Stephen King – Doctor Sleep posted by on 22. Juli 2015

Gibt es die Leute, die Sachen sehen, die andere nicht sehen? Selbst wenn – mal ehrlich, wer würde ihnen glauben? Auch dem Protagonisten in Kings Fortzsetzungsroman zu Shining hat das hellsichtige Sehen und er würde das unter keinen Umständen an die große Glocke hängen. Doch er ist nicht der Einzige und es beginnt eine Odyssee um mysteriöse Leute, Zustände und auch um das Leben eines Mädchens…

Autor: Stephen King
Titel: Doctor Sleep
Genre: Roman
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 28.10.2013
eBook: 503 Seiten
Preis: 9,99 €

Eine mörderische Sekte ist in Amerika unterwegs – diese haben es auf abgesehen, welche das „Shining“ haben. In der Fortzsetzung zu Shining spielt auch hier der kleine Danny, der nunmehr der erwachsene Dan Torrance ist, die Hauptrolle. Die Vergangenheit scheint ihn nicht loszulassen und so steckt er den Kopf in den Alkohol und versucht so zu vergessen. An einem Ort, Frazier, angekommen, schließt er sich der AA-Gruppe an und möchte Abschied zum Alkohol nehmen. Das Shining setzt er nun nur noch in seinem Beruf ein, er spendet in einem Hospiz Sterbenden Trost und hilft ihnen, den Übergang zu finden. Dort ist er bekannt unter Doctor Sleep. Während er sich hier ein normales Leben aufbaut, hat es die 12jährige Abra nicht leicht – auch sie „leidet“ unter Shining. Und sie sieht beunruhigende Dinge – die Sekte, die es auf Kinder abgesehen hat und deren Shining. Sie sehen unscheinbar aus und sind nicht als Monster zu erkennen, ernähren sich aber von Kindern. Nun sind sie hinter Abra her, da diese ein unscheinbar starkes Shining besitzt. Diese verbindet sich telepathisch mit Dan und die beiden machen sich daran, diese Sekte aufzuhalten…

Gleich vorneweg – ich habe Shining nicht gelesen, nur als Film gesehen und trotzdem kann man eigentlich nahtlos anknüpfen. Die Rezensionen zu diesem Buch haben ein weites Spektrum, die Meinungen sind grundverschieden und man merkt doch, wie sehr unterschiedlich die Geschmäcker und Wahrnehmungen jedes einzelnen Lesers sind.

Man merkt hier gleich, dass King versucht, so zu schreiben wie früher. Dennoch ist es doch etwas anderes, als einen frühen King in den Händen zu halten. Wie man ihn aber kennt, geht er genaustens auf die Charaktere ein und zeichnet dem Leser ein unfassbar klares Bild über diese und deren Umgebung. Es ist fast, als wäre man selber mitten dabei.

Angemerkt sei hierbei, dass die Spannung trotz fehlender Horrorelementen stark aufgebaut ist. King geht hier mehr auf die psychischen Elemente ein und wie er hier über den Alkoholismus schreibt, merkt man, dass er selbst damit Bekanntschaft gemacht hat. Viele scheinen ihn daher nun zu verurteilen, aber im Grunde sind Alkoholiker, die den Weg hieraus geschafft haben, sehr starke Menschen und wenn sie dies öffentlich zugeben, macht sie das nur noch stärker – aber genug abgeschweift! Es ist logisch, dass auch ein Schriftsteller irgendwann einmal evtl. einen anderen Stil wie seine früheren Werke entwickelt, da er ja auch mit der Zeit geht und sich selbst weiterentwickelt sowie seine Persönlichkeit.

King hat hier vor alle Dan sehr detailgetreu gezeichnet. Man liebt ihn, man hasst ihn in manchen Momenten, aber vor allem steht man durchgehend hinter ihm. Er ist ein ehrlicher, offener Mensch – nur zu sich selbst nicht so ganz! Als man aber auch noch Abra begegnet und wie die beiden sich verstehen, hat man hier ein Rad, das sich zu drehen versteht.

Irgendwie fand ich meines Erachtens die Sekte eher als nebensächlich, auch wenn es hauptsächlich um diese geht. Es ist wie im richtigen Leben, die bösen Dämonen verfolgen einen und man wird sie nur los, wenn man sich genau diesen stellt statt abzuhauen. Viel eingehender geht King in seinem Roman auf die zwischenmenschlichen Bürden und ihren Dämonen ein, wie sie damit umgehen und fertig werden. Der Schreibstil und die Spannung, die sich immer wieder zwischen den Dialogen aufbaut, haben mich als Leser gefesselt und mitgenommen. Auch nach Beenden des Buches konnte ich noch nicht ganz loslassen und hätte am liebsten noch weiter gelesen.

Auch wenn die Rezensionen hier weit auseinandergehen und viele bekunden, dass dies ein untypischer King sei und daher nicht ganz so lesenswert wie seine älteren Werke, kann ich die Fortsetzung von Shining bedenkenlos weiterempfehlen. Auch hinter diesem Werk steckt ein großartiger King, welcher sich einfach auch durch die Zeit weiterentwickelt hat – weiter so!

5 von 5 Punkten

Mal wieder die Neuzugänge posted by on 9. Juli 2015

Irgendwie scheine ich immer die Neuzugängeposts zu vernachlässigen =) Aber das wird ja nach und nach aufgeholt. Hier sind die zwischenzeitlich angesammeltan also:

Carol O`Connell – Das Kreidemädchen:

„Im Central Park wird ein Mädchen aufgegriffen. Rote Haare, blaue Augen, blasses Gesicht. Wie eine Porzellanpuppe. Wären da nicht die Blutspuren auf ihren Schultern. Vom Himmel sei das Blut gekommen, erklärt sie den Polizisten. Als sie nach ihren Onkel Red gesucht habe. Armes verwirrtes Kind! Doch dann entdeckt man sie: die Leiche, die im Baum hängt. Detective Mallory, die sich des Falles annimmt, erkennt eine verletzte Seele, wenn sie einer begegnet. Und das seltsame Mädchen scheint mehr erlebt zu haben, als alle vermuten. Bald ermittelt die toughe Mallory in einem Dickicht aus Gewalt, Geheimnissen und psychischer Abhängigkeit.“

Ramon Maria Winter – Bringt sie zum Schweigen:

„Eine Reihe blutiger Vorfälle versetzt das verschlafene Nest Whispertal in Angst und Schrecken. Als es erste Todesopfer gibt, bricht unter den Bewohnern Panik aus. Der Landarzt Nordström versucht auf eigene Faust den Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Doch er legt sich mit den falschen Leuten an und wird zum Gejagten. Die Welle der Gewalt breitet sich unaufhaltsam aus und die Polizeichefin Betty Jäger beginnt zu ermitteln. Dabei riskiert sie mehr als einmal ihr Leben, um Nordström aus der Schusslinie zu bringen.“

Die Rezension hierzu findet ihr hier.

Clive Cussler – Unterdruck:

„Die „Sea Arrow” ist bei Weitem das schnellste U-Boot, das jemals entwickelt wurde. Doch nun ist ein Schlüsselelement des Prototypen verschwunden und der Entwickler tot. Zur selben Zeit verschwinden im Atlantik mehrere Schiffe. Die meisten werden niemals wiedergefunden. Und wenn doch, befinden sich an Bord grausam verbrannte Leichen. Nur Dirk Pitt, der Direktor der NUMA, ist in der Lage, die Zusammenhänge aufzuklären. Wenn er versagt, bedeutet das das Ende der Welt, wie wir sie kennen.“

Claire Kendal – Du bist mein Tod:

„Ein Mann, der ihr die Welt zu Füßen legt: der Traum einer jeden Frau. Doch für Clarissa ist es ein Alptraum. Denn sie will seine Geschenke, seine Blumen, seine Nähe nicht. Nirgends ist sie mehr sicher. Er lauert ihr auf, Tag und Nacht. Aber keiner erkennt die Gefahr, selbst ihre beste Freundin nicht. Für alle anderen sieht es aus wie die große Liebe. Was sie auch macht, sie kann sich nicht wehren, er kommt ihr näher und näher. Dann erfährt sie, dass seine Exfreundin seit Jahren vermisst wird. Clarissa fürchtet um ihr Leben. Bis sie endlich zurückschlägt.“

Die Rezension hierzu findet ihr hier.

Keigo Higashino – Böse Absichten:

„Am Tatort erkennt Kommissar Kyochiro Kaga den besten Freund des Ermordeten wieder. Vor vielen Jahren unterrichteten er und Nonoguchi gemeinsam an einer öffentlichen Schule. Kaga ging in den Polizeidienst, während Nonoguchi den Lehrerberuf an den Nagel hängte, um sich mit mäßigem Erfolg dem Schreiben zu widmen. Im Laufe der Ermittlungen findet Kaga Hinweise, dass die Beziehung der beiden Schriftsteller alles andere als freundschaftlich war. Doch die eigentliche Frage ist nicht wer oder wie, sondern warum. Wenn Kaga kein Motiv für den Mord nachweisen kann, wird die Wahrheit nie ans Licht kommen. In einem brillanten Katz-und-Maus-Spiel kämpfen der Kommissar und der Killer um die Vergangenheit und den tatsächlichen Tathergang.“

Die Rezension dazu findet ihr hier.

Courtney Cole – Until we fly – Ewig vereint:

„Als Ex-Soldat Brand in seine Heimatstadt zurückkehrt, muss er sich wohl oder übel der Vergangenheit stellen, vor der er vor Jahren geflohen ist: Seiner Mutter, die ihn nie geliebt hat – und der jungen Nora, die sich seit der Highschool nach ihm verzehrt. Noras feuriges Temperament überwältigt Brand, doch sie hat ein dunkles Geheimnis, das ihrer beider Liebe zu zerstören droht.“

Die Rezension dazu findet ihr hier.

Günther Klößinger – Schnee von gestern..und vorgestern:

„Eine zerbrochene Familie – drei Verbrechen. Der Vater der Familie Prancock, britischer Kommissar, findet während seines Urlaubs im Gästesafe eine Nachricht: „To Mr. P. Help me!“ War wirklich er gemeint? Und wenn ja, braucht wirklich jemand Hilfe? Währenddessen recherchiert Ex-Frau Else für die Lokalzeitung über Verbrechen der Vergangenheit. Dabei entdeckt sie das 30 Jahre alte Foto einer skelettierten Leiche, welches Rätsel aufwirft, die bis in die Gegenwart reichen. Und Tochter Jasmin bekommt einen erschreckenden Anruf: „Sie bringen mich um. Komm schnell!“ Schafft sie es, ihrer Freundin rechtzeitig zu Hilfe zu eilen? Mysteriöse Nachrichten, dubiose Spuren, vertuschte Verschwörungen und unerwartete Hindernisse bei den Ermittlungen halten die Familie gehörig auf Trab. Letztlich müssen die drei sich gemeinsam bewähren, denn sie geraten zunehmend in ein Katz-und-Maus-Spiel auf Leben und Tod.“

Anna Herzig – Er & Sie – Anatomie einer Liebe:

„ER ist ein erfolgreicher, ungarischer Schriftsteller, gelangweilt vom Leben und der Liebe. SIE ist eine junge, rastlose Malerin auf der Suche nach Inspiration und einem Neuanfang. Etwas scheint sie zu verbinden, eine Anziehung, die sich nicht leugnen lässt. Die beiden gehen einander nicht mehr aus dem Kopf. Zwei Menschen, die Tür an Tür wohnen und auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben. Bis das Schicksal zuschlägt.“

Caroline L. Jensen – Die Teufel, die ich rief:

„Eine höllische Groteske: witzik, ironisch, spannend und geistreich! Isak Björkhage ist in Schwierigkeiten – in außerirdisch großen Schwierigkeiten.

Während Gott im Himmel scheinbar nur noch deprimiert vor sich hin vegetiert, plant Beelzebub in der Hölle einen Aufstand gegen Satan. Dazu braucht er menschliche Hilfe: Isaks kleine Schwester. Isak, der sich liebevoll um das Mädchen kümmert, ahnt von alldem nichts – bis sich vor seinen Augen die Hölle auftut und seine Schwester verschluckt. Von einer sprechenden Ratte erfährt er, was Beelzebub vorhat und dass er der Einzige ist, der die bevorstehende Apokalypse noch aufhalten kann. Kurzerhand macht sich Isak auf eine Reise bis tief hinunter in den neunten Kreis der Hölle …“

Uff, das ist eine ganz schöne Menge – aber ich lese ja gerne und freue mich über jedes einzelne Buch, das ich besitze =) Auf gehts!

Paula Hawkins – Girl on the train posted by on 2. Juli 2015

Wir alle schauen aus dem Fenster im Zug, sollten wir damit fahren. Einige lesen lieber und andere beobachten lieber die Umgebung als Zeitvertreib. Die Protagonistin Rachel im Roman „Girl on the train“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, täglich mit dem Zug zu fahren und aus dem ewig gleich vorbeiziehendem Schema eine Geschichte zu spinnen. Was daraus wird und was ihr noch geschieht, berichtet die Autorin gekonnt.

Autor: Paula Hawkins
Titel: Girl on the train
Genre: Roman/Thriller
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 15.06.2015
Taschenbuch: 448 Seiten
Preis: 12,99 €

Rachel fährt jeden Morgen und Abend mit dem Zug die gleiche Strecke – und jedes Mal hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Dort erblickt sie die Gärten der Häuser und auch deren Bewohner. Oft sieht sie ein junges, verliebtes Paar, welches sie in Gedanken Jess und Jason nennt. Die beiden scheinen für sie ein perfektes Leben zu führen, so eines, wie sie es sich wünscht. Doch dann beobachtet sie etwas wirklich Schockierendes. Kurz darauf erfährt sie aus den Zeitungen, dass eine junge Frau verschwunden ist und erkennt in dieser Jess wieder. Rachel macht eigentlich das Richtige und wendet sich an die Polizei, um ihre Beobachtungen mitzuteilen, verstrickt sich jedoch immer mehr in Ungereimtheiten…

Das Buch, das ein Bestseller aus den USA ist, wird in den Medien ja hoch angepriesen. Bei solchen Büchern gehe ich immer mit einer gewissen Vorsicht heran, da es derartig gehypt wird und auch oftmals nichts dahintersteckt außer dem Hype.

Man findet sich sogleich mit Rachel im Zug und bekommt so mit, wie sie ihre Beobachtungen führt. Es ist in etwa wie im Tagebuchschreibstil gehalten. Nach etwas längerer Zeit bekommt man auch von Megan bzw. „Jess“ und Anna, die Frau des Exmannes von Rachel in dem Schreibstil etwas mit.

Rachel ist eine geknickte Person, irgendwie bemitleidenswert aber auch etwas zu naiv. Man möchte ihr ständig in den Hintern treten, dass sie einmal ihr offensichtliches Alkoholproblem in Angriff nimmt. Würde man ihr auf der Straße begegnen laut dem Charakter, welcher sie im Buch beschrieben ist, würde man wohl einen Bogen um sie machen. Aber da man nun einmal der Leser ist, erfährt man mehr über sie und ihr Innenleben, wie es wirklich aussieht – und ehrlich gesagt, ist sie doch eine starke Frau, da sie nicht ganz daran zerbrochen ist, was alles um sie herum geschieht und das mit voller Wucht. Andererseits versteht man vieles nicht, wie sie es handhabt. Sie hat ihre Arbeit schon länger verloren, pendelt aber immernoch mit dem Zug dorthin, um ihrer Mitbewohnerin vorzugaukeln, sie würde genau das tun. Und wieso kann man nicht mit seiner Mutter reden, ihr das mitzuteilen, ganz geschweige denn vom Alkoholproblem, wenn man es bereits selbst erkannt hat? Durch den ganzen Monolog, den sie immer wieder in den Kapiteln führt, merkt man dann doch, wie krank ihre Psyche sein muss. Die Trennung ihres Exmannes hat sie derartig in ein Loch gerissen, aus welchem sie scheinbar gar nicht mehr herauskommt. Noch immer ruft sie ihn an und stellt sich Dinge vor, welche sie gemeinsam erleben hätten können.

Bei allen Dingen, die um Rachel gingen – bei ihr war ich mir persönlich nie sicher, in welche Schublade ich sie stecken sollte. Ist sie sogar verantwortlich für das Verschwinden der Frau, vielleicht durch die Obsession, dass sie genau ein solches Bilderbuchleben der Frau haben möchte? Genau diese Frage und auch andere Vorkomnisse halten die Geschichte spannend, jedoch nocht ganz überzeugend. Wie es dann tatsächlich ausging, ob es stimmt oder nicht, war dann im Endeffekt doch eine herbe Überraschung!

Der Schreibstil sowie die Handlungen und das nicht abflauende Spannungsgefühl im Hintergrund lassen einen das Buch in einem Rutsch durchlesen – auch wenn ich mich anfangs bis ca. Seite 70 gefragt habe, was das Geschreibsel eigentlich darstellt und mehr Fragezeichen beim Lesen hatte, war ich dann doch überzeugt einen guten Thriller vor mir zu haben. Dass dieser aber so gehyped wird, kann ich nicht ganz verstehen, aber da gehen die Geschmäcker ja dann doch eindeutig auseinander.

Nichts desto trotz ist das Buch allemal eine Abwechslung zu den üblichen Thriller wert – wer also gerne etwas Abgehobenes liest und auch mal in etwas andere Arten von Thrill mit dramatischen Hintergründen abtauchen möchte, ist hier sicherlich nicht falsch beim Zugreifen!

4 von 5 Punkten

 

 

Gelesen im Juni 2015 posted by on 1. Juli 2015

Da ist der Urlaub vorbei und auch schon der Monat – geht schnell! Ich hatte einige wirklich schöne Tage am Meer mit meinen Liebsten – und natürlich hat auch das Buch nicht gefehlt =) Hier meine gelesenen Schätze im Juni:

Courtney Cole – Until we fly 5/5

Paula Hawkins – Girl on the train 4/5

Keigo Hidashino – Böse Absichten 3/5

Tja, das waren wohl schon alle – ich habe lieber etwas gechillt am Meer statt gelesen zu haben, muss auch mal sein! Aber jetzt geht es ja weiter und ich bin schon gespannt auf alles weitere Lesenswerte!