Nichola Reilly – Herrscher der Gezeiten posted by on 26. Januar 2015

Wir Menschen machen uns viel zu wenig Gedanken darüber, was aus unserer Welt werden könnte. Was passiert mit uns, wenn die Naturkatastrophen zuschlagen, als Rache dafür, was wir der Welt antun? Man stelle sich vor, das Meer überflutet die ganze Erde – wohin verschlägt es uns dann? Das Thema behandelt die Autorin Nichola Reilly in ihrem Endzeitroman „Herrscher der Gezeiten“, in welchem die Bewohner einer kleinen Insel seit langem nichts anderes mehr kennen als Ebbe und Flut…

Autor: Nichola Reilly
Titel: Herrscher der Gezeiten
Genre: Fantasy, Dystopie
Verlag: Darkiss
Erscheinungsdatum: 12.01.2015
Gebunden: 352 Seiten
Preis: 14,99 €
bereitgestellt durch BdB

Die Erde ist überflutet und die letzten Überlebenden verharren auf einer kleinen Insel. Hier wird die Flut mit jedem Mal schmaler und greift mehr über. Coe, eine Bewohnerin, spürt mit jedem Tag mehr, dass sie die Bewohner nicht mehr hier haben möchten. Sie erledigt ihre erniedrigende Arbeit so gut sie kann und setzt sich gegen die anderen zur Wehr. Dann gibt es da noch Tiam, welchen sie heimlich anschwärmt, er ist ihr einziger Freund auf der ganzen Insel. Dann passiert das Unvermeidliche – der König der Insel liegt im Sterben und hat keinen einzigen Erben hinterlassen. Ausgerechnet Coe wird in das Schloss eingeladen und erfährt mehr, als ihr lieb ist. Die königliche Familie hütet ein Geheimnis, das alles für immer verändern wird. Gibt es einen Ausweg aus diesem nimmer endenen Alptraum? Coe und Tiam versuchen hierauf Antworten zu finden, sie müssen sich aber beeilen, bevor die Flut die Welt verschluckt…

An Coe kann man sich als Leser schnell gewöhnen. Man empfindet zuerst einmal Mitleid mit ihr, hat sie doch überall Narben, eine Hand ab und wird von allen gemieden und gehänselt. Als man von ihrer Schwärmerei für Tiam erfährt, ist man gleich gebannt, ob sich da etwas entwickelt. Er scheint sie auch zu mögen und ein recht anständiger Kerl zu sein.

Es ist erstaunlich wie die Autorin so viele Elemente zueinander fügt, was sie aus allen Informationen macht. Kaum vorstellbar, dass diese Menschen uns weit voraus leben, aber auf dem Stand des Mittelalters leben. Am schwersten vorstellbar ist es allerdings, dass diese keinerlei Liebe und Zuneigung kennen – nicht, dass sie diese einfach verabscheuen, sie kennen sie einfach nicht. Es wurde ihnen nicht beigebracht und Kinder zu machen ist nur gut, damit sie einen besseren Platz auf der Formation erhalten. Auf dieser müssen sie sich aufhalten, wenn die Flut kommt.

Natürlich entwickelt man auch vielerlei Gefühle gegenüber den Bewohnern, von Hass bis zu Mitleid und Trauer. Es ist ein wahres Wechselbad der Gefühle, durch das der Leser gewogen wird. Wie es bei so allen Dystopien ist, hat man immer im Hinterkopf, wie es wirklich wäre, wenn man selbst Teil der Geschichte wäre. Durch die gute Sprache und leichten Dialoge macht die Autorin das Weiterlesen einfach und man gelangt schnell ans Ende – leider! Es lässt aber zu hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Fans von Dystopien und welche, die es noch nicht sind, werden hier ein gutes Buch finden. Man taucht vollständig in eine andere Welt ein und vermag sich nicht auszumalen, wie das in der Realität wäre, was man sich ehrlich gesagt auch nicht vorstellen möchte. Es ist aber sehr unterhaltsam, den Inselbewohnern über die Schulter zu schauen, vor allem Coe, wie sie alles meistert und was für Geheimnisse sie ans Licht bringt!

5 von 5 Punkten

Hans-Jürgen Schlamp – Ciao Mayer posted by on 21. Januar 2015

Dass Journalisten öfter einmal ihre Nasen in Polizeiangelegenheiten stecken, bekommen wir oft in Romanen mit. Auch in Hans-Jürgen Schlamps Roman „Ciao Mayer“ muss dieser die Nase in solche Angelegenheiten stecken, um eine gute Story zu erhaschen. Ob er diese bekommt?

Autor: Hans-Jürgen Schlamp
Titel: Ciao Mayer
Genre: Krimi/Unterhaltung
eBook: 157 Seiten
Preis: 2,99 €

Der römische Massimo Mayer ist in Rom geboren, hat aber einen deutschen Vater, was ihm alle nachtragen und ihn „Deutschen“ schimpfen. Die Menschen aus diesem Lande sind alle pünktlich und fleißig, das weiß doch jeder Römer. Massimo soll für sein Zeitungsblatt Hintergründe eines Verbrechens ergründen. Ein Fußballer wurde von Kampfhunden zerfetzt und am Wegerand liegen gelassen. Nun ist Massimo an der Reihe – hat sich der Fußballprofi auf Wetten eingelassen, mit der Mafia oder war der Tod nur ein Zufall? Mayer trifft auf alle möglichen Menschen, auf Schläger auf Dealer und auf viele Informationen…

Der Autor entführt den Leser in eher eine leichte Lektüre des Krimis. Er spickt ihn mit viel Humor und trotzdem auch mit Spannung. Man fühlt sich sofort „italienisch“ und lächelt jedes Mal, wenn Massimo sich darüber aufregt, Deutscher genannt zu werden. Dieser ist etwas blauäugig und naiv, aber ein Mann mit einem großen Herz. Er ist etwas tramplig und tolpatschig, dennoch ein Mann, der seine Arbeit ernst nimmt. Sein Chef macht ihn zwar jedes Mal zur Schnecke, das macht Massimo aber nichts dergleichen aus, er macht einfach weiter.

Die Personen, die man im Verlauf der Geschichte zusammen mit Massimo trifft, haben viele Rätsel und man versucht mit ihm dahinter zu kommen. Es kommen wahrlich viele Charaktere vor, was aber nicht verwirrend ist, wie man nun meinen mag. Der Autor hat alles ganz gut getrennt und verwurstelt hier nichts. Was dennoch etwas auffällt, sind die langen, verschachtelten Sätze – es kommt vor, dass ein Satz eine ganze Kindle-Seite einnimmt und nur mit Kommas getrennt ist zwischendrin. Das hindert einem aber nicht viel am Lesevergnügen, auch wenn kürzere Sätze wünschenswert sind.

Für mich persönlich, war dies eine gelungene Abwechslung zwischen all den anderen Büchern, mich hat der Humor gut angesprochen und ich wäre am liebsten selbst in die Geschichte hineingeschlüpft. Wer eine Reise ins Rom unternehmen möchte und sich mit Massimo dem Journalismus hingeben möchte, ist hier herzlich willkommen!

3 von 5 Punkten

Kerstin Michelsen – Nora Morgenroth: Die Gabe posted by on 12. Januar 2015

Was würdest du tun, wenn du aufwachst und eine Gabe hättest? Eine Gabe, die dich die Toten hören lässt? Jeder normale Mensch würde wahrscheinlich denken, er sei verrückt und an sich zweifeln. In Kerstin Michelsens Roman „Nora Morgenroth: Die Gabe“ denkt die Protagonistin dies auch erst, ändert jedoch dann ihre Meinung hier gegenüber…

Autor: Kerstin Michelsen
Titel: Nora Morgenroth: Die Gabe
Genre: Fantasy, Krimi
eBook: 198 Seiten
Preis: 2,99 €

Nora Morgenroth hat mit ihrer Schwester und deren Mann einen Unfall auf einer Autobahn. Es war verschneit und ihre Schwester sah nicht gut deswegen. Im Krankenhaus wacht sie auf und kann sich so gut wie an nichts erinnern. Nur wird sie bald von komischen Träumen und auch von Stimmen von Toten heimgesucht, wie z.B. ihre Oma oder ihren Vater. In ihrer Wohnung erhält sie verstärkt Visionen und erfährt kurz darauf, dass hier eine junge Frau unter komischen Umständen ums Leben kam…

Eine wirklich gute Idee hat die Autorin hier mit dem Roman. Eine Gabe, welche die Toten hören lässt? Wie viele von uns haben sich hierüber schon einmal Gedanken gemacht.

Nora ist dem Leser eigentlich sofort sympathisch. Sie steht mit beiden Beinen fest im Leben und hat einen geregelten Lebensablauf. Die Gabe bringt diesen jedoch etwas aus der Bahn und sie sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber. So überkommt sie diese dann wenn sie nicht damit rechnet und lässt sie kraftlos zurück. Erst dachte sie, sie wäre noch geschwächt vom Unfall und es wären psychische Folgen, was der Arzt jedoch zurückweist.

Nach und nach findet sie sich damit ab, dass sie die Toten hören kann. Auch als sie verstärkt Visionen von Yasmine erhält, die vor ihr in der Wohnung gelebt hat. Diese kam unter komischen Umständen ums Leben, stürzte vom Balkon. Nora setzt alles daran, herauszufinden, was wirklich geschehen ist und Yasmine somit Ruhe zu geben. Hier setzt sie sich aber in ein Wespennest, da hier auch nicht gerade unbedeutende Persönlichkeiten mit im Spiel sind.

Etwas komisch war es, dass Franka ihr sofort alles geglaubt hat, als sie ihr davon erzählt hat. Normal zweifelt man doch erst einmal an so einer ausgefeilten Geschichte und denkt, dass derjenige vielleicht zuviel Fantasie hat. Ein bisschen mehr Skepsis würde hier schon nicht fehl am Platze sein.

Der leichte Einstieg sowie der lockere Schreibstil lassen einen durchweg lesen, jedoch fehlt meines Erachtens hier eine leichte Spannung. Nicht, dass hier gar keine wäre, sie wird aber auf einem Level gehalten und steigert sich nicht merklich viel. Das Ende ist auch etwas abrupt, aber dass es eine Fortsetzung hiervon gibt, vertröstet den Leser ungemein!

Was die Autorin hier liefert, ist ein Krimi mit übersinnlichen Elementen, welcher lesenswert ist und einen auch gut unterhält – wer diesen gelesen hat darf sich auf die Fortsetzung freuen!

3 von 5 Punkten

Samantha Young – Scotland Street – Sinnliches Versprechen posted by on 7. Januar 2015

Öfter haben Bad Boys eine große Rolle in Liebesromanen, doch bleiben sie solche? Auch Samantha Young hat in ihrem Roman „Scotland Street – Sinnliches Versprechen“ eine weitere atemberaubende Story hingelegt. Hier handelt es um den „Bad Boy“ Cole Walker und um Shannon McLeod. Finden sie zueinander? Lest selbst…

Autor: Samantha Young
Titel: Scotland Street – Sinnliches Versprechen
Genre: Liebesroman, New Adult
Verlag: Ullstein
Taschenbuch: 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 07.01.2015
Preis: 9,99 €

Als Shannon das erste Mal Cole Walker gegenübersteht, denkt sie sich, dass es nur Ärger mit diesem Mann gibt. Von Bad Boys hat sie wirklich genug und Cole sieht ihr derartig nach einem aus mit seinen tättowierten Armen, seinem selbstbewussten, arroganten Auftreten und superheißem Aussehen. Also geht sie ihm aus dem Weg und versucht ihr eigenes Ding zu machen – gar nicht so einfach, wenn er ihr Boss ist! Sie rechnet überhaupt nicht mit einem Mann, der es ernst mit ihr meint. Genau das vermeint Cole zu tun, aber er hasst es auch, wenn man ihm mit falschen Vorurteilen begegnet. Werden die zwei zueinander finden und über ihren Schweinehund springen?

Sofort ist man gebannt von der Geschichte. Man erfährt zuerst, wie die beiden sich schon in jungen Jahren das erste Mal begegnen. Doch hier geschieht leider noch nichts, Chance vertan. Jahre später treffen sie erneut aufeinander, als Shannon einen neuen Job in Edinburgh beginnt, in einem sehr bekannten Tattooladen. Hier arbeitet Cole als Tättowierer und ist sogleich noch ihr Chef. Das kann ja heiter werden, denkt sie sich und gibt sich kalt ihm gegenüber, da er alle Merkmale eines Bad Boys aufweist. Auch Cole ist von Shannon eigentlich angetan, zeigt ihr das auch direkt und prallt gegen eine Mauer.

Es ist für den Leser ein erquickliches Vergnügen mitzulesen, wie die beiden miteinander umgehen, sich annähern und doch wieder einen Rückzieher machen. Beide sind durch ihre Vergangenheit geprägt und doch ganz starke Persönlichkeiten, die natürlich auch viele Schwächen haben. Genau diese stehen ihnen mehr als im Weg und sie haben einen harten, langen Weg, um für ihre Liebe zu kämpfen.

Als es dann endlich so weit ist, kann man gar nicht mehr genug von den beiden bekommen und hofft, dass es nie zu Ende geht. Aber wie in jedem Liebesroman gibt es an jeder Stelle einen Haken – doch bleibt dieser bis zu Ende oder wird er gelöst?

Die Autorin hält den Leser auf jeden Fall bei Stange, sie hat eine ganze Menge Spannung in die Liebesgeschichte der beiden hineingestreut. Auch die super hitzigen, gut zu lesenden Dialoge der Charaktere lassen einen nicht los. Gerade Rae, die Freundin der beiden, hat es echt in sich. Die Powerfrau mischt alle auf und hält somit auch den Leser bei Laune.

Abschließend kann man hier nur sagen – liebe Liebenden, liest dieses Buch und auch die anderen der Autorin, sie hat es drauf und gibt dies auch in ihren Romanen wieder. Auf einmal aus der Realität gerissen, himmelhochjauchzend und seufzend fiebert man der Geschichte entgegen und kann gar nicht anders als sich ganz der Story hinzugeben!

5 von 5 Punkten

Joelle Charbonneau – Die Auslese posted by on 4. Januar 2015

Eine Welt die am Ende ist bzw. im Neuaufbau, in welcher die Regierung ihre Kinder in den Kampf senden, in welchem sie einzig und allein ans Ziel kommen müssen, egal mit welchen Mitteln. Wem kommt dies nicht bekannt vor? Genau, es klingt sehr nach „Die Tribute nach Panem“. Doch auch in der Dystopie „Die Auslese“ wird das Thema behandelt, in welchem die Handlung ziemlich der Tribute ähnelt…

 
Autor: Joelle Charbonneau
Titel: Die Auslese
Genre: Dystopie
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsdatum: 26.08.2013
Gebunden: 416 Seiten
Preis: 16,99 €

In einer Welt, die am Ende ist, entscheidet die Regierung durch die Auslese, wer zu den nächstmöglichen Anführern wird. Hierzu lesen sie die Kandidaten bei einer genauen Prüfung aus, welche die Auslese ist. Nur die schlausten aus jeder Kolonie werden hierzu auserkoren – so auch Cia. Die sechzehnjährige wird auserwählt, bei der Auslese teilzunehmen. Noch weiß sie nicht, was sie erwartet, aber schlimmer kann es eigentlich nicht kommen…

Man merkt hier gleich die Ähnlichkeiten zu Tribute von Panem. Es entstehen jegliche Parallelen zu dem Bestseller von Suzanne Collins. Die Autorin entführt den Leser in eine Welt, welche wir uns nicht vorstellen möchten und hängt den Leser gleich an die Seite von der Protagonistin Cia. Sie weiß nicht, was auf sie zukommt. Eigentlich ist sie stolz darauf, zu den Kandidaten der Auslese zu gehören. Dies ändert sich jedoch, als sie erfährt, was alles auf sie zukommt. Denn auch ihr Vater gehörte einst zu ihnen und erinnert sich an einige wichtige Details, was er eigentlich nicht wissen sollte – denn nach der Auslese, nach der bestandenen wohlgesagt, werden den Kandidaten das Gedächtnis daran gelöscht. Bei ihrem Vater hat dies nicht so ganz funktioniert und so kann er sie vorwarnen, dass es kein Zuckerschlecken wird.

So wird der Leser also durch den leichten Lesefluss in tiefabründige Situationen gesandt, welche ihn mit offenen Mund zurücklassen. Wer die Tribute von Panem gelesen hat, wird hier einiges wiedererkennen und nicht sehr überrascht sein. Klar handelt eine Dystopie immer um die Welt, welche zerstört wurde und von einer herrschsüchtigen Regierung an sich gerissen wird, aber es sind hier doch sehr, sehr viele Ähnlichkeiten zu erkennen. Leider schwächt das etwas das Lesevergnügen ab, da es eigentlich nicht ganz etwas Neues ist, was die Autorin hier schreibt. Spannend ist es allemal und man bleibt an jedem Wort und an jeder Zeile hängen und kann eigentlich nicht aufhören zu lesen, bevor man nicht weiß, wie es endet.

Das Ende ist dann eigentlich so, wie man es sich irgendwann einmal vorstellt und es lässt den Schluss natürlich offen, so dass man gebannt auf die Fortsetzung bangt. Auch wenn es hier so viele Ähnlichkeiten zum anderen o.g. Roman gibt, lechzt man doch nach der Fortsetzung und möchte Cia weiter begleiten, wie sie hier die weiteren Geheimnisse der Regierung aufdeckt und wie sich alles weiterentwickelt. Wird sie möglicherweise zur nächsten Anführerin?

Die Spannung und der Schreibstil sowie die sympathischen und auch unsympathischen Charaktere, deren Dialoge und die ganze Story dahinter lassen einen gebannt auf die Fortsetzung hinblicken.

Für die Fans von Tribute von Panem ein weitere Leckerbissen, aber auch für diejenigen, die sich dies noch nicht zu Gemüte geführt haben. Für Fans von Dystopien allemal ein gefundenes Lesefutter, welches nicht ausgelassen werden sollte. Da es hier auch etwas weniger herzlich zugeht, sollten es nicht die ganz jungen Leser zu Gemüte führen!

4 von 5 Punkten