Josh Malerman – Bird Box- Schließe deine Augen posted by on 18. März 2015

Manchmal gehen wir ja schon alle blind durchs Leben. Was aber, wenn wir MÜSSEN? So richtig, mit Augenbinden? Wenn etwas Schreckliches da draußen lauert, was wir nicht sehen dürfen, ohne verrückt zu werden? Genau dieser Situation sind die Charaktere und allen voran Malorie in Josh Malermans Buch „Bird Box – Schließe deine Augen“ ausgesetzt. Was steckt hinter diesem Grauen?

Autor: Josh Malerman
Titel: Bird Box – Schließe deine Augen
Genre: Horror, Endzeit
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsdatum: 16.03.2015
eBook: 231 Seiten
Preis: 15,99 €

Gerade als die Welt „verrückt“ zu werden scheint, erfährt Malorie, dass sie schwanger ist. Gemeinsam mit ihrer Schwester Shannon verfolgt sie die aktuellen Nachrichten. Die Menschen scheinen nach Sichtung etwas Unbenennbaren verrückt zu werden und bringen sich und andere um. Malorie, hochschwanger und allein mit ihrem Kind im Bauch, schließt sich einer Gruppe an. Diese haben sich in einem Haus verbarrikadiert und die Fenster abgehängt, die Türen verschlossen und versuchen so zu überleben. Malorie setzt alles daran, diese Menschen, die ihr lieb geworden sind, zu schützen. Das heißt, Fenster abgedunkelt lassen und „nichts sehen“, was einen zur Raserei bringen könnte…

Erst einmal erlebt man Malorie in der heutigen Zeit, hier hat sie bereits zwei Kinder – befremdlich ist, dass sie diese nicht beim Namen nennt, sondern nur „Junge“ und „Mädchen“. Hat sie ihren Kindern denn keinen Namen gegeben, ist die Welt so schrecklich geworden? Scheinbar sind diese bereit im Aufbruch nach woandershin, von ihren Hausgenossen nichts zu lesen…

Dann wechselt das Kapitel in die Vergangenheit, erst als sie erfahren hat, dass sie schwanger war und auch wie sie zu dem Haus mit den verschiedenen Personen gelangt ist. Dort erfährt sie, wie schlimm die Situation wirklich ist und wie man in dieser neuen Welt überleben kann. Wenn man sich zu Anfang gefragt hat, wieso alle die Augen verbinden müssen, um nichts zu sehen, so wird dies nach und nach im Teil der Geschichte beantwortet. Der Einstieg in die Geschichte ist hier ein etwas längerer Weg, wird einem aber durch den fließenden Schreibstil des Autors leicht gemacht und man kann nur so über die Zeilen fliegen.

Ab Kapitel zwei eröffnen einem die Handlungen und die ganzen Situationen mehr Informationen, was eigentlich geschehen ist oder was im Begriff ist noch zu geschehen. Die Kapitel wechseln jetzt ab hier zwischen Gegenwart und dem Vergangenen. In dem Haus trifft Malorie ebenfalls eine schwangere Frau, die genauso weit wie sie sein dürfte. Gemeinsam versuchen die „Bewohner“ sich durch das Leben zu schlagen und wagen sich immer weiter hervor. Als Leser spürt man aber auch vehement die ständige Angst vor den „Wesen“, welche die Raserei auslösen. Was sind sie und was tun sie hier? Nach und nach erfährt man mehr, aber die Frage, was sie hier tun und was mit ihnen passiert ist, bleibt hier der ständige Begleiter.

Der gegenwärtige Teil der Geschichte, in welchem nur Malorie und die Kinder die Handlung sind, wirkt hier fast langweilig gegenüber dem vergangenen Teil, da dort mehr erklärt wird und die Spannung einfach greifbarer ist. Hier schwebt die Angst der Charaktere ständig über dem Leser und zieht diesen somit nur noch mehr in den Lesefluss, da man auf Antworten hofft, weil man einfach genauso wie die Charaktere, nicht weiß, mit was man es zu tun hat.

In anderen Rezensionen bemängeln viele Leser, dass hier kein Thriller vorliegt und die Spannung zu flach ist, dass nichts passiert im eigentlichen Sinne. Dem kann ich so nicht ganz zustimmen – dass es kein Thriller ist, das stimmt wohl, denn meines Erachtens ist es der pure Horror. Man stelle sich nur mal vor,  man wäre in der Haut der Charaktere. Hier gibt es keinen Killer, der alles um sich wegschlachtet, hier ist irgendeine höhere Macht am Werk, welche man nicht erkennen kann. Ist es die Regierung? Ist es Leben aus einer anderen Dimension? Werden die Menschen einfach nur wahnsinnig und der Wahnsinn ist plötzlich ansteckend? Diese Fragen stellen sich einem durchweg und zu meiner Enttäuschung werden diese nicht befriedigend beantwortet. Aber vielleicht ist das der Sinn der Sache, möchte der Autor, dass wir uns im Nachhinein Gedanken über all das Geschehene machen und etwas zwischen den Zeilen erkennen? Man könnte nun lange darüber fachsimpeln – auslegen wird es ein jeder anders.

Die Spannung empfand ich keineswegs als flach, eher noch ansteigend von Kapitel zu Kapitel. Es knistert förmlich zwischen den Zeilen, besonders in den vergangenen Zeiten, aber auch in den gegenwärtigen, da hier ja auch noch etwas passieren muss. Flach war meiner Meinung nach eher etwas das Ende, hier hätte der Autor tiefer in die Materie greifen können. Es sieht fast so aus, als wollte er schnell zu einem Abschluss kommen und hatte ein bisschen Erklärungsnot – könnte aber auch anders gewesen sein, denn was, wenn die Geschichte weitergeht? Vielleicht wollte er dem Leser auch nur genügend Spielraum für die eigene Fantasie lassen!

Außer, dass hier viele, viele Fragen auftauchen, die nicht zufriedenstellend beantwortet werden, kann ich das Buch gewissenlos weiterempfehlen! Aber Vorsicht, für schwache Nerven ist es allemal nicht, es tauchen genug erschreckende Bilder auf und brennen sich ein.

4 von 5 Punkten

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