Jeannie Waudby – Verity heißt Wahrheit posted by on 18. Januar 2016

Eine Dystopie, die der heutigen Situation nicht ähnlicher sein könnte. Die Autorin hat mit ihrem Werk ein Roman geschaffen für Jugendliche, welcher nicht eindeutiger sein kann. Zwischen zwei Seiten pendelt die junge Protagonistin hin und her und weiß langsam selbst nicht mehr, was Wahrheit oder Lüge ist…

Autor: Jeannie Waudby
Titel: Verity heißt Wahrheit
Genre: Fantasy, Dystopie
Verlag: Chicken House
Erscheinungsdatum: 27.11.2015
Gebunden: 400 SeitenPreis: 18,99 €

Es gibt die Brotherhoods und die Residents – es ist eine Zeit, die von Misstrauenrst und Gewalt geprägt ist. Auch K hat es hier nicht leicht, sie schlägt sich alleine durchs Leben, da ihre Eltern bei einem Bombenanschlag der Brotherhoods ums Leben kamen und ihre Großmutter auch erst das Zeitliche gesegnet hat. Als erneut ein Bombenanschlag geschieht, wird sie von Oskar gerettet – dieser gehört scheinbar der Polizei an und schleust die 16-jährige als Spionin bei den Brotherhoods ein. Somit führt sie ein Doppelleben als Verity und K, denn sie muss sich als eine von ihnen ausgeben. Die Radikalen wollen aber eigentlich ihren Tod – oder? Oder wurde sie belogen? In Greg sieht sie keinesfalls einen kaltblütigen Killer und auch nicht in ihren neugewonnenen Freunden und Mitschülern. Bald weiß K nicht mehr, wem oder was sie überhaupt noch trauen kann.

Ohne zuviel auf die Hintergründe einzugehen, katapultiert die Autorin den Leser direkt ins Geschehen hinein. Man wird mit K auf dem Bahnhof Zeuge, wie ein erneuter Bombenanschlag geschieht – scheinbar von den Brotherhoods verübt. Erst dann lernt man die Protagonistin an sich kennen, wie sie einsam ihr Leben führt, keiner mehr ihrer Familie hat und alles meistert. Die einzige Bezugsperson ist hier die Sozialbearbeiterin Sue. Doch nun hat sie Oskar, er hat ihr das Leben gerettet, er ist Polizist, bei ihm fühlt sie sich sicher. Dieser schleust sie auch in das Institut ein, auf welchem K als Verity die Schule machen kann bei den Brotherhoods. Sie soll für die Polizei der Residents spionieren, wer hier zu einer militanten Zelle gehört. Mehr und mehr lernt man mit ihr die Leute dort kennen und fragt sich, wer zu solch einer Zelle gehören könnte. Doch wie auch K bzw. Verity, sieht man in keinem eine größere Gefahr. Sicher – es sind alle angefressen von ihren Überzeugungen, aber nicht derartig, dass man Anschläge verübt. Wer also ist hier der Bösewicht an der ganzen Sache?

Die Autorin hat einen schönen, fließenden Schreibstil, der es einem ermöglicht, an einem Stück weiterzulesen. Es ist einfach, von Zeile zu Zeile zu springen und man wird auch schnell warm mit den Charakteren und der Story. Ich persönlich konnte das Buch kaum weglegen, ich war zu sehr gespannt, wohin das Ganze führt und was nun wahr ist an der Story.

Erschreckend finde ich den Zusammenhang an unserer aktuellen Situation – das lässt einen leider etwas sauer aufstoßen, aber man kann die Augen nicht verschließen. Die Bilder sind gleich oben, dennoch ist dieser Roman eine Fiktion der Autorin, wenn auch sehr nah an der Realität gebaut. Wer weiß, ob nicht wirklich bald eine solche Spaltung herrscht oder es bereits so im Untergrund ist?

Auf jeden Fall war es interessant, die Entwicklung von K bzw. Verity mitzuverfolgen und sie sie immer stärker wird in ihrem Bewusstsein. Auch wie sie mit ihren neuen Freundschaften umgeht und was daraus wird, das Buch wird keinesfalls langweilig und verspricht gute Unterhaltung. Das Ende ist hier gut gewählt, auch wenn es etwas überstürzt kommt – abwegig ist es damit aber nicht!

Eine klare Leseempfehlung für die jungen Dystopiefans unter uns kann ich hier geben, die sich aber nicht gleich erschrecken, wenn sie einen Zusammenhang zur aktuellen Situation herstellen und trotzdem gerne in ihrer Fantasie verweilen, in dieser gut unterhalten werden möchten!

4 von 5 Punkten

Andreas Gruber – Todesurteil posted by on 7. Januar 2016

Wenn Kinder verschwinden, hört auch der Spaß für alle Ermittler auf. Keiner mag und will es verstehen, wie Menschen so etwas tun können – ganz davon abgesehen, dass so etwas überhaupt in allen möglichen Jahresgruppen passiert. Auch der bekannte Profiler Maarten S. Sneijder im zweiten Band von Andreas Gruber nimmt ungelöste Mordfälle an der Akademie des BKA mit seinen Schüern durch – und muss eingestehen, dass hier einiges zusammen hängt mit den Fällen verschwundener Kinder…

Autor: Andreas Gruber
Titel: Todesurteil
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 16.02.2015
Taschenbuch: 576 Seiten
Preis: 9,99 €

In Wien verschwindet die zehnjährige Clara, seit über einem Jahr bereits. Dann taucht sie völlig verstört im Wald wieder auf und man findet auf ihrem Rücken Tattoos mit Dantes „Inferno“. Clara spricht zuerst keinerlei Worte, bis sie auf die Staatsanwältin Melanie Dietz und ihren Traumahund Sheila trifft, die sich dem Mädchen annimmt. Wie sich herausstellt, ist Clara die Tochter ihrer verstorbenen, ehemals besten Freundin Ingrid – und sie fängt an zu ermitteln. Gleichzeitig nimmt Sabine Nemez die Studien auf an der besagten Akademie in Wiesbaden und nimmt Ermittlungen in ungelösten Mordfällen auf, welche einen Zusammenhang haben mit mehreren Fällen sowie mit dem Fall in Wien. Hier ist Clara die Einzige, die den Mörder jemals gesehen hat und somit in großer Gefahr…

Nachdem ich bereits den ersten Teil „Todesfrist“ gelesen habe, der nur vor Spannung strotzte, war für mich klar, dass ich den Folgeband auch lesen muss. Nemez und Sneijder sind genau so, wie man es von ihnen kennt und auch erwartet. Es dauerte bei mir persönlich etwas, bis ich diese wieder im Gedächtnis hatte, aber dann ging es umso schneller. Nemez kann es einfach nicht lassen, Alleingänge zu machen und zu ermitteln, in den ungelösten Mordfällen, die die Studenten mit Sneijder besprechen. Er selbst ist der perfektionierte „Arsch“ schlechthin, wie gewohnt. Aber wie auch immer – in einem harten Gehäuse steckt auch ein weicher Kern, was hier voll zutrifft, er drückt es nur anders aus!

Der Autor hat den Leser somit sogleich wieder in den Fängen, die Spannung wird mit jeder Zeile und Seite mehr geladen. Ich hatte echt Probleme damit, das Buch wieder aus den Händen zu legen. Die Abtrennung der Kapitel macht es einem hier auch einfach, schön weiterzulesen und gar nicht mehr aufzuhören. Man liest aus Wien, aus Wiesbaden, einmal aus den Protokollen und immer wieder von den verschiedenen Charakteren, wie der Verlauf gerade ist. Ich muss sagen, die Spannung lässt echt gar nicht nach, sie steigert sich nur noch mehr, selbst wenn man denkt, das geht ja gar nicht – geht wohl!

Da Sneijder wie auch Nemez die Gabe haben, sich total in die Täter hineinzuversetzen, werden die Leser auch mit fast jedem Kapitel mit weiteren Leckerlis belohnt und somit an der Stange gehalten. Wenn man denkt, sie sind auf der richtigen Spur, gibt es aber doch immer wieder eine andere und man kommt selbst ins Grübeln, wieso man das tut und wie hier wohl alles zusammenhängen vermag.

Gegen Ende wird man aber mit der Auflösung belohnt und die gespinnten Fäden werden gekonnt zusammengeführt – es lassen sich keine Fragen offen und man ist befriedigt mit der Auflösung. Mit diesem Werk über 500 Seiten hat Gruber eine grandiose Fortsetzung geschaffen, die mit wirklich allem gespickt ist und an welcher es an nichts fehlt. Das zweite Buch kann es ohne Wenn und Aber mit dem ersten Band aufnehmen und man kann auf eine tolle Weiterspinnung der Geschichte freuen! Wer aber etwas schwache Nerven hat, sollte doch die Finger davon lassen, denn es sind schon etwas derbe Szenen vorhanden, die sich ins Kopfkino einbrennen! Von mir aber eine klare Leseempfehlung an alle eingefleischten Thrillerfans, die es gerne etwas „härter“ mögen und auf den Nervenkitzel aus sind!

5 von 5 Punkten