E.L. James – Shades of Grey – Geheimes Verlangen posted by on 19. Mai 2013

Das Buch „Shades of Grey“ ist ja zur Zeit immernoch in aller Munde – nun bin ich auch einmal dazugekommen, es zu lesen. Verspricht es das, was die Medien durchhecheln?

Autor: E.L. James
Titel: Shades of Grey – Geheimes Verlangen
Originaltitel: Fifty Shades of Grey
Genre: Erotik
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 28.06.2012
eBook: 604 Seiten
Preis: 9,99 €

Die 21-jährige Literaturstudentin Anastasia ist in der Liebe gänzlich unerfahren. Da muss sie für ihre Kollegin Kate ein Interview für die Studentenzeitung machen und trifft auf den 6 Jahre älteren, reizvollen Christian Grey. Auch wenn sie sich einreden möchte, dass sie nichts von ihm will, sagt ihr Körper ihr alles andere dazu. Als sie ihn erneut trifft und sie sich wieder verabreden, ist alles zu spät und er zieht sie in den Sog einer gefährlichen Liebe, in eine solche, die sie abschreckt und anzieht zugleich…

Fängt man erst einmal mit dem Lesen an, ist man eigentlich sogleich gefangen. Erzählt wird hier aus der Sicht Anastasias in Ich-Form. Man merkt den Zeilen gleich an, dass sie eine etwas naive, junge Frau ist, die keinerlei Erfahrung in Dingen Liebe o.ä. hat. Das Verhalten mag ja anfangs noch ganz sympathisch auf den Leser wirken, nervt aber etwas mit der Zeit.

Ganz anders ist hier Christian, er wird als erfahrener, reifer junger Mann beschrieben, der er auch zu sein scheint. Er weiß was er will und genau das bringt er auch in seinem Charakter herüber. Er gehört zu den sogenannten „Bad Boys“ – Mädels, wollt ihr wirklich sagen, dass ihr so einen nicht anziehend findet, obwohl er ein böses Image hat? Hier wird genau der Typ Mann beschrieben, den so viele Mädels verabscheuen und auf diejenigen sie im Grunde dann doch abfahren. Warum ist das so? Mit diesen Männern ist alles möglich, das weiß Frau!

Eigentlich geht es ziemlich lang hin und her, bis endlich etwas passiert. Die zwei tänzeln um einander rum und gehen doch wieder auf Abstand. Der in den Medien als so verruchtes Buch verschrieene Roman ist gar nicht so schlimm. Das merkt man ziemlich schnell und auch in den vermeintlichen „harten“ Sexszenen spielt sich hier eigentlich nichts allerhand ungewöhnliches ab – sieht man mal von den Fetischen der Protagonistin ab, die ja eigentlich total unerfahren war und hiermit neue Erfahrungen macht. Da „rollt es einem die Zehennägel“ auf, sprichwörtlich gesagt.

Der Roman ist eigentlich flüssig und schnell zu lesen, gut geschrieben – es gibt jedoch drei Dinge, die einem mit der Zeit etwas auf den Keks gehen. Hier wird z.B. das Wort „postkoital“ viel zu oft für viel zu unrelevante Dinge verwendet, die innere Göttin und das Unterbewusstsein der Protagonistin haben hier auch zu oft etwas zu melden, was dem Leser des Öfteren ein Augenrollen abverlangt. Aber abgesehen davon unterhält das Buch den Leser gut, außer dass sich die Handlungen jederzeit immer wiederholen.

Man merkt, dass die Protagonistin erwachsener wird mit der Zeit und Christian doch noch Gefühle hat und ein Mensch ist. Trotz der etwas unsympathisch gehegten Gefühle gegenüber den Charakteren gestalten diese sich doch gut in der Geschichte, sind bildlich dargestellt und sie gehören einfach dazu. Auch der Humor fehlt in der ganzen Sache nicht, der Leser schmunzelt das eine oder andere mal beim Wortwechsel der Charaktere. Im Prinzip geht es hier nur ums Eine, wie es auch für einen Erotikroman so sein soll, Gefühle spielen hier aber auch eine ganz große Rolle.

Anders als erwartet, hat mir der erste Band von Shades of Grey doch gefallen trotz vieler kleiner Schwächen. Es war einfach gut zu lesen und hat auch gut unterhalten, durch den ganzen Hype ist das Buch etwas Besonderes geworden, wobei es viele in dem Stil gibt und dieses nur eines davon ist. Nichts desto trotz mag man nun die beiden weiteren Teile verschlingen, die hoffentlich genauso gut sind und sich weiterentwickeln in der Geschichte.

Es gibt einen Haufen Bücher, welche von einer etwas naiven, unerfahrenen Protagonistin handeln und einem reichen, arroganten „Bad Boy“, was zählt ist, wie es geschrieben ist. Fließt die Geschichte nur so dahin, dass man gar nicht mehr aufhört zu lesen, hat der Autor es geschafft, den Leser zu packen und gut zu unterhalten. Genau das ist bei Shades of Grey der Fall, man wird trotz der Schwächen einfach mit in den Sog der Geschichte gezogen und hat das Gefühl alles direkt vor Augen zu haben.

Wer darüber hinwegsehen kann, dass die Charakterzüge der Protagonistin einen zum Kopfschütteln bringen und dass Christian etwas von einem Raubtier an sich hat, ein arroganter Schnösel ist, der wird hier gut unterhalten und kann sich so eine Nacht um die Ohren schlagen, da man einfach nicht aufhören mag zu lesen!

3 von 5 Punkten

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