 5/5

Kelley Armstrong – Die Nacht der Dämonin 4/5

Karen Rose – Todeskind (HB) 4/5

Dieses Mal ist wieder ein Hörbuch dabei – da habe ich demnächst noch einige vor mir! Richtig, richtig gut gefallen hat mir „Wenn die Liebe hinfällt“, so ein herzzerreissendes Buch *seufz* So ganz schlecht war diesen Monat gar nichts, wobei „Das Mädchen mit dem Haifischherz“ nicht ganz so gut war, da habe ich wohl einfach mehr erwartet. Was so ein schönes Cover ausmachen kann, sieht man mal wieder an diesem Beispiel. Leider war hier auch der letzte Band der Sookie-Reihe dabei – schade! Eine Ära geht zu Ende und ich bin ehrlich traurig, dass es nicht weiter geht mit Sookie, ich habe die Geschichten rund um Bon Temp so gerne gelesen. Irgendwie hoffe ich ja, dass die Autorin doch weiter schreibt…

Was waren eure Highlights, habt ihr auch etwas von diesen Büchern gelesen und wie fandet ihr sie?