Zoe Hagen – Tage mit Leuchtkäfern posted by on 4. August 2016

Ein jeder rennt mit seinen Problemen durchs Leben – einige stecken es besser weg, andere zerbrechen daran und nochmal andere sind fast daran zerbrochen und versuchen das Beste daraus zu machen und wieder empor zu steigen. Depressionen sind heutzutage keine Seltenheit mehr, immer mehr Menschen erkranken daran, so dass es schon gar nichts „Besonderes“ mehr ist. Dennoch ist dies nicht auf die leichte Schulter zu nehmen…

Autor: Zoe Hagen
Titel: Tage mit Leuchtkäfern
Genre: Roman, Jugendliteratur
Verlag: Ullstein
Erscheinungsdatum: 14.03.2016
eBook: 192 Seiten
Preis: 9,99 €

Antonia leidet an Depressionen, Bulimie und kommt nicht wirklich aus dem Teufelskreis raus. Sie läuft Fred über den Weg, einem Mitglied aus dem „Club der verhinderten Selbstmörder“. Von nun an ist auch sie dabei und hat somit neue Freunde gefunden…

Mehr möchte ich gar nicht vom Inhalt verraten, denn das wäre zuviel gesagt. Die Autorin hat hier einen Jugendroman geschaffen, der eigentlich nicht nur für Jugendliche ist. Er wirkt nachdenklich, flüssig zu lesen, mit etwas Humor gespickt und doch todernst.

Dargestellt ist das Buch als Briefe an Gott von Antonia. Sie glaubt zwar eigentlich nicht an Gott, weiß aber auch sonst nicht, an wen sie sich wenden soll. Die Briefe und auch die Dialoge darin sind gut gewählt und lassen einen über das Geschriebene und auch die eigene Umwelt nachdenken.

Das Thema Depression und der Umgang damit, wie man selbst und die Umwelt damit umgeht, ist hochaktuell – denn es gag noch nie mehr Leute, die daran erkrankt waren. Früher war das ja ein Tabuthema, heutzutage kommt man kaum drum rum, da es immer mehr betrifft. An was liegt das? Es mag wohl sein, dass jedem ein anderes Thema „falsch“ einfährt und daran zerbricht. Aber es ist doch auffällig, wie viele davon betroffen sind.

Auch die Protagonistin des Romans hat damit zu kämpfen, man kann nur vermuten und zwischen den Zeilen herauslesen, warum, denn verraten tut sie es nicht wirklich. Gut geschrieben, in eine gute Story verpackt, klärt die Autorin über innere Gefühle und den Umgang damit auf.

Wer sich hier also auf eine leichte Lektüre gefasst machen will, sollte sich das schnell aus dem Kopf schlagen, denn vielmehr ist sie tiefgründig und auch traurig, aber auch mit sehr schönen Momenten darin, die zeigen, dass das Leben eigentlich doch sehr lebenswürdig ist!

Was es mit den Leuchtkäfern zu tun hat, lest selbst – ich finde es gut gewählt und eine schöne Erklärung!

Für mich war das eine gelungene Abwechslung in meinem Bücherschrank und ich möchte das Gelesene auch nicht missen – ich kann es also bedingungslos weiterempfehlen – nicht nur für jugendliche Leser!

5 von 5 Punkten

 

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