T.R. Richmond – Wer war Alice posted by on 15. August 2016

Fragen wir uns nicht manchmal, wer genau die Person war, die gestorben ist? Was in ihr vorging? Ob sie, wenn es so war, wirklich Selbstmord beging? Im Grunde wissen wir doch eigentlich gar nicht, was in anderen Menschen genau vorgeht, was ihr Beweggründe sind etc. Der alte Professor Cooke will ein „Bild“ zeichnen über die tote Alice, die sich scheinbar in die Fluten gestürzt hat. Was er damit alles lostritt, erzählt das Buch…

Autor: T.R. Richmond
Titel: Wer war Alice
Genre: Roman, Thriller
Verlag: Goldmann
Taschenbuch: 448 Seiten
Erscheinungsdatum: 29.02.2016
Preis: 14,99 €

Alice Salmon wurde gerade mal 25 Jahre alt – dann wurde sie morgens leblos im Fluss gefunden. Eigentlich war sie am Abend davor mit Freunden am feiern. Wie ist das passiert? Hat sie zuviel getrunken, sich gar selbst reingestürzt? Oder hat da jemand nachgeholfen? Die Polizei vermutet, sie sei reingestürzt, da zu besoffen. Es werden überall Vermutungen angestellt, unter Verwandten, Freunden und auch von ihrem ehemaligen Professor Jeremy Cooke. Er ist erschüttert und will ein Buch über sie schreiben. So macht er sich daran, alles über diese rätselhafte Nacht zusammenzutragen und das Rätsel zu lösen, was wirklich passiert ist. Aber was hat er zu verbergen?

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Es ist anders, es ist außergewöhnlich – aber richtig packend dann doch nicht. An was es liegt? Ich kann es nicht genau sagen. Die Idee ist spitze, der Lesefluss bricht nicht ab, da sehr gut geschrieben – ich mag die Erzählform, ehrlich. Das hat mich die ganze Zeit mitgerissen. Man merkt hier auch richtig, wenn jemand anders am Zug ist. Der Autor hat hier gut gewechselt im Schreibstil von Person zu Person.

Doch leider sind hier fast alle Personen nicht wirklich dem Leser realitätsnah. Damit will ich sagen, sie sind eigentlich alle irgendwie unsympathisch. Der Professor hat etwas mit einem Pädo gemein und viel Gefühle hat er eigentlich auch nicht, wenn man es genau sieht, die falschen wohl eher. Die beste Freundin ist auch etwas distanziert, der Freund etwas gaga im Kopf und die Mutter so überbemuttert. Vom Vater bekommt man nicht allzu viel mit, der scheint aber ein Bilderbuchvater zu sein und der erste im Buch, der richtig sympathisch erscheint. Alice selbst war eigentlich ein normales Mädel, dass sein Leben auskostet. Depressionen? Haben heutzutage so viele, da fällt das kaum auf. Leider wahr.

Die Idee zu dem Thriller hat mich angesprochen und es hat mich auch unterhalten, der Schreibstil allen voran. Das war es auch, was mich am Buch gehalten hat – ein paar mal habe ich überlegt, es wegzulegen. Dann hat aber doch die Neugier gesiegt und der angenehme Schreibstil. Es ist auch nicht schlecht, nur machen es die Charaktere eben nicht besser.

Weiterempfehlen würde ich es schon, aber nur beding. An Vielleser, die eine Tiefe erwarten, nicht so sehr – eher an welche, die eine spannende, gut geschriebene Geschichte zwischendurch möchten und hierbei nicht ganz so viel Wert auf die Sympathie der Charaktere legen!

3 von 5 Punkten

Zoe Hagen – Tage mit Leuchtkäfern posted by on 4. August 2016

Ein jeder rennt mit seinen Problemen durchs Leben – einige stecken es besser weg, andere zerbrechen daran und nochmal andere sind fast daran zerbrochen und versuchen das Beste daraus zu machen und wieder empor zu steigen. Depressionen sind heutzutage keine Seltenheit mehr, immer mehr Menschen erkranken daran, so dass es schon gar nichts „Besonderes“ mehr ist. Dennoch ist dies nicht auf die leichte Schulter zu nehmen…

Autor: Zoe Hagen
Titel: Tage mit Leuchtkäfern
Genre: Roman, Jugendliteratur
Verlag: Ullstein
Erscheinungsdatum: 14.03.2016
eBook: 192 Seiten
Preis: 9,99 €

Antonia leidet an Depressionen, Bulimie und kommt nicht wirklich aus dem Teufelskreis raus. Sie läuft Fred über den Weg, einem Mitglied aus dem „Club der verhinderten Selbstmörder“. Von nun an ist auch sie dabei und hat somit neue Freunde gefunden…

Mehr möchte ich gar nicht vom Inhalt verraten, denn das wäre zuviel gesagt. Die Autorin hat hier einen Jugendroman geschaffen, der eigentlich nicht nur für Jugendliche ist. Er wirkt nachdenklich, flüssig zu lesen, mit etwas Humor gespickt und doch todernst.

Dargestellt ist das Buch als Briefe an Gott von Antonia. Sie glaubt zwar eigentlich nicht an Gott, weiß aber auch sonst nicht, an wen sie sich wenden soll. Die Briefe und auch die Dialoge darin sind gut gewählt und lassen einen über das Geschriebene und auch die eigene Umwelt nachdenken.

Das Thema Depression und der Umgang damit, wie man selbst und die Umwelt damit umgeht, ist hochaktuell – denn es gag noch nie mehr Leute, die daran erkrankt waren. Früher war das ja ein Tabuthema, heutzutage kommt man kaum drum rum, da es immer mehr betrifft. An was liegt das? Es mag wohl sein, dass jedem ein anderes Thema „falsch“ einfährt und daran zerbricht. Aber es ist doch auffällig, wie viele davon betroffen sind.

Auch die Protagonistin des Romans hat damit zu kämpfen, man kann nur vermuten und zwischen den Zeilen herauslesen, warum, denn verraten tut sie es nicht wirklich. Gut geschrieben, in eine gute Story verpackt, klärt die Autorin über innere Gefühle und den Umgang damit auf.

Wer sich hier also auf eine leichte Lektüre gefasst machen will, sollte sich das schnell aus dem Kopf schlagen, denn vielmehr ist sie tiefgründig und auch traurig, aber auch mit sehr schönen Momenten darin, die zeigen, dass das Leben eigentlich doch sehr lebenswürdig ist!

Was es mit den Leuchtkäfern zu tun hat, lest selbst – ich finde es gut gewählt und eine schöne Erklärung!

Für mich war das eine gelungene Abwechslung in meinem Bücherschrank und ich möchte das Gelesene auch nicht missen – ich kann es also bedingungslos weiterempfehlen – nicht nur für jugendliche Leser!

5 von 5 Punkten

 

Gelesen im Juli 2016 posted by on 1. August 2016

So, auch der Juli ist vorbei. Ich bin ein Jahr älter (was ich erfolgreich verdrängt hab bis jetzt *hust*) und der Sommer scheint auch zu kommen jetzt =) Gelesen habe ich im Juli ganze drei Bücher – aber hey, immerhin noch mehr als letzten Monat, oder? Das sind die Bücher:

Geneva Lee – Royal Desire 4/5

Conor Creighton – Strange Love: Oder wie ich lernte, die Deutschen zu lieben 3/5

Zoe Hagen – Tage mit Leuchtkäfern 5/5

Das letzte der drei Bücher hat mich fasziniert. Es war eigentlich nicht sehr spannend, aber der Inhalt war wirklich tiefgründig und spitze. Eine Rezension hierzu muss ich aber erst noch tippen – ich hoffe, ich komme heute noch oder morgen dazu! Was mir auch aufgefallen ist, ist, dass ich lange keine Neuzugänge mehr gepostet hab – auch das werde ich bei Gelegenheit aufholen! Das wird eine Menge! =) Und wie liefs bei euch so?