Sebastian Fitzek – Passagier 23 posted by on 24. November 2014

Es ist verwunderlich, wie der Autor Sebastian Fitzek ein Bestseller nach dem anderen herausbringt. Seine Ideen sind so gigantisch, dass sie die treuen Leser so fesseln und sie es kaum erwarten können, das nächste Buch in den Händen zu halten. So auch mit seinem aktuellen Thriller „Passagier 23“, welcher sogleich wieder auf die Bestsellerliste Platz 1 wanderte. Auch hier geizte der Autor nicht mit seinen Ideen…

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Passagier 23
Genre: Psychothriller
VerlagDroemer
Erscheinungsdatum: 30.10.2014
Hardcover: 432 Seiten
Preis: 19,99 €

Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund zwanzig Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt …

Der Polizeipsychologe Martin Schwartz hat vor fünf Jahren seine Frau und auch seinen Sohn verloren. Dies geschah auf einer Kreuzfahrt, welche die zwei als Urlaubsreise tätigten. Niemand konnte ihm sagen, was genau geschah, nur dass die zwei Selbstmord begangen hätten. Seit diesem Erlebnis ist Martin ein psychisches Wrack und funktioniert mehr als dass er lebt. Er lenkt sich ab, indem er sich als verdeckter Ermittler betätigt, er nimmt jeden Fall an und wenn er noch so gefährlich ist. Mitten in einem Einsatz erhält er einen Anruf einer seltsamen alten Dame, welche sich als Thrillerautorin bezeichnet. Sie erklärt ihm, er müsste unbedingt an Bord kommen der Sultan of Seas, genau das Schiff, auf welchem seine Liebsten umkamen. Er wollte eigentlich nie wieder einen Fuß auf ein Schiff setzen, doch der Hinweis, dass hier der Teddy seines Sohnes gefunden wurde, ändert das schnell…

Der Autor lässt den Leser schnell einsteigen, wie gewohnt. Es fängt bereits schon etwas eigenartig und bestialisch an. Hier weiß man aber noch lange nicht, wie das zusammenhängt. Überhaupt spinnt der Autor wieder Fäden, welche sich lange nicht zusammenfügen lassen. Gekonnt führt er den Leser an der Nase herum, man kann sich keinen Reim darauf machen.

Martin wird dem Leser als gebrochener Mann vorgestellt, er lässt sich auf alles lebensmüdliche ein und macht alles, um sich von der Tatsache abzulenken, dass seine Familie nie wieder kommt. Er hat eigentlich schon alles aufgegeben, als er den mysteriösen Anruf der Gerlinde erhält. Diese zitiert ihn auf das Schiff, da hier komische Dinge geschehen, wie etwa das Auftauchen des Teddys seines Sohnes. Zudem noch mit einem Mädchen, das ebenfalls verschwunden war auf dem Schiff und welches eigentlich tot wäre.

Der Thriller berührt jede Zelle des Körpers, gewohnt gewalttätig und bestialisch beschreibt der Autor jede einzelne Szene, welche in die Psyche des Menschen eintauchen. Hochspannend jagt er den Leser durch das Buch, welcher ein gigantisches Kopfkino erlebt – manchmal eher ein Graus als Schmaus, da es echt eklig zugehen kann. Hier fragt man sich immer wieder, wie der Autor nur auf solche Ideen kommt, aber das ist bei Herrn Fitzek nichts neues (:)).

Es ist wirklich so, dass man kaum aufhören kann zu lesen und vor lauter Spannung an den Fingernägeln zu kauen beginnt. Es fehlt hier wirklich keinerlei an Spannung, der Autor hat dies alles perfide und gekonnt ausgedacht. Die Charaktere, allen voran Martin Schwartz, sind hier sehr gut hervorgebracht. Man kann sie sich ziemlich gut vor Augen vorstellen.

Man wird hier in der Tat des Öfteren in die Irre geführt und fragt sich auch, wieso denn so viele Handlungsstränge aufgebaut werden und wie diese zusammen passen. Es macht nicht wirklich Sinn, zumindest anfangs nicht. Die Fäden schließen sich erst nach und nach und es folgen immer mehr Aha-Momente. Bei diesem Buch fehlt nur noch die Hintergrundmusik, welche man oft in Horrorfilmen hört, durchgehend befängt einen ein beklemmendes Gefühl, welches einem einen Schauer über den Rücken jagt. Es wird nie langweilig in diesem Buch, bis zum Schluss nicht, welcher leider viel zu schnell kommt.

Meines Erachtens ist dies das beste Buch des Autors, welches ich bisher gelesen habe. Herr Fitzek kann ohne Wenn und Aber ein Wettkampf gegen andere große Autoren aufnehmen und diesen hemmungslos gewinnen, ist er doch selbst mittlerweile ein sehr großer bekannter Autor.

Das Buch ist jedem Fan des Autors zu empfehlen, aber auch denjenigen, die noch nichts von ihm gelesen haben – in Kürze werden sie alle Bücher von ihm verschlingen. Es ist jedoch nicht zu empfehlen, das Buch kurz davor lesen, wenn man im Dunkeln noch raus muss – oder aber auf einer Kreuzfahrt oder kurz davor? Weiter so Herr Fitzek und am besten schnell!

5 von 5 Punkten

Rachel Joyce – The Love Song of Miss Queenie Hennessy posted by on 11. November 2014

Es gibt das Leben, welches Romane schreibt und es gibt Romane, die schreiben das Leben. Wer Rachel Joyce´“Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ gelesen hat, weiß was ich meine. Mit dem zweiten Roman hiervon aus Sicht von Queenie legt die Autorin ein neues Wunderwerk vor.

Autor: Rachel Joyce
Titel: The Love Song of Miss Queenie Hennssy
Genre: Roman
Verlag: Penguin Randomhouse UK
Erscheinungsdatum: 10/14
Taschenbuch: 368 Seiten
bereitgestellt durch BdB

Queenie Hennessy ist unheilbar krank und liegt im Hospiz, sie wird betreut von freiwilligen Helfern und Nonnen. Eigentlich wartet sie nur noch auf das Sterben, was sich jedoch bald ändert – denn Harold Fry ist au f dem Weg zu ihr, zu Fuß! Er schreibt ihr Postkarten etc., dass sie warten müsste. Queenie ist geschockt, wie soll sie auf ihn warten, wenn sie doch bald stirbt?

Eine der Nonnen legt ihr nahe, so lange einen Brief an Harold zu schreiben, also fängt Queenie an – es ist erst der Anfang!

Der Roman ist wie sein Vorgänger ebenfalls etwas Besonderes. Die Autorin hat hierfür einfach ein Talent, den Leser völlig gefangen zu nehmen. Die Geschichte Queenies war mit keiner Zeile langweilig, obwohl nichts derartig spannendes passiert ist. Es ist ihr Leben, welches sie dem Leser nahebringt, was ihr geschehen ist und wie und wo sie Harold begegnet ist, was er ihr bedeutet.

Mit Eifer liest der Leser jede Zeile, zwischen den Zeilen und springt von Seite zu Seite. Queenies Schicksal nimmt den Leser auf eine Reise, die er gerne antritt, wenn sie auch traurig ist. Hat man den Roman aus Sicht Harolds gelesen, so ist dieser aus Queenies Sicht noch einiges tiefgründiger, erfährt man hier doch die Hintergründe.

Die Autorin versteht es, den Leser in die Tiefen der menschlichen Abgründe zu entführen – diese entpuppen sich wiederum weniger als Abgründe als sie anfangs den Anschein machen.

Die Geschichte rund um Queenie berührt tief und nimmt einen richtig mit. Man hofft auf ein Happyend und fragt sich, wie das wohl aus Queenies Sicht aussieht. Man durchlebt mit ihr nochmals die Situationen in ihrem Leben und hat alles direkt vor Augen, als wäre es einem selbst passiert.

Meines Erachtens ist es ein Muss, den Roman aus Harolds Sicht gelesen zu haben, damit man die ganzen Hintergründe versteht. Leider habe ich diesen nicht wie Queenies Geschichte in Originalsprache gelesen, denn so ist es viel gefühlvoller und berührt einen noch mehr.

Auf jeden Fall lohnt es sich, in diese Geschichte abzutauchen und sich dem Geschriebenen hinzugeben – tiefgründiger Roman mit gefühlvollen Szenen, großes Kopfkino und ein besonderer „Alltag“ der Charaktere.

5 von 5 Punkten

Gelesen im Oktober 2014 posted by on 7. November 2014

Ich bin etwas spät dran mit der Statistik – aber besser spät als nie! Gelesen habe ich wieder nicht allzu viel. Glaube, das dauert noch, bis sich das alles wieder einklinkt. Ich bekomme einfach nicht mehr mein normales Lesetempo hin momentan, dabei habe ich noch SO viel Lesestoff, der gelesen werden möchte. Naja, schauen wir mal wie es weitergeht. Hier die gelesenen zwei:

Matthias Zipfel – Eine tödliche Story 5/5

Robert Kirkman – Walking Dead 4/5

Es waren beide nicht schlecht und haben mich gut unterhalten! Hoffe, das geht so weiter =) Damit das so bleibt, geh ich jetzt brav meine Sachen erledigen und dann weiterlesen! =)