Jenny Milewski – Angstmädchen posted by on 28. April 2017

Ein Geist, der rumspukt, da wo man wohnt? Eigentlich unvorstellbar – doch, was wäre wenn? Und was tut man dagegen? Die Protagonistin hat damit zu kämpfen, erst damit, dass ihr jemand glaubt und dann, damit der Geist endgültig verschwindet.

Autor: Jenny Milewski
Titel: Angstmädchen
Genre: Thriller, Horror
Verlag: Heyne
Taschenbuch: 336 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.01.2017
Preis: 13,99 €

Die junge Studentin Malin bekommt endlich ein Zimmer in einem Wohnheim. Dort hat sie eine Badewanne, was ihr zwar nicht behagt, aber sie hat es als einzige in diesem Wohnheim. Doch dann erfährt sie, dass vor einigen Tagen ein Mädchen namens Yuko genau in ihrem Zimmer, in ihrer Badewanne Selbstmord gemacht hat, indem sie sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet sie auch noch ein schwarzes Haarbüschel, das nicht ihres ist und auch eine blasse Gestalt erscheint ihr nachts. Da wird ihr klar, dass Yukos Geist noch immer in diesem Wohnheim spukt und es immer schlimmer wird. Gemeinsam mit den anderen Bewohnern versucht sie, diesen loszuwerden.

Ganz ehrlich? Der Klappentext hat viel mehr versprochen, als der Inhalt hergibt. Malin ist eigentlich recht sympathisch und man fiebert auch mit ihr mit und steht in allem hinter ihr. Man hätte wohl nicht anders gehandelt. Auch die anderen Charaktere sind gut gewählt, jeder hat seine eigenen Macken und seine ganz eigene Persönlichkeit. Dennoch versteht man nicht ganz, was Yuko eigentlich will und warum sie gerade dann auftaucht, als Malin einzieht und nicht schon vorher.

Das Buch an sich fängt mit dem Ende an, als Malin in Tokyo auf einem Hochhaus ist. Dann erzählt sie ihre Geschichte. Man erwartet nun eine spannende, Gänsehaut erregende Story. Gänsehaut hatte ich in der Tat öfters, da ich aber auch ein sehr ängstlicher Mensch angeht, was Geister angeht. Vor allem, wenn man das Buch abends liest und dann im Bett liegt und im Bad etwas umfällt, einfachso. Da traut man sich (wenn man wie ich ein Angsthase ist) dann gar nicht mehr raus, nicht mal mehr auf die Toilette. Trotzdem überzeugt die Autorin nicht ganz, es ist ein ständiges Auf und Ab und es passiert doch nichts originelles. Es gibt Momente, die lassen einen in einem Höchsttempo lesen, nur um dann wieder abgeflaut zu werden.

Der Schreibstil und die Dialoge sind gut ausgearbeitet und lassen, trotzdem fehlt der Geschichte die Spannung und der Schliff. Vor allem das Ende lässt doch noch einiges offen und Fragen stehen, die man doch gerne beantwortet gehabt hätte. Man weiß ja eigentlich am Anfang schon, wie es endet – erfährt aber nie ganz, wieso das so ist. Entweder habe ich nicht genug zwischen den Zeilen gelesen oder es war einfach nur sinnfrei.

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, weswegen ich es auch nicht weiterempfehlen kann an die Gruselfans unter uns, da es ehrlich gesagt doch einige viel bessere Grusellektüren gibt. Dadurch dass die Geschichte zwischendrin spannend war, was aber wieder abflaut und man die ganze Zeit bangt, den Grund für Malins Tun zu erfahren und wie sich das alles entwickelt bis dahin, konnte ich doch nicht aufhören zu lesen.

2 von 5 Punkten

Jodi Picoult – Bis ans Ende der Geschichte posted by on 24. April 2017

Das Thema Holocaust ist einfach schrecklich, ob man es erlebt hat oder nicht, man mag es sich nicht vorstellen. Die bekannte Autorin greift das Thema auf in ihrer Geschichte rund um Sage Singer und Josef Weber.

Autor: Jodi Picoult
Titel: Bis ans Ende der Geschichte
Genre: Roman, Drama
Verlag: Penhaligon
Taschenbuch: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 22.08.16
Preis: 10,00 €

Sage ist eine junge Bäckerin, sie übt ihren Beruf mit Leidenschaft aufs. Sie lernt den überall beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennen. Doch trotz ihres großes Altersunterschiedes entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen – bis sie hinter sein Geheimnis kommt. Er bittet sie um einen großen Gefallen, welchen sie ihm eigentlich nicht erfüllen kann. Wenn sie es tut, hat das nicht nur moralische sondern auch gesetzliche Folgen. Sie steht vor einem Dilemma, denn wo sind die Grenzen zwischen Verbrechen, Vergehen, Gerechtigkeit, Vergebung oder Gnade?

Also gleich vorweg – das ist keine Lektüre für Zwischendurch. Sie geht unter die Haut und hinterlässt auch große Beklemmung. Wer hier dem Klappentext folgt, kann sich nicht ganz sicher sein, was einem erwartet. Es fehlt der entscheidende Hinweis, dass es eine Geschichte aus dem Holocaus ist. Eigentlich ist es eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Wir haben hier die junge Sage, eine Jüdin, die mit dem Judentum eigenlich gar nichts groß zu tun haben will. Sie schanzt sich von der Menschheit ab, indem sie nachts bäckt, wo sie niemandem über den Weg läuft. Das tut sie, weil eine Narbe ihr Gesicht verunziert und sie sich absolut hässlich fühlt und das niemandem antun möchte. Dennoch hat sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann, der sie scheinbar hübsch findet und sie auch liebt. Eigentlich ist sie bodenständig, intelligent und fest ins Leben integriert. In einer ihrer Schicht lernt sie Josef kennen, den alten pensionierten Lehrer. Sie trifft sich öfters mit ihm und auch bei ihm daheim zum Kaffee. So bittet er sie um einen Gefallen und erzählt ihr aus seiner Vergangenheit, wie er dem Reich gedient hat. Da erinnert sie sich, dass ihre Großmutter Opfer des Holocaust war, eine Überlebende hiervorn ist. Sie hört sich auch ihre Geschichte an, als diese sie erzählt.

Mich selbst hat etwas gestört, dass der Hinweis auf dem Klappentext fehlt, um was speziell es hier geht, nämlich dem Holocaust. Doch vielmehr geht es um die Schuldfrage, um die Vergebung und Gnade und was verzeihbar ist und was nicht, was ist gerechtfertigt? Die Geschichte ist ohne Frage schwer vedaulich, wenn man sich richtig hineinliest. Sie ist keine leichte Lektüre, zumal es drei verschiedene Geschichten in einem sind. Einmal das Heute, das Damals und dann wäre da noch die Geschichte der Oma, die diese geschrieben hat. Alles gehört natürlich zusammen und muss auch so sein, dennoch hinterlassen allesamt ein beklemmendes Gefühl, mir selbst ist hier und da ein Tränchen gerollt. Denn so traurig es auch ist, es ist noch trauriger, dass dies tatsächlich passiert ist.

Die Autorin schreibt wie immer flüssig, locker und man kann sich total mit der Protagonistin identifizieren. Sie hat hier ein schwieriges, moralisches Thema aufgegriffen. Man findet zwar leicht hinein, aber nur schwer wieder hinaus. Ich wusste jetzt lange nicht, wie oder was ich dazu schreiben soll, es hat mich doch sehr mitgenommen – denn die Geschichte ist auch ein Teil unserer Geschichte. Manchmal kam es mir auch in die Länge gezogen vor, so dass es den Lesefluss etwas gestoppt hat.

Empfehlen kann ich dieses Buch denen, die wissen worauf sie sich einlassen und nicht ganz so schwache Nerven in Hinsicht auf unsere Geschichte haben.

3 von 5 Punkten

Susanne Kliem – Das Scherbenhaus posted by on 3. April 2017

Ein Stalker, der hinter einem her ist? Unheimlich – aber was dagegen tun? Wegrennen? Die Protagonistin im Psychothriller „Das Scherbenhaus“ geht zu ihrer Schwester, da diese sie gerufen hat wegen einem Problem, doch dort wird es auch nicht besser..

Autor: Susanne Kliem
Titel: Das Scherbenhaus
Genre: Psychothriller
Verlag: carl´s books
Erscheinungsdatum: 20.03.2017
Taschenbuch: 336 Seiten
Preis: 14,99 €

Carla Brendel wird von einem Stalker verfolgt, er schickt ihr Fotos von Messern und Ritzern in der Haut. Aus Angst flüchtet sie zu ihrer Halbschwester nach Berlin, die sie gerufen hatte, wegen einem Problem. Sie besitzt ein luxuriöses Haus, das „Save Haven“, welches mit besten Sicherheitssystemen ausgestattet ist. Doch kurz nach ihrer Ankunft dort, verschwindet ihre Halbschwester und taucht erst wieder als Leiche in der Spree auf. Ein Unfall? Oder wissen die Hausbewohner des sicheren Hauses mehr, als sie vorzugeben scheinen? Carla bleibt dort und sucht nach der Wahrheit und merkt schnell, dass das Haus und ihre Bewohner eigene Regeln haben, die ganz schnell tödlich enden können…

Carla lebt ein Leben, das eigentlich langweilig ist aber für sie doch Gewohnheit. Sie wohnt auf dem Land in Stade und arbeitet bei ihrem Schwager im Restaurant mit. Der Alltag wird für sie aber bedrohlich, als ein Stalker es auf sie abgesehen hat und ihr Fotos von Messern und eingeritzter menschlicher Haut schickt. Doch das hört auf einmal auf. Kaum wägt sie sich in Sicherheit, ruft ihre Schwester aus Berlin an, um sie um Hilfe zu bitten. Kurzerhand reist sie dorthin und will ihr helfen, doch sie verschwindet und wird ermordet. Carla soll also nun ihr Haus erben, ihr Herzstück, da die Schwester Architektin war und damit Preise gewonnen hat. Die Hausbewohner haben es auch in sich, jeder hat ein eigenes Geheimnis. Carla reist aber wieder heim, nur um zu merken, dass der Stalker sich doch wieder gemeldet hat. So geht sie doch nach Berlin und macht sich auf die Suche nach der Lösung, wieso ihre Schwester sterben musste. Bei den Bewohnern fängt sie an und stößt auf komische Ungereimtheiten, sie merkt, dass jeder hier etwas zu verbergen hat.

Von der Autorin selbst habe ich bereits das Buch „Die Beschützerin“ gelesen, was sehr spannend war. Jedoch ist das Buch hier nichts dagegen, die Spannung war zwar da, aber es ist irgendwie schlecht durchdacht. Man pendelt von Seite zu Seite und kommt doch nicht weiter, man hängt wieder zurück. Mit der Protagonistin wird man ein kleines bisschen warm, aber sie scheint doch wie fern zu sein und man kann sie sich nicht direkt bildlich vorstellen. Ihre Handlungen an sich sind manchmal verständnislos und dann doch wieder begreifbar. Die anderen Personen sind genauso ein Geheimnis, was aber auch so sein soll.

Man plätschert also von Seite zu Seite und versucht gemeinsam mit Carla herauszfinden, welcher der Bewohner Dreck am Stecken hat. Meines Erachtens ist Carla viel zu vertrauenswürdig, allen gegenüber. Sie öffnet sich viel zu schnell und gibt zu viel preis. Was die Sache mit dem Stalker auf sich hat, findet man zwar noch raus, das geht aber in völliger Vergessenheit in der Geschichte halbwegs unter. Gelöst ist es dann allerdings richtig perfide.

Was der Thriller aber einem zeigt, ist, wie schnell man Menschen doch manipulieren kann und sie sich zu Marionetten eigen machen kann. Man ist so schnell abhängig von guten Worten, Taten und Liebe. Wenn man mit solch mächtigen Gefühlen spielt, hat man jemand schnell in der Hand. Weiter zeigt der Thriller, dass man nicht jedem blind vertrauen sollte, was man eigentlich selbst wissen müsste.

Ich selbst bin mit dem Thriller nicht ganz warm geworden und habe lange nicht gewusst, wie ich diesen bewerten soll oder überhaupt fertig lesen. Ich bin aber froh, dass ich es bis zum Ende geschafft habe, denn nach 2/3 des Buches wird es doch noch sehr spannend und es werden einige Dinge aufgedeckt, wo sich der Aha-Effekt einstellt. Erst wollte ich nur 2 Punkte geben, die Wendung aber an sich hat sich dann doch noch einen Punkt verdient und ich war dann doch fast traurig, dass es doch schon vorbei war. Für mich war es auch lange Zeit schon voraussehbar, wer der Bösewicht an der ganzen Sache ist, nur wie das herauskommt, das war die große Frage.

Empfehlen kann ich das Buch nicht ganz bedenkenlos, dennoch sollte man einen Blick hineinwerfen, da die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind!

3 von 5 Punkten

Gelesen im März 2017 posted by on 3. April 2017

Wow, wie die Zeit rennt – ich muss immer wieder aufs Neue staunen. Wo ist die Zeit hin und wieso habe ich nur so wenig gelesen? =) Naja, einige sind es ja doch geworden, hier sind sie:

Melinda Salisbury – The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch 5/5

B.A. Paris – Saving Grace – Bis dein Tod uns scheidet 5/5

Sebastian Fitzek – AchtNacht 5/5

Susanne Kliem – Das Scherbenhaus 3/5

Wie man sieht, fast nur gute Titel dabei. Leider konnte ich mit dem letzten nicht ganz warm werden, die Spannung war aber trotzdem vorhanden. Die Rezension hierzu folgt auch gleich – und bei euch so?