Sebastian Fitzek – AchtNacht posted by on 23. März 2017

Was würde man tun, wenn man jemanden nominieren könnte für eine Art Todeslotterie? Wie viele Menschen würden hier wohl jemanden an den Pranger stellen? Und was tut derjenige erst, der nominiert wurde und nun straffrei getötet werden darf? Fitzek hat mit seinem neuen Thriller eine beängstigende Atmosphäre geschaffen, in welcher es scheinbar fast kein Entkommen gibt…

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: AchtNacht
Genre: Thriller
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 14.03.2017
Taschenbuch: 416 Seiten
Preis: 12,99 €

Benjamin Rühmann hat es nicht leicht in seinem Leben – er spielte in einer Rockband bis zu einem Vorfall, dann ging es bergab. Nun hangelt er sich von Gig zu Gig durch, nur um dann doch wieder ohne etwas da zu stehen. Seine Tochter ist seit einem Unfall gehbehindert und seine Frau hat sich von ihm getrennt – sein Leben läuft also nicht nach seinen Vorstellungen. Seine Tochter begeht einen scheinbaren Suizidversuch und liegt im Krankenhaus. Derweil erfährt er von der AchtNacht, in welcher jedermann nominiert werden kann, am 08.08. um 08:08 Uhr. Derjenige ist dann vogelfrei und kann von jedem getötet werden, der erfolgreiche Jäger erhält eine Prämie von 10 Millionen. Benjamin ist einer der zwei Nominierten und muss nun auch noch um sein Leben fürchten. Doch wer hasst ihn so sehr, dass er ihn nominiert hat?

Das Buch ist ja an dem Film „The Purge“ orientiert. Ich muss sagen, ich kenne den Film nicht und kann so keine Vergleiche ziehen. Fitzek steigt hier rasant ein und zieht den Leser gleich mit. Ben ist der typische Katastrophenkerl, bei dem das ganze Leben bergab geht. Arezu das typische Mädchen, das etwas am Kopf hat. Die Personen hat er gut gezeichnet, auch wenn sie etwas aus einer Soap haben.

Man verfolgt also nun Bens und Arezus Weg, wie sie zu entkommen versuchen und herauszufinden versuchen, wer eigentlich dahintersteckt und was der ganze Sinn der Sache ist. Sollte die Webseite erst ein Spaß sein, so ist diese jetzt bitterer Ernst und es gibt einen Haufen Jäger, die nur scharf auf die Kohle sind. Nebenbei wird Ben noch von anderen Missetätern in den Wahnsinn getrieben, die nix anderes im Sinn haben, ein bisschen Spannung in das Spiel zu bringen. Und ganz nebenbei fürchtet er um das Leben seiner Tochter, die unverändert im Koma im Krankenhaus liegt.

Wenn die letzten Bücher von Fitzek auch nicht so der Renner waren, dieses hier ist es bestimmt. Es erinnert wieder an den guten, alten Fitzek, der superkranke Ideen hat und diese zu einem spannenden Psychothriller bringt. Rasant wirft er den Leser mitten ins Geschehen, man hat einiges zu verdauen während die Story ihren Fortlauf nimmt. Man rätselt die ganze Zeit mit, wer wohl hier der Bösewicht ist und das ganze veranstaltet und vor allem, warum. Was passiert wohl mit seiner Tochter und wie hängt sie darin? Es sind einige Fäden, die zusammengesponnen werden wollen.

Das alles, was Fitzek hier wieder verpackt, ist gut gemacht und verspricht großes Kopfkino. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und auch die Spannung wird durchweg erhalten im Buch. Er führt den Leser wie gewohnt öfters an der Nase rum und lässt einen auch selbst miträtseln, wie es wohl ist. Das Ende ist gelungen und lässt keine Fragen in der Geschichte offen.

Fitzek-Fans müssen hier unbedingt zugreifen, er nimmt wieder Fahrt auf! Andere sind hier ebenso gut bedient, wenn sie zu einem guten Psychothriller greifen möchten, bei welchem sie auch selbst nachdenken müssen bzw. gar nicht umhin kommen!

5 von 5 Punkten