Gelesen im August 2015 posted by on 31. August 2015

Mir kommt es vor, als hätte ich die letzte Statistik erst gestern geschrieben – dabei ist schon wieder ein ganzer Monat vorbei! Es ist wahnsinnig, wie schnell die Zeit vorbei geht. Aber lesen kann man ja immer, egal zu welcher Zeit – vorausgesetzt man hat Zeit! =) Gelesen habe ich also im August:

Carol O´Connell – Kreidemädchen 4/5

Neil Gaiman – Der Ozean am Ende der Straße 5/5

Kelly Fiore – Der tiefe Fall der Cecelia Price 4/5

Eins mehr als letzten Monat =) Aber zu mehr kommt es irgendwie momentan nicht. Mal schauen, was die nächste Zeit so bringt, mein Lesetempo beschleunigt sich zur Zeit wieder etwas! Und wie siehts bei euch aus, kennt ihr eines davon?

Carol O´Connell – Kreidemädchen posted by on 27. August 2015

Seit wann müssen Polizisten immer sympathisch sein, um ihre Arbeit genau zu machen? Bei einer Ermittlung gegen einen skrupellosen Mörder hilft die ganze Sympathie nichts – sondern der Erfolg bei der Ermittlung! Auch die etwas verhaltensgestörte Polizistin Mallory muss dringend einen Mörder finden und ihre wichtigeste Zeugin ist ein kleines Mädchen…

Autor: Carol O´Connell
Titel: Kreidemädchen
Genre: Thriller/Krimi
Verlag: btb
Erscheinungsdatum: 12.01.2015
Taschenbuch: 544 Seiten
Preis: 9,99 €

Die Polizei findet im Central Park ein kleines rothaariges Mädchen, es sieht aus wie eine Elfe. Das Mädchen hat Blutspuren auf den Schultern und erklärt den Polizisten, das Blut sei aus dem Himmel gekommen, als sie nach ihrem Onkel Red gesucht hat im Park. Die Polzei geht von einem armen verwirrten Kind aus, doch dann entdecken sie die Leiche im Baum. Detective Mallory nimmt sich den Fall an und erkennt in dem Mädchen eine verletzte Seele, wie sie selbst eine war. Das verwirrte Mädchen scheint mehr erlebt zu haben, als es den Schein hat. Mallory ermittelt ohne Wenn und Aber in einem dichten Dickicht aus Gewalt, Geheimnissen und psychischer Abhängigkeit.

Der Einstieg war zwar leicht in diese Lektüre, aber der Leser fragt sich natürlich schon, was die Rattenplage mit dem Geschehen an sich zu tun hat. Dennoch wird man auf den richtigen Weg geführt. Nach und nach bekommt man die ermittlenden Detectives vorgestellt, darunter auch die taffe Mallory. Diese wurde zuerst zu einer Bürotätigkeit abgestempelt, da sie sich einmal einfachso aus dem Staub gemacht hat. Doch ihr Partner Riker holt sie mit einem Trick zurück in die Ermittlung. Man lernt sie als zurückgezogene, sehr unsympathische Person kennen. Nichts desto trotz versteht sie ihre Arbeit und erzielt auch gute Ergebnisse damit. Sie eckt überall an und scheint keinerlei Gefühl zu haben – bis sie auf das Mädchen aus dem Park trifft, Coco. Das Mädchen scheint es ihr irgendwie angetan zu haben, vielleicht erinnert es sie an sie selbst? Dennoch ist es ihre wichtigste Zeugin und sie zieht die Strippen, wie sie es bei dem etwas „behinderten“ Mädchen nicht tun sollte.

Man begleitet die Detectives auf spannenden Wegen – der Schreibstil erleichtert es einem, ungezwungen drauflos lesen zu können und auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz. Die Handlung driftet immer von einer zur anderen, so dass man manchmal etwas Probleme haben könnte, mitzukommen. Man bewegt sich in einem Strudel aus Gewalt, Abhängigkeit, alten ungelösten Fällen und auch in der höheren Politik.

Es ist erstaunlich, wie sich vieles löst, was sich aber gar nicht löst, sind die Augen auf den Zeilen – man kann einfach nicht aufhören! Das ist mein erstes Buch der Autorin, aber sicher nicht das letzte – das Einzige, was manchmal aufstößt, ist das barsche Verhalten der Polizistin Mallory. Man versteht ihr Vorgehen nicht immer ganz, aber es hat seinen Zweck. Die Autorin versteht es, die Charaktere detailgetreu zu zeichnen, so dass man ein genaus Bild von ihnen hat und einen Film vor Augen abspielen kann.

Was wirklich nie nachlässt, ist die Spannung. Man stößt zwar von einer Handlung auf die nächste, aber das lässt den Lesefluss nicht abreissen, im Gegenteil. Man kann gar nicht anders, als immer weiter zu lesen, um mehr zu erfahren.

Für die Krimileser, die sich gern in politische und gräßliche Machenschaften hinabbegeben, ein gelungenes Lesefutter! Man sollte nur etwas klarkommen mit dem ungewöhnlichen Charakter Mallorys, der es einem manchmal etwas schwermacht!

4 von 5 Punkten

Kelly Fiore – Der tiefe Fall der Cecelia Price posted by on 21. August 2015

Drogen, egal welche, machen einen kaputt – die einen schneller, die anderen schleichend. Vor allem aber machen sie ein Leben kaputt und das nicht nur des Süchtigen, auch die, die um ihn herum sind. So ergeht es Cecelia in Kelly Fiores Jugendroman. Sie muss mitansehen, wie ihr Bruder sich durch Drogen kaputt macht und macht mit einer einzigen Handlung ihr eigenes Leben kaputt und vergeht an Schuldgefühlen…

Autor: Kelly Fiore
Titel: Der tiefe Fall der Cecelia Price
Genre: Jugendroman
Verlag: Coppenrath
Erscheinungsdatum: Juni 2015
Gebunden: 320 Seiten
Preis: 14,95 €

Cecelia ruft die Notrufzentrale an, um den Tod ihres Bruders zu melden. Dabei gibt sie an, dass sie daran schuld sei. Nachdem sie diesen Notruf getätigt hat, schweigt CeCe. Sie wird in U-Haft gesteckt, in eine therapeutische Verhaltenstherapie. Dort redet sie mit niemand, zieht sich zurück und leidet an ihren Schuldgefühlen. Dort wartet sie auf den Tag, an dem der Prozess stattfindet, an welchem sie für ihre Schuld drankommt. Keiner möchte über das reden, was passiert ist. Keiner möchte hören, dass ihr Bruder ein Junkie war oder wie er ihr Leben versaut hat. Denn nur CeCe weiß, was an jenem Tag passiert ist…

Zuallererst bekommt man mit, wie CeCe den Notruf absetzt. Was genau passiert ist? Das bekommt auch der Leser eine ganz lange Zeit überhaupt gar nicht mit. Man weiß nur, dass CeCe sich grundtief schuldig für den Tod ihres Bruders fühlt. Es muss also etwas geschehen sein, wo sie mitgeholfen hat, ob direkt oder indirekt, erfährt man erst später. CeCe hat kein leichtes Leben – ihre Mutter starb an Brustkrebs, ihr Bruder wurde zum Junkie und ihr Vater verschließt vor allem die Augen und finanziert auch noch die Drogensucht des Bruders.
Es ist förmlich mitanzusehen, wie CeCe immer mehr daran zerbricht, an dem was mit ihrem Bruder geschah. Neben ihren Problemen daheim mit Vater, Bruder & Co. erlebt sie die alltäglichen Teenieprobleme noch dazu, verlirebt sich und ist blind vor Liebe. Die Liebe von Lucas zu ihr kam allerdings erst, als er mitbekommen hat, dass sie Cys Drogen vertickt – das auch erst, nachdem Lucas Cousin sie darauf angesprochen hat, ob sie Cy nach welchen fragen könnte. Das hat sie, in ihren eigenen Worten zufolge getan, damit sie ihre Laborgebühren finanzieren kann, welche der Vater durch die Finanzierung der Drogensucht nicht aufbringen konnte. Und somit begann ihr Abstieg, der Fall in einen Abgrund, aus dem sie nur schwer wieder rauskommt. Ab diesem Punkt geht es eigentlich nur noch abwärts in CeCes Leben und die Tragödie um ihren Bruder lässt auch nicht lange auf sich warten.
Der Roman wird im Wechsel von Jetzt und einige Monate zuvor aus CeCes Sicht erzählt. Na klar möchte man sofort wissen, an was sie eigentlich schuld ist – hier wird man aber ewig auf die Folter gespannt. Man durchlebt ein chaotisches, trauriges und von Schuldgefühlen geplagtes Leben eines Teenagers, der sich eigentlich nur nach oben kämpfen möchte. Des Öfteren möchte der Leser CeCe durchschütteln für ihre grenzenlose Naivität, sei es in der Liebe oder den Umgang mit Drogen. Manche Passagen aus ihren Gedankengängen sind für den Leser etwas verwirrend, in einer Sekunde ist sie stark, in der anderen schwach und dumm/naiv. Man weiß eigentlich nie so genau, woran man mit ihr ist.
Das Ende ist meiner Meinung nach genau so, wie es hätte sein sollen, eine andere Lösung wäre meines Erachtens fehl am Platze. Mehr kann ich dazu nicht sagen, um nicht zu viel zu verraten.
Der Schreibstil ist sehr gut verständlich und auch für Jugendliche gedacht. Die Frage nach der Schuld im Roman wird die ganze Zeit zurückgehalten, so dass man sich erst durch das gepeinigte Leben CeCes durchkämpfen muss. Das Thema der Drogensucht ist noch immer und wird immer hochaktuell sein, da hier so viele Jugendliche davon betroffen sind und meist nicht mehr aus der Spirale rauskommen. Es ermöglicht den Jugendlichen auf jeden Fall in Romanform einen Blick hinter die Kulissen, auf was sie sich lieber nicht einlassen sollten.
Das Buch ist in jeder Hinsicht an die jungen Leser ab 16 Jahren empfehlenswert, das Thema regt zum Nachdenken und Diskutieren an und sollte wachrütteln. Spannend und aufwühlend erlebt man hier einen tiefen Fall mit!
4 von 5 Punkten
Henriette Clara Herborn – Schmerz – Malmingers letzter Fall posted by on 11. August 2015

Ein Mörder, der nach Vorlage „arbeitet“ – einem Fall, der viel Aufsehen erregte. Doch was will er damit bezwecken? Was geht in solchen Menschen vor? Genau so etwas widerfährt dem Kommissar Malminger in seinem aktuellen Fall im Krimi „Schmerz“ von Henriette Clara Herborn.

Autor: Henriette Clara Herborn
Titel: Schmerz – Malmingers letzter Fall
Genre: Krimi
Verlag: Leinpfad Verlag
Erscheinungsdatum: 03.06.2014
Taschenbuch: 356 Seiten
Preis: 14,90 €

Im Jahr 2017 wird in Mainz eine nackte, entstellte Frauenleiche auf dem Geländer der Alten Ziegelei gefunden. Hauptkommissar Ernst-August Malminger erkennt hier sofort, dass der Täter einen der größten Mordfälle vor 70 Jahren kopiert hat; der der Elizabeth Short, die Schwarze Dahlie. Ist das Zufall? Denn Malminger selbst ist größter Fanatiker des Falls und hat bereits ein Buch hierüber geschrieben. Er begibt sich auf eine Reise in die menschlichen Abgründe, auch seiner eigenen…
Währenddessen hat sein Kollege Lübke nur ein Ziel, er will verhindern, dass Malminger hier Erfolg hat, so dass er in seinen Rang aufsteigt. Auch die junge Polizistin Namiko ermittelt hier auf eigene Faust, denn eigentlich ist sie beim Sittendezernat und hat damit nichts zu tun. Ihr Ziel – ebenfalls aufzusteigen. Neben diesen Machtkämpfen ist der Mörder wie sein Komplize noch auf freien Fuß und die Ermittlungen führen ins Rotlichtmilieu, in welchem sich Lou, Castro und die beste Freundin des Mordopfers herumschlagen. Wer ist die Tote und wer der Mörder?

In diesem Krimi tauchen zahlreiche Charaktere auf und jeder ist detailliert beschrieben. Hier haben wir den Kommissar Malminger, der richtig viel eigene Pakete mit sich schleppt und eigentlich nur noch deprimiert ist. Seine Frau ist ihm davongelaufen mit Tochter und er ertränkt seine Sorgen in Alkohol. Zudem ist er noch ein richtiges Ekelpaket gegenüber anderen und denkt eigentlich nur an sich. Richtig sympathisch macht es diesen also nicht für den Leser und er ist hier der Protagonist. Ihm zur Seite gestellt ist der Kommissar Lübke, den er eingelernt hat und der ihn nun ausbooten will, damit er seinen Platz haben kann. Dabei ist dieser ein richtiger Feigling und handelt oftmals unüberlegt ohne über seine weiteren Taten und Handlungen nachzudenken. Nebenbei gibt es hier noch Namiko, die auf eigene Faust zu schnüffeln beginnt. Eigentlich fragt man sich hier die ganze Zeit, wann alle aufeinander treffen und sich in die Wolle bekommen, was aber nie passiert. Namiko steckt ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen und keiner bekommt es mit, also Alleingang. Es soll ihre Karriere unterstützen, da sie beim Sittendezernat ist, gerne aber zur Mordkommission gehören will und so zeigen will, was sie auf dem Kasten hat.
In wechselnden Kapiteln lernen wir hier auch noch das Opfer sowie deren Zuhälert, ihre beste Freundin sowie das Rotlichtmilieu kennen. Sobald es in diese Kapitel wechselt, wird die Sprache obszön und einfach nur primitiv. Mich persönlich hat das ganz schön gestrauchelt beim Lesen, ich konnte mich einfach nicht damit anfreunden. Vor allem, was Lou immer von sich gegeben hat, ganz schöner Quark. Bei diesem merkt man gleich, dass er nicht gerade der Hellste ist, aber auch bei den anderen. Außer dem Opfer selbst, welches als schönstes und eigentlich gescheitestes Mädchen in der Szene galt.
Das Ganze und auch Malminger selbst, tragen nicht gerade zum Lesevergnügen hinzu. Es ist, als würde man jemanden Unsympathischen bei der Arbeit zuschauen, der es sich selbst vergeigt. Nicht der ständige Wechsel der Charaktere und deren Sicht ist hierbei störend, sondern das Niveau, auf welchem diese sich begeben. Vielleicht ist das aber genau der Zweck, den die Autorin hiermit verfolgt, mir hat es leider nicht so zugesagt. Der Täter an sich war hier das detailgetreuste gezeichnete Werk, man kann richtig hineinfühlen, wie verstört seine Seele ist.
Trotz dieser Mankos bleibt die Spannung nicht zurück, man möchte wissen, wie es sich auflöst und was hier alle mit ihren Mitteln verfolgen. Die Autorin hat einen Krimi geschaffen, der nichts für schwache Nerven ist und hat zahlreiche Zeichnungen der Charaktere zwischen die Zeilen eingebaut sowie realitätsnahe Beschreibungen der Verbrechen.
So ganz weiterempfehlen kann ich das Buch leider nicht, kann aber auch an meiner persönlichen Sicht daran liegen, wie die Sprache in diesem Buch gewählt wurde und dass es meines Erachtens etwas zuviel Leidtragendes bei den Charakteren an sich gibt. Trotzdem ist der Schreibstil und die Zusammenstellung gut gewählt, so dass man wie durch einen schnellen Tunnel fliegt und sich schon bald am Ende findet. Auch der Fall der Schwarzen Dahlie, den es ja tatsächlich gab, eine gelungene Idee, diesen hiermit zu verweben.
2,5 von 5 Punkten
Gelesen im Juli 2015 posted by on 3. August 2015

Irgendwie komme ich momentan gar nicht mehr mit dem Lesen voran – schuld daran sind einige kleine oder auch für mich große Veränderungen privat, die mir durch den Kopf gehen und auch die schleppende Müdigkeit, die so heiße Tage mit sich bringen. Aber auch ein zähes Buch, mit dem ich mich etwas rumgeschlagen habe =) Hier also die gelesenen:

Stephen King – Doctor Sleep 5/5

Henriette Clara Herborn – Schmerz 2,5/5

Genau, ihr seht richtig – es sind nur zwei Stück. Aber was solls – es gibt noch so viel zu lesen und zu ergründen und ich bin dabei =)